Wie funktioniert ein Lautsprecher?

Hallo zusammen,

habe gerade einen Lautsprecher irreparabel zerlegt um das Funk-
tionsprinzip zu verstehen. Was mich insbesondere daran interes-
siert ist die kleine Spule, die frei zwischen dem Magneten sch-
webt bzw. schwingt. Ich meine, besteht diese Spule aus nur einem
dünnen Draht mit einem Anfang und einem Ende? Dann würde es doch
einen Kurzschluss geben, wenn man + und - an den Lautsprecher an-
schließt. Ich vermute daher, dass diese Spule aus 2 dünnen Dräh-
ten mit jeweils einem Anfang und einem Ende besteht. Der eine
führt dann + und der andere - richtig? Die Enden der beiden Dräh-
te enden jeweils im Nichts (d.h. ohne Anschluss und Funktion), so
meine Vorstellung.

Was ich auch nicht verstehe, ist, weshalb man + und - gleichzeitig
anlegen kann (habe ich mit einer Batterie getestet) und sich die
Membran je nach Polung entweder nach innen oder nach außen richtet.
Ich meine, bei einem Permanentmagneten sind die Pole ja permanent
vorhanden N und S bzw. + und - (oder andersrum). Logisch wäre ja,
dass wenn man nur + durch die Spule schickt (also durch den Draht),
dass es dann zu einer Bewegung bzw. Ausrichtung kommt. Wenn man
aber doch gleichzeitig + und - anlegt, dann dürfte sich die Spule
in dem Magnetfeld doch überhaupt nicht bewegen. Oder liegt es an
den Positionen der 2 Drähte (meine 2 Drähte-Theorie weiterverfol-
gend), dass man also den + Draht oberhalb aufgewickelt hat und z.B.
dichter an der Membran sitzend, den - Draht?

???

Mit Dank und Gruß,
Yedi 386

Hallo Yedi,

schau mal hier :smile:

http://www.elektronikinfo.de/audio/lautsprecher.htm

Ist nur fix überflogen, aber sollte einige Fragen beantworten :smile:

MfG Alex

Hallo Yedi 386

Hier die physikalische Basis:
http://de.wikipedia.org/wiki/Lorentzkraft#Lorentzkra…

MfG Peter(TOO)

Also so ganz hab ichs noch nicht…? Bei Wiki stehen mir zu viele
Formeln. Das ist wohl eher was von Studierten für Studierte. :wink:

Der Andere Artikel verhieß schon mehr Klarheit: Demnach schwingt
die Spule durch die angelegte Spannung also sehr schnell in dem
Magnetfeld hin- und her (abhängig von der Stromstärke (in Ampere)
und überhaupt erst verursacht durch den Wechselstrom). Okay. Es
kommt zu einem Stromfluss. Ähem, wie das? Und wohin fließt der
Strom denn bitte? Ich meine, warum entsteht kein Kurzschluss?

Das habe ich mich auch schon immer bei Glühlampen oder Lötkolben
gefragt. Warum entsteht kein Kurzschluss? Andersrum gefragt: Ist
das, was wir in der Glühlampe als Licht sehen ein kontrollierter
Kurzschluss oder bzw. ein sehr enger und damit heißer Stromfluss?

Beste Grüße,
Yedi 386

Also so ganz hab ichs noch nicht…? Bei Wiki stehen mir zu
viele
Formeln. Das ist wohl eher was von Studierten für Studierte.
:wink:

Der Andere Artikel verhieß schon mehr Klarheit: Demnach
schwingt
die Spule durch die angelegte Spannung also sehr schnell in
dem
Magnetfeld hin- und her (abhängig von der Stromstärke (in
Ampere)
und überhaupt erst verursacht durch den Wechselstrom). Okay.
Es
kommt zu einem Stromfluss. Ähem, wie das? Und wohin fließt der
Strom denn bitte? Ich meine, warum entsteht kein Kurzschluss?

Für gewöhnlich ist an solch einem Lautsprecher ein Verstärker angeschlossen. Der bringt den Strom zum fließen.
Auf den meisten Lautsprechern ist eine Widerstandsangabe aufgedruckt. Das ist der Spulenwiderstand. Hierdruch gibt es keinen Kurzschluß.

Das habe ich mich auch schon immer bei Glühlampen oder
Lötkolben

Die haben auch einen Innenwiderstand. Dieser wird bei beiden erhitzt (beim Lötkolben leuchtet der Widersand nur nicht).

gefragt. Warum entsteht kein Kurzschluss? Andersrum gefragt:

Kein Kurzschluß durch den Innenwiderstand.

Ist
das, was wir in der Glühlampe als Licht sehen ein
kontrollierter
Kurzschluss oder bzw. ein sehr enger und damit heißer
Stromfluss?

http://de.wikipedia.org/wiki/Gl%C3%BChlampe
Hier wird auch ein „Widerstandsdraht“ zum glühen gebracht. Damit dieser nicht verglüht befindet sich ein Vakuum bzw. eine spezielle Gasfüllung in dem Glaskolben.

Gruß
Holger

Hallo,

Du müsstest Dir zunächst mal Klarheit über einen sehr grundlegenden Zusammenhang in der Elektrotechnik verschaffen, nämlich: Strom=Spannung/Widerstand.
Es ist NICHT so, dass ein Draht automtisch einen Kurzschluss verursacht! Es kommt auf den Widerstand an.

Und Deine Annahme, dass es sich im Lautsprecher um zwei getrennte Drähte handelt, ist auch falsch. Es ist EIN Draht, durch den aufgrund der Spannung ein Strom fließt und dieser Strom erzeugt im Magnetfeld die Kraft (Lorentzkraft). Und zwar proportional zum Strom.

Grüße,
Jürgen

Hallo,

Es ist NICHT so, dass ein Draht automtisch einen Kurzschluss
verursacht! Es kommt auf den Widerstand an.

Genauer gesagt: auf die Impedanz. Lautsprecher werden mit Wechselspannung betrieben und der Draht wirkt als Spule, hat also auch einen (zusätzlichen) induktiven Widerstand.
Gruß
loderunner

Na, da geht mir doch so langsam ein
Licht (Glühlämpchen) auf. :smile:

Danke an alle und
schönes Wochenende!

Yedi 386

Da hast Du recht, aber ich glaube, bei dem Fragesteller sollten wir mit nichtkomplexen Widerständen anfangen, oder.

Grüße,
Jürgen

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

Da hast Du recht, aber ich glaube, bei dem Fragesteller
sollten wir mit nichtkomplexen Widerständen anfangen, oder.

Naja - spätestens bei der Frequenzweiche geht es nicht mehr ohne. Und wenigstens erwähnen sollte man es, der UP kann ja ggf. nachfragen, wenn es ihn interessiert. Wenn er aber gar nicht weiß, dass es noch mehr gibt…
Gruß
loderunner

…okay, okay - logo interessiert es mich. Was hat das mit
dem Widerstand auf sich? Wie entsteht dieser genau? Was ist
Impedanz? Auf den Lautsprechern steht ja immer was von 4 Ohm
oder 8 Ohm drauf. Das ist der Widerstand, richtig? Erzeugt
also die Spule in dem Magnetfeld erst bei angelegter Spannung
den Widerstand? Brauche ich eine größere Spule für einen höhe-
ren Widerstand? Oder mehr Wicklungen? Und wie wirkt sich die
Widerstandsstärke letztlich auf die Musik aus? Was ist eine
Frequenzweiche? Wo ist sie (ich habe kein solches Bauteil in
dem Lautsprecher gefunden)? Wie entsteht sie? Wie funktioniert
sie? Wozu ist sie gut? Das sind erst mal so meine Fragen. :wink:

Hasta pronto,
Yedi386

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Yedi386,

…okay, okay - logo interessiert es mich. Was hat das mit
dem Widerstand auf sich? Wie entsteht dieser genau? Was ist
Impedanz? Auf den Lautsprechern steht ja immer was von 4 Ohm
oder 8 Ohm drauf. Das ist der Widerstand, richtig? Erzeugt
also die Spule in dem Magnetfeld erst bei angelegter Spannung
den Widerstand? Brauche ich eine größere Spule für einen höhe-
ren Widerstand? Oder mehr Wicklungen? Und wie wirkt sich die
Widerstandsstärke letztlich auf die Musik aus? Was ist eine
Frequenzweiche? Wo ist sie (ich habe kein solches Bauteil in
dem Lautsprecher gefunden)? Wie entsteht sie? Wie funktioniert
sie? Wozu ist sie gut? Das sind erst mal so meine Fragen. :wink:

Wie wäre es, wenn du zuerst einmal in Wiki nachschlagen würdest?
http://wikipedia.de/

Hier findest du die Grundlagen der Elektrotechnik:
http://www.elektronik-kompendium.de/
http://www.elektronik-kurs.de/

Es macht keinen Sinn, in diesem Forum jetzt einen Elektronikkurs für dich zu schreiben.

Weiterführende Fragen kannst du dann gerne hier stellen.

MfG Peter(TOO)

Hallo,

…okay, okay - logo interessiert es mich. Was hat das mit
dem Widerstand auf sich? Wie entsteht dieser genau?

Widerstand bedeutet, dass der Fluss der Elektronen (das ist der elektrische Strom) gehemmt wird. Das kann durch ein Material passieren - Kupfer behindert die Elektronen weniger als Eisen, noch mehr werden sie in Kohle gebremst. Die Elektronen werden aber auch durch elektrische und magnetische Felder beeinflusst. Und das geschieht in einem Kondensator (elektrisches Feld) oder in einer Spule bzw, einem Transformator (der eigentlich aus zwei oder mehr Spulen besteht).
Um die Elektronen zu bewegen, benötigt man eine Spannung (die erzeugt / bedeutet ein elektrisches Feld). In diesem Feld versuchen sich die Elektronen vom negativen zum positiven zu bewegen, weil sie selber negativ geladen sind und sich unterschiedliche Ladungen anziehen, gleiche Ladungen abstoßen (ähnlich wie bei einem Magneten, aber nicht genauso). Je größer die Spannung ist, desto stärker ist das elektrische Feld und desto mehr Kraft wirkt auf die Elektronen.
Unter Strom versteht man nichts anderes als die Anzahl von Elektronen pro Zeit. Wenn die Kraft auf die Elektronen größer wird, bewegen sie sich schneller, der Strom wird also größer - und umgekehrt. Wenn sich sonst nichts ändert, ist der Strom der Kraft und damit der angelegten Spannung proportional - und diesen Proportionalitätsfaktor nennt man Widerstand.
Wenn die Elektronen mehr behindert werden, bewegen sie sich langsamer, der Strom wird also kleiner - und umgekehrt. Dies kann in einem veränderlichen Widerstand wie einer Glühlampe passieren. Im heißen Zustand schwingen die Atome im Glühfaden viel stärker hin und her (Wärme ist nichts anderes als Bewegung). Dadurch stellen sie sich den Elektronen in den Weg, die müssen also einen Umweg machen und kommen langsamer voran als im kalten Zustand. Der Widerstand ist also bei einer Glühlampe temperaturabhängig.
Eine bewegte Ladung wie ein Elektron in einer Leitung erzeugt auch immer ein Magnetfeld. Die Stärke dieses Magnetfeldes ist proportional zum Strom. Wenn der Strom steigt, wird er durch den Aufbau (also das ‚Stärkerwerden‘) des Magnetfeldes behindert, die Elektronen stecken einen Teil der aufgenommenen Energie nicht in Bewegung, sondern ins Magnetfeld. Umgekehrt bekommen die Elektronen aber auch Energie zurück, wenn sie wieder langsamer werden (wobei sich das Magnetfeld dann abschwächt). Man kann also sagen, dass das Magnetfeld Änderungen des Stromes verlangsamt, sie versucht, auszugleichen.
Wenn es sich um eine einzelne Leitung handelt, ist das normalerweise kaum zu bemerken. Wenn aber mehrere oder gar viele Leitungen parallel geführt werden wie in einer Spule oder einem Transformator, wird das Magnetfeld viel größer als bei einer einzigen Leitung. Damit steigt aber auch die Energie des magnetfeldes und es stemmt sich viel stärker gegen Veränderungen des Stromes. Und das bedeutet nichts anderes, als dass die Stromänderung in einer Spule nicht so schnell geschieht wie in einem ‚normalen‘ Widerstand - die Elektronen werden zusätzlich behindert.
Gleichspannung bedeutet, dass sich die Elektronen immer in der selben Richtung bewegen. Bei Wechselspannung ändert sich jedoch die Bewegungsrichtung permanent. Bei einem normalen Widerstand bedeutet das keinen Unterschied. Wenn jedoch das Magnetfeld ins Spiel kommt, das Änderungen verlangsamt, können die Elektronen sich nicht mehr so schnell auf die wechselnde Richtung einstellen, sie werden in ihrer bewegung behindert -> der Strom bei Wechselspannung ist in einer Spule nicht so groß wie in einem normalen Widerstand. Und weil die Hemmung die Änderung behindert, ist die Behinderung umso größer, je öfter Änderungen auftreten - also je höher die Frequenz ist.

Um auszudrücken, dass ein Widerstand eben nicht konstant ist und sich bei Gleich- und Wechselspannungen gleich verhält, verwendet man hier den Begriff ‚Impedanz‘. Es bedeutet ‚frequenzabhängiger Widerstand‘. Und genau das ist ein Lautsprecher auch, denn er besteht vor allem aus Spulen (die Magnetspulen der einzelnen Lautsprechersysteme und die in der Frequenzweiche) und Kondensatoren (normalerweise nur in der Frequenzweiche, aber auch ein Piezolautsprecher ist ein Kondensator). Bei jeder Frequenz hat der Lautsprecher deshalb einen (leicht) unterschiedlichen Widerstand. Was da dann hinten draufsteht, ist die sogenannte ‚Nennimpedanz‘, die ungefähr den niedrigsten Widerstand angeben sollte.

Ach ja, die Frequenzweiche dient dazu, dem Basslautsprecher nur die niedrigen Frequenzen zuzuführen, dem Hochtöner nur die hohen. Die anderen Frequenzen können die Dinger nur sehr schlecht oder gar nicht in Geräusche umwandeln und die entsprechende elektrische Leistung wäre verloren. Deshalb mach man im einfachsten Fall vor den Basslautsprecher eine Spule (oder benutzt dessen eigene), damit durch den Basslautsprecher nur die niederfrequenten Anteile des Stroms fließen. Und vor den Hochtöner schaltet man einen Kondensator, der für hohe Frequenzen einen niedrigen, für tiefe Frequenzen einen hohen Widerstand bildet - und somit nur hochfrequenteren Strom durch den Hochtönder fließen lässt.

Gruß
loderunner (der hofft, dass die anderen Experten jetzt nicht die Hände über dem Kopf zusammen schlagen)

Wie wäre es, wenn du zuerst einmal in Wiki nachschlagen
würdest?
http://wikipedia.de/

Bei Wiki ist nicht alles so toll und einfach erklärt, - zum Teil
echt nur Formeln und graue Theorie, gerade bei Wissenschaft und
Technik! Die Leute, die dort solche Artikel verfasst haben, ver-
gessen offenbar immer wieder, dass der Großteil der Leser eines
Lexikons nicht unbedingt den entsprechenden Fachbereich studiert
hat.

Hier findest du die Grundlagen der Elektrotechnik:
http://www.elektronik-kompendium.de/
http://www.elektronik-kurs.de/

Tolle Links, - wirklich ganz interessant! Kannte ich noch nicht.

Es macht keinen Sinn, in diesem Forum jetzt einen
Elektronikkurs für dich zu schreiben.

Erstens ist dies Forum doch dafür da, auf ganz persönliche Fragen
einzugehen und zweitens ist das Geschriebene ja auch nicht nur für
mich allein, - sondern stets für die breite Öffentlichkeit im Web
zugänglich (die Suchmaschinen finden alles). :wink:

@loderunner: Vielen Dank! Das war sehr ausführlich. Und auch so,
dass man es wirklich leicht verstehen kann. Hat sehr geholfen…

Mit Dank und Gruß,
Yedi386