Auch hallo,
Ich bin neugierig, was das Sterben betrifft.
Ähem… Im Anflug erster Albernheit wollte ich glatt „einfach mal ausprobieren“ schreiben, aber das wäre wohl etwas unpassend… *lach* Die von Petra erwähnten Bücher von Elisabeth Kübler-Ross sind jedenfalls eine gute Quelle für Erfahrungsberichte.
Ich hatte mal mit
jemandem gesprochen, der ertrunken war
Nix da! Wenn jemand ertrunken ist, ist er definitiv tot. Das, was du beschreibst, ist das sogenannte Beinahe-Ertrinken, das zwar nicht akut, aber noch innerhalb von 24 Stunden tödlich enden kann.
und als ich ihn fragte,
ob sich sterben wie einschlafen anfühle, verneinte er das: es
wäre, als würde einen die ganze Lebensenergie verlassen.
Na ja, die Frage „wie fühlt sich das Sterben an?“ hängt nicht unerheblich von der Todesart ab.
Bei älteren Menschen, die „normal“ sterben oder bei Menschen, die schwer krank waren, versagen nach und nach die Organe, sie werden unruhig, atmen anders, das Bewußtsein ist getrübt/gestört (manche reden z. B. mit imaginären Personen, die sich ihrer Meinung nach im Raum befinden), etc.
Bei der Bergung von Opfern eines Grubenunglücks (frag mich nicht wo, müsste ich nochmal nachschauen), denen irgendwann schlicht die Luft ausging, fand man Briefe, in denen sie ihre letzten Momente schilderten: die meisten schrieben, dass sie immer müder werden, aber weder Schmerzen noch Angst haben - die Müdigkeit war lähmend.
Beim Ertrinken ist es wiederum anders: der Körper kämpft ums Überleben. Man versucht, an die Oberfläche zu kommen, schluckt Wasser (das gelangt in den Kelhkopf, manchmal auch in die Lunge), der Tauchreflex setzt ein (=man versucht, die Luft anzuhalten, der Herzschlag wird langsamer, die Stimmritze verkrampft sich, jeder Tropfen des in nicht lebenswichtigen Organen zwingend benötigten Blutes - auch aus Armen und Beinen - wird abgezogen und zum Gehirn und Herzen abkommandiert). Irgendwann hat der Körper die Schnauze voll von dieser Kämpferei und man wird bewußtlos.
Die Beschreibung „als ob man mir jegliche Lebensenergie entziehen würde“ kommt also in etwa hin.
Grüße
Renee