Wie feuerabweisend ist Parkett?

Hallo,

zwischen dem Erdgeschoss und dem ersten Stock eines Hauses ist eine Holzdecke mit rund 3 cm dicken Brettern, im ersten Stock soll darueber Parkett gelegt werden (weiss noch nicht wie dick es sein wird, evtl. 2 cm).

Die Decke muss 60 Minuten feuerfest sein. Das kann man z.B. dadurch erreichen indem man 25 mm (bzw. zweimal 12,5 mm) dicke Gipskartonplatten von unten an die Decke schraubt oder von oben auf den Boden legt.

Allerdings besteht ja die Holzdecke nicht aus Papier sondern aus eben den Holzbrettern und den darueber liegenden Parkett (+ einer Unterlage) und auch wenn das brennbar ist muesste es ja zu einem gewissen Grad feuerabweisend sein.

Wie feuerabweisend sind die Holzbretter und das Parkett bzw. wie dick muss ich das ganze noch mit Gipskarton verkleiden um eine 60 minuetige Feuerfestigkeit zu erreichen?

Gruss und Danke

Desperado

Hallo !

Ich gehe mal nicht lange darauf ein,ob überhaupt innerhalb der selben Wohnung(nehme ich an) eine irgendwie feuerbeständige(feuerhemmende) Geschossdecke vorhanden sein muss.
Auch käme es darauf an,ob von unten beflammt wird.

Dann muss natürlich auch von unten aus eine entsprechende Unterdecke nach einem nachgewiesenen Brandschutzsystem fachgerecht abgehängt werden.
Einfach so eine oder zwei Platten drunter getackert geht nämlich nicht !

Wenn bauaufsichtlich gefordert,dann muss das auch eine Fachfirma machen und sich strikt an den geprüften Systemaufbau halten.

Zur Info(nicht als Selbermacher-Anleitung) mal die Brandschutzbroschüre von Rigips.
http://www.rigips.de/download/glasroc_f_ridurit_rifl…

Ab Seite 34 wird eine als Sanierungsdecke beschriebene Feuerschutzbekleidung mit Beanspruchung von unten beschrieben.
An Holzbalkendecken(Bauart IV) kommt man mit 400 mm Raster der Unterkonstruktion mit der 20 mm Glasroc-Platte bei F 60 aus,mit 15 mm Platte F 30.
Das es auch andere Konstruktionen gibt,ist bekannt und verständlich,es soll auch nur den Aufwand und die Details zeigen und das es eine Sache für Fachleute ist.

MfG
duck313

Hallo Duck313,

Danke fuer die Antwort, hab leider vergessen zu erwaehnen dass sich das Objekt im Ausland befindet und die deutsche Rechtslage nicht relevant ist - ausser wenn es sich um EU-weite Gesetze handeln sollte.

Klar gibt es diverse Moeglichkeiten, aber ich denke die billigste wird sein Gipskartonplatten zu montieren. Aber wie dick diese sein muessen weiss ich leider immer noch nicht, hast Du evtl. einen Tipp wie ich herausbekommen kann welche Feuerfestigkeit die bestehende Holzdecke hat?

Gruss

Desperado

Hallo desperado,
„duck 313“ hatte dazu ja bereits Stellung genommen.
Es ist letztendlich nicht entscheidend, dass deutsche Regelungen/Vorgaben im Ausland keine zwingende Gültigkeit haben (im Zuge der europäischen Harmonisierung von Normen glaube ich allerdings doch, dass sehr änliche Anforderungen im zumindest europäischen Raum gelten).
Es geht vielmehr darum, dass im Brandfall die Konstruktion solange geschützt wird, dasss eine gefahrlose Evakuierung (ohne Einsturz der tragenden Elemente) möglich ist und zudem ein Flammen- und/oder Wärmeübergriff auf benachbarte Geschosse solange wie möglich verhindert wird.
Die Beplankung mit Gipsfaserplatten ist dass eine.
Wenn Du dem Link (von duck313) folgst, wirst Du die Antwort auf Deine Frage finden. Sie lautet. 2 x 20mm für F90.
Das andere ist aber die Auskleidung der Gefachungen (zwischen den Tragbalken) mit einer Glaswolle, welche einen Schmelzpunkt >1.000°C aufweist.
Auch als Fußboden sollten dann tragfähige Fertigteil-Estrichplatten aus Gipsfaserplatten eingesetzt werden.
Wie „duck313“ es bereits formulierte:
Brandschutzmaßnahmen gehören keinesfalls in Laienhände. Weder in der Planung noch in der Ausführung.
Warum? Um das von Dir selbst gesetzte Ziel überhaupt erreichen zu können: einen den anerkannten Regeln des Fachs entsprechenden (und damit funktionierenden) Brandschutz bewerkstelligen zu können.
Parkett hat einen recht hohen Flammpunkt. Aber es kommt auch darauf an, ob es schwimmend verlegt oder fest auf einem Untergrund verklebt ist!!
-.-----
Gruß: Klaus

Hallo Klaus,

Danke fuer die schnelle Antwort. Leider hab ich als absoluter Laie auch nur die Haelfte verstanden. Der Link von Duck313 ist zwar informativ aber weil mir das Hintergrundwissen fehlt konnte ich damit auch nicht viel anfangen.

Ich moechte auch anmerken dass es mit den 60 Minuten Feuerfestigkeit nur um ein theoretisches Problem geht, in der Praxis ist Feuer das letzte was in der Huette zum Problem werden koennte weil das Ding so winzig ist dass man innerhalb von Sekunden draussen ist - und Fenster die als Notausgang benutzt werden koennen gibt es auch massenweise, es ist also nicht so dass in der Praxis jemand verbrennen oder ersticken muss wenn die Feuerfestigkeit nicht hundertprozentig sein sollte.

Die Antwort 2 mal 20 mm verstehe ich nicht ganz: Laut meinen Informationen braucht man zwei Schichten Gipskartonplatten von je 12,5 mm Dicke um 60 Minuten Feuerfestigkeit zu gewaehrleisten. Da aber die Holzdecke auch eine gewisse Feuerfestigkeit hat muesste ich eigentlich weniger dicke Gipskartonplatten brauchen. Ein anderes Material werde ich aus Kostengruenden nicht benutzen koennen. Das Parkett soll nicht verklebt werden.

Gruss

Desperado

Danke fuer die Antwort, hab leider vergessen zu erwaehnen dass
sich das Objekt im Ausland befindet und die deutsche
Rechtslage nicht relevant ist - ausser wenn es sich um
EU-weite Gesetze handeln sollte.

Hallo Desperado,

klingt ja mutig, verwegen, angstlos.
Wenn du bei der Anfrage gesagt hättest daß du in dem Haus alleine
lebst und NIE Besuch kommt hätte ich mich gar nicht eingemischt.

Du kannst ja machen was du willst, ich würde mich bei Sicherheits-
relevanten Dingen an den wohl höheren Sicherheitsstandard in D halten.

Du verhälst dich in gewisser Weise wie die viel zu vielen hier
im *glaub* Plauderbrett, die verkünden daß sie keinen Rauchmelder
installiert haben und auch keinen installieren werden :frowning:

Gruß
Reinhard

Hallo desperado,
wenn Du keinen Brandschutz benötigst, dann brauchst Du auch keine Konstruktion, welche diese bewerkstelligt.
Letztendlich waren meine Hinweise auf F90 abgestellt, also auf 90 Minuten.
Der Holzfußboden hat keine zu berücksichtigende Feuerhemmung.
Entscheidend ist für den Brandschutz (so sehe ich das), dass
a) Flamme und Hitze nicht bzw. nur langsam in ein angrenzendes Bauteil eindringen können und
b) dass die statischen Bauteile (dazu gehören beispielsweise die Tragbalken) möglichst lange vor Flammen und auch Wärme geschützt werden, sodass sie möglichst nicht versagen (einstürzen).

Das Ganze kann man jedoch auf die Kurzformel meiner Aussage hier im 1. Satz bringen.
-.-.-.-.-.-.-
Gruß: Klaus