Hi Sven!
Schon seit einiger Zeit frage ich mich, wie eigentlich der
Kurs einer Aktie entsteht.
Na klar, je mehr Aktien verkauft werden sollen, desto geringer
wird der Preis und umgekehrt.
Aber wie wird das eigentlich ganz konkret gemacht?
Auch wenn schon einige Antworten gekommen sind, gebe ich trotzdem nochmal meinen Senf hinzu, denn … so ganz richtig sind die Antworten alle nicht (sorry, Leute
)
Der Kurs (genauer: der Einheitskurs) errechnet sich in der Weise, daß alle angebotenen und nachgefragten Papiere mit den gewünschten Preisen in einer Art Liste zusammengestellt werden (die sog. Kursbasis). Dann wird der Kurs gesucht, zu dem die meisten Geschäfte (Stückzahlen) zustande kommen.
Ein einfaches Beispiel:
Im Markt liegen fünf Kauforders für eine Aktie, und zwar zu folgenden Kursen und Ordermengen:
Kaufe 100 zu 202 (zu 202 würden 400 Aktien gekauft)
Kaufe 100 zu 203 (zu 203 würden 300 Aktien gekauft)
Kaufe 50 zu 204 (zu 204 würden 200 Aktien gekauft)
Kaufe 50 zu 205 (zu 205 würden 150 Aktien gekauft)
Kaufe 100 zu 206 (zu 206 würden 100 Aktien gekauft)
Auf der Verkäuferseite liegen vier Orders vor:
Verkaufe 50 zu 203 (zu 203 würden 50 Aktien verkauft)
Verkaufe 200 zu 204 (zu 204 würden 250 Aktien verkauft)
Verkaufe 100 zu 205 (zu 205 würden 350 Aktien verkauft)
Verkaufe 150 zu 206 (zu 206 würden 500 Aktien verkauft)
Der maximale Umsatz bei dieser Konstellation läßt sich bei einem Kurs von 204 erzielen: 200 Kauf gegen 250 Verkauf. Damit wird der Aktienkurs auf 204 festgelegt, es werden 200 Stück gehandelt. Da zu dem Kurs aber noch 50 Aktien „Überhang“ im Markt sind, wird der Aktienkurs mit dem Kürzel „bB“ = „bezahlt Brief“ versehen, soll heißen: zu dem Kurs ist ein Geschäft getätigt worden, es waren aber noch weitere Aktien im Markt verfügbar (umgekehrt wäre ein „bG“ = „bezahlt Geld“)
Heute läuft vieles im Bereich der fortlaufenden Notierung ab. Sobald die Nachfrage auf ein entsprechendes Angebot trifft, wird das Geschäft abgewickelt (der Kursmakler muß darauf achten, daß keine Ausreißer passieren, etwa daß eine „Billigst“-Nachfrage einer Aktien, die zuvor noch bei 20 Euro notiert, nicht plötzlich mit einem Phantasiekurs eines Verkäufers zu 2000 Euro abgewickelt wird).
Das wär’s!
Hope it helps…
Grüße
Heinrich