Wie ermittle ich die Ohm-Zahl eines Verstärkers?

Moin zusammen,

als glücklicher Besitzer eines Mini-Verstärkers (MBO Vor- und Endstufe) aus einem Second-Hand Laden, habe ich nun das Problem, dass ich nicht weiss, ob ich meine (teuren) 4 Ohm Boxen an das Ding anschließen darf…

Wie bekomme ich heraus, mit wieviel Ohm das Ding arbeitet? Um es vorwegzunehmen: Auf dem Gerät befinden sich keinerlei Angaben und die Firma MBO (die die Dinger nicht baut, sondern nur importiert) hat leider auch keine Ahnung…

Danke im voraus

Holger

Moin!

Wie bekomme ich heraus, mit wieviel Ohm
das Ding arbeitet? Um es vorwegzunehmen:
Auf dem Gerät befinden sich keinerlei
Angaben und die Firma MBO (die die Dinger
nicht baut, sondern nur importiert) hat
leider auch keine Ahnung…

Normalerweise kannst Du 4-Ohm-Boxen an jeden gängigen Verstärker problemlos anschließen. Du kannst natürlich den Innenwiderstand des Verstärkers (nennen wir ihn Ri) berechnen. Dazu gibst Du beispielsweise einen 50-Hz-Sinus auf einen Eingang und mißt die Ausgangsspannung im Leerlauf (nennen wir sie ULeerlauf). Nun nimmst Du Dir beispielsweise einen 8-Ohm-Widerstand (nennen wir ihn RL) und schließt ihn an den Lautsprecherausgang an. Jetzt erneut die Spannung messen (nennen wir sie ULast). Es wird (bei unveränderter Lautstärkeeinstellung) ein geringerer Wert herauskommen. Mit ULast/RL bekommst Du den Strom im Lastfall (ILast). Mit (ULeerlauf - ULast)/ILast berechnest Du den Innenwiderstand des Verstärkers. Eine optimale Leitungsausbeute bekommst Du, wenn der Lastwiderstand gleich dem Innenwiderstand ist (Anpassungsfall).

Normalerweise liegen die Innenwiderstände von Verstärkern aber deutlich unter 8 bzw. 4 Ohm. Diese Messung wird Dir also nicht viel weiterhelfen. Was helfen kann, ist das Aufschrauben des Verstärkers und das Notieren der Bezeichnung der Endstufenbauteile. Dann deren Datenblätter besorgen (sehr viel ist im Netz zu finden) und anhand der Daten feststellen, ob die Endstufen für 4-Ohm-Betrieb geeignet sind.

Ein Wort zu den benötigten Meßgeräten, falls Du den Innenwiderstand ermitteln willst: Wenn Du ein normales Digitalmultimeter benutzt, sollte das Eingangssignal ein 50-Hz-Sinus sein, weil das Meßgerät darauf geeicht ist. Handelt es sich um ein Effektivwertmeßgerät, kannst Du eine fast beliebige Frequenz und Kurvenform wählen. Mit einem Oszilloskop sowieso.

Munter bleiben… TRICHTEX

Nein, Nein!
Um Gottes willen TRICHTEX! Nein! Munter bleiben ist ok, aber NF-Verstärker haben keine Leistungskopplung, so wie Du sie beschreibst, sondern Spannungskopplung: Die Ausgangsspannung ändert sich (dank starker Gegenkopplung) so gut wie nicht messbar unter Last!

Die „Ohmzahl“ nennt lediglich die maximal zulässige Last: bei 4 Ohm fließt der doppelte Strom -> doppelte Leistung (solange das Netzteil mitspielt). Die maximale Belastbarkeit ist NICHT MESSBAR, sie muß aus den Konstruktionsdaten berechnet werden (zul. Strom und Verlustleistung der Endstufentransistoren, Kühlkörperdaten, Leistung der Stromversorgung).

Aber so lange nicht "voll aufgedreht " wird, geht der Verstärke sicher nicht kaputt (und schon garnicht sofort), wenn er mit einer zu hohen Last von 4 Ohm statt 8 Ohm betrieben wird.

Uwe

Moin!

Um Gottes willen TRICHTEX! Nein! Munter
bleiben ist ok, aber NF-Verstärker haben
keine Leistungskopplung, so wie Du sie
beschreibst, sondern Spannungskopplung:
Die Ausgangsspannung ändert sich (dank
starker Gegenkopplung) so gut wie nicht
messbar unter Last!

Ahem, ich schrub doch, daß ihm diese Messung nicht viel nutzen wird, weil Verstärkerausgänge normalerweise deutlich niederohmiger als die Lautsprecher sind. Gut, auf die Darstellung der Gegenkopplung habe ich verzichtet…

Die „Ohmzahl“ nennt lediglich die maximal
zulässige Last: bei 4 Ohm fließt der
doppelte Strom -> doppelte Leistung
(solange das Netzteil mitspielt). Die
maximale Belastbarkeit ist NICHT MESSBAR,
sie muß aus den Konstruktionsdaten
berechnet werden (zul. Strom und
Verlustleistung der
Endstufentransistoren, Kühlkörperdaten,
Leistung der Stromversorgung).

Jepp, darauf wollte ich mit den Datenblättern hinweisen. Interessant ist auch, daß die meisten guten Endstufen kurzschlußfest sind, also entweder im Kurzschlußfall abschalten oder zuregeln. Auch das sollte im Datenblatt stehen. Obendrein haben bessere Endstufen auch thermische Schutzschaltungen, weil es im Grenzlastbereich bei Dauerbetrieb trotz Kurschlußfestigkeit zur Überhitzung kommen kann.

Aber so lange nicht "voll aufgedreht "
wird, geht der Verstärke sicher nicht
kaputt (und schon garnicht sofort), wenn
er mit einer zu hohen Last von 4 Ohm
statt 8 Ohm betrieben wird.

Genau. Auch eine Hörprobe kann aufschlußreich sein. Wer ein einigermaßen geschultes Gehör hat, kann feststellen, ab welcher Lauutstärke der Verstärker verzerrt - und das ist dann in jedem Fall zuviel Lautstärke. Geht natürlich nur, wenn die Boxen nicht vorher anfangen zu verzerren. Auch schlichtes Handauflegen gibt nach einiger Betriebszeit einen recht guten Eindruck, wieviel Reserve noch vorhanden ist. So’n Verstärker entwickelt nämlich einiges an Wärme. Empfindest Du das, was abgegeben wird, als zuviel, dreh’ halt nicht so weit auf. Wobei das alles natürlich nur Schätzverfahren sind.

Ok, habe mich wohl etwas ungeschickt ausgedrückt.

Munter bleiben… TRICHTEX

Hi,

Ahem, ich schrub doch, daß ihm diese
Messung nicht viel nutzen wird, weil
Verstärkerausgänge normalerweise deutlich
niederohmiger als die Lautsprecher sind.
Gut, auf die Darstellung der
Gegenkopplung habe ich verzichtet…

Asche auf mein (greises) Haupt; ich hab’s gelesen, verstanden und - bei der Antwort ignoriert.

Aber den mit der Lauuutstärke, den fand ich gut:

Wer ein einigermaßen
geschultes Gehör hat, kann feststellen,
ab welcher Lauutstärke der Verstärker
verzerrt - …

Uwe