Hallo Langnese,
das Ganze funktioniert, wenn Du es schaffst, die Schulklasse zu faszinieren. Gut ist es erst mal, wenn es nur eine Klasse ist. Dann lässt Du Sie möglichst nahe im Halbkreis um Dich rum sitzen. Dulde nicht, dass sich welche ganz nach hinten verkrümeln. Die fangen spätestens nach 15 Minuten an zu stören.
Welche Klassenstufe? Erstklässler sind etwas anders drauf als pubertierende Achtklässler. Die kann man vielleicht kriegen, indem Du ihnen Deine Situation darstellst und wie schwierig es war. Dass Du eigentlich auch eine Schülerin bist… Ob vielleicht jemand mit Dir tauschen möchte …
Dann ist das Lesen natürlich wichtig. Bei vielen Lesungen habe ich erfahren, dass es gaaanz wichtig ist, die Schüler mit einzubinden. Je Buch ferner, je mehr. Also immer wieder unterbrechen und das Publikum fragen, „wie hättest Du das gemacht“, „wer kann das mal für die anderen erklären“, „was denkst Du, wie könnte es jetzt weitergehen?“.
Setzt den Text in Beziehung zu den Schülern, zu Dir, zum Autor (Lars Gustafsson?), zu dessen Biografie. Besorge Dir vom Verlag Rezensionen aus denen Du zitieren kannst. Hänge ein großes Bild vom Autor auf, das Du ansprechen kannst. Rede laut, deutlich, stark betont. Das was Du sagst/liest müssen die Kinder auf jeden Fall gut mitbekommen sonst verlieren sie die Aufmerksamkeit. Binde gerade die ein, die anfangen wegzukippen. Wenn jemand trotz mehrmaliger Ermahnung stört, schmeiß ihn raus oder setze Dich direkt neben ihn. Trete überzeugend auf. Überfordere die Kids nicht. Nicht zu viel Text. Du kannst über alles reden, nur nicht über 45 Minuten. Lass sie lieber erzählen, welches ihre Lieblingsschauspieler und -autoren sind.
Behalte die Nerven, Du wirst es überstehen - irgendwie. Meistens wirds sogar ganz gut.
Gruß Uli, Bibliothekar und verantwortlich für Kinderveranstaltungen
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