Wie Dachschräge richtig dämmen?

Hallo,
ich habe vor meine Dachschräge mit Rigipsblatten neu zu verkleiden. Nun habe ich noch ein paar fragen zum Thema Dämmung. In Moment ist zwischen den Sparren Mineralwolle mit einer Aluschicht verlegt, da diese viele risse und löcher hat wolte ich die Löcher mit Aluklebeband soweit es geht flicken, danach eine Dampfsperre aufbringen, dadrauf Querlatten aufbringen, zwischen den Querrlatten nochmalsdämmen und zum schluß die Riegips Platten befestigen.

Ist dieses vorgehen soweit richtig? Oder würdet Ihr etwas anders machen?

gruß
M.Weiß

Hallo

Ist dieses vorgehen soweit richtig? Oder würdet Ihr etwas
anders machen?

Ja, ich würde die Dampfsperre direkt unter die Rigipsplatte legen, also raumseits sämtlicher Dämmung.

Gruß
smalbop

Hallo !

Das wäre grundsätzlich richtig,die Folie direkt unter der Innenverkleidung anzubringen.

Hier besteht aber die Gefahr der Verletzung der Folie durch jede Art der Nagelung,auch später bei Dekorationen,Installationen usw.

Deshalb macht man es mit der Folie bereits auf der Hauptdämmung,dann Konterlattung (und Lattung) und erhält so eine „Installationsebene“,die einen Sicherheitsabstand zur Folie schafft.
Hier können dann z.B. auch Hohlwanddosen der Elektroinstallation eingebaut werden,oder Kabel verlegt werden. Auch kann man Haken oder Schrauben eindübeln,wenn man die Tiefe kennt und berücksichtigt.

Wenn man eine dichte Dampfsperre aufbringt,kann man sich das Ausbessern der Alukaschierung der Dämmwolle sparen.

MfG
Frohe Ostern wünscht
duck313

Hallo

Hier besteht aber die Gefahr der Verletzung der Folie durch
jede Art der Nagelung,auch später bei
Dekorationen,Installationen usw.

Das ist bei Dampfdichtheit- im Gegensatz zu Luftdichtheit - weniger ein Problem, wenn nur punktuelle Löcher vorliegen, da diese den mittleren Wasserdampfdiffusionswiderstand der Gesamtfläche nur unwesentlich herabsetzen.

Deshalb macht man es mit der Folie bereits auf der
Hauptdämmung,dann Konterlattung (und Lattung) und erhält so
eine „Installationsebene“,die einen Sicherheitsabstand zur
Folie schafft.

Naja, diese Ebene will er ja aber dämmen. Vielleicht hat er seinen beabsichtigten Wandaufbau ja daher?

Hier können dann z.B. auch Hohlwanddosen der
Elektroinstallation eingebaut werden,oder Kabel verlegt
werden. Auch kann man Haken oder Schrauben eindübeln,wenn man
die Tiefe kennt und berücksichtigt.

Wenn man eine dichte Dampfsperre aufbringt,kann man sich das
Ausbessern der Alukaschierung der Dämmwolle sparen.

Das wäre dann sogar kontraproduktiv.

Gruß
smalbop

Hi,

In Moment ist zwischen den Sparren Mineralwolle mit
einer Aluschicht verlegt, da diese viele risse und löcher hat
wolte ich die Löcher mit Aluklebeband soweit es geht flicken,
danach eine Dampfsperre aufbringen, dadrauf Querlatten
aufbringen, zwischen den Querrlatten nochmalsdämmen und zum
schluß die Riegips Platten befestigen.

Prinzipiell ist der Aufbau richtig, wir haben es gerade ebenso gemacht (nach Beratung durch einen Archtekten). Die Alukaschierung zu flicken ist auch überflüssig.

Die entscheidende Frage ist aber: Was ist das für eine vorhandene Dämmung? Welche Qualität (Wärmedurchgangswert) hat sie, wie dick ist sie, wie wurde sie verlegt und ist sie weiterhin unbeschädigt (die Dämmschicht, nicht die Kaschierung).
Um keine Feuchtigkeitsschäden zu riskieren, sollte mindestens 3/4 der Dämmung hinter der Dampfsperre liegen. Die 3/4 kannst Du dabei nur dann direkt in die Dicke umrechnen, wenn die Dämmschichten die gleiche Qualität haben.
Wenn Du die Qualität der vorhandenen Dämmung (Wärmedurchgang und Verlegung) nicht genau kennst, würde ich die alte Dämmung entfernen und ersetzen (bei der Gelegenheit kannst Du auch die Unterspannbahn kontrollieren).

Wir haben komplett neu gedämmt: 35er Glaswolle, 16cm zwischen den Sparren, dann Dampfbremse, 5cm unter den Sparren und dann die GK-Platten.

Gruß Stefan

Guten Morgen,

Prinzipiell ist der Aufbau richtig, wir haben es gerade ebenso
gemacht (nach Beratung durch einen Archtekten).

Grundsätzlich ist der Aufbau falsch. Leider trifft man immer wieder Architekten, die entgegen den Gesetzmäßigkeiten der Bauphysik falsche Ratschläge erteilen.

Wenn der Taupunkt im Bereich der Dampfbremse liegt, wird sich genau dort innenseitig Kondensat bilden, die Isolierung wird feucht, die Dämmwirkung vermindert sich. Wenn die Rigipsverkleidung an den Wänden ohne Hinterlüftungsfuge verlegt ist, wird es lange mit dem Austrocknen dauern (meist bis zum nächsten Winter oder länger), und das Spiel geht von vorne los. Worst Case: Im Laufe einiger Jahre sammelt sich mehr und mehr Feuchtigkeit an (Eindringen von Feuchtigkeit > Austrocknen), Sanierung ist angesagt.

Wir haben komplett neu gedämmt: 35er Glaswolle, 16cm zwischen
den Sparren, dann Dampfbremse, 5cm unter den Sparren und dann
die GK-Platten.

Unnötig riskantes Geschäft.

Franz

Wenn der Taupunkt im Bereich der Dampfbremse liegt, wird sich
genau dort innenseitig Kondensat bilden, die Isolierung wird
feucht, die Dämmwirkung vermindert sich.

Wieso sollte das so sein? Die Dampfbremse liegt immer vor der Dämmung (raumseitig), wieso solle sich dann dahinter Kondensat bilden? Der Vorschlag des Architekten ist völlig richtig!

http://www.die-heimwerkerseite.de/Ausbau/Dachausbau/…

Beste Grüße

Hallo,

Wieso sollte das so sein? Die Dampfbremse liegt immer vor der
Dämmung (raumseitig), wieso solle sich dann dahinter Kondensat
bilden?

Falsch verstanden? Kondensatbildung raumseitig auf Dampfbremse meinte ich auch. Meine Antwort im Vorgriff war:

Wenn der Taupunkt im Bereich der Dampfbremse liegt, wird sich
genau dort innenseitig Kondensat bilden, die Isolierung wird
feucht, die Dämmwirkung vermindert sich.

Der Vorschlag des Architekten ist völlig richtig!

Nein. Die beiden Kollegen haben vor, innenseitig vor Dampfbremse nochmals eine Dämmung einzubringen (bzw. haben es so gemacht). Von genau dieser schreibe ich hier und der Gefahr, dass diese Dämmung durchfeuchtet wird, weil sich das Kondensat innenseitig auf der Folie niederschlägt und diese dann zur Durchfeuchtung der Isolierung führt.

http://www.die-heimwerkerseite.de/Ausbau/Dachausbau/…

Steht hier noch etwas von einer zusätzlichen Dämmung raumseitig vor Dampfbremse? Ich finde nichts.

Franz

Die beiden Kollegen haben vor, innenseitig vor
Dampfbremse nochmals eine Dämmung einzubringen (bzw. haben es
so gemacht). Von genau dieser schreibe ich hier und der
Gefahr, dass diese Dämmung durchfeuchtet wird, weil sich das
Kondensat innenseitig auf der Folie niederschlägt und diese
dann zur Durchfeuchtung der Isolierung führt.

Was soll daran nicht O.K. sein - das hatte ich vorher schon gefragt! Die Ausführung ist korrekt, da nochmals eine Dampfsperre aufgebracht wird und bei richtiger Ausführung dort nichts kondensieren kann, weil dort erst gar nichts hin kommt was kondensieren kann. Selbst ohne zusätzliche Dampfbremse wäre es wahrscheinlich auch kein Problem, da der Taupunkt irgendwo im letzten Drittel der Isolierung (von Innen gesehen) liegen dürfte (aber hier ist das Zusammenspiel von Innen- und Außentemperatur, sowie Luftfeuchtigkeit ausschlaggebend.

http://www.die-heimwerkerseite.de/Ausbau/Dachausbau/…

Steht hier noch etwas von einer zusätzlichen Dämmung
raumseitig vor Dampfbremse? Ich finde nichts.

Nein, aber vielleicht wird Ihnen der Zusammenhang klarer, offensichtlich gibt es da ein Defizit.

Beste Grüße

Die beiden Kollegen haben vor, innenseitig vor
Dampfbremse nochmals eine Dämmung einzubringen (bzw. haben es
so gemacht). Von genau dieser schreibe ich hier und der
Gefahr, dass diese Dämmung durchfeuchtet wird, weil sich das
Kondensat innenseitig auf der Folie niederschlägt und diese
dann zur Durchfeuchtung der Isolierung

Dämmung

führt.

Richtig.

Was soll daran nicht O.K. sein - das hatte ich vorher schon
gefragt!

Das wurde von wwwFranz und mir ja nun hinreichend oft erklärt.

Die Ausführung ist korrekt, da nochmals eine
Dampfsperre aufgebracht wird und bei richtiger Ausführung dort
nichts kondensieren kann, weil dort erst gar nichts hin kommt
was kondensieren kann.

Die Dampfsperre soll laut Vorschlag im UP inmitten der Dämmung liegen und das ist schlicht und einfach konstruktiv falsch. Kein Mensch in diesem Forum, wahrscheinlich nicht mal der Fragesteller, weiß, was die Wärmeleitwerte und die wasserdampf-diffusionsäquivalenten Luftschichtdicken der verwendeten Bauteile sind, wir wissen auch nichts über den außenseitigen Aufbau des Daches - belüftet oder unbelüftet, nichts über Dachdeckung und -abdichtung.

Selbst ohne zusätzliche Dampfbremse
wäre es wahrscheinlich auch kein Problem, da der Taupunkt
irgendwo im letzten Drittel der Isolierung (von Innen gesehen)
liegen dürfte (aber hier ist das Zusammenspiel von Innen- und
Außentemperatur, sowie Luftfeuchtigkeit ausschlaggebend.

Das blöde ist nur, dass sowas nicht „wahrscheinlich kein Problem“ sein soll, sondern nach DIN 4108-3:2001-07, Abschnitt 4.3.3 in aller Regel nach bauphysikalischen Verfahren rechnerisch nachzuweisen ist, und diese Norm ist immerhin in jedem Bundesland eine bauaufsichtlich eingeführte technische Baubestimmung. Ich ziehe den Bauhelm vor jedem Architekten, der das mal eben im Kopf durchrechnet und dem Bauherrn im Brustton der Überzeugung ein „Passt scho!“ engegenschmettert. Vermutlich darf ich meinen Bauhelm aber aufbehalten.

http://www.die-heimwerkerseite.de/Ausbau/Dachausbau/…

Steht hier noch etwas von einer zusätzlichen Dämmung
raumseitig vor Dampfbremse? Ich finde nichts.

Im Zweifel würde ich halt nochmal das Ursprungsposting durchlesen. Da steht etwas von einer Dämmung raumseitig der Dampfbremse und nur das hat wwwFranz völlig zu Recht als falsch moniert.

Nein, aber vielleicht wird Ihnen der Zusammenhang klarer,
offensichtlich gibt es da ein Defizit.

Offensichtlich haben Sie sich da in einem Missverständnis verrannt.

Freundliche Grüße
smalbop

Offensichtlich haben Sie sich da in einem Missverständnis
verrannt.

In der Tat! Das die neue Dampfsperre direkt über die alte soll, habe ich wirklich überlesen. Na ja, wer lesen kann ist halt doch im Vorteil.

Beste Grüße