Wie bucht man eine Zession?

Guten Tag,
möglicherweise kann mir hier jemand meine Frage beantworten.
Folgender Fall:
Ich habe an eine Firma Ware verkauft, diese Firma kauft diese Ware mit Gewinn weiter.
Nun soll eine Zession statfinden, und der Kunde meines Kunden soll direkt an mich zahlen.
Wie setzt man das um? Meine gebuchten offenen Posten sind ja geringer als die zu erwartenden Zahlungseingänge durch den Gewinn, den mein Kunde eigentlich noch erzielt, aber mit an mich abtritt.
Zudem habe ich noch offene Posten, die mein Kunde bislang noch nicht gezahlt hat, für die aber noch keine Zession stattgefunden hat - was buche ich denn dann da gegen? Evtl die Gewinne meines Kunden, die ich durch die Zession auch erhalte?
Ich wäre dankbar, wenn mir jemand weiterhelfen könnte, wie sowas gebucht wird, ich finde hirzu leider nichts im Internet und in meinen Büchern der FiBu.
Mit bestem Dank!

Servus Jana,

hier:

der Kunde meines Kunden soll direkt an mich zahlen.

liegt der Schlüssel zu der Chose: Dein Kunde hat seine Forderungen gegenüber seinen Kunden abgetreten. Und damit (in Geldströmen formuliert: Mit dem Geld seiner Kunden) zahlt er seine offenen Verbindlichkeiten, die gegenüber Euch bestehen.

Daß bei ihm irgendwelche Vorgänge stattfinden: Er erzielt einen Gewinn, aus dem er alte Verbindlichkeiten begleicht etc. - interessiert Dich beim Buchen überhaupt nicht. Weder hinsichtlich Ertrag noch hinsichtlich USt.

Meine gebuchten offenen Posten sind ja
geringer als die zu erwartenden Zahlungseingänge

Ja, aber bloß betreffend diesen einzelnen Vorgang. Nicht betreffend den Saldo des Debitorenkontos. Dieser Saldo heißt ja bloß: „Wir haben von Dir insgesamt soundsoviel zu kriegen“. Daß sich dieser Saldo aus irgendwelchen Einzelposten zusammensetzt, spielt dabei bloß technisch bei der OPOS-Verwaltung eine Rolle.

Zudem habe ich noch offene Posten, die mein Kunde bislang noch
nicht gezahlt hat, für die aber noch keine Zession
stattgefunden hat

Die Zession hat nicht betreffend Eure Forderungen ggü. Eurem Kunden stattgefunden, sondern betreffend dessen Forderungen ggü. seinen Kunden. Die hat er an Euch abgetreten, und die Kunden zahlen jetzt an Euch statt an ihn, damit er seine alten Schulden bei Euch wenigstens zum Teil loswerden kann. Und so buchst Du die Geldeingänge auch: Bei der ältesten Fälligkeit anfangen, und dann ausgleichen, soweit die Zahlungen reichen.

Das wäre genau gleich zu handhaben, wenn das Geld, das an Euch kommt, gar nichts mit Euren Lieferungen und deren Weiterverkauf zu tun hätte. Beispiel: Er geht seine begüterte Schwiegermama an „Nur noch ein allerletztes Mal eine halbe Million, dann bin ich saniert und alles wird gut!“, und die sagt „Naja, schön ist das nicht, aber ich kann ja auch nicht gut meiner lieben Saskia-Vanessa die Bude unterm Hintern weg versteigern lassen. Aber Du, Bruder Lustig, siehst genau Nix von dem Geld. Sag mir einfach, welche Lieferanten Dich am ärgsten bedrängen, und ich überweis das direkt dahin.“

Kurzer Sinn: Vergess einfach, warum da wer an Euch Geld bezahlt und daß da auch irgendwie Lieferungen von Euch im Spiel waren. Buch einfach ganz stur (Buchhalterey ist eine phantasielose Kunst!) per Bank an Forderungen aus LuL. Die Abtretung der Forderungen Eures Kunden heißt bloß, daß die Überweisung auch von Vera Schulze kommen kann, und trotzdem auf den Debitoren Rudi Ratlos gebucht wird.

Lies Dir allerdings vorher nochmal die Hilfstexte für die OPOS-Verwaltung bei Eurer Software durch: Die Zahlungen werden ja überhaupt nicht zu den einzelnen offenen Beträgen passen. Du musst also beim Verbuchen klar haben, daß auf keinen Fall im Eifer des Gefechts 88% Skonto mal eben durchgeklickt werden, aber auch keine 13 Seiten „offener“ Posten entstehen, die allesamt per Saldo ausgeglichen, aber buchungstechnisch falsch behandelt sind.

Aber grundsätzlich zum Buchen gibts keine Frage: Das heißt bei jedem einzelnen Geldeingang stur Bank an Debitor.

Schöne Grüße

MM