Kann mir bitte einmal jemand genau erklären, wie das
funktioniert.
Ist es richtig, dass der Spekulant mit dem Verkäufer einen
Preis abmacht, den er z. B. in sechs Monaten bezahlen muss ?
Ja, sowohl bei Futures als auch bei Forwards ist der Zeitpunkt und der Preis festgelegt.
Was passiert dann genau am Stichtag, bei einem Termingeschäft
und was passiert mit dem Öl. Verkauft der Spekulant gleich
weiter ?
Der Spekulant verkauft bei einem Forward das Öl zum vorher ausgemachten Zeitpunkt zum ebenfalls vorher bestimmten Preis weiter. Bei einem Future kann entweder eine physische Übergabe vereinbart sein, oder nicht. Dies wird häufiger benutzt, wenn Rohstoffpreise stark schwanken und die Einnahmen der Verkäufer „geglättet“ werden sollen.
Steigt der Preis über den Wert X, dann gibt der Ölproduzent Geld ab, liegt der Preis unter X, dann kassiert er die Differenz zum aktuellen Preis. Auch Fluglinien sichern sich so gegen Schwankungen am Ölmarkt ab. „Der Spekulant“ sind also manchmal Marktteilnehmer mit dem Interesse, sich gegen starke Schwankungen abzusichern. Das ganze ist ein Nullsummenspiel: was der eine gewinnt, zahlt der andere drauf. In diesem Fall handelt es sich letztendlich um eine Ölpreis-Wette.
Ob die Futures den „spot price“ beeinflussen ist eine schwierige Frage. Es hängt im Wesentlichen von Erwartungen der Marktteilnehmer ab. (Wenn die Ökonomen herausgefunden hätten, was den Preis eines Gutes am Markt bestimmt, wären sie schon alle Milionäre.)
Ich habe das nicht so richtig verstanden.
Warum steigt der Preis des Öls dadurch, wenn der Spekulant das
Öl doch gar nicht wirklich kaufen will, also verbraucht, er
muss es doch dann auch wieder anbieten oder ? Dann müsste doch
der Preis des Öls wieder fallen ?!
Das ist richtig. Daher muss der Markt „aus dem Gleichgewicht geschockt werden“. Bei einer erfolgreichen Spekulation wird Öl zum Preis X gekauft, eine „Ölpanik“ erzeugt und das Öl dann eine gewisse Zeit später zu Panik-Preis Y wieder verkauft. Y-X ist dann der Gewinn, abzüglich der Kapitalkosten (Realzinsen) und Lagerkosten. Letztlich fällt der Ölpreis wieder auf das Niveau vor der Spekulation, wenn nicht die Erwartungen der Marktteilnehmer dauerhaft verändert wurden.
Solche „Spielchen“ gibt es auch bei Aktien. Dies ist allerdings meistens illegal und kann strafrechtlich verfolgt werden. (Jerome Kerviel von der Société Générale verspielte letztes Jahr u.a. mit diesen „Tricks“ etliche Milliarden.) Allerdings kann nicht sanktioniert werden, wenn Öl-Produzenten mit dem Säbel rasseln, wie die Wiederaufnahme der Atombomberflüge von Russland, die ständigen Provokationen durch Venezuelas Präsidenten Hugo Chavez oder Irans Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad.
Wichtigster Anhaltspunkt für künstliche Verknappung des Öls durch Spekulation ist, dass es physikalisch zwischengelagert wird. Es gibt dafür Daten, die weltweit erhoben werden (OECD inventory data). Dazu gehören u.a. die strategischen Reserven, welche die Länder aus verschiedenen Gründen bunkern (z.B. für den Kriegsfall). In den 70ern zeigten diese Daten, dass Öl gebunkert wurde. Heute ist dies aber nicht der Fall. Steigt der Preis ohne Verknappung, dann wird wohl das Angebot zurückgegangen sein oder die Nachfrage gestiegen oder beides. Das Öl scheint teurer zu werden, weil die Nachfrage steigt und das Angebot nur schwer ausgeweitet werden kann. Dazu kommt das Risiko eines Iran-Kriegs und ähnlicher Szenarien.
Kann man das mal „Sendung mit der Maus“-like einem Laien
erklären ?
Hoffe ich hab alles richtig gemacht im Forum ?
Grüße
Hannes