Hi,
Ich würde gerne wissen, woher ein Antibiotika weiß, welche Zelle es „angreifen“ soll, bzw. wie kann es eine gesunde Zelle von einer kranken unterscheiden?
Anders herum. Das Bakterium hat einen Stoffwechsel, es nimmt Stoffe der Umgebung auf, die es abbaut und umbaut für sein eigenes Wachstum. Das Antibiotikum wird aufgenommen und blockiert einen wichtigen Stoffwechselvorgang des Bakteriums.
Udo Becker
Anders herum. Das Bakterium hat einen Stoffwechsel, es nimmt
Stoffe der Umgebung auf, die es abbaut und umbaut für sein
eigenes Wachstum. Das Antibiotikum wird aufgenommen und
blockiert einen wichtigen Stoffwechselvorgang des Bakteriums.
Ja, stimmt soweit. Aber…?
Man nimmt üblicherweise das Antibitikum oral auf, dann hat man es im Körper, der auch einen Stoffwechsel hat. Warum also schädigt das Antibiotikum das Bakerium zuerst und nicht seinen Wirt (mich, dich, den Fragesteller), der es beherbergt? DAS ist die Frage! Ich könnte es erklären, wenn ich jetzt nicht zu müde wäre. Vielleicht versuche ich es morgen, verspreche aber nichts an dieser Stelle!.
Die meines Erachtens richtige Frage muss heißen:
Warum stirbt das Bakterium vor mir am Antibiotikum?
LG Barbara
Hallo
Hi,
Ich würde gerne wissen, woher ein Antibiotika weiß, welche
Zelle es „angreifen“ soll, bzw. wie kann es eine gesunde Zelle
von einer kranken unterscheiden?
Ein Antibiotikum sucht keine speziellen kranken Zellen, um diese dann von Bakterien zu heilen.
Ein Antibiotikum ist eine chemische Substanz, die, wie schon erklärt, ab einer bestimmten Konzentration auf entsprechend empfindliche Bakterien meist abtötend wirkt.
Das funktioniert nur deswegen, weil Bakterien andere Eigenschaften als z.B. menschliche Körperzellen haben.
Stell Dir vor, Du und Dein Mitbewohner sollen Pilze essen.
Deinem Mitbewohner sind sie giftig und er stirbt, weil sich davon seine Zellwände auflösen, Dir ist es aber egal.
Dein Mitbewohner ist eine Bakterie.
In der Natur können sich zum Beispiel Pilze einen Vorteil mit antibakteriellen Substanzen verschaffen, indem sie Nahrungskonkurrenten vergiften, oder vielleicht auch, sich selbst vor Zersetzung schützen.
Es gibt eine Vielzahl verschiedener Antibiotika, welche ganz verschieden aufgebaut sind, veschieden wirken und einiges mehr.
Antibiotika sind oftmals umgewandelte, ursprünglich natürliche Substanzen.
MfG
Matthias
Hi,
Ich würde gerne wissen, woher ein Antibiotika weiß, welche
Zelle es „angreifen“ soll, bzw. wie kann es eine gesunde Zelle
von einer kranken unterscheiden?
Das Antibiotikum sollte normalerweise weder gesunde noch kranke Zellen des menschlichen Körpers angreifen, sondern mikrobielle Krankheitserreger. Die meisten Antibiotika wirken mehr oder weniger selektiv auf Bakterien oder bestimmte Gruppen von Bakterien. Die Unterscheidung gelingt, weil Bakterien als Prokaryonten Zellstrukturen und Stoffwechselwege (und damit Enzyme) haben, die bei Eukaryonten (zu denen der auch der Mensch gehört) nicht vorkommen. Antibiotika schädigen allerdings fast immer nicht nur krankmachende Bakterien sondern auch harmlose und solche, die dem Menschen nützen; so wird z.B. bei einer längerdauernden Antibiotika-Therapie meist die bakterielle Darmflora des Patienten geschädigt.
Pilze, Protozoen und mehrzellige tierische Parasiten sind im menschlichen Körper meist schwieriger zu bekämpfen, weil sie als Eukaryonten in Zellstruktur und Stoffwechsel dem Menschen ähnlicher sind als Bakterien.
Gruß, Martin
Z.B. Gar nicht
Ich würde gerne wissen, woher ein Antibiotika weiß, welche
Zelle es „angreifen“ soll, bzw. wie kann es eine gesunde Zelle
von einer kranken unterscheiden?
Das klassische Penicillin (das Schutzgift eines Pilzes, der sich damit seinen Lebensraum sauber hält) wirkt chemisch bei einem Vorgang der Zellteilung von Bakterien wg. deren besonderer Chemie. Die Zellteilung startet und danach platzen die neuen Zellen. Exitus maximus.
Es kann auch sein, dass auch andere Zellen von Organismen angegriffen werden, aber einem großen Organismus wie mir oder dir ist das wurscht. Die Zellen teilen sich nicht so häufig und wenn von deinen z.B. 10 hoch 55 Zellen mal in einer Behandlung ein paar Millionen pro Tag mehr draufgehen, fällt das gar nicht auf; so viele fallen jeden Tag als Schuppen aus deiner Haut.
Ein winziger Kollateralschaden - falls er passiert.
Gruß
Stefan
Ei weil das Bakterium einen anderen Stoffwechsel hat als der Mensch. Bei der Entwicklung eines Antibiotikums ist es die Aufgabe, Stoffwechselwege des Bakteriums zu suchen, die man blockieren kann, ohne den Stoffwechsel des Menschen zu schädigen. Das ist Wissenschaft. Unter Stoffwechsel verstehe ich dabei alle lebenswichtigen Vorgänge des jeweiligen Organismus.