Hallo Sascha!
Die Evolutionstheorie besagt ja das neue Arten
entstehen,(stark vereinfacht),weil sich Tiere durch zufällige
Mutationen verändern; die am besten der Umwelt angepasste
Mutation überlebt und setzt sich gegenüber der „Urart“ durch.
Mutationen finden ständig statt. Das gros wird jedoch nie lebensfähig geboren. Dem größten Teil der Mutationen sieht man zudem nicht an, daß sie mutiert sind. Ein großer Teil der Mutationen findet zudem in einem Teil des Erbgutes statt, welches wahrscheinlich nie für die Lebensfähigkeit eines Organismus eine Rolle spielt. Somit sind die Veränderungen im Genpool einer großen Population sicher sehr klein oder sie werden häufig geschluckt. Wenn ein Wandel eintritt, dann eher in kleineren Populationen. Jedenfalls findet dieser Wandel in kleinen Schritten statt. Daher wird keine „Urart“ verdrängt.
Deine dargestellten „Sprünge“ kann man nur dann als solche bezeichnen, wenn man die heute lebenden Wesen betrachtet. Werden beispielsweise Fossilien herangezogen (was nicht bei allen Gruppen funktioniert), dann verkleinern sich die Klüfte zwischen den heutigen Organismen.
Wie erklärt man aber dann z.B. solch gewaltige Sprunge wie die
von Wirbellosen zu Wirbeltieren?
Hierzu kannst Du keinen „Übergang“ fordern, da beide „Gruppen“ (tun wir einmal so, als seien beide monophyletische Gruppen) einen direkten Vorfahren besaßen, der gar kein Skelett besaß. Bei den Panzerfischen kann man übrigens sehr schön sehen, daß diese ein Außenskelett entwickelt haben, welches so bei anderen Wirbeltieren nie wieder auftrat.
Oder Kiemen zu Lungenatmung?
Lungen sind ursprünglich accessorische Atmungsorgane zu Kiemen. Es handelt sich dabei um Epithelien, die in der Lage sind, einen Gasaustausch zuzulassen. Beispiele sind Lungenschnecken, die in der Mantelhöhle, die also zuvor von den Kiemen genutzt wurde, einen Gasaustausch (der auch mit Kiemen bereits stattfand) betreiben. Ähnlich bei den Fischen, die eine Ausstülpung des Vorderdarmes als Lunge umbildeten. Bei Teleosteern ist diese Lunge dann zu einer Schwimmblase umgewandelt worden und es wurden in einigen Gruppen neue accessorische Luftatmungsorgane entwickelt (Labyrinth bei Kampffischen und Diskus, Darmatmung im Hinterdarm bei Welsen - die ihre Schwimmblase reduziert haben - etc.)
Da müssten ja hunderte Mutationen in eine Richtung gegangen
sein, um dies zu verwirklichen, oder?
Nun, die Mutationen sind ein Teil, der andere ist die Selektion. Wenn ein bestimmter Selektionsdruck herrscht, dann kann bei einer Folge von Mutationen eine bestimmte Struktur entstehen, die diesem Selektionsdruck gerecht wird. Wie eine Struktur ausgebildet wird und welche zur Entwicklung benutzt wird, das liegt wiederum bei der Mutation.
Das kann dann doch aber
kein Zufall mehr sein…?
Weshalb nicht? Die Erde und das Leben haben genug Zeit. Es gibt keine Vorgaben, was entstehen muß und wann, also kann alles sich in Ruhe entwickeln.
Grüße,
Thomas