Wie die richtigen Bücher finden (von 1-99Jahren)

Hallo zusammen,

ich habe mich entschieden zu lesen. Bis jetzt las ich ausschließlich nur ganz spezielle Fachbücher (z.B. Elektrotechnik oder Programmierung). Es fiel mir auf ich konnte 1 Buch von 5 gleichartigen Büchern nutzen. Die Wellenlänge stimmte.

Nun möchte ich aber beginnen mein Wissen fundamental aufzubauen. Ich möchte gute Bücher lesen. Am liebsten wäre mir eine Information wo ich die Information herbekomme welche Bücher gut sind.

Zum Beispiel gehe ich davon aus dass in einem Gymnasium gute Bücher gelesen werden, vielleicht hat jemand einen Link zu einer solchen Liste?

Ich stehe hier noch ganz am Anfang und möchte einfach Bücher lesen die jeder mal gelesen haben sollte, aber ohne Gefahr zu laufen an ein falsches Buch zu geraten.

Vielleicht habt Ihr eine Idee

Danke

Daniel

hallo daniel,

Ich stehe hier noch ganz am Anfang und möchte einfach Bücher
lesen die jeder mal gelesen haben sollte, aber ohne Gefahr zu
laufen an ein falsches Buch zu geraten.

besorg dir einfach mal das hier für 4,60 €: http://www.amazon.de/Leseliste-Kommentierte-Empfehlu…
damit kann man schon eine menge anfangen. das sind natürlich nur empfehlungen aber es wird auch gesagt, warum :smile:

im übrigen liegst du den „klassikern“ nicht so ganz falsch (die werden auch in der leseliste genannt): goethe, schiller, (nicht erschrecken!) die bibel - das größte fantasywerk überhaupt, aber auch quer durch alle literaturepochen hindurch lesenswertes. es sind ja nur vorschläge. ob du es dann auch machst, liegst ganz bei dir.

schöne grüße und viel spaß beim lesen
ann

Hallo Daniel,

Ich möchte gute Bücher lesen.

lobenswert :wink:

Am liebsten wäre mir
eine Information wo ich die Information herbekomme welche
Bücher gut sind.

Es kann Dir niemand sagen, welche Bücher ‚gut‘ sind. Das ist eine höchst individuelle Entscheidung

Zum Beispiel gehe ich davon aus dass in einem Gymnasium gute
Bücher gelesen werden, vielleicht hat jemand einen Link zu
einer solchen Liste?

Du warst nie auf einem Gymnasium?! :wink:

Ich stehe hier noch ganz am Anfang und möchte einfach Bücher
lesen die jeder mal gelesen haben sollte, aber ohne Gefahr zu
laufen an ein falsches Buch zu geraten.

Diese Gefahr ist immer gegeben, Bücher, die der eine über alles lobt, wird vom nächsten verrissen.
Daher sind Listen immer mit Vorsicht zu genießen. E ssei den, Du möchtest unabhängig vom Lesevergnügen ‚wichtige‘ Bücher lesen.
Aber auch da gibt es große Meinungsunterschiede.

Es gibt allerdings Listen ‚wichtiger‘ Bücher, sie werden Literaturkanon genannt http://de.wikipedia.org/wiki/Literaturkanon

Ein recht bekannter stammt von Marcel Reich-Ranicki
http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Kanon

Gandalf

Servus Daniel,

die Gefahr, an ein falsches Buch zu geraten, gibt es nicht, wie ich finde.

Begegnungen mit Büchern haben den Vorteil, dass diese die Klappe halten, wenn man nicht mit ihnen reden will. Und warten, bis der richtige Moment für die richtige Begegnung da ist.

Mit dem ersten Buch von dem Autor, der mir heute einer der liebsten ist, „Goya“ von Lion Feuchtwanger, hatte ich eine sehr fade erste Begegnung, und noch eine, die nicht berauschend war. Dann hat der Goya etwa zwei Jahre lang auf mich gewartet, und dann hab ich ihn am Stück gelesen, bloß ab und zu unterbrochen, wenn ich pinkeln musste oder eine Zigarette rauchen wollte.

Auch vom „literarischen“ Standpunkt „schlechte“ Bücher haben ihre Umgebung, ihre Situation, ihre Zeit: In der Frankfurter S-Bahn habe ich alles Deutschsprachige von Jan Guillou gelesen, gefesselt und begeistert - heute lang ich mir an den Kopf, wie man sich so einen Schmadder antun kann. S-Bahn-Lektüre waren ein anderes Mal zwei der Eifel-Krimis von Jacques Berndorf, die meines Erachtens auch eher Beispiele dafür sind, wie man ein Buch besser nicht machen sollte - bis hin zu einer gnadenlos schlampigen Editierung, offenbar wurde überhaupt nicht Korrektur gelesen. Aber einen Kern von Begeisterung dafür haben mir die Dinger zu ihrer Zeit auch gebracht…

Wenn Du von der Technik her kommst, würde ich nicht unbedingt mit den „Klassikern“ anfangen, sondern eher in der zweiten Hälfte 19. Jahrhundert. Warum nicht Max Eyth, z.B. „Hinter Pflug und Schraubstock“ oder „Der Schneider von Ulm“: Max Eyth war Ingenieur - er versteht es ziemlich gut, innere Bilder entstehen zu lassen, und sein Blickwinkel ist der eines Technikers. Er kann einen Zugang zu Geschriebenem eröffnen, und wenn man dann im Vergleich dazu anderen begegnet, die viel besser innere Bilder malen können als er, und die viel sorgfältiger komponieren, viel subtiler aufbauen usw., wird man sich vielleicht von ihm als eigentlich literarischem Dilettanten verabschieden (so wie auch seine Aquarelle genau genommen nichts Großartiges sind), aber er bleibt dann doch in freundlicher Erinnerung als einer, dessen Beruf vor allem aus Rechnen bestand, dem es aber doch wert war, ordentlich Lesen und Schreiben zu lernen.

Zugang zur Belletristik können Autoren aus der Zeit ca. 1870-1920 eröffnen, die in die Schublade „Naturalismus“ gestopft werden, etwa Gerhart Hauptmann, Emile Zola. Auch der offiziell in eine andre Schublade („Neue Sachlichkeit“) gestopfte Joseph Roth (allein die Beschreibung eines Sonntagmittagessens in einer KuK Offiziersfamilie…!) - Alle Genannten haben zweifellos mit ziemlicher Sorgfalt und bedeutendem „Know How“ an ihren Texten geschraubt, aber man merkt es beim Hineinlesen den Texten nicht an, erst beim Hinterherdenken.

Einen Überblick über Stile der verschiedensten Epochen von ca. 1800 bis ca. 1960 bietet eine wie ich finde hervorragend gut zusammengestellte Anthologie, die Hans Bender 1983 im Insel-Verlag herausgegeben hat: „Deutsche Jugend“ (nur noch antiquarisch zu bekommen). Man kann sich damit anhand eines Themas, das persönlich wohl jedem nahe liegt (es geht um Berichte der Autoren über die jeweilige eigene Jugend), einen Überblick über unterschiedliche Weisen zu Schreiben verschaffen, und dann bei den Autoren weiterlesen, wo einem ein Text persönlich begegnet: Ein möglicher Einstieg, finde ich.

Soweit zwei Cents von mir: Kein Experte, Bücherfän halt.

Schöne Grüße

MM

Die besten Bücher, die ich je las…
Hallo Daniel!

Nun möchte ich aber beginnen mein Wissen fundamental
aufzubauen. Ich möchte gute Bücher lesen. Am liebsten wäre mir
eine Information wo ich die Information herbekomme welche
Bücher gut sind.

Die besten Bücher, die ich je gelesen habe, fand ich in aller Regel in der echten Welt in einer ganz bestimmten Buchhandlung in Mainz.

Du nimmst ein Buch aus dem Regal (einer Fachrichtung oder eines Genre), schlägst es auf oder lässt es über den Daumen laufen und liest einen Moment hinein. Hier und da. Länger oder kürzer.

So kann ich den besten Eindruck gewinnen, ob mich etwas interessiert oder nicht.

Deshalb empfehle ich: Man gehe am besten in eine eher konservativ-schrullig als in eine modern-sachlich wirkende Buchhandlung und treibt sich dort ein, zwei Stunden rum… zum Reinschnuppern, Querlesen, Auswählen…

Gruß & CU DannyFox64

Hallo Daniel,

Ich stehe hier noch ganz am Anfang und möchte einfach Bücher
lesen die jeder mal gelesen haben sollte, aber ohne Gefahr zu
laufen an ein falsches Buch zu geraten.

Was ist denn ein „falsches Buch“?

Wenn du nur lesen willst, weil man bestimmte Bücher „gelesen haben sollte“, dann brauchst du dir jedenfalls nicht die Mühe zu machen. Für solche Bücher gibt es Zusammenfassungen, auf Englisch heißen die „Cliff Notes“. So etwas gibt es sicher auch für deutsche Bücher.

Zum Beispiel gehe ich davon aus dass in einem Gymnasium gute
Bücher gelesen werden, vielleicht hat jemand einen Link zu
einer solchen Liste?

Nein, ich denke, die Bücher die man im Gymnasium liest, sind völlig ungeeignet um jemandem das Lesen schmackhaft zu machen. Das sind meist irgendwelche Theaterstücke oder Romane, die in vergangenen Jahrhunderten spielen. Teilweise hat man Probleme mit der Sprache, teilweise sind die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen dieser Zeit für uns ungewohnt oder unverständlich.

Ich meine, ich kann dir ja mal ein paar empfehlen, die ich trotz allem ganz gut fand. Aber die Geschmäcker sind verschieden, das ist das Problem an der Sache.

H.G. Wells: The Time Machine
Lessing: Nathan der Weise
Goethe: Faust I
Dürrenmatt: Der Besuch der alten Dame
Böll: Die verlorene Ehre der Katharina Blum
Harriett Beecher Stowe: Uncle Tom’s Cabin
Thomas Keneally: Schindler’s List
George Orwell: 1984
Ray Bradbury: Fahrenheit 451

Und greif ruhig auch einmal zu einem aktuellen Bestseller. Es hat einen Grund, dass sich diese Bücher so gut verkaufen! Michael Crichton schreibt sehr gut, aber nimm keine Übersetzung.

Schöne Grüße

Petra

Hallo,

Ich stehe hier noch ganz am Anfang und möchte einfach Bücher
lesen die jeder mal gelesen haben sollte, aber ohne Gefahr zu
laufen an ein falsches Buch zu geraten.

An ein falsches Buch kannst Du immer geraten, das lässt sich nicht vermeiden.
Selbst wenn Dir jemand sein Lieblingsbuch empfielt, kann es sein, daß Du es stinklangweilig findest…
Wenn Du Lesetips suchst, ist es wohl besser, wenn Du uns schon mal eine Richtung vorgibst, z.B. welches Genre, welche Zeit und welches Thema Dich besonders interessiert und dann solche Bücher lesen.

Sich systhematisch durch die Geschichte der Literatur „arbeiten“ zu wollen, ist wohl der falscheste Ansatz, denn die Freude am lesen wirst Du so nicht kennen lernen.

im übrigen liegst du den „klassikern“ nicht so ganz falsch
(die werden auch in der leseliste genannt): goethe, schiller,
(nicht erschrecken!) die bibel

Von den drei genannten würde ich persönlich eher abraten, sie sind z.T. recht schwer verdaulich(finde ich). Ein echter Klassiker, der auch Spaß macht, sind die Sagen des klassischen Altertums(Griechenland, Troja, Odyssee etc.) -deutsch z.B. von Gustav Schwab.

Gruß
Markus
PS. War auch nie auf´m Gymnasium!

Hallo,

Zum Beispiel gehe ich davon aus dass in einem Gymnasium gute
Bücher gelesen werden, vielleicht hat jemand einen Link zu
einer solchen Liste?

Du warst nie auf einem Gymnasium?! :wink:

äh…ist das so unwahrscheinlich? Oder kennt ihr euch? Mindestens die Hälfte in Deutschland war nie auf nem Gymnasium, oder? Man darf doch trotzdem Bücher lesen?? Oder habsch falsch verstanden!?

Grüße

Sonja

Hallo Sonja,

Oder
habsch falsch verstanden!?

hattu :wink:

Ich wollte niemanden, der nie ein Gumminasium besuchte schlecht machen. Andersherum.
Ich wollte die Aussage, daß man automatisch gute Bücher liest relativieren.
Je nach Deutschlehrer wir so gut wie kein Buch gelesen, sondern Gramatik gepaukt und Theorie gequält.
Ob sich das in Zukunft mit dem Zentralabi ändert, wird sich zeigen.

Gandalf

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achso…verstanden!owt
nada niente rien nothing nix

Hi Daniel,

so wie Dir geht es mir auch. Auch ich bin auf der Suche nach den wie Du es so schön ausgedrückt hast, „richtigen“ Büchern. Ich will hin zu anspruchsvollen Büchern, die mich interessieren. Habe mich im Internet und auch hier bei wer-weiss-was informiert.

Wie auch Du erhielt ich einige Tipps.

Habe nun schon „Homo Faber“ gelesen, was mir recht gut gefiel. Nun lese ich mich durch den Zauberberg. Habe mir noch „Der Besuch der alten Dame“ von Dürenmatt geordert, was ich mir dann vornehme.

Was ich Dir unbedingt empfehlen möchte (ist war eher keine Weltliteratur, aber dennoch gut):

  • Cryptonomicon von Stephenson Neal
  • Der Meister des 7. Siegels von Wolfram zu Mondfeld
    außerdem alles von Andreas Eschbach
  • Die Schachnovolle von Stefan Zweig

Vielleicht hilft Dir dies ja weiter.

Viel Freude beim Lesen wünscht Dir Nicole.

Hi Nicole,

außerdem alles von Andreas Eschbach

Alles? (Na ja, kann gut sein.) Eschbach hat übrigens eine „nette“ Website, auf der noch ein paar Kurzgeschichten von ihm zu finden sind, die IMHO nie in den Druck kamen. Siehe: http://www.andreaseschbach.de/ (Rubrik „Schublade“).

LG, DannyFox64