Wie findet man einen geeigneten Psychotherapeuten?

Liebe erfahrene, wissende Brettnutzer

In dem vorletzten Thread
„Vom Nutzen kluger Ratschläge“
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarticl…

hat sich die Frage ergeben,
woran man einen
1.) guten und
2.) für einen selbst geeigneten Psychotherapeuten erkennt.

Manches allgemeines wurde bereits gesagt,
aber viele Menschen haben viele gute Ideen.

Bekommen wir vielleicht eine Art Checkliste zusammen?

mit Vorfreude
Ole

Lieber Ole,

woran man einen
1.) guten und
2.) für einen selbst geeigneten Psychotherapeuten erkennt.

es gibt nicht den guten Psychotherapeuten!
Es muß einfach passen.
Psychotherapeut A kann gut zu Patient A passen, Psychotherapeut A aber mit Patient B nichts anfangen können oder umgekehrt.
Daher gibt es auch immer Probesitzungen (bzw. sollte es geben) um zu prüfen ob und wenn ja inwieweit das Paar zusammenpasst.

Eine Checkliste dürfte es somit kaum geben.

Wenn Du aber Menschen kennst, die ähnlich ‚ticken‘ wie Du bzw. die zu behandelnde Person, dann ist es recht wahrscheinlich, daß diese Personen mit einem Psychotherapeuten mit dem Du klarkommst auch klarkommen.

Gandalf

Hallo Ole

Dann will ich mal einen Anfang einer Checkliste versuchen:

  1. Im Bekanntenkreis rumfragen nach Empfehlungen/Erfahrungen
  2. Hausarzt fragen (nach speziellen Fachgebieten)
  3. Schauen ob der Therapeut eine Hompage hat (vielleicht ist da ein Foto und
    man sieht, ob der Therapeut sympatisch ist). Vor allem kann man da etwas
    über die Behandlungsmethoden und Ausbildung erfahren.
  4. In Internet-Foren rumfragen -> natürlich hier bei W-W-W

Da kommen bestimmt noch andere Ideen.

Ich persönlich würde natürlich zu Branden gehen, aber nur, wenn er in Ascona ist :wink:

Grüsse vom Heinz

Hallo, Ole,

hat sich die Frage ergeben,
woran man einen
1.) guten und
2.) für einen selbst geeigneten Psychotherapeuten erkennt.

in FAQ:237 gibt es ein paar Hinweise dazu („Wie gehe ich vor und wer ist der/die Richtige?“).

Gruß
Kreszenz

Hallo Heinz166,

was verbindet Ascona mit Brandstifterei?

guvo

Hi Ole,

ich habe schon verstanden, dass du selbst nicht nach einem
Therapeuten suchst. Wenn ich aber diese Frage von einem
Therapieanwärter höre, sehe ich darin die Überempfindlichkeit
desjenigen und auch, dass er schwer zugänglich sein wird, weil er die
Fähigkeiten des Therapeuten bezüglich seiner Krankheit bezweifelt.

Prinzipiell halte ich die Auslotung einer geeigneten Therapieform für
angemessen, aber den Therapeuten nun auch noch
zu durchleuchten, um zu sehen ob die Wellenlänge stimmt, ist in
meinen Augen übertrieben. Entweder ist er
qualifiziert oder nicht. Er soll sich schließlich nicht mit dem
Patienten anfreunden.

Probesitzungen halte ich für eine Pufferzone, um den Patienten das
Gefühl zu geben, die Wahl zu haben und anschließend eine Entscheidung
zu treffen, die Therapie auch anzugehen. Durch diese Entscheidung
kann man auch möglichen Ausreden im Verlaufe der Therapie vorbeugen,
dass es am Therapeuten läge, wenn die Therapie nun anders als
erwartet aussieht.

Gruß
Sprite

Hallo, Sprite!

Dem hier gesagten

aber den Therapeuten nun auch noch
zu durchleuchten, um zu sehen ob die Wellenlänge stimmt, ist
in meinen Augen übertrieben. Entweder ist er
qualifiziert oder nicht. Er soll sich schließlich nicht mit
dem Patienten anfreunden.

muß ich widersprechen. Sofern ich es richtig verstanden habe: Du meinst, die persönliche Ebene sei bei der Wahl des Therapeuten unwichtig, also ob „ich mit dem gut kann“, oder?
Nicht aus theoretischer, fachkundiger Sicht, sondern aus Patientensicht.

Die Wellenlänge muß mE stimmen, denn ein Patient wird verdammt viel Zeit mit seinem Therapeuten verbringen (z.B. drei Stunden die Woche, zwei Jahre lang oder länger) und ich persönlich möchte diese Zeit nicht mit jemandem verbringen, den ich unsympathisch finde! Und der Therapeut wahrscheinlich auch nicht. Es geht immerhin darum, das Innerste nach außen zu kehren, sich bei dem schweren und langen Prozeß der Selbsterkenntnis begleiten und führen zu lassen. Und diesen Job möchte ich nicht jedem anvertrauen, egal, wie kompetent er sein mag (objektiv gesehen).

Ein gewisses Grundvertrauen und Sympathie sind für mich als Patientin die absolute Voraussetzung für den Beginn einer Therapie. Klar muß ich mich mit dem Therapeuten nicht anfreunden, aber ich denke, über die Zeit entsteht schon eine Art „Beziehung“ zu diesem Menschen.

Außerdem sind auch Therapeuten menschliche Wesen, jeder hat eine andere Art, mit Patienten und Problemen umzugehen und auch persönliche Eigenarten, die sich in der Arbeit wiederspiegeln. Wenn diese Art nicht mit dem Wesen des Patienten übereinstimmt, kann das zu zusätzlichen Konflikten in der Therapie führen, denke ich. Kleines Beispiel: Jemand, der als Kind mit seiner dominanten Mutter zu kämpfen hatte, wird mE nicht gut zu einer eher „ruppigen, dominanten“ (also vom Wesen her, was sich auch in der Arbeit zeigt) Therapeutin passen.

Wie gesagt: Meine Patientenmeinung (und auch ein „instinktives Kriterium“ von Hilfesuchenden, zumindest der Erfahrung meines Bekanntenkreises nach)! :wink:

Beste Grüße

Smiri

Hallo Ole

also ich würde einer alten Puffmutter den Vorzug vor einem Freudianer geben.
Aber wer einen freien Willen hat der hat auch die freie Wahl…:smile:

gruß,ho

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Hallo Guvo

was verbindet Ascona mit Brandstifterei?

Wenn ich das wüsste, würde ich es Dir nicht vorenthalten :wink:

Gruss
Heinz

Die persönliche Ebene (Vertrauenswüdigkeit, Seriösität) scheint mir sekundär zu sein. Die Hauptsache ist, für gutes Geld (!) qualifizierte Beratung zu erhalten. Abzuraten ist daher grundsätzlich davon, das Innerste nach Außen zu kehren. So erfährt der Therapeut stets einen Wissensvorsprung. Das ist nachteilig, solange das Prinzip Vertrauen gegen Vertrauen so eben nicht (!) gilt.

Therapeuten (Leistungsanbieter) sind die grundsätzlich risikobehafteten Vertragspartner. Darüber hinaus handeln sie erkennbar:

  • unmoralisch, wenn er nicht regelmäßig und hinreichend reflektiert,
  • distanzlos, wenn er Patienten bevormundet oder gar duzt,
  • bequem, wenn er nur Warumfragen (manipulierend) oder Entscheidungsfragen (brüskierend) stellt,
  • liberal, wenn er das Therapierisiko vorrangig dem Patienten zuweist,
  • dogmatisch, wenn er sich nur auf Methodenschemata stützt,
  • unprofessionell, wenn er die Sympathiekarte ausspielt,
  • despektierlich, wenn er die Rechtspersönlichkeit der Patienten verkennt,
  • beliebig, wenn er Patienten bei einem Therapeut- Patientenmeinungsstreit als krankhaft diskreditiert.

Die Liste soll eine Anregung dazu sein, die Sinne zu schärfen. Was ließe sich noch anführen?! Schon Brandgeruch sollte alamieren.

guvo

Hallo Ole,

Deine Fragen sind nicht leicht zu beantworten. Ob ein Therapeut für einen Patienten geeignet ist, hängt sowohl vom Therapeuten als auch vom Patienten ab. Da Du nach dem Therapeuten fragtest, werde ich mich auf Einflußgrößen auf Seiten des Therapeuten beschränken:

Der Therapeut sollte eine allgemeine Psychotherapieausbildung haben und speziell in dem Problem- / Störungsbereich qualifiziert sein, für die er Therapie anbietet. Berufserfahrung ist ebenfalls wünschenswert (allerdings sind die Forschungsbefunde dazu uneinheitlich). Diese Dinge lassen sich vergleichsweise leicht anhand von Zertifikaten und durch Nachfragen feststellen. Auch die Psychotherapeutensuche des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) hilft dabei, nach den ersten beiden Kriterien die Anzahl der geeigneten Therapeuten einzugrenzen:

http://www.verhaltenswissenschaft.de/Links/links.htm…

Schwieriger wird es bei weiteren wichtigen Einflußgrößen auf Seiten des Therapeuten: Selbstsicherheit und Frustrationstoleranz des Therapeuten begünstigen den Therapieerfolg ebenso wie die Fähigkeit des Therapeuten, zum Patienten eine tragfähige, von gegenseitiger Achtung und Vertrauen gekennzeichnete therapeutische Beziehung aufzubauen. Auf diese Dinge sollte man als Patient in den ersten Therapiestunden achten. Unter anderem dazu sind die ersten Stunden ja da.

Doch selbst wenn man einen Therapeuten gefunden hat, der diese Kriterien erfüllt, ist der Therapieerfolg noch nicht sichergestellt. Wie ich schon oben schrieb, gibt es auch auf Seiten des Patienten einige wichtige Einflußgrößen, die den Therapieerfolg begünstigen oder gefährden können. Dazu gehören Art, Dauer und Schwere der zu behandelnden Probleme / Störungen, das Vorhandensein weiterer (komorbider) Störungen, die Erwartungshaltung des Patienten an die Therapie, die Einstellungen und Meinungen zu Therapie und Therapeuten allgemein und speziell, kurz: die Motivation.

Grüße,

Oliver Walter

Hallo Oliver,

eine sehr interessante und - wie ich finde - gute Stellungnahme. Schließlich handelt es sich ja um ein System der Interaktion. Die Frage nach dem RICHTIGEN weist Therapeuten die Position zu einzig und allein für den Erfolg einer Therapie verantwortlich zu sein. Da spielt das Engagement keine Rolle.
Ich bin zwar selbst kein Therapeut, aber als Nachhilfelehrer bin ich auf psychologischer Ebene sehr gefordert. Oft spielt die Einstellung eine weit grössere Rolle, als das Unterrichtsfach betreffende Defizite. Ich denke viel über meine Nachhilfeschüler nach und bediene mich einiger psychologischer Techniken. Meisens habe ich Erfolg damit und scheue auch keine Extraarbeit. Es gibt aber auch Fälle, bei denen ich partout nicht helfen kann. Teilweise liegt auch der Gedanke nahe, ob überhaupt jemand helfen kann. Weder Psychologen, noch Pädagogen im weitesten Sinne sind Zauberer. Zu Resignieren erfordert Charakter.

Ich möchte dem Aspekt mit der Erfahrung aber widersprechen. Frei nach Tucholsky: „Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen.“ Auch ein junger Therapeut kann es faust-dick
hinter den Ohren haben. Ggf. begegnet er den Dingen mit Elan und Idealismus und gerade jüngere Patienten finden eine produktivere Gesprächsebene vor. Zumal Weisheit kein empirisch zu belegendes Phänomen ist. Es gibt Greise, die nie etwas von ihrer Sache verstanden haben.

Viele Grüße,

Hilmar

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Hallo Hilmar,

danke für Dein Feedback. Ich bin mit Dir einer Meinung, auch im Hinblick auf die Berufserfahrung. Wie ich bereits schrieb, sind die Forschungsbefunde zu diesem Aspekt uneinheitlich. Manche Untersuchungen finden keinen Vorteil erfahrenerer Therapeuten gegenüber unerfahrenen Therapeuten, ja sogar gegenüber Laien, die einen Schnellkurs in Psychotherapie (Gesprächspsychotherapie im Sinne von Rogers) bekommen haben. Andere finden einen Vorteil erfahrener Therapeuten, z.B. bei der Behandlung schwerer Störungen. Wie Du sehe ich auch, daß Berufserfahrung keinen Therapieerfolg garantiert. Als einen der Gründe dafür kann ich mir vorstellen, daß Therapeuten, die schon länger ihrer Tätigkeit nachgehen, nicht immer auf der Höhe der Zeit sind und mangels motivierter Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen den Anschlußzug verpaßt haben können.

Beste Grüße,

Oliver Walter

Hallo Oliver und Hilmar,
ich klinke mich doch mal ein:

Der Grenzbereich, die Schnittstelle zwischen Pädagogen und Psychologen ist etwas, das mich wie Lotus persönlich interessiert.

Ich bin im Threat zu „Ratschlägen“ gefragt worden, woran ich erkenne, ob und welchen Therapiebedarf es gibt. Ich kann die Frage nicht wirklich beantworten. Ein wichtiges feedback ist aber, wenn Jahre nach der Zusammenarbeit Schüler zu mir kommen und sich erinnern, dass meine Hinweise wichtig für ihr Leben war.

Ich glaube, für Therapeuten und Pädagogen gilt (wie auch für andere Berufe):

Es braucht
1.) ERLERNBARES: eine gute Ausbildung, die ständige Weiterbildung und Reflektion eigenen Handelns und einem "nie fertig sein mit eigener (offener) Wahrnehmungsfähigkeit. Hier entsteht das „Handwerkzeug“, das Methodenrepertoire des Therapeuten.

2.) BEGABUNG: Die ist „in die Wiege gelegt“, möglicherweise nicht erlernbar (ich kneife jetzt vor dem bisher ungelösten Streit um die Anteile genetisch Bedingtem und Erlernten). Auch einen Teil der Wahrnehmungsfähigkeit sehe ich im Bereich der Begabung.

Hier ist es übrigens interessant, dass Schüler und auch ich als Mentor und Fortbilder bisher immer sofort erkannt haben, wer begabt ist und wer „nur“ ein gut ausgebildeter Fachmann ist.

Daraus ziehe ich jedenfalls so etwas wie Intuition. Die bringt immer Ärger, weil unsere Gesellschaft ausgeprägt zahlengläubig geworden ist.

Dennoch behalte ich im Ergebnis Recht. Natürlich prüfe ich meine Intuition mit wissenschaftlichen Mitteln. Dies ist auch der Bereich, wo ich auf die Wahrung von innerer Distanz besonders achten muss. Ich muss dabei auf mich achten, dass ich cognitive Überprüfung nicht auf das vorläufige (!!!) Intuitionsergebnis hinbiege.

Aber: Hier beginnt natürlich für die Außenwahrnehmung (Wahrnehmung Anderer) der Grenzbereich zur Scharlatanerie, solange ich die Wahrnehmung (noch) nicht mit Fakten belegen kann:

Merkwürdigerweise kann ich (möglicherweise an den Augen und der Körperhaltung) schon beim ersten Eindruck sehr viel erkennen.
Dieses bewaheitet sich stets später, wenn ich mit einem neuen Schüler allein sprechen kann:
Jedenfalls sind sie immer wieder verblüfft und bestätigen, was ich erkannt habe.

Woran aber erkennt ein Mensch, der keinerlei Erfahrungen mit Psychotherapie hat und vielleicht zudem Vorurteile mitbringt, die auch hier angeklungen sind, wer ein gut ausgebildeter und begabter Therapeut ist?

Herzlichst
Ole

Hi Ole,

ich will nicht behaupten, dass es nicht auch in heterogenen Patient/Therapeutbeziehungen klappen kann. Ich rate aber per se dazu Therapeuten mit dem selben Geschlecht aufzusuchen, wenn ich gefragt werde. Hatte Nachhilfeschüler, denen ich als Nachhilfelehrer nicht helfen konnte.
Ich gehe davon aus, dass man in einem homogenen Verhältnis ganz gut einschätzen kann wen man vor sich hat und ob man miteinander reden kann oder nicht. Ich persönlich kann zwar auch Frauen irgendwie einschätzen, aber bin mir ziemlich sicher, dass ich mehr von ihr wollte, wenn ich sie attraktiv fände und ich mich verstanden fühlte. Diese Überlegung würden sehr bestimmt auch andere anstellen. Damit wäre alles kaputt! LIEBER NICHT AUSPROBIEREN!
Außerdem halte ich es für sinnvoll sich als Patient Gedanken darüber zu machen, ob das Gegenüber einem gewachsen erscheint. Dabei spielt der Ruf des Therapeuten KEINE Rolle. Dadurch, dass er als Person gewissermaßen anonym bleibt wird er de facto zwar immer eine rhetorische Überlegenheit inne haben. Trotzdem ist es kaum vielversprechend, wenn sich der Gedanke „Dich steck ich locker in die Tasche“ oder „So eine/r bist du also - Leute wie dich kenne ich - Was willst du mir denn erzählen!?“ einschleicht. Kenne dieses Problem von einer Bekannten, die nicht unbelesen ist. Dies ist zwar ein subjektives Problem, dass nicht jede/r haben wird/kann, ich halte es aber für wichtig bei der Wahl eines „Arbeitspartners“.
Ein guter Therapeut ist für mich nicht nur rein sachlich kompetenter Gesprächspartner, sondern auch guter Rhetoriker. Man muss nicht alles, was er sagt gut finden, sollte ihn/sie aber dennoch nicht auf den ersten Blick für eine „Pfeife“ halten.

Allerdings sind solche Definitionen überhaupt extrem problematisch, da man nie - und ich hasse dieses Wort - definieren kann, wer mit wem kann. Gute Beziehungen sind in anbetracht Dritter und ihrer jeweligen Beziehung zu ihnen indiskutabel. „Erkenne dich selbst.“ (Socrates)
Was nach erstem Kennen- und Schätzenlernen kommt ist ist Arbeit an sich.

Losgelöst davon halte ich Therapeuten in Praxengemeinschaften o.Ä. für kredibel. Sie können Entscheidungen nicht über’s Knie brechen. Auch sie benötigen Ansprechpartner um Probleme zu meistern oder um Entscheidungen zu fällen.

Viele Grüße,

Hilmar

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Hallo Ole,

ich meine, daß die Art von Intuition, die Du beschreibst, Ausdruck von Expertenwissen aufgrund guter Ausbildung, langer Erfahrung und Menschenkenntnis ist. Dieses Wissen bildet die Grundlage für vorläufige Hypothesen über die Personen, mit denen Du es zu tun hast. Ein solches Wissen wird man von

Mensch[en], der keinerlei Erfahrungen mit
Psychotherapie [haben] und vielleicht zudem Vorurteile mitbring[en]

nicht erwarten können. Deshalb sind diese Menschen auf die Qualitätsversprechen angewiesen, die mit Zertifikaten verbunden sind, und auf den Eindruck, den sie in den ersten Stunden mit dem Therapeuten gewinnen. Worauf man aus meiner Sicht dabei achten sollte, habe ich in meinem ersten Posting in diesem Thread beschrieben. Ich würde auch empfehlen, sich gründlich über Psychotherapie zu informieren, um Vorurteile und Fehlvorstellungen abbauen zu können. Manche Vorstellungen von Psychotherapie (und Psychologie), die in der Bevölkerung kursieren, haben mit der Wirklichkeit nicht viel zu tun.

Sicherlich ist das keine zufriedenstellende Situation. Aber Entscheidungen im Leben sind immer mit Risiken behaftet.

Beste Grüße,

Oliver Walter

Hallo Oliver,
kleiner Nachtrag:

Und ich hoffe, dass wir die Vorurteile in diesem kleinen Segment der Gesellschaft ein wenig abbauen können.
Auch das ist meine Absicht.

Herzlichst
Ole

Hallo Lotus,

ich stimme Dir zu:

Ich habe einen Bekannten mit „Problemen ohne Alkohol“.
Er ist äußerst intelligent und kann Frauen um den Finger wickeln.

Genau das ist in der Therapie wohl geschehen, da ist sich unser Freundeskreis insgesammt einig.

Ob die Therapeutin „gut oder schlecht“ war, weiß ich nicht, sie wurde ihm in der Betreuung bei der Entgiftung empfohlen. Ich hatte ihm zu jemand Anderem geraten. Aber:

1.) War sie ihm nicht gewachsen
2.) Hat sie ihr „Handwerkzeug“ nicht beherrscht. Sie hätte spüren müssen, dass sie mit ihm nicht arbeiten kann. Sie hätte die Zusammenarbeit abbrechen müssen.
3.) In diesem Fall hätte auch der Patient die zusammmenarbeit abbrechen müssen:
Wir haben mit ihm darüber gesprochen. Er hat gespürt, dass die Therapeutin nicht helfen konnte.
Mehr oder weniger bewusst hat er auf eine „selbsterfüllende Prophezeiung“ hingearbeitet: „Seht doch, das hilft nicht!“

Das gibt es insbesondere bei Menschen, die Scham vor Psychotherapie haben. Sie wollen ihre Situation nicht wahrhaben und können sich dann auf Zusammenarbeit nicht einlassen: Sie arbeiten gegen den Therapeuten.
Das war auch in diesem Bespiel der Fall.

Bitte aber:
Versteht dies nicht als Regelfall.
Die Therapeuten, zu denen ich schicke, leisten sehr gute Arbeit, bilden sich fort und sind, wie Oliver es geschrieben hat, qualitätsorientiert organisiert.

Herzlichst
Ole