Wie funktioniert das mit dem Eigenkapital?

Guten Tag,wir haben vor eine Immobilie zu erwerben wobei uns das Eigenkapital fehlt.Es sind knapp 10000 Euro.Nun hat uns der Berater vorgeschlagen uns 10000 Euro zu leihen auf´s Konto zu buchen und wir sollen die Renovierungskosten 10000 Euro höher ansetzen.Dann könnten wir das Geld wieder zurück geben und hätten dann das Geld was wir zum Renovieren benötigen.Aber wie bitte schön soll das laufen? Ich muß doch die Nebenkosten wie Makler,Notar und Grunderwerbssteuer bezahlen und die Bank will ja Quittungen für die Renovierungen sehen.Ich steh im Moment auf dem Schlauch, kann mir einer helfen? Im Bekanntenkreis wurden das bei vielen auch so gehandhabt…Für mich hört sich das schwammig an.Oder kennt ihr diese Vorgehensweise??Danke

Na ja,
der „Berater“ ist natürlich ein Vermittler, der an den Provisionen verdient.
Insofern möchte er unbedingt das Geschäft abschliessen, und kommt dann schon mal auf sehr merkwürdige Ideen.
Den Sinn verstehe ich jetzt auch nicht so ganz.
Vielleicht kann ma das noch mal genauer erklären:
Das Geld soll von Bekannten geliehen werden? Das Haus und die Renovierungskosten werden finanziert?
Oder soll das eine „Muskelhypothek“ werden?
Der „Berater“ soll mal die genauen Zahlen liefern.
Ich würde mich mal bei einer anderen Bank umschauen; im Internet gibts Vermittler, die mit vielen banken zusammenarbeiten. Dann findet man vielleicht auch eine Bank, die das so finanziert.
ausserdem sollte man sich darüber im klaren sein, wenn das ganze so schwer zu finanzieren ist, ist es wahrscheinlich mit einem hohen Rückzahlungsrisiko verbunden.

Bekanntenkreis wurden das bei vielen auch so gehandhabt…Für
mich hört sich das schwammig an.Oder kennt ihr diese Vorgehensweise??Danke

Ich verstehe den Sinn dieser Trickserei nicht. Laßt Euch noch anderweitig beraten und seid darauf vorbereitet, dass man Euch von der Finanzierung abrät.

Hallo,

zu buchen und wir sollen die Renovierungskosten 10000 Euro
höher ansetzen.

Damit wird die Kreditsumme gleich wieder höher und damit auch die Provision des „Beraters“!

Im Bekanntenkreis

In wessen Bekanntenkreis?

Man kann nur immer wieder daran erinnern, daß die derzeitge „Krise“ auch durch Kredite an Leute, die es sich eigentlich nicht leisten können, verursacht wurde!

Cu Rene

Hallo,
Herzlichen Glückwunsch! Sie befinden sich auf bestem Wege in den wirtschaftlichen Ruin. Es ist keine Boshaftigkeit von Banken Eigenkapital zu verlangen, sondern es geht dabei darum zu erkennen, dass jemand in der Vergangenheit in der Lage war so zu leben, dass er Rücklagen schaffen konnte, um die Notwendigkeit finanzieller Polster weiß, nicht gleich von ganz sicher kommenden unvorhergesehenen Ausgaben rund um den Kauf ruiniert wird, … Und ganz zum Schluß kommt dann auch noch der Punkt, dass dieses Geld natürlich auch tatsächlich da sein muss, um im Rahmen der Finanzierung eingesetzt zu werden.

Unseriöse Berater, die sich keinen Deut darum scheren, ob sich jemand mit einer Immobilienfinanzierung, die er nur im absoluten Bestfall irgendwie gestemmt bekommt, selbst in den Ruin treibt, tun alles dafür auch noch zu ungeeigneten Kandidaten den „Traum vom eigenen Haus“ zu erfüllen. Und unerfahrene und von seriösen Banken „entäuschte“ möchtegern Großgrundbesitzer sind im ersten Moment natürlich auch noch dankbar, wenn sie endlich jemanden gefunden haben, der ihnen hilft, ihre unrealistischen Wünsche zu verwirklichen. Erst dann, wenn aus dem Bestfall der worst case geworden ist, oder oft schon dann, wenn der Bestfall nicht mehr ganz der Bestfall ist, weil z.B. ein Gehalt wegen Kindererziehung etwas geringer ausfällt, erkennt der geprellte Häuslebauer dann, dass man ihm keinen Traum erfüllt hat, sondern einen Albtraum.

Bitte, bitte, bitte den Typen das nächste Mal achtkantig rausschmeißen, noch mal in sich gehen, ob und unter welchen Umständen ein Immobilienerwerb wirklich Sinn macht, und in welcher Größenordnung sich der finanziell bewegen darf, damit er auch im worst-case nicht zum Alptraum wird, und dann anfangen das für eine seriöse Finanzierung notwendige Eigenkapital anzusparen. Wenn das Einkommen für einen anständigen Abtrag später ausreichen soll, muss es heute auch ausreichen, um in akzeptabler Zeit zu ausreichend Eigenkapital zu kommen. Klappt das nicht, Finger weg von einer eigenen Immobilie!

Ganz ehrlich, ich sehe einen recht hohen Prozentsatz von Eigentümern, die besser keine sein sollten, und bei denen es nur mit Glück geklappt hat, dass sie heute noch nicht ruiniert sind, und die gar nicht sehen, dass sie eigentlich jede Nacht auf einer tickenden Zeitbombe schlafen. Es stürzen sich zunehmend Familien durch einen übersteigerten Wunsch nach einer eigenen Immobilie in ein problemlos vermeidbares Unglück. Pass auf, dass Du nicht auch Aufnahme in diesen Kreis findest. Berater wie der, von dem Du hier schreibst, sind eine perfekte Eintrittskarte.

Gruß vom Wiz

hallo tanja,

alles, was bisher schon geschrieben wurde dazu, ist korrekt. vor wllem wiz hat das in aller deutlichkeit und richtigkeit dargestellt.

ich seh´s noch von einer anderen seite (ohne dir jetzt nahe treten zu wollen - keine persönliche „kritik“!!!): wer keine 10tsd euro als eigenkapital aufbringen kann, ohne zu windigen und äußerst fragwürdigen „eigenkapitalbeschaffungsmaßnahmen“ zu greifen, der sollte tunlichst die finger von solchen dingen wie immo-erwerb lassen. verdienen können daran nur die anderen, wenn´s schief geht, man selbst aber nie, nie, nie!
lieber ein bißchen warten und geld ansparen (als eigenkapital), mit bausparern geht das wirklich schön, und dann erst ein immobilie erwerben. wer sich im voraus die mühe macht und ausrechnet, was eine immobilie nicht nur in der anschaffung, sondern vor allem im laufenden unterhalt und bzgl. renovierung/sanierung/umbau/verschönerung/… kostet, der würde wissen, was auf ihn zukommt und sicher oftmals die finger davon lassen!

saludos, borito

Hallo,

kann man nur unterschreiben. Wenn jemand sagt: „Boah € 10.000,–, was für eine Summe, keine Chance die auf normalem Wege innerhalb akzeptabler Zeit zusammen zu bringen“, dann ist er einfach kein Kandidat für eine eigene Immobilie, und sollte sich als Mieter daran erfreuen, planbare und bescheidene monatliche Kosten zu haben, die er problemlos stemmen kann.

€ 10.000,-- kommen auf einen Eigenheimbesitzer gerne auch mal plötzlich zu, wenn die kleineren und größeren Katastrophen des Alltags so zuschlagen, und die müssen dann zusätzlich zu einer laufenden Finanzierung aufgebracht werden, weil man leider gewisse Probleme nicht auf irgendwann später schieben kann. Da gibt es plötzlich Ärger mit Feuchtigkeit im Keller, das Dach ist undicht, die Heizung fällt aus, … und da sollte der ein oder andere Tausender schon noch in Reserve, und der mögliche Dispo bei der Bank auch nicht schon ausgenutzt sein.

Und gerade billige Gebrauchtimmobilien sind eine wunderbare Quelle der diversten Katastrophen, wobei eine oft die andere nach sich zieht. Da will man nur ein paar Dachpfannen austauschen und stellt fest, dass darunter die Dämmung und der Dachstuhl schon gelitten hat. Bei dessen Reparatur fällt auf dass der Ringanker Risse hat, … Wenn man dann eine „so gerade eben“-Finanzierung hat, viel Spaß!

Man darf einfach nicht vergessen, dass eine eigene Immobilie nicht nur die laufenden Kosten wie eine Mietwohnung hat, sondern den Eigentümer die volle Verantwortung für das gesamte Objekt trifft. Da ändern sich morgen die Bedingungen für die Abwasserentsorgung, muss die Heizung auf einen neuen Stand gebracht werden, obwohl sie es eigentlich noch tut, … Das bringt schon Leute in sehr ordentlichen Einkommensverhältnissen oft zu temporären Einschränkungen in der Lebenshaltung. Aber was soll es, wenn dann in einem Jahr mal statt drei Wochen Malle nur noch eine Woche Ostsee drin ist, der Ski-Urlaub gestrichen, und die Anschaffung des neuen Wagens um ein Jahr verschoben wird. Diese Leute haben eben genug freie Verfügungsmasse für solche Fälle.

Wer schon mit den normalen laufenden Kosten einer Immobilie auf Urlaub, etc. verzichten muss, den treffen die ganz üblichen Katastrophen ganz anders, und das führt dann eben nicht nur zu einer temporären Einschränkung, sondern schnell in den Ruin.

Ich habe es hier schon mehrfach geschrieben, und kann es nur wiederholen: Die Zeiten in denen bestimmten sozialen Schichten klar war, dass eine eigene Immobilie für sie unerreichbar ist, hatten schon etwas für sich. Denn das sind genau die Schichten, in denen es oft an der ausreichenden Selbstkritik fehlt, und die sich nur zu gerne von windigen Beratern „wie Herr Doktor“ behandeln lassen, und nicht merken, dass ihnen in Wirklichkeit nur Honig um den Mund geschmiert wird, um Provisionen für alles andere als empfehlenswerte Immobilienfinanzierungen kassieren zu können.

Gruß vom Wiz

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Hallo,

der Tenor der bisherigen Antworten ist ja recht einheitlich. Dem kann ich auch nichts Neues hinzufügen, wenn es darum geht, eine der bedeutendsten Lebensentscheidungen auf allerwackeligste, finanzielle Krücken zu stützen, um sich damit womöglich jahrelang um den gesunden Schlaf zu bringen, bis das Kartenhaus dann doch zusammenbricht.

Weil mich aber manche Fallbeschreibungen ganz wuschig machen, wenn ich sie auch nach dem dritten Lesen nicht kapiere:

Guten Tag,wir haben vor eine Immobilie zu erwerben wobei uns
das Eigenkapital fehlt.Es sind knapp 10000 Euro.Nun hat uns
der Berater vorgeschlagen uns 10000 Euro zu leihen auf´s Konto
zu buchen und wir sollen die Renovierungskosten 10000 Euro
höher ansetzen.Dann könnten wir das Geld wieder zurück geben
und hätten dann das Geld was wir zum Renovieren benötigen.

Könntest Du das nochmal in verständlichen Worten wiederholen? Würde mich wirklich freuen.

Bones

…ich versteh das nicht
Hi Nordlicht,

bis jemand in unserem Bekanntenkreis in die Insolvenz gegangen ist hab ich das auch nicht verstanden, scheint aber bei einigen Instituten verwendet zu werden.

Also A braucht Geld - 100000. Diese beantragt er später auch. B wird Bürge und ist auch einigermassen solvent. Die Bank überweist an B 50000 auf sein Konto, B gibt diese kurzfristig A - jetzt hat A Eigenkapital. A beantragt den Kredit und bekommt ihn auch - gibt die 50000 an B zurück und der gibt sie an die Bank zurück. A hat 100000 Schulden und die können dann munter fleissig in irgentwelchen netten Papierchen gebündelt werden - aus den Papierchen macht man neue und die kann dann B wieder kaufen damit er auch schön solvent bleibt :smile:.

Gruss Keuper

Hallo Tanja,

merk dir mal 2 Adressen: http://www.sozialleistungen.info/con/themen/privatin… und http://de.wikipedia.org/wiki/Zwangsversteigerung. Wenn ihr euch auf den Vorschlag des Vermittlers einlasst, wirst du die Adressen brauchen.
Anders ausgedrückt: Wenn ihr noch nicht mal die Nebenkosten eines Immobilienerwerbs aus Eigenkapital aufbringen könnt ist eure Finanzierung so dermaßen knapp geplant, dass es sicherer wäre, Lehman Zertifikate zu kaufen.

Ralph

Hi Bones,
das scheint mir die Variante die ich unten beschrieben habe zu sein… nur mit kleineren Zahlen… 10 von irgendwoher draufbuchen, als EK darstellen - 20 beantragen 10 wieder zurückzahlen 10 zur Verfügung haben.
Gruss Keuper

Hi, ganz einfach nach der KHG-Methode:
http://www.youtube.com/watch?v=aLbUIzju3Vo

OL