Hallo!
Ich möchte Geld anlegen, das ich demnächst geschenkt kriege. Ich selber habe keine Ahnung von der Materie.
Wo/Wie kann ich denn einen seriösen und unabhängigen Anlageberater finden? Und wie lassen die sich bezahlen?
Danke!
Andrea
Guten Abend,
vor einigen Tagen hat ein Lokalredakteur der Stuttgarter Zeitung einige Banken in Stuttgart (Niederlassungen von Grossbanken) mit einem Anlagebetrag von 80.000 € getestet. Klarer Sieger in Übereinstimmung mit der Stiftung Warentest war die Deutsche Bank mit Ihrem EDV-Programm *Vermögens- und Finanzplanung*.
Deshalb werde ich in der kommenden Woche (nachdem ich weitere Hintergrundinfo’s eingeholt habe) mir die ca. 1,5 Stunden (Erstberatung kostenlos) Zeit nehmen, mir von einem dieser Berater der Deutschen Bank meine Strategie entwickeln zu lassen.
Gruss vom Bodensee
pst
Guten Tag Andrea,
Seriöse Anlageberater gibt es sicher viele. Mit der Unabhängigkeit ist es nicht ganz so einfach. Zwar gibt es Anlageberater, die unter mehreren Produktanbietern auswählen können - insofern kann man von Unabhängigkeit schon sprechen.
Allerdings werden die Anlageberater regelmäßig von der
Gesellschaft bezahlt, mit der der Kunde einen Vertrag schließt.
Das Geld dafür stammt ausschließlich vom Kunden und wird je nach
Produkt sofort oder über einen längeren Zeitraum aus der Geldanlage
bzw. den laufenden Beiträgen des Kunden entnommen.
Der Anlageberater ist also regelmäßig finanziell nicht unabhängig.
Denn er lebt von der erfolgreichen Anlageberatung.
Sie haben - wie man so schön sagt - die „richtigen“ Fragen
gestellt und damit zeigen Sie, dass Sie mehr können als nur den
Empfehlungen eines Anlageberaters, der Ihnen vermeintlich seriös
erscheint, zu folgen. Ich rate Ihnen daher, dass Sie sich selbst
ein wenig schlau machen und mit Hilfe einer passenden Lektüre
(Stiftung Warentest, Buchhandel) selbst klären, welche Anlageform
für Sie in Frage kommt und zu Ihren Lebensumständen passt.
Das kostet Sie zwanzig oder dreißig Euro und drei Tage Zeit.
Sie sparen damit unter Umständen einen satten vierstelligen Eurobetrag
an Abschluss- und Vermittlungskosten, die Ihnen ansonsten von Ihrer
Anlage bzw. von Ihren Beiträgen abgezogen werden.
Viel Erfolg.
Günther
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Hallo Andrea,
grundsätzlich gibt es zwei Modelle der Vergütung:
-
Der Berater vermittelt das Produkt, dass er empfiehlt auch und erhält darauf eine Provision.
Das ist der Normalfall (außerhalb von Banken) -
Es gibt einige wenige Honorarberater (z.B. certified financial planner). Dort zahlst Du für den Beratungsaufwand. Das ist nicht billig, wenn Du Qualität willst.
Das Problem an diesem System ist, dass es ganz wenig Produkte gibt, in welche nicht von vornherein eine Provision für den Vertrieb eingerechnet wird. Es besteht also die Gefahr, dass Du doppelt zahlst.
Mein Arbeitgeber arbeitet Budesweit mit mehr als 1000 qualifizierten freien Beratern zusammen (Nein wir sind kein Vertrieb). Wenn Du mir sagst aus welcher Gegend Du kommst, kann ich Dir sicher zwei, drei Adressen zum „ausprobieren“ zukommen lassen. (Ich habe daran kein wirtscahftliches oder sonstiges persönliches Interesse)
Den Tipp mit der Deutschen Bank würde ich mal kritisch hinterfragen. Kann gut sein, dass sie in diesem Test unter Banken das beste EDV-Programm haben, sie werden es aber trotzdem nur nutzen, um die aktuellen Verkaufsvorgaben zu argumentieren.
Außerdem hat gerade die DB bewiesen, dass ihr der Privatkunde eher ein notwendiges Übel ist… .
Ob man mit Selbststudium Erfahrung und Ausbildung von jemandem ersetzen kann, der sich professionell mit den Themen beschäftigen kann, will ich nicht beurteilen. Ich habe da so meine Zweifel…!
Gruß Schorsch
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Hallo Andrea,
die Idee mit der Deutschen Bank ist gar nicht so schlecht.
Ebenso ist es sicher kein Fehler, sich bei den anderen örtlichen Banken mal umzusehen. Das Argument, das unabhängige Anlageberater nicht auf die Angebote einzelner Anbieter fixiert sind, ist nicht von der Hand zu weisen. Allerdings sollte man berücksichtigen, das der Anlageerfolg zum kleinsten Teil (statistisch ca 10%-15%)von den gewählten Instrumenten (z,B, den Fonds verschiedener Anbieter) abhängt sondern vielmehr von der gewählten , auf den Anleger zugeschnittenen Anlagenstreuung (Fachleute sprechen hier von der strategischen Asset Allokation). Statistisch gesehen ist im Langfristvergleich der Performancebeitrag der strategischen Asset Allokation bei ca.80% der Gesamtperformance. Und die strategischen Asset Allokation kann ein „abhängiger“ Berater genauso seriös erarbeiten wie ein unabhängiger Berater.
Die Frage ist also nicht abhängiger oder unabhängiger Berater sondern vielmehr wer berät DIch seriös. Und wenn Du Dich vorher ein wenig schlau machst, ist das sicher kein Fehler.
Beste Grüsse aus dem Süden
Roland
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Hallo,
Ich möchte Geld anlegen, das ich demnächst geschenkt kriege.
Wieviel? Unter €50.000 brauchst Du keine „Beratung“, vielleicht lediglich ein paar allgemeine Hinweise.
Ich selber habe keine Ahnung von der Materie.
Die Grundlagen sind recht schnell lernbar. Gehe in die Bücherei und suche Dir ein passendes Buch aus…
Wo/Wie kann ich denn einen seriösen und unabhängigen
Anlageberater finden?
Mundpropaganda…vielleicht kennst Du ja jemanden, der Dir da persönlich jemanden empfehlen kann.
Dein Steuerberater kennt vielleicht einen guten Ansprechpartner.
Und wie lassen die sich bezahlen?
Je nachdem. Am besten fragst Du denjenigen selbst. Halte Dir immer vor Augen, was eine Stunde Beratung beim Rechtsanwalt kostet oder beim Privatarzt.
Eencockniedo
Hallo,
Ich möchte Geld anlegen, das ich demnächst geschenkt kriege.
Wieviel? Unter €50.000 brauchst Du keine „Beratung“,
vielleicht lediglich ein paar allgemeine Hinweise.
Eine ebenso sphärische Aussage wie der Text in deiner Visitenkarte. Diese „Perle“ hättest du nicht werfen müssen.
Ich kenne genügend Berater, die für deutliche weniger Geld schonmal den Mund aufmachen.
Ich selber habe keine Ahnung von der Materie.
Die Grundlagen sind recht schnell lernbar. Gehe in die
Bücherei und suche Dir ein passendes Buch aus…
Reparierst du dein auto auch so?
Operierst du dich selbst?
Frank Wilke
Hallo,
Ich möchte Geld anlegen, das ich demnächst geschenkt kriege.
Wieviel? Unter €50.000 brauchst Du keine „Beratung“,
vielleicht lediglich ein paar allgemeine Hinweise.Eine ebenso sphärische Aussage wie der Text in deiner
Visitenkarte. Diese „Perle“ hättest du nicht werfen müssen.
Ich kenne genügend Berater, die für deutliche weniger Geld
schonmal den Mund aufmachen.
Das stimmt! Ein guter Doktor/KFZ-Mechaniker-Meister schaut sich auch die Patienten an, an denen er so gut wie nix verdient.
Aber dafür brauch es keinen „unabhängigen“ Berater. Eine Krankenschwester bzw. Mechaniker tuts auch.
Die Grundlagen sind recht schnell lernbar. Gehe in die
Bücherei und suche Dir ein passendes Buch aus…Reparierst du dein auto auch so?
Operierst du dich selbst?
Wie gesagt, es hängt doch alles sehr vom Betrag ab. Wenn mir ein Grundlagenbuch erklärt, dass ich die ersten 25.000 Euro am besten in Schatzbriefe etc. investiere, läuft sicherlich nichts schief.
Bei meinem Auto kann ich schon selbst den Ölstand nachschauen und Scheibenwischwer Wechseln…genauso kann ich selbst Erkältungen und Schnittwunden auskurieren.
Da helfen auch Bücher gut, wenn man keinen Plan hat!
Eencockniedo
Ich kenne genügend Berater, die für deutliche weniger Geld
schonmal den Mund aufmachen.Das stimmt! Ein guter Doktor/KFZ-Mechaniker-Meister schaut
sich auch die Patienten an, an denen er so gut wie nix
verdient.
Aber dafür brauch es keinen „unabhängigen“ Berater. Eine
Krankenschwester bzw. Mechaniker tuts auch.
Achso ist die Denke - auf die Kleinsparer lässt man die Azubis los, die dicken Fische sacken die Oberen ein? Die Ansicht kann ich nicht teilen, aber es ist eine tolle Werbung für Dich.
Reparierst du dein auto auch so?
Operierst du dich selbst?Wie gesagt, es hängt doch alles sehr vom Betrag ab. Wenn mir
ein Grundlagenbuch erklärt, dass ich die ersten 25.000 Euro am
besten in Schatzbriefe etc. investiere, läuft sicherlich
nichts schief.
Offensichtlich haben viele Bürger diese Buch gekauft, denn sonst wäre der Sparanteil auf Geldvernichtern wie Sparbüchern etc. nicht so hoch.
Bei meinem Auto kann ich schon selbst den Ölstand nachschauen
und Scheibenwischwer Wechseln…genauso kann ich selbst
Erkältungen und Schnittwunden auskurieren.
Da gebe ich dir recht. Viele denken ja auch, dass Sie die Geldanlage selber entscheiden können. Aber wenn Sie dann den falschen Scheibenwischer nehmen, bei Regen nix mehr sehen und den Wagen vor die Wand fahren, sind’s wieder die Hersteller der Scheibenwischer gewesen.
Frank Wilke
Hallo Andrea,
ob freie Finanzberater oder Bank/Sparkasse: j e d e r, der Dir etwas verkauft, erhält Provisionen aus den Abschlüssen oder möchte seine eigene Bilanz stärken bzw. Kunden an sich binden! Da darf man sich einfach nichts vormachen. Es gibt auch kein Patentrezept, welche Gesellschaft, welche Bank die Beste ist. Denn es hängt sehr stark von der Person ab, an die Du gerätst, - selbst bei Einsatz eines Finanzplanungsprogramms und selbst wenn alle Mitarbeiter eines Hauses auf die gleiche Weise geschult werden. Natürlich gibt es gewisse, mehr oder weniger teilweise deutliche Tendenzen.
Wenn Du Dich beraten lassen möchtest und bisher keinerlei Erfahrung hast, kann ich Dir daher nur empfehlen, verschiedene Beratungen in Anspruch zu nehmen. Achte darauf, wie Deine Pläne/Wünsche hinterfragt werden, oder ob Dir es „übergestülpt“ wird, achte auf die Erklärungen und wie auf Deine Fragen eingegangen wird. Frage immer auch nach Kosten, Konsequenzen, Kündigungsfristen, etc. Wenn Du alles verstanden hast, gehe zur nächsten. Danach entscheide Dich.
Wohlgemerkt: Ich gebe Dir diesen Rat ganz bewußt als Bankerin (der damit dem eigenen Streben nach Effizienz und Effektivität zuwiderläuft). Gerade aus der Vertriebs- und Fachkenntnis heraus empfehle ich Dir, Fachkenntnisse durch Hinterfragen und Lesen sukzessive anzueignen und Dich nicht nur auf einen „guten Anlageberater“ zu verlassen. Und wer Dich mit Deinem Wunsch nach Beratung nicht ernstnimmt, kann in meinen Augen kein guter Berater sein.
Gruss, Eva