Wie Chef klarmachen, doch nicht mehr zu arbeiten?

Halloo,
ich bräuchte nur kurz nen wirklich guten Rat :wink:
Hatte vor ca 2 Wochen mitm 2. Gesellschafter ja das Thema wegen einer anstehenden Gehaltserhöhung meinerseits. Ich bin seit 2 Jahren nun in dieser Firma und verdiene wirklich nicht viel (hat mir sogar der Unternehmensberater bestätigt). Nun hab ich ohne viel nachzudenken „ja“ gesagt auf den Vorschlag des Gesellschafters, statt 37 h die Woche, 40 h die Woche zu arbeiten und dafür halt nur so viel mehr zu bekommen, wie man es halt dannn ausrechnet… das wären so umgerechnet 70 euro netto mehr pro monat.
Habe mir das zuhause nochmal ausgerechnet und ich würde ja dann 12 std mehr arbeiten für 70 euro… das erschien mir dann doch etwas arg!
Wie soll ich denn dem gesellschafter nun erklären, doch nicht mehr arbeiten zu wollen, sondern nur eine einfache kleine gehaltserhöhung zu wollen?
ziemlich blöde angelegenheit… könnte mich ja selbst ohrfeigen.
Danke für Eure Antworten!

Hallo Diva,

*grins* da hast Du Dich ein wenig über’s Ohr hauen lassen. Man könnte natürlich von der moralischen Seite her argumentieren, dass es zur Zeit ziemlich viele Leute gibt, die ganz ohne Ausgleich x Wochenstunden mehr arbeiten, aber das ist ein anderes Thema.

Das Dumme ist, dass Du jetzt echt in einer Sackgasse steckst: Einerseits willst Du mehr Geld, andererseits kannst Du jetzt schwer zum Scheffe gehen und sagen „ich will 70 Euro im Monat mehr haben aber trotzdem weiterhin 37 Stunden arbeiten“.

Laufen sollen hätte es eigentlich anders: „Chef, ich will mehr Geld weil hier Argument einsetzen“ und Chef sagt dann ja-nein-Bedingung dazu.

Argumente könnten sein, dass sich Dein Aufgaben- und Verantwortungsbereich erheblich vergrössert hat, dass Du hier oder da grossartige Erfolge zu verzeichnen hattest, dass Du xx unbezahlte Überstunden im Monat machst oder was halt auch. (Bitte nicht: persönliche Dinge, Kredite, Häuser, Autos und Jachten die Du gekauft hast)

Bedingungen könnten sein „Okay, Sie kriegen yy Euro im Monat mehr, aber Sie arbeiten statt 37 dann 40 Stunden“.

Auf letztere Bedingung hast Du Dich nun blöderweise eingelassen, und nun kommt Dir das zu wenig vor. Das heisst, ich sehe Deine einzige Chance darin, dass Du sagst „40 statt 37 Stunden arbeiten ist okay, aber ich hätte gerne 70 + x Euro mehr, weil (siehe oben)“

Achja - Frage am Rande: hast Du denn bisher zu diesem Thema schon was unterschrieben?

seit 2 Jahren nun in dieser Firma und verdiene wirklich nicht
viel (hat mir sogar der Unternehmensberater bestätigt).

Das glaube ich Dir unbesehen. Aber das ist kein Argument für eine Gehaltserhöhung. Also nicht dem Scheffe sagen.

*wink* und viel Erfolg

Petzi

PS: Wenn alles nix nützt, lass Dich auf die 40 Stunden für 70 Euro ein, und mache in einem Jahr einen neuen und besser vorbereiteten Vorstoss in Richtung „mehr Kohle“.

Hallo Petzi,

danke für Deine Antwort!
Also es geht mir halt total gegen den Strich mehr arbeiten zu müssen… habe in alten Unterlagen nachgeschaut, meine ganzen Vorgängerinnen (und das waren viele) haben alle 37 h gearbeitet und mehr als ich verdient. Das ist doch ungerecht.
Wenn ich ihm das angebot mache, weiter normal 37 h zu arbeiten und dafür 200 brutto mehr zu bekommen oder 40 h zu arbeiten und dafür 400 euro brutto mehr zu bekommen, wäre das ok?

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würde ich dem Vorgestzten klar machen, dass Du vorschnell zugesagt hast und dass das Angebot ja gar keine Gehaltserhöhung ist, da sich nur die Arbeitszeit erhöht hat. Ich würde nochmals die Gehaltserhöhung ansprechen und auf meine bisher gebrachte Leistung, den Erfahrungszuwachs und meine Loyalität zur Firma verweisen. Du kannst auch mal ganz unschuldig fragen, ob man mit Dir unzufieden ist, weil das Gehalt so niedrig ist :wink:. Das musst Du aber selbst beurteilen.

Gut macht sich immer, wenn Du auf etwaige besondere Leistungen (wie Überstunden, Kurse außerhalb der Arbeitszeit oder erldeigte Sonderaufgaben) verweisen kannst.

Im übrigen: entspricht Dein Gehalt dem, was ortsüblich bezahlt wird?
Scheint mir arg wenig zu sein. Einfach mal bei der Gewerkschaft nachfragen.

Gruß bobesch

Hallo diva,

*sufz* genau das meinte ich, wie Du nicht argumentieren sollst.

Aber der Reihe nach: Dein Chef hätte es natürlich am liebsten, wenn Du 168 (=24x7) Stunden in der Woche arbeiten tätest und dafür keine Kohle wolltest. Du hättest es am liebsten 0 Stunden in der Woche zu arbeiten und dafür monatlich 1.000.000 Euro zu kriegen. So - und nun müsst Ihr Euch irgendwo in der Mitte treffen. Bisher sind das 1000 Euro (grob geschätzt) bei 37 Wochenstunden. Nun kamst Du hin und wolltest „mehr Geld“, woraufhin Ihr Euch auf 1070 Euro bei 40 Wochenstunden" geeinigt habt. Nochmal die Frage: hast Du dazu bereits irgendwas unterschrieben? Oder nur vorschnell genickt?

Wie auch immer - diesen Deal möchtest Du nun rückgängig machen und trotzdem mehr Geld haben. Darum hilft nur noch eines: Geh zum Scheffe, sag, dass es sich „steuerlich“ für Dich nicht lohnt und Du doch lieber nur 37 Stunden arbeiten würdest.

Wenn Du dann noch Pokern willst, geh weiter und sag, dass Du für diese 37 Stunden mehr Kohle haben willst. Er wird fragen, warum. Und darauf will er nicht hören, was Du alles privat für Ausgaben hast. Und er will auch nicht hören, was Deine Vorgängerinnen so verdient haben. Denn letzten Endes kannst Du nicht beurteilen, ob die vielleicht viel besser waren als Du, ob die vielleicht noch andere Aufgaben hatten etc. Es geht hier um DICH, und DEINE Leistung.

Das einzige Argument, das zählt sind die Dinge, die ich weiter oben schon erwähnt hatte: mehr Können-Wissen-Leistung Deinerseits. Ob die nun durch Erfahrung, Weiterbildung, Deine Genialtiät oder Motivation (oder eine Kombination davon) zustande kommt, weisst Du selber am besten. Kurz gesagt, Du musst dem Chef in für ihn einsichtigen Worten klar machen, dass Du nicht 1000 Euro monatlich sondern 1400 Euro monatlich wert bist. Und das geht nur aus dem Hier und Jetzt und Deinen Leistungen (und nicht im Vergleich mit irgendwelchen Vorgängerinnen, deren Leistungen Du Dich nicht anmassen darfst zu beurteilen).

und dafür 200 brutto mehr zu bekommen oder 40 h zu arbeiten
und dafür 400 euro brutto mehr zu bekommen, wäre das ok?

Versuch’s - aber rechne damit, dass er mit Prozentrechnung kommt (200 Euro sind bei 1000 Euro 20%) und wissen will ob Du wirklich 20% wertvoller für die Firma geworden bist :wink: Analoges giltet natürlich für 10,635% und für 17,417%.

*wink*

Petzi

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Hallo,
nein ich hab nichts unterschrieben, hab lediglich gesagt, ich lass es mir nochmal durch den Kopf gehen und der Gesellschafter meinte halt dann, ok, neuer Vertrag etc… Es wäre mir tausend mal lieber mitm Chef zu verhandeln, den kenn ich ja schon seit ich noch in die Windeln gemacht hab… bin aber trotzdem per Sie mit dem. Aber der Gesellschafter ist halt seit neuesten jetzt für Personalangelegenheiten zuständig und mir kommts schon schön langsam so vor, als ob der sich über mich lustig machen will… bzw weil er weis, dass er mir einfach vom Wissen und verhandeln her überlegen ist. Frustrierend.

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Generelles
Hi,

egal wie die Sache ausgeht, schau dich auf dem Arbeitsmarkt nach Alternativen um. Zeitdruck hast du keinen, und es wird dein Selbstwertgefühl steigern, sodass du beim nächsten Mal viel bestimmter auftreten kannst.

Gruss,

Hallo diva,

na, dann ist ja alles in Ordnung. Dann taperst Du gleich am Montag zu Scheffe (gemeint ist der Personaler mit dem Du das ausgemacht hattest) und sagst, dass Du’s Dir nochmal durch den Kopf hast gehen lassen und nicht einverstanden bist. Denn Du wolltest ja eine Gehaltserhöhung, und das Angebot (oder wie Ihr’s halt auch genannt habt!) ist ja keine echte Gehaltserhöhung sondern eine Stundenerhöung mit Lohnausgleich. Du willst aber eine Gehaltserhöhung, weil (das hatten wir ja schon). Wenn er Dich fragt, warum Du doch nicht mehr arbeiten willst ist - wie gesagt - „loht sich steuerlich nicht“ immer ein gutes Argument. Der „gemeinsame Feind“ Finanzamt schafft Solidarität *fg*

Zur Person: wenn der Scheffe diesen Personaler nun eben eingestellt hat, wird Dir nicht viel anderes übrig bleiben, als mit dem Personaler zu verhandeln. Aber wenn Du Dir sicher bist, dass das kein Eigentor wird kannst Du ja sagen „Herr Scheffe wird Ihnen bestimmt bestätigen, wie irre gut ich arbeite!“ Dazu hilfreich ist natürlich, wenn es kürzlich ein Personalgespräch gab, wo Dir genau das bescheinigt wurde :wink:

*wink* und viel Erfolg - berichtest dann wie’s ausgegangen ist?

Petzi

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