Hallo,
eine Freundin hat vor einigen Monaten ihr Studium abgebrochen (obwohl sie vergleichsweise gut war) und liegt seitdem fast den ganzen Tag im Bett, isst kaum und hat auch sonst auf nichts Lust.
Wenn sie etwas isst wird ihr meist schlecht davon, evtl. weil sie allgemein zu selten bzw. zu wenig isst.
Sie leidet unter Kopfschmerzen und versucht diese zu beseitigen indem sie meditiert bzw. sich auf die Kopfschmerzen konzentriert, was ihr auch helfen soll.
M.E. ist sie depressiv - will sich das aber nicht eingestehen.
Was kann ich tun um ihr zu helfen?
Gruss und Dank
Desperado
Hallo,
auch in diesem Fall greift, was in fast allen solchen Fällen gilt: Solange die Person nicht selbst erkennt, dass sie Hilfe braucht, ist ihr nicht zu helfen. Ausnahmen bilden lediglich Situationen, die eine akute Selbst- oder Fremdgefährdung erwarten lassen, hier kann man mit einer Zwangseinweisung von außen einwirken.
Allerdings ist auch die nur kurzzeitig wirksam, und wenn die Patientin die Mitarbeit verweigert, ist sie in der Regel nach kurzer Zeit wieder draußen und auf sich selbst gestellt.
Meist muss der Leidensdruck groß genug sein, damit die Betroffenen erkennen, dass sie alleine nicht mehr weiter kommen. Und das kann dauern und Freunde und Verwandte zermürben.
Tipp: Such’ dir mal ein paar gute Seiten im Internet über das Thema Depression und lasse deiner Freundin einfach die Adressen da. Vielleicht greift sie ja „unbeobachtet“ darauf zurück. Sonst kannst du nicht viel tun, außer zu signalisieren, dass du da bist, wenn du gebraucht wirst.
Schöne Grüße,
Jule
Hallo,
hat sie noch weitere Beschwerden als die Kopfschmerzen und Apetitlosigkeit? Hat sie Gewicht verloren? Versuche sie auf Grund eines der körperlichen Leiden zum Arzt zu bewegen. Sollte sie eine Depression haben, dann wird er sie zu einem Facharzt überweisen.
Eine Depression ist keine Schande, aber eine Qual die auch ein tödliches Ende haben kann, wenn sie unbehandelt bleibt.
Wenn Du einen Zugang zu ihr findest, dann gebe ihr etwas einfaches über Depressionen zu lesen (Checkliste, Symptome usw.) und sehe zu, dass sie eine Behandlung bekommt.
Viele Grüße
Hallo Desperado,
mögliche Theorie, die bei Depressionen oft gilt: Sie handelte gegen ihre eigenen Interessen. Wenn Du merkst, dass alles, was Du tust, kontraproduktiv ist, beginnst Du, zu verharren. Wenn dann das Verharren nicht Deinen Neigungen entspricht, wird Dir zusätzlich unwohl.
Mögliche Auswege: a) individuelles Wohlergehen. b) Wohlergehen der gesamten Menschheit. c) Wohlergehen einer Gruppe, zu der Du (wenn möglich schon aus früh erworbener Identität) gehörst.
Gruss
Mike
Hi Desperado,
was du beschreibst, sind sehr unspezifische Symptome. Sie können bei einer Depression auftreten, sind aber auch bei einigen körperlichen Krankheiten möglich.
An ihrer Stelle würde ich zuerst zum Arzt gehen und mich ganz allgemein gründlich untersuchen lassen.
Alles Gute,
Beate