Wie ensteht ein Adliger ?

Hallo, ich frage mich, wo eigentlich der Adel herkommt.
Hat irgendwann mal einer gesagt „Ich bin der Bruder VON dem König bzw. Anführer - also was besonderes“ oder was.
Ich bin sicher, ihr könnt meine naiven Vorstellungen etwas geraderücken :smile:.

Hallo Meta-Amor,
Jemand tut eine Heldentat und wird dann vom König geadelt. Oder er heiratet als Nichtadliger eine Prinzessin.
HMP

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Hallo
Der Adel, wie wir ihn heute noch mindestens in Namen kennen, ist im frühen Mittelalter entstanden. Es gab damals nur die Herrscher-Schicht (Adel) und ihre Untertanen (Leibeigene).Ein gemeiner Bürger (gewöhnlicher Bürger) konnte nie Land besitzen. Haus und Hof gehörte dem Adel. Der Hörige musste Zehnten entrichten. Der Adel war da um das Volk zu beschützen. Ein Adeliger durfte nicht arbeiten.
Da die Adeligen immer mehr Nachkommen hatten, mussten die Ländereien aufgeteilt werden. Viele benannten sich dann nach ihrer Burg. (z.B. von Frankenstein, von Bubenberg, von Wartburg u.s.w.) Wenn der Besitz zu klein für eine Aufteilung wurde und die Nachkommen nicht arbeiten durften, zogen viele als Befehlshaber oder Ritter in Kriegsdiendte, einige gingen auch ins Kloster oder wurden Geistliche. In neuerer Zeit konnte das VON vor dem Namen auch gekauft werden, so dass sicher heute nicht alle „Von-“ aus adeliger Abstammung sind.
So, ich habe versucht, mich so kurz wie möglich zu halten. Wenn Du etwas nicht verstanden hast oder noch mehr wissen möchtest, frage doch bitte nach.
Gruss, Loschi

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. Es gab damals nur die Herrscher-Schicht (Adel) und ihre Untertanen (Leibeigene).

Ja aber ich wollte ja gerade wissen, wie das entstanden ist.
Wie wurde man Herrscher-Schichtler ?

„Gemacht“ wurde der Adel vom Herrscher, also dem König oder Kaiser. Wer ihm diente, wurde mit „Lehen“ belohnt. Ihm wurde Land (mitsamt der darauf lebenden Menschen) und die entsprechenden Nutzungsrechte zunächst zu Lebzeiten verliehen. So schuf der König um sich eine Truppe von Belohnten und Abhängigen. Der Erbadel entstand dadurch, daß einem solchen Lehnsmann zusätzlich das Recht verliehen wurde, die Besitztümer und Rechte (die sich auf Besitz, aber auch auf anderes beziehen konnten) an seine Nachkommen zu vererben. Damit erst entstand eine kontinuierliche Adelsschicht.
Auch heute noch wird in England Adel „gemacht“, wenn es da auch eher um den Titel ging. Personen mit besonderen Verdiensten werden immer noch von der Queen in den Adelsstand erhoben.

Hallo Meta-Amor
So einfach ist Deine Frage nicht zu beantworten. Gab es doch schon im Altertum (Griechen 3.Jahrhundert vor Christi, Römer ca. 500 v.Chr. und z.Z. der Völkerwanderung bei den germanischen Stämmen 4. bis 6. Jahrhundert n.Chr.) bevorrechtete Schichten. Diese entstanden vorwiegend durch Landbesitz, Reichtum und Taten, was zu Ansehen bei Volk und Regierung führte. (Fast wie heute)
Im Mittelalter (um 1000 n.Chr.) wurden auch Bürgerliche mit grossen Verdiensten (hohe Beamte und Offiziere) durch die Könige in den Adelsstand erhoben, wie Anette gut beschrieben hat. Sogar war es möglich, dass sich jemand selber erhob. Ein klassisches Beispiel ist Pipin der Jüngere, der wie seine Vorfahren schon, Hausmeier (Verwalter) bei Childerich III, dem König des Frankenreiches war. Pipin setzte diesen letzten Merowinger-König 751 ab und bestieg selber den Thron. So wurde er zum Begründer des grossen Karolingerreiches, das unter der Herrschaft seines Sohnes (Karl der Grosse) von Sachsen bis Spanien und von Friesland bis Rom reichte.
Später kamen auch Vertreter der Kunst und Wissenschaft dazu, so dass ein Adel nach Abstammung (Geburtsadel) und einer nach Verleihung (Briefadel) entstand. Die Privilegien des Adels (Macht, Regierungstätigkeit, Untertanenherrschaft) wurden in den meisten Ländern zwischen 1798 und 1845 (Revolutionen) abgeschafft und bis heute nicht mehr eingeführt. Viele Adelige sind dadurch verarmt und mussten als arbeitende Bürger weiterleben, andere konnten wenigstens ihre Schlösser behalten und das Land verpachten.
In der Boulleward-Presse werden heute noch die Adeligen verehrt. (Königshäuser von England, Niederlande etc. oder Fürstenhäuser wie Thurn und Taxis) Regierungsgewalt besitzen diese aber längstens keine mehr, ausser sie seien in eine Regierung gewählt worden.
Es wäre noch vieles zu schreiben, aber wahrscheinlich bin ich wieder zu stark ins Detail gegangen. Vielleicht interessiert sich aber trotzdem jemand für meinen Bericht
Gruss
Loschi

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Vorwiegend auf militärischem Wege :
Anführer wurden per Akklamation gewählt, sie vertraten ihre Geruppe, schlossen sich ggfs. zusammen und wählten „Oberanführer“.
Daraus kristallisierte sich dann das Herrschertum ( zunächst als „Fürsten“ - später als Könige ) haraus.
Waren die zu beherrschenden Länder über eine gewisse Größe hinausgewachsen und kein akuter Kriegszustand gegeben, so mußte eine Verwaltung installiert werden. Dies erledigte der - nun sagen wir mal - König.
Dieser deligierte seine Aufgaben an Vertraute, seine „Unter-Ländereien“ an verdiente Untertanen, letzteres als „Lehen“
Später wurden die „Vertrauten“ häufig entweder auch „beliehen“ oder anderweitig den Lehnsherren gleichgestellt.
Je nach Größe etc. konnten diese „Unterlehnsherren“ beleihen, wodurch sich dann die „Adelshierarchie“ ausprägte.
In Friesland qwar es etwas anders : Dort gab es als Adel lediglich die Häuptlinge ( Nein, keine Federn) selbst und deren Familien .

soweit in Kürze und recht grob gefaßt ! whk

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