Wie funktionieren Röhren (Röhrenradios)?

Servus.
Hab mal folgende Frage, möchte gerne wissen, wie Röhren aus alten Röhrenradios so funktionieren. Hab schon einiges über den Test gelesen, von wegen Steilheit usw, weiß aber immer noch nicht wie bzw was für Komponenten in solch einer Röhre verbaut sind??? Bin Elektrotechnisch versiert :wink: also keine Angst. Warum wird zB bei Röhren aus Gitarren Verstärken die schon Jahrelang eingespielt sind soviel Geld bezahlt? Hab mir schon diverse Testgeräte angeschaut, was testen die wie testen die? Fragen über Fragen :wink: vielen Dank im voraus…
MfG Thorsten

seinerseits Elektroniker Fachrichtung Energie-und Gebäudetechnik

Servus.

Hallo Thorsten

Hab mal folgende Frage, möchte gerne wissen, wie Röhren aus alten Röhrenradios so funktionieren. Hab schon einiges über den Test gelesen, von wegen Steilheit usw., weiß aber immer noch nicht wie bzw. was für Komponenten in solch einer Röhre verbaut sind??? Bin elektrotechnisch versiert :wink: also keine Angst.

Das mit der (keinen) Angst sagt sich so leicht. Du stellst da eine Frage, deren Beantwortung ganze Bücher füllt, und sagst: „Erklär mal eben.“

Wie gut, dass es Wikipedia gibt. Ich habe Dir mal ein paar Links herausgesucht, die für die Erarbeitung dieses Themas sehr nützlich sind, und als Techniker, dessen Ausbildung noch nicht lange zurückliegt, solltest Du ja gelernt haben, Dir ein Thema aus vorhandener Literatur zu erarbeiten.

Generelle Übersicht über die Elektronrnröhre:
http://de.wikipedia.org/wiki/Elektronenr%C3%B6hre

Zur Funktion der Urform einer Elektronenröhre (Triode), welche nur aus den unbedingt notwendigen Komponenten Kathode, Steuergitter und Anode besteht:
http://de.wikipedia.org/wiki/Anodengleichrichtung

Generelle Übersicht zu Artikeln, welche mit dem Thema Elektronenröhre im Zusammenhang stehen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Elektronenr%C…

Warum wird z.B. bei Röhren aus Gitarren Verstärken die schon jahrelang eingespielt sind soviel Geld bezahlt?

Weil Röhren seit der Erfindung des Transistors eine weitgehend gestorbene Technik sind. Kommerziell ist die Produktion von Elektronenröhren (außer für Spezialzwecke, zu denen Audioanwendungen aber nicht gehören) nicht mehr lohnend.

Egal, was die Röhrenfreaks sagen, Röhrenverstärker sind Dampflokomotiven vergleichbar. Viele Leute bekommen glänzende Augen, wenn sie eine Dampflock in Betrieb sehen (ich gehöre auch dazu, für mich ist keine Elektrolok oder Diesellok so voll Leben wie z.B. eine Lok BR01), aber für den normalen Eisenbahnbetrieb sind sie wirklich nichtmehr geeignet.

Röhren haben viele technische Unzulänglichkeiten, welche eine Verzerrung des Nutzsignals zur Folge haben, aber diese Nichtlinearitäten machen für einen Röhrenfreak ja gerade den besonderen Sound eines Röhrenverstärkers aus.

Heute wird die Nachfrage nach Röhren aus Altbeständen aus dem vorigen Jahrtausend befriedigt, was sich natürlich im Preis niederschlägt.

Hab mir schon diverse Testgeräte angeschaut, was testen die wie testen die?

Das gehört zu den Fragen, die ich Dir auch nicht beantworten kann:

Fragen über Fragen :wink: vielen Dank im Voraus…

Bitte. Hoffentlich war es hilfreich

MfG Thorsten

seinerseits Elektroniker Fachrichtung Energie-und
Gebäudetechnik

MfG merimies

seinerseits Steuerungstechniker

Hallo Thorsten,

schau mal hier:

http://www.elektronikinfo.de/strom/roehren.htm

Dort findest du alles was Du zu Deinem Thema brauchst.

Gruss

Peter

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Servus,
mensch sehr sehr gut das schon einmal verdammt hilfreich. Das mit dem Wissen erarbeiten naja :wink: was man lernt in der Ausbildung ist wie man sich am besten vor Arbeit drückt wie du ja sicher selber kennst :smile: Nun ja jetzt bin ich Geselle und auch bestimmt in der Lage dazu mir das Wissen zu erarbeiten. Ich wollte eig. die Röhre nicht studieren sondern eher so ein paar Grundlegende Infos aber ist schon recht . Recht vielen dank erstmal
MfG Thorsten

edit:
Ich verstehe immer noch nicht warum Röhren aus dem Militär bereich, bzw aus dem PA-Musik Beriech soviel Geld bringen, klar langlebiger usw aber 90€ für so ein kleines Elektronisches Bauteil?! whatever :wink:
Aber trotzdem bleibt meine Frage: Warum werden für 50 Jahre alte Gitarrenverstärker Röhren teilweise ein halbes Vermögen bezahlt, die können doch jederzeit ihren Geist aufgeben? Soweit ich gelesen habe sind Elektronenröhren egal ob Haus- oder Profi Bereich extrem Verschleißfreudig??? Bitte um Antwort, erarbeite mir hier evtl einen neuen Geschäftszweig hehe

Guten Tag.
Die Frage ist echt gut, finde ich mal.

Zur Antwort:
Etwas krumm formuliert, und ohne die elementaren E-Technik-Regeln in ihrer pauschalen/allgemeingültigen Bedeutung formuliert, ist vielleicht als Antwort zu schreiben:
Die Pentode z. B. wirkt wie ein (Bau-)Element, das einen Effekt in Form einer Stromkurve an der Kathode erzeugt. Was Kathode ist, weiß jeder, der eine Diode kennt.

Und der Effekt wird ausgelöst, indem man die Eigenschaften der Pentode ausnutzt.

Die Pentode (Bei der Triode ist die grobe Funktion etwa die gleiche) muß angesteuert werden. Sie wird ja für die Verstärkung eines Signals benutzt.

Also der Eingang des Verstärkers eben.
Das bedeutet neben der Erfordernis, daß die Kathode ein niedrigeres Potential kriegen muß als die Anode (und die wiederum bekommt das Potential aber nicht auf direktem Weg, sondern, wie beim Kollektorwiderstand eines Transistors, über einen Widerstand), daß man über die Gitter den Strom steuert. Gesteuert wird dieser Strom aber mit Spannung.
Die Röhren arbeiten mit Anodenspannungen im positiven 3-stelligen Volt-Bereich ungefähr. Üblicherweise aber nicht viel mehr als 295V.
Selbstverständlich solltest Du die Links in den anderen Postings ansehen, es ist ein bißchen etwas über die physikalischen Ergründungen drinnen, aber auch Informationen darüber, wie man bezüglich der Handhabung den Schaltplan verschaltet. Der ist manchmal gar nicht so kopliziert, daß man nicht durchblicken könnte.

Im Übrigen, was Radios betrifft, ist von der obigen Angabe „295“ einiges wegzusubtrahieren. Die Anodenspannung kommt bei netzgetrennten Radios im-meistens anzutreffenden-Normalfall von einem Netztrafo mit einer Sekundärspannung etwa bei 120V~.
Aber die Braunsche Röhre braucht Us im 2-stelligen kV-Bereich.
Wie ich oben schon angedeutet habe, darf man bei manchen Röhrenradios die Masse (u. überhaupt alles) nicht berühren wegen fehlender Netztrennung. Angeblich war das bei Geräten von Stern-Radio in der DDR bei manchen Modellen so. Bei manchen aber auch nicht. Also: Warnung, Vorsicht!

michael Z

Vielen Dank Michael… sehr gute Antwort. Bissle undurchsichtig aber gut :wink:
Aber immer noch unklar ist mir warum bei solch einer „alten“ klappertechnik die Preise doch so hoch sind ich dachte immer Schütze sind veraltet :wink: Unter anderem werden für Röhren aus HF anlagen (ex Bundeswehr z.B.) mehrere hundert Euro´s gezahlt wie kommt das? Klar andere Bauform usw vllt auch für eine andere Belastun und evtl andere Schalthysteren aber die Preise sind astromisch
Ausserdem möchte ich gern wissen was das mit Gitarrenverstärkern auf sich hat vllt. ein bissle Off-Topic aber was meinen die alle mit eingespielter Röhre? Ist dann das Trennblech zwischen Anode und Kathode eingeschwungen oder wie soll ich das verstehen? Danke erstmal wer-weiss-was gefällt mir jetzt schon…
Liebe Grüße aus dem schönen Braunschweig

Hi dooleys,

Die Bundeswehr-Senderöhren habe ich in einer „Nachbar“-Stadt von der Stadt, wo ich herkomme, vor etwa 8 Jahren für umgerechnet Eur 60 bis, ich sage mal, sogar Eur 215 gesehen.

Ich glaube, daß es Bayreuth war.
Da mich „Senden“ nicht so sehr interessiert, interessierte das mich nicht weiter, es war also nur eine „Beobachtung“. Mit „HIFI“-Ideologie :wink: kenne ich mich auch nicht aus.
Ich kann nur in einem Röhrenradio eine defekte Röhre (meistens) finden und das Gerät reparieren.

Vielleicht kennen die Gitarrenverstärker aber andere aus dem Forum.

Gruß; michael Z

Hallo michael,

Gesteuert wird dieser Strom aber mit Spannung.

Eine Röhre entspricht mehr einem FET. Teilweise sind auch die Formeln fast identisch mit denjenigen für eine Röhre.

Die Röhren arbeiten mit Anodenspannungen im positiven
3-stelligen Volt-Bereich ungefähr. Üblicherweise aber nicht
viel mehr als 295V.

[…]

Im Übrigen, was Radios betrifft, ist von der obigen Angabe
„295“ einiges wegzusubtrahieren. Die Anodenspannung kommt bei
netzgetrennten Radios im-meistens anzutreffenden-Normalfall
von einem Netztrafo mit einer Sekundärspannung etwa bei 120V~.

Das sind dann Batterie-Röhren.
Die Typenbezeichnung beginnt dann mit D.
E = 6.3V Heizspannung
P = Serienheizung

Wie ich oben schon angedeutet habe, darf man bei manchen
Röhrenradios die Masse (u. überhaupt alles) nicht berühren
wegen fehlender Netztrennung.

Nannte sich „Allstrom-Chassis“ (Bezog sich aber nicht nur auf die DDR). Wurde auch bei Fernsehern verwendet.
Die Netzspannung wurde direkt gleichgerichtet und das Chassis mit dem „-“ der Gleichrichterbrücke verbunden.

MfG Peter(TOO)

Hallo,

Warum werden für 50 Jahre
alte Gitarrenverstärker Röhren teilweise ein halbes Vermögen
bezahlt, die können doch jederzeit ihren Geist aufgeben?

Angebot und Nachfrage. Das ist das ganze Geheimnis. Es gibt genügend Leute mit genügend Geld, die bereit sind, derartig viel dafür zu bezahlen. Es liegt kein geheimer Sinn darin verborgen.
Gruß
loderunner