Wie feiert man in Köln Karneval? (Neu-Kölner)

Guten Tag,

Ich bin erst vor kurzen nach Köln gezogen und hingegen vieler Bundesbürger, die Köln während der Karnevalszeit meiden, freue ich mich tierisch auf meinen ersten Kölner Karneval!

Allerdings habe ich gar keine Ahnung was mich zwischen dem 11.11 und Rosenmontag erwartet bzw. wie man als Kölner überhaupt Karneval feiert. Muss ich unbedingt in einen Karnevalsverein eintreten oder versammelt sich einfach nur ganz Köln am Dom um einen Umtrunk zu starten?

Für kölsche Bürger erscheint die Frage sicherlich banal, aber ich habe echt garkeine Ahnung… =( ??!

/t/karneval-in-koeln/1991105
http://www.x-7.de/links/karneval/karneval-fasching-f…

Moin,

ist ziemlich simpel.

  1. Outfit
    Suche irgendwas buntes, was gar nicht zusammenpaßt und mit dem du nicht mal bei Stromausfall in einer Neumondnacht zum Klo gehen würdest. Ideal sind Sachen, die selbst der Altkleidercontainer sofort wieder ausspuckt.
    Mach dir keinen Kopp wegen der Reihenfolge oder der Größe: Auch wenn du ein 65-kg Spargeltarzan bist, du darfst den 100F BH deiner Oma ruhig über dem T-Shirt tragen.
    Sollten an den Sachen übertrieben große Plastigenitalien herumbaumeln: PERFEKT!
    Besprenkel dein Gesicht und eine tote Ratte mit dem Löschwasser einer explodierten Lackiererei.
    Zieh der Ratte das Fell ab und stülpe es dir über den Kopf.

  2. Zusatzausstattung
    Ziehe ein paar Plastiktröten aus dem Kaugummiautomaten.
    Beschaffe dir den billigsten Fusel (hauptsache grell-bunt) und den übelsten süßen Schaumwein, den du finden kannst. Trinke von jedem eine Flasche. Wenn du dich übergeben mußt, trinke weiter. Bleibt´s drin: Gut. Dein Körper ist abgestumpft genug für das, was nun kommen wird.
    Stecke mind. 2 o.b. mini ein.

  3. Außer Haus
    Begib dich auf die Straße.
    Wenn kleine Kinder bei deinem Anblick zu plärren beginnen, Passanten entweder Lach- oder Brechkrämpfe kriegen, geh wieder rein.
    Prüfe, ob du in der richtigen Jahreszeit bist.
    Möglicherweise bist du auch in der falschen Stadt.
    Das kannst du leicht feststellen: Schau aus dem Fenster zur nächsten Kneipe. Hängen dort Schilder von Kölsch- oder Altproduzenten bist du richtig. Wird dort aber Bier verkauft bist du falsch.
    Siehst du auf der Straße noch mehr Gestalten in deiner Aufmachung, dann folge ihnen in Richtung des Lärms. Sie laufen für gewöhnlich dahin, wo die allerübelste Schlager- und Schunkelmucke läuft.
    Wenn du schlagartig Trommelfellbluten bekommst, dann haben deine Ohren und dein Gehirn noch nicht das niedrigste mögliche Niveau erreicht.
    Zeit, sich die Minitampons in die Gehörgänge zu stecken.
    Strebe durch Zufuhr von Billigfusel die Stufe rein vegetativer Existenz an. Sobald du dich mit der bunten Industrieplörre auf Amöbenintelligenz runterlobotomisiert hast, kannst du die Stöpsel wieder aus den Ohren holen.
    Nun bist du bereit für die nächsten Tage.
    Du wirst fremde Leute abknutschen, selbst wenn sie in einem Zustand sind, der einen erfahrenen Pathologen grün werden läßt.
    Du erträgst sogenannte „Karnevalsmusik“ die bekanntlich erfunden worden war, um Rattenplagen zu bekämpfen.
    Du trinkst alles, was Alkohol enthält, selbst wenn es mit „Bio-Hazard“ beschriftet ist und der Kampfmittelräumdienst Angst davor hat.
    Zwischendrin bekommt dein Magen etwas Festes. Daß es die Schlachtabfälle und der Industriemüll sind, die selbst afrikanische Diktatoren trotz Millionenbestechung aus humanitären Gründen nicht ins Land ließen stört dich nicht.

  4. Das Ende
    Plötzlich hört der infernalische Lärm auf.
    Irgendein Vollpfosten schmeißt eine Plastikpuppe in den Fluß.
    Die Stadtreinigung beginnt damit, die Hinterlassenschaften in Glas, Pappe, Erbrochenes und Bewußtlose zu trennen.
    Geh nach Hause und lasse dich auf HIV, Tripper, Hepatitis, Herpes, Sackratten und ein paar andere Geschlechtskrankheiten testen, die das Tropeninstitut nur aus abgelegene Dschungelgebieten Thailands kennt.

  5. Die Zeit dazwischen
    Bete bis zum nächsten Ausbruch, daß dich niemand gesehen hat, den du kennst.

Gruß
AKQJ10s

Schlechtes Beispiel
Moin,

wie man es nicht machen sollte.

Wir hatten einen Doktoranden aus (ich glaube) Kenia im Institut, der unbedingt am 11.11. zum Alter Markt gehen wollte. Er holte sich von einigen Damen Hinweise und wurde gemeinerweise darauf hingewiesen, vernehmlich ‚Hellau‘ zu rufen.
Was er auch machte, aber dann doch schnell eingenordet wurde :wink:
Er hat den Scherz mit Humor genommen.

Gandalf

Hei,

ergänzend zu der wunderbaren Erklärung unten, wie Du Dich während der bekloppten Tage zu verkleiden und zu verhalten hast, nur noch kurz was:

Allerdings habe ich gar keine Ahnung was mich zwischen dem
11.11 und Rosenmontag erwartet

Ganz offensichtlich - denn Du musst bis Aschermittwoch durchhalten…

Am 11.11. wird groß gefeiert, dann gibt es bis Altweiber (der Donnerstag vor Rosenmontag) ganz viele Sitzungen, für die Du allerdings zahlen musst. Naja, und ab Donnerstagmorgen wirst Du dann überall in der Stadt die Jecken sehen. Du solltest Dich möglichst Freunden/Bekannten/Kollegen anschließen, die sich zu Karnevalszeiten hier auskennen - denn nicht jede Party bzw. jeder Flecken, auf dem gefeiert wird, ist für jeden das Richtige. Ich für meinen Teil bevorzuge donnerstags den Straßenkarneval in der Südstadt. Andere sind lieber mitten in der Stadt unterwegs, wieder andere ziehen von Club zu Club… Aber wenn Du noch ein paar Jahre hier bleibst, kannst Du ja auch alles mal austesten. :smile:

Viel Spaß!
Natascha