Hallo,
Geschäft einsteigen wollten. Dazu wurden die Schuldscheine
verbrieft und an andere Unternehmen weiterverkauft. Als aber
nun die Banken ihre Zinsen drastisch erhöten,
wobei an der Stelle zu erwähnen ist, daß die Zinsen in den ersten Jahren nach Auszahlung nicht marktgerecht waren, d.h. niedriger oder gar unverzinst (als Marketinginstrument) und dann 2-3 Jahren angepaßt wurden, wobei angepaßt heißt: auf Marktniveau mit Aufschlag, der die vorherigen günstigen Jahre kompensierte.
Außerdem könnte man noch erwähnen, daß Häuser vielfach als Spekulationsobjekt gekauft wurden, d.h. man kaufte ein Haus und nahm einen Kredit auf, der höher war als der Kaufpreis und finanzierte von der Differenz einen Teil des Konsums. Dann wohnte man darin einige Jahre, verkaufte die Bude dann nach bspw. drei Jahren zu (hoffentlich) wesentlich höheren Preis, strich die Differenz ein und kauf die nächste Hütte usw. usf.
Letzten Endes müßte man mal in Ruhe untersuchen, was zuerst kam: die weniger stark steigenden und später fallenden Immobilienpreise oder die ersten Kreditausfälle, weil die Leute die erhöhten Raten nicht bezahlen konnte, mit den anschließend folgenden Zwangsvollstreckungen und DANACH dann die deswegen fallenden Immobilienpreise. Für Deine Zwecke wird Deine Darstellung aber reichen.
Man könnte auch noch erwähnen, daß das ganze Spiel nur möglilch war, weil die FED (also die US-Notenbank) die Zinsen nach der Krise 2001 absichtlich auf niedrigem Niveau hielt, um die Wirtschaft anzukurbeln. War halt nur ein Strohfeuer mit umso schlimmeren Folgen.
Die weltweite Finanzkrise entstand letztlich aus dem von Dir erwähnten munteren Handel mit diesen Krediten. Ein wichtiger Punkt dabei ist die falsche Risikoeinschätzung seitens der Marktteilnehmer. Aufgrund der teilweise hervorragenden Ratings der Papiere, wurden die Risiken einfach falsch eingeschätzt; gepaart mit den im Vergleich zu diesem (falsch) angenommenen niedrigen Risiko hohen Renditen mußte man da einfach mitspielen.
Eine weitere, typisch deutsche Spezialität, war, daß 2005 auf Drängen der privaten Banken und der EU endlich die Gewährträgerhaftung auslief. Bis dahin hafteten noch die Bundesländer für die Verbindlichkeiten der Landesbanken, die aus diesem Grund sehr billig Geld an den Kapitalmärkten aufnehmen konnten.
Kurz vor dem Ende dieser paradiesischen Zeiten nahm man noch mal einen tiefen (billilgen) Schluck aus der Pulle (geschätzte 150 Mrd. Euro). Das Geld mußte natürlich gewinnbringend angelegt werden. Was bot sich da eher an als die mit (hinsichtlich der Bonität) Bestnoten versehenen Wertpapiere aus den USA.
Letzten Endes läßt es sich das ganze auf zwei Punkte reduzieren: den Märkten stand zu viel billiges Geld zur Verfügung, das irgendwo investiert werden mußte und letztlich wieder zu billig (nicht risikoadäquat = nicht dem Risiko entsprechend) verliehen wurde (wären die Zinsen der Häuslekäufer in den USA hoch genug gewesen, hätten die Institute einerseits genug Reserven für die kommenden Ausfälle bilden können und andererseits wären viele Kreditverträge gar nicht zustandegekommen, weil sie nicht bezahlbar gewesen wären).
Beispiele für die zweite grundsätzliche Ursache sehen wir derzeit genug: die implizite Staatsgarantie, d.h. ohne es explizit auszusprechen steht der Staat sowohl in Deutschland als auch in den USA als auch in anderen Ländern immer wieder bereit, wenn es darum geht, größere Unternehmen oder gar wichtige Branchen zu retten.
Das führt dazu, daß die Unternehmen (bzw. deren Inhaber und/oder Manager) Risiken eingehen, die sie nicht eingehen würden, wenn sie nicht davon ausgehen könnten, daß der Staat im Notfall helfend auf die ein oder anderere Art und Weise eingreift.
Nun kann man sich natürlich fragen, ob es sinnvoll ist, daß nun noch mehr billiges Geld in den Markt gedrückt wird und aus der impliziten Staatsgarantie eine quasi-explizite zu machen, oder ob das nur der Grundstein für die nächste, noch größere Krise ist.
Gruß
Christian
P.S.
Noch ein paar kleinere Ergänzungen noch zum Verlauf der Krise: nachdem die USA die grandiose Idee hatten, Lehman Brothers in ein Insolvenzverfahren gehen zu lassen, ging das Vertrauen der Kreditinstitute untereinander, das eh schon gesunken war, praktisch auf null zurück.
In der Folge kam die Kreditvergabe der Institute untereinander praktisch zum Erliegen, so daß neue Liquiditätslücken entstanden, die u.a. der Bund gerade stopft.
Neue Lücken deswegen, weil schon zum Anfang des offenen Ausbruchs der Krise Lücken entstanden waren, die u.a. bei der IKB und der SachsenLB entstanden waren. Der Handel mit den Immobilienkrediten (die naturgemäß sehr lange Laufzeiten haben) wurde nämlich teilweie kurzfristig über sog. Commercial Paper finanziert. Als die ersten Kredite umfielen, verspürten die Investoren nur noch wenig Bedarf nach diesen CP, so daß den Vehikeln, über die die Banken diese Verbriefungen abwickelten, das Geld ausging und besagte Banken selbst in die Bresche springen mußten, um eine sofortige Pleite ihrer Vehikel zu vermeiden.