Wie funktioniert Abrechnung über Lohnsteuerkarte?

Wenn man ein Geschäft eröffnet und eine Angestellte über 400 € beschäftigen will, wie funktioniert das.
Ich möchte weitgehend den Steuerberater sparen, ist das überhaupt möglich??..also Anmeldung bei Bundesknappschaft, Krankenkasse??
was mache ich genau mit der Steuerkarte----mit Finanzamt wegen Lohnsteuer in verbindung setzten?? oder anhand von Tabellen Lohnsteuer überweisen???

Hallo Chrisi,

Ich möchte weitgehend den Steuerberater sparen, ist das
überhaupt möglich??..also Anmeldung bei Bundesknappschaft,
Krankenkasse??

Geringfügig Beschäftigte „Aushilfen“ bei der Knappschaft, SV-pflichtig Beschäftigte jeden bei der KK, bei der er seine Mitgliedschaft nachweist.

Lohnabrechnung: Bruttolohn minus KK-Beitrag minus SV-Beiträge minus Beitrag zur Pflegeversicherung minus Lohnsteuer (Tabellen mit Anleitung zur Anwendung) gibts dafür käuflich zu erwerben) minus Solidaritätszuschlag minus Lohnkirchensteuer.

Abführen an die KK: Sozialversicherungs-, Pflegeversicherungs- und KK-beitrag (AN) plus SV-, PV- und KK-Beitrag (AG). Außerdem die Umlagen U1, U2 für Mutterschaftsaufwendungen und für Lohnfortzahlung (soweit fällig). Zu diesem Zweck monatlichen Beitragsnachweis erstellen, außerdem Jahresentgeltmeldung und Entgeltmeldung bei Austritt von Arbeitnehmern.

Abführen ans FA: Lohnsteuer, Lohnkirchensteuer und Soli nach Maßgabe der aus den Abrechnungen monatlich oder per Quartal selbst erstellten Lohnsteueranmeldung: Die, genau wie die LSt-Bescheinigung, ab 2005 nicht mehr auf Papier, sondern bloß noch als Datensatz übermittelt werden darf. Ab 2006 sinds dann übrigens auch alle Meldungen für die Krankenkassen, die bloß noch papierlos erfolgen dürfen.

Führen eines Lohnkontos für jeden Arbeitnehmer, bei dem die monatlich abgerechneten und abgeführten Werte nachvollziehbar dokumentiert sind.

Die Abrechnung durch eine Steuerkanzlei kostet pro Arbeitnehmer und Monat etwa 10 bis 20€. Bei nur wenigen Arbeitnehmern ist das deutlich weniger als die Software, die notwendig ist, um den oben beschriebenen Vorgang vernünftig durchziehen zu können, plus Schulungen plus Updates (es ändern sich in diesem Zusammenhang ständig irgendwelche Einzelheiten).

Ich hab jetzt noch nicht gesprochen von (unter anderem): Behandlung von Nacht- und Feiertagszuschlägen. Mutterschaftsgeld, Altersteilzeit, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Wiedereingliederung, Fiktivlohn bei Arbeit auf Abruf, kurzfristig Beschäftigten, Rentnern, Studenten, beschränkt Einkommensteuerpflichtigen, Grenzgängern, Versteuerung von Sachbezügen, Direktversicherungen, betrieblicher Altersversorgung, Baulohn, Maler- und Lackiererlohn, GaLaBau-Lohn, BAT-Gehalt, um einfach mal ein paar beliebige Aspekte aus der Wunderwelt von Lohn und Gehalt rauszugreifen.

Unter uns Pfarrerstöchtern: Die FiBu selber aufziehen und die Honorare dafür „sparen“ ist viel leichter und bringt viel mehr (unter anderem Sensibilisierung für das betriebliche Geschehen im Detail) als die interne Erledigung der Gehaltsabrechnungen.

Kennst Du, um nur ein Beispiel zu greifen, die GEFCO, mit den vielen blauen Güterzügen voller französischer Autos? Bei denen gibts in der deutschen Tochtergesellschaft niemanden, der den Lohn- und Gehaltskram beherrscht. Dieses bloß als ein Beispiel, bis zu welchen Größenordnungen es für Unternehmen sinnvoll und mehr oder weniger selbstverständlich ist, die Abrechnerei nach draußen zu geben.

Schöne Grüße

MM

Wenn man ein Geschäft eröffnet und eine Angestellte über 400 €
beschäftigen will, wie funktioniert das.
Ich möchte weitgehend den Steuerberater sparen, ist das
überhaupt möglich??..

Es gibt auch selbständige Buchhalter (wie z.B. http://www.seibold-h.de). Sie rechnen gegen Rechnung mit Dir ab. Du solltest aber vorher fragen, ob sie sich mit Lohnbuchhaltung auskennen.
JoKu

Danke für die Tips