Wie fühlt man sich im Parabelflieger?

Hallo,

kennt jemand das Gefühl das man im Parabelflieger hat? Ich meine in der Achterbahn wenns bergab geht kreischen doch alle.
Ist es das gleiche Gefühl wenn der Parabelflieger abwärts fliegt? Wie haben sich die Leute dann unter Kontrolle? Und wenn das so ist, fühlt man sich im Orbit dauernd so? Das hält man doch auf Dauer nicht aus, oder?

Hoffe jemand kennt sich aus, Danke und Gruss.

Es ist nichts anderes als die…
…Schwerelosigkeit. Wie sollte ich Dir erklären können, wie sich jemand dabei - wirklich! - fühlt? Die NASA hat mich noch nicht mitgenommen. :wink:
Das Kreischen in der Achterbahn hat eher die Ursache, daß dort enorme Kräfte wirken. Und das tun sie nur kurzzeitig, weshalb wir das noch als angenehm empfinden können. Stell Dir vor, eine Achterbahn mit Defekt bliebe nicht mehr stehen… und Du würdest viele Stunden mitfahren müssen! Das wäre kein Spaß mehr; und Dein Kreischen hätte andere Gründe. Aber das würde nur solange anhalten wie Dein Körper braucht, bis irgendeine Funktion den Geist aufgibt und etwas fürchterlich kollabiert.

Und wenn das so ist, fühlt man sich im Orbit dauernd so? Das hält
man doch auf Dauer nicht aus, oder?

Das eine Problem besteht im Abbau der Muskeln. Werden sie nicht mehr gebraucht, setzt Degeneration ein. Aber dem kann man durch ein ausgeklügelten Fitnessprogramm zumindest weitgehend entgegenwirken.

Doch dummerweise gibt es noch die
Raumkrankheit >>> http://www.google.de/search?hl=de&ie=UTF-8&oe=UTF-8&…
Man forscht vermutlich seit Beginn der bemannten Raumfahrt daran herum.

Diese beiden Probleme sind der Grund, weshalb die zurückgekehrten Langzeiterdumrunder so wackelig aus ihren fliegenden Kisten aussteigen, daß sie getragen werden müssen. Deshalb weiß man noch nicht wirklich, wie ein bemannter Flug zum Mars funktionieren soll. Denn das setzt eine funktionierende Mannschaft voraus.

Gruß!
Tino

Hallo,

man fühlt sich als ob man frei fallen würde.
Wenn Du schon einmal vom 10 m Brett gesprungen bist, genaus so. Nur nicht 1 Sekunde, sondern wesentlich länger.
Ein ähnliches Gefühl entsteht beim Jahrmarkt auf einer großen Schiffsschaukel in der nähe des oberen Totpunktes.
Es wird einem flau im Magen.

Max

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Danke schonmal für die Antworten, ich frage mal genauer nach. Bei der Achterbahn oder beim Fallschirmsprung hat man zu beginn dieses leere Gefühl, bleibt dieses auch während des ganzen Flugs oder ist das nur in der Beschleunigungsphase? D.h. fühlt sich ein Mensch im Orbit monatelang so wie einer der Fallschirm springt?

Hallo!
War zwar selber noch nicht in der Schwerelosigkeit, bin aber schon Fallschirm gesprungen: das Beschleunigungsgefühl beim Fallschirmsprung dauert nicht lange an, nur die ersten paar Sekunden, bis sich deine Geschwindigkeit nicht mehr ändert. Dann merkt man auch nicht, dass man fällt. Es fühlt sich an, wie wenn du bei 180km/h den Kopf aus dem Autofenster hälst, einfach ziemlich windig. Die Aussicht ist natürlich besser als im Auto :smile:
Bei der Achterbahn sind die Beschleunigungen viel extremer als beim Fallschirmspringen, deshalb fühlt es sich „schrecklicher“ an. Beim Fallschirmspringen wirst du ja nur mit der Erdbeschleunigung beschleunigt, in der Achterbahn können es auch ein paar g mehr sein…
Schwerelosigkeit dürfte aber dem Gefühl sehr nahe kommen, wenn du in der Achterbahn über eine Kuppe fährst.
Ansonsten werden bei Parabelflügen Medikamente verteilt, damit´s den Passagieren nicht schlecht wird. Hilft aber nicht bei allen. Schätzungsweise 3/4 aller Menschen würden mit der Schwerelosigkeit nicht klarkommen bzw. müssten kotzen… :smile:

Schönen Gruß
Andre

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,

ich hatte schon einmal das Vergnügen, mich mit einem Architekten zu unterhalten, der an solch einem Parabelflug teilnahm.

Da dir die anderen Postings schon ziemlich das gleiche erzählen, was ich jetzt erzählen könnte, gehe ich nur noch auf das Wesentliche ein.
Ich fragte ihn nämlich (ich hab einen sehr empfindliche Magen), ob er sich denn nicht übergeben hätte müssen.
Er erklärte mir darauf, dass dies im Zusammenhang mit dem Gleichgewichtsorgan in den Ohren stehe und es nur durch ruckartige Bewegungen, also wenn dann die „Optik“ hinterher hängt, zu solch einem Desaster kommen kann.

Bewegt man sich hingegen langsam, so geht es einem ganz gut. Er spricht wohl aus Erfahrung, denn da werden ja gleich immer mehrere Flüge hinterinander gemacht und irgendwann ist der Magen auch mal leer *g

Ciao, Bill

Link zu Novespace
Hi,
kuck mal hier:
http://www.novespace.fr/index.html
bzw.
hier
http://www.novespace.fr/VEnglish/Microgravity_a/man_…

Ciao Rossi

Hi Andre,

Schwerelosigkeit dürfte aber dem Gefühl sehr nahe kommen, wenn
du in der Achterbahn über eine Kuppe fährst.

Etwas anderes macht das Flugzeug beim Parabelflug auch nicht!!

Hallo,

kennt jemand das Gefühl das man im Parabelflieger hat? Ich
meine in der Achterbahn wenns bergab geht kreischen doch alle.

Es ist ähnlich und doch anders. Im Parabelflieger hast Du vor der Schwerelosigkeit immer noch die ca. 20 sec. doppelte Schwerelosigkeit und nach diesem Pull-in hat man dann ganz abrupt gar keine mehr, so daß man fast egal was man tut, vom Boden abhebt, weil man sich vorher dran fest hält und abstützt, daß heißt man muß seinem Entschweben gg. die Decke entgegenwirken (wenn auch nicht so viel und Training dürfte dies minimieren, das Bordpersonal von Novespace, die „Orange Angels“ bewegen sich in 0g so sicher wie wir in 1g). Man hat aber i.A. Stricke und Schlaufen am Boden und Wänden zum Festhalten. Alles, was man auf der Erde tut, da hat man immer noch Gravitation, sei es in irgendwelchen Achterbahnen o.ä. oder auch beim Fallschirmspringe, wo man statt Gravitation den Luftwiderstand hat, im Flugzeug (oder auch im Orbit) hat man gar keine Kraft, gewöhnungsbedürftig. Versucht man etwas wo hineinzudrücken, fliegt man selbst nach oben, wenn man sich nicht festhält… man muß gewisse Handgriffe einfach anders angehen. Gekreischt hat keiner… eher ein „hey klasse!“ kam so allgemein in der ersten Parabel, die man zum „Eingewöhnen“ hat.

Ist es das gleiche Gefühl wenn der Parabelflieger abwärts
fliegt? Wie haben sich die Leute dann unter Kontrolle? Und
wenn das so ist, fühlt man sich im Orbit dauernd so? Das hält
man doch auf Dauer nicht aus, oder?

Schwerelosigkeit kann ich mir schon vorstellen, daß ich sie längerfristig aushalten kann. Nach der Hälfte der Parabeln, so ca. der 15ten (insgesamt hat ein Flug standardmäßig 31 à 20sec Schwerelosigkeit mit ca. 5min dazwischen), da fing mir an, trotz dieser Prophylaxe-Pillen, bei der Änderung der Beschleunigung schlecht zu werden, d.h. beim Übergang 2g -> 0g und 0g -> 2g; Die Orange-Angels haben aber ihre Beintaschen von den Overalls mit Kotztüten prall gefüllt, so daß das kein Problem ist *g*. Aber es ist auch ein anderes „übel-werden“ als wenn man sich den Magen verdorben hat. Sobald die Gravitation für einige Sekunden wieder konstant ist, ist’s vorbei und man kann normal weiter machen… Auch wenn’s sobesehen zum Kotzen war, ich werd’s nächstes Jahr nochmal tun :smile:.
Den Link zu http://www.novespace.fr hast Du ja schon, sind lustige Leuts, auch wenn sie sehr penibel auf die Bord-Sicherheit achten, d.h. daß da keine nicht abgepolsterten Ecken und Kanten an Deinen Gerätschaften sind (auch gut so!)- und die haben auch schon etwas skeptisch geguckt, als mir ein paar Merci in Schwerelosigkeit aus’er Beintasche geflogen sind, quer durch’s Flugzeug :wink:.

unbeschwerte Grüße,
Ingo