Wie (doof) schuldig sind wir eigendlich?

Hallo Gemeinde,
wie ich folgendes gelesen habe konnte ich mir ein lachen nicht verkneifen.

Die Deutschen, ihre Vergangenheit, das Holocaust-Mahnmal - und kein Ende. Der Auslöser ist diesmal ein Witz. Stelen-Architekt Peter Eisenman erzählte von seinem Zahnarzt, der ihm vorschlug, seine Goldfüllung wieder herauszunehmen. Sie könnte ja von Degussa sein. Ein Spaß, der jetzt, Wochen später, Wellen schlägt.

(nach zu lesen in http://www.3sat.de/kulturzeit/ die sendung vom 08.03.04 Mahnmal-Eklat
Peter Eisenman über jüdischen Humor )

Also bitte dann soll das Mahnmal von Koscheren Bauarbeitern mit Koscheren Materialien gabaut werden aber dann auch bitte auf Koscherem Boden, es könnte ja noch jamand sich beschweren das dort mal SS soldaten Marschiert sind.

Oder sehe ich hier was falsch.

[entschuldigung für mein sarcasmus, aber Juden sind Humorfoller]

Gruß
Schnorz

Hallo Schnorz,

ich habe seit Tagen auf dieses Thema hier gewartet :smile:

Die Zeitungen sind voll mit Kommentaren ueber diesen neuerlichen Schildbuergerstreich.

Wenn ich mir beispielsweise erlauben darf ca. ein Drittel des Kommentars von Mariam Lau (einstmals aus dem Iran geflohen, da keine Muslima :wink: aus der Welt vom Dienstag dem 9. Maerz zu zitieren:

"… Was Eisenmans Witz über seine Degussa-Zahnfüllungen betrifft: Er steht in der Tradition Lubitschs, Mel Brooks’ und Art Spiegelmans; es ist eine Form, sich den Terror vom Leib zu halten, die so alt ist wie die Judenverfolgungen selbst. Jemanden dafür zur Raison zu rufen hat etwas Groteskes, als würde man das Singen im Walde unter tonalen Gesichtspunkten kritisieren. Dass der ehemalige Vorsitzende der Berliner Gemeinde, Brenner, mit Eisenman nicht mehr leben zu können glaubt, ist umso seltsamer, als die Gemeinde inzwischen das Mahnmal ja als Sache der Deutschen versteht. Dass Nichtjuden wie Lea Rosh oder Wolfgang Thierse diesen Anti-Terror-Humor im Namen der Überlebenden kritisieren, ist vollends lächerlich. … "

Peter Eisenman über jüdischen Humor )

Also bitte dann soll das Mahnmal von Koscheren Bauarbeitern
mit Koscheren Materialien gabaut werden aber dann auch bitte
auf Koscherem Boden, es könnte ja noch jamand sich beschweren
das dort mal SS soldaten Marschiert sind.

Oder sehe ich hier was falsch.

*g*

Ein wenig schon, denn Du wirst nicht genuegend Leute finden, die den Anspruechen eines Herrn „Rotbart Gedenksklaven“ Thierse und einer ebenso nichtjuedischen Gedenkdomina Lea Rosh und eines ewig unrasierten und mittlerweile wenigstens gemeindemaessig abgesaegten Herrn Brenners genuegen :smile:

Warten wir auf den naechsten Streich, ich bin, wenn ueberhaupt, nur noch amuesiert, wer es nicht ist tut mir leid.

viele gruesse, peter

Schuldig nicht, doof schon eher…
Keiner von uns ist schuldig, es gibt keine „Erbschuld“.

Dass einige von uns gerade zu süchtig sind, sich den „Schuld-Stiefel“ anzuziehen, nun ja, das ist tatsächlich etwas dööflich.

der ihm
vorschlug, seine Goldfüllung wieder herauszunehmen. Sie könnte
ja von Degussa sein.

LOL

datafox

Hi!

Hallo Gemeinde,
wie ich folgendes gelesen habe konnte ich mir ein lachen nicht
verkneifen.

Die Deutschen, ihre Vergangenheit, das Holocaust-Mahnmal - und
kein Ende. Der Auslöser ist diesmal ein Witz. Stelen-Architekt
Peter Eisenman erzählte von seinem Zahnarzt, der ihm
vorschlug, seine Goldfüllung wieder herauszunehmen. Sie könnte
ja von Degussa sein. Ein Spaß, der jetzt, Wochen später,
Wellen schlägt.

(nach zu lesen in http://www.3sat.de/kulturzeit/ die sendung
vom 08.03.04 Mahnmal-Eklat
Peter Eisenman über jüdischen Humor )

Naja, das wäre zumindest konsequent.

Also bitte dann soll das Mahnmal von Koscheren Bauarbeitern
mit Koscheren Materialien gabaut werden aber dann auch bitte
auf Koscherem Boden, es könnte ja noch jamand sich beschweren
das dort mal SS soldaten Marschiert sind.

Auch das würde eine konsequente Haltung in der Diskussion zeigen.

Nur geht es hier keineswegs um Humor und schon gar nicht um eine sachlich geführte Diskussion.
Vielmehr versucht eine bestimmte Gruppe, weiterhin ihre finanziellen Interessen durchzusetzen. Dafür verwendet sie die ihr zur Verfügung stehenden Druckmittel. Soweit ist das nicht besonderes, so funktioniert Politik nun mal.
Da es sich aber um eine Gruppierung Juden handelt und die deutsche Geschichte von vor mittlerweile mindestens 59 Jahren, also 2 Generationen, als Rechtfertigung dient, wird diese Diskussion ab und an sehr emotional geführt.

Meine Position dazu möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten: Fakt ist, dass von Tätern und Opfern so gut wie niemand mehr am Leben ist.
Fakt ist ferner, dass die nachfolgenden Generationen nichts für die zweifellos widerlichen Verbrechen des Naziregimes können.

Ich leite daraus also ab, dass längst schon jedwede Reparationszahlung eingestellt sein müsste und man auch heute nicht mehr über Denkmäler, Erbschuld u.s.w. diskutieren sollte unter dem scheinheiligen Deckmäntelchen des „Nicht-Vergessen-Dürfens“.
Vielmehr ist m.E. der einzig sinnvolle Weg, ein Miteinander ohne weitere Anklagen, Forderungen (nach Geld, Mahnmalen, Sonderbehandlungen u.s.w.), Verunglimpfungen, Verfolgungen, Unterdrückungen u.ä. zu leben und auszubauen.

Alles andere ist egoistischer, fadenscheiniger Politiknippes und den heute Beteiligten nicht würdig.

Grüße,

Mathias

Na klar
Hi Matze!

Deine Behauptung, von den Opfern würde heute so gut wie neimand mehr leben ist völliger
Unsinn.
Es leben noch hunderttausende direkt Betroffener und mindestens ebenso viele „indirekt“
Betroffener, Menschen also die damals noch Kleinkinder waren als ihnen die Familien genommen
wurde. Die sind heute so Größenordnung 60 Jahre alt.
Du wirst also noch 20 Jahre warten müssen, bis auch die letzten Opfer des Naziregimes endlich
den Löffel abgegeben haben.

Deine Haltung die Juden als Gruppe darzustellen ist a priori antisemitisch. Auch wenn Du das
natürlich so nicht gemeint haben willst und es Dich ankotzt, dass sofort wieder jemand die sog.
„Antisemitismuskeule“ schwingt wenn man nur mal seine Meinung sagen will.

Ich leite daraus also ab, dass längst schon jedwede
Reparationszahlung eingestellt sein müsste

Und was zahlen wir denn noch an Nichtbetroffene? Die Reparationen an Israel wurden vor beinahe
30 Jahren eingestellt.

Gruss
Tom

Röchel…

Und was zahlen wir denn noch an Nichtbetroffene? Die
Reparationen an Israel wurden vor beinahe
30 Jahren eingestellt.

Gruss
Tom

Was ist mit den U-Booten unter Kohl, was ist mit dem Posten „Wiedergutmachung“ im Bundeshaushalt, den es immer noch gibt (nat. verschachtelt mit anderen Posten, damit undurchsichtig) und den vielen anderen Zahlungen, die D jährlich leistet…

BITTE INFORMIERE DICH, LOHNT SICH!

mfG

Antisemitismusdefinition

Deine Haltung die Juden als Gruppe darzustellen ist a priori
antisemitisch.

Die Juden sind also Deiner Ansicht nach eine Gruppe, wo man Antisemit ist, wenn man sie als Gruppe darzustellt. Ja dann…

interessante Wortwahl
Hallo,

Vielmehr ist m.E. der einzig sinnvolle Weg, ein Miteinander
ohne weitere Anklagen, Forderungen (nach Geld, Mahnmalen,
Sonderbehandlungen u.s.w.), Verunglimpfungen, Verfolgungen,
Unterdrückungen u.ä. zu leben und auszubauen.

…kein weiterer Kommentar…

Gruß
Camilla

Die
Reparationen an Israel wurden vor beinahe
30 Jahren eingestellt.

reparationen gibt es nach einem krieg. es gab nie einen krieg gegen israel. es gab damals nichtmal israel. also gibt es auch keine reparationen. die wortwahl allein ist ja schon interessant. es geht um rentenzahlungen an opfer. diese hören mit dem tod des betroffenen auf. nachkommen haben keinen anspruch.

datafox

inwiefern interessant? owT

kennst du…
…das Wort „Sonderbehandlung“ nicht?

Gruß
Camilla

Extrawurst? owT
?

nein (mwT)
Hallo Wolfgang,

mit Sonderbehandlung wurden diverse Verfahren der „Judenvernichtung“ (auch so ein Unwort) bezeichnet.

Andreas

Hallo Andreas,

mit Sonderbehandlung wurden diverse Verfahren der
„Judenvernichtung“ (auch so ein Unwort) bezeichnet.

Nach herrschender Meinung war gegenüber Juden im 3. Reich die Vernichtung, Ermordung, wie auch immer, die Normalbehandlung. Sonderbehandlung muß demnach etwas anderes gewesen sein. Die Vorsilbe „Sonder“ hat i.a. eine eher positive Färbung.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Andreas

meinst Du das zynisch oder ernst? (owT)

Nach herrschender Meinung war gegenüber Juden im 3. Reich die
Vernichtung, Ermordung, wie auch immer, die Normalbehandlung.
Sonderbehandlung muß demnach etwas anderes gewesen sein. Die
Vorsilbe „Sonder“ hat i.a. eine eher positive Färbung.

Eine kleine Hilfe
Hallo Wolfgang,

entweder du kennst dich mit der Geschichte extrem wenig aus, oder du stellst dich nur so an.

Ich will dir auf die Sprünge helfen:
"Bei ihrer Ankunft in Auschwitz wurden die Häflinge „selektiert“, d. h. in arbeitsfähige und nicht arbeitsfähige eingeteilt. Die nicht arbeitsfähigen - etwa 75% eines jeden ankommenden Häftlingstransportes - wurden zur „Sonderbehandlung“ , so die nationalsozialistische Umschreibung für Ermordung, in die Gaskammern geschickt
Quelle: http://www.celan-projekt.de/lexikon-konzentrationsla…

Gruß
Camilla

Hallo Camilla,

dies halte ich für Wortklauberei.
Dass ich das so nicht gemeint habe, ist klar.

Wie war das noch mit „Jedem das seine“…?

Natürlich wurde auch das Wort „Lastkraftwagen“ von den Nazis gebraucht. Darf ich es dahernicht benutzen?

Was soll das also?

Grüße,

Mathias

Nein
Hi!

Die Juden sind also Deiner Ansicht nach eine Gruppe, wo man
Antisemit ist, wenn man sie als Gruppe darzustellt. Ja dann…

Was?
Ich sagte lediglich, dass es antisemitisch ist von „den Juden“ zu sprechen, bzw. von „Juden als Gruppe“. O.k.?

Gruss
Tom

Damit geh ich ins Geschichtsbrett. owT