Wie gebe ich meinem Leben einen Sinn?

Hallo Leute,

Der Artikel hat glaube ich primär weniger mit der Sucht an sich zu tun; deswegen stelle ich ihn mal hier rein. Ich bin ziemlich überfordert was das Thema angeht, und da ich hier schon sehr viel kompetente Hilfe bekommen habe, schildere ich mal das Problem eines guten Freundes von mir.
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Ich hatte gerade ein Gespräch mit meinem Kumpel denen ich nun seit Jahren kenne. Er hat mit mir das kiffen angefangen als wir ungefähr 14 Jahre alt waren. Ich habe es nun mittlerweile aufgehört, nur bei Ihm ist das Aufhören noch nicht wirklich in Sicht. Wir hatten zwischendurch ein Jahr keinen Kontakt und in dieser Zeit hat er angefangen extrem zu kiffen. Er raucht nun mittlerweile seit ca 2-3 Jahren *täglich einiges* an Zeug weg. Da ich auch zwischendurch meine Ansichten über das kiffen geändert habe, habe ich ihm auch schon öfters meine eindeutige Meinung dazu geäussert. Nun hatten wir dieses Gespräch:

Er wolle aufhören nur könne er es nicht [ihm fehlt die Überzeugung]. Er sei dankbar für die aussergewöhnlichen klaren Moment des kiffens: Er sehe die ‚Zusammenhänge‘ klarer. Zudem meinte er sei schizophren geworden [verwechselte das wohl mit einer dissoziativen Persönlichkeitsstörung]; es ist halt so: (was auch seine Freundin bestätigte) er sei ein komplett anderer Mensch, wenn er bekifft sei, ja, er sei nicht-bekifft sogar ein richtiger Arsch. Er meinte auch weiterhin, er beobachte sein Leben, er schaue einfach zu (so als 3. Person ungefähr). Er schafft den Absprung nicht, da er vom ‚normalen‘ Leben förmlich angewidert ist.
Er ist im normalen Ungang mit Menschen ziemlich oberflächlich, verurteilt gern Menschen zu unrecht.

Ich habe ihm gesagt er solle doch versuchen mit dem Kiffen aufzuhören; das normale Leben hätte ja auch was zu bieten. Ich muss aber dazusagen das ich ihm da nicht gerade das beste Beispiel bin (worüber er auch etwas witzelt, er fragt mich oft was ich in letzter Zeit denn so gemacht hätte, wo ich meistens dann doch etwas ‚sprachlos‘ bin).

Ich versuchte zu argumentieren das andere Menschen auch ihren Spass hätten; er könne doch zum Beispiel anfangen Sport zu treiben oder Bücher zu lesen. Das lehnte er aber mehr oder weniger ab. Kiffen sei nunmal sein Alltag - und man muss auch zugeben er schafft es seine Pflichten zu erledigen. Ich meinte auch, wenn er denke er sei schizophren wäre es wahrscheinlich das Beste zum Psychologen zu gehen; vielleicht Therapie oder Medikamente - Was der Psychologe da schon machen könne??- dann stünde er doch nur wieder am Anfang.

Das Problem ist auch noch das wir nun ziemlich getrennte Wege gehen im Zuge der ’ weiteren persönlichen Lebensplanung’ (er macht ne Ausbildung ein paar hundert Kilometer weit weg). Wir sehen uns auch zu selten, als das ich ihm irgendwie effektiv den ‚Rücken stärken‘ könnte. Ich glaube er ist ziemlich depressiv geworden. Seine Beziehungen sind nicht die stabilsten. Er stürzt sich sehr in seine Arbeit. Er hatte seiner Meinung nach auch kein zu tolles Leben bisher, es muss vielleicht auch etwas geben das er verschweigt (meiner Meinung nach).

Er ist normalerweise auch sehr introvertiert, versucht seinen Kopf durchzusetzen; das er so offen mit mir gesprochen hat ist nochmal ein Punkt ist, der mich nachdenklich stimmt (Sorgen macht); das tut er normalerweise nie. Das Kiffen scheint glaube ich nur die Spitze des Eisbergs zu sein.

Er hat auch zugegeben das er kifft, um der Wirklichkeit zu ‚entfliehen‘. Das es nichts ‚bringt‘ sagt er ja selbst. Er ist einfach nur gelangweilt. Er hat auch gemerkt das man sich auf Kiffer"freunde" nicht verlassen kann.

Ich stelle mir nur die Frage (auch für mich selber) wie man aus so einer Situation - dieses ‚gelangweilt sein‘ - wieder herauskommt. Für mich selber habe ich die Antwort gefunden (Faq Stichwort: soziale Kompetenz); also: andere Menschen (ist aber auch nicht so leicht). Ich weiss aber nicht wie ich es ihm näher bringen könnte, da er doch ziemlich dogmatisch ist.

Ich brauche Hilfe für ihn (und ein bisschen wohl auch für mich)

mfg
-matze-

es hat sich, knuddel :smile:
Hallo Matze,

hast du lust, jedes ER durch DU zu ersetzen und dann Du durch ICH? In word geht das gut. unter extras/autokorrektur. wichtig ist, dass du die ausgangsdatei eindeutig markierst, um manipulation und spontanes abgrenzen zu können. urzeit-manipulation, erröt. und jetzt noch fiesere handarbeit: wie geht es dir, wenn du das präsens in perfekt aktiv wandelst? es ist dein text, dein baby. mehr würde ich an deiner stelle nicht eingreifen. vielleicht hast du lust, die drei dateien in einem ordner zu speichern und in zwei tagen wieder zu lesen. ich wär neugierig auf deinen ersten kommentar danach hier im brett. hab das mal beim redigieren ausprobiert und den text für mich verdichtet. der hatte dann zwar wenig mit dem original aber viel mit mir zu tun.

Herzlich,

Beschäftigungstherapie??!
Hi Biggi,

ich bin deinem Vorschlag gefolgt und habe das auch getan was du meintest (glaub ich). Bin dir auf jeden Fall auch dankbar. Nur… einen tieferen Einblick habe ich jetzt trotzdem nicht bekommen (bezweifle leider auch, dass der noch kommt). Naiv wie ich bin.

Oder war das eine Kritik die ich nicht verstehe?

steht vor ein paar Fragezeichen
-matze-

Hi Matze,
da ich selbst „Betroffene“ (was für ein Wort!) bin, erlaube ich mir, Dir meine Ansicht über die von dir beschriebene Situation zu beschreiben:

Der Artikel hat glaube ich primär weniger mit der Sucht an
sich zu tun;

das möchte ich bezweifeln… siehe weiter unten

deswegen stelle ich ihn mal hier rein. Ich bin
ziemlich überfordert was das Thema angeht, und da ich hier
schon sehr viel kompetente Hilfe bekommen habe, schildere ich
mal das Problem eines guten Freundes von mir.

Der „Kenner“ argwöhnt natürlich sofort: ist es vielleicht Dein Problem?

Ich hatte gerade ein Gespräch mit meinem Kumpel denen ich nun
seit Jahren kenne. Er hat mit mir das kiffen angefangen als
wir ungefähr 14 Jahre alt waren. Ich habe es nun mittlerweile
aufgehört, nur bei Ihm ist das Aufhören noch nicht wirklich in
Sicht. Wir hatten zwischendurch ein Jahr keinen Kontakt und in
dieser Zeit hat er angefangen extrem zu kiffen.

Spätestens hier, nachdem die „Experimentierphase“, die ich für „normal“ halte, wohl vergangen und so etwas wie „Normalität“ im Sinne zwingender Gewohnheit eintritt, würde ich von Sucht sprechen.

Er raucht nun
mittlerweile seit ca 2-3 Jahren *täglich einiges* an Zeug weg.

Dosissteigerung gehört zu jedweder Sucht, ob Alk, Shit, Heroin, Kokain

Da ich auch zwischendurch meine Ansichten über das kiffen
geändert habe, habe ich ihm auch schon öfters meine eindeutige
Meinung dazu geäussert.

Dann hast DU etwas gelernt…

Nun hatten wir dieses Gespräch:
Er wolle aufhören nur könne er es nicht [ihm fehlt die
Überzeugung]. Er sei dankbar für die aussergewöhnlichen klaren
Moment des kiffens: Er sehe die ‚Zusammenhänge‘ klarer.

Das ist der Trugschluss, dem jeder Süchtige als Erklärungsmuster verfällt…

Zudem
meinte er sei schizophren geworden [verwechselte das wohl mit
einer dissoziativen Persönlichkeitsstörung];

In den 70er Jahren war es „schick“, „schiz“ zu sein. Das war Protest gegen die Normen, der Wunsch, außergewöhnlich zu sein - wenn auch um den Preis der Selbstzerstörung…

es ist halt so:
(was auch seine Freundin bestätigte) er sei ein komplett
anderer Mensch, wenn er bekifft sei,

Das bewirkt der Einfluss der Droge…

ja, er sei nicht-bekifft sogar ein richtiger Arsch.

Damit legitimiert er seinen Konsum. Nach dem Motto: „klar“/„clean“ bin ich ein Arsch, dann habt doch bitte Verständnis dafür, dass ich rauche, um ein „angenehmer“ Mensch, also kein Arsch zu sein…

Er meinte auch weiterhin, er
beobachte sein Leben, er schaue einfach zu (so als 3. Person
ungefähr).

Das muss er auch, schließlich ist er nicht mehr „bei sich“

Er schafft den Absprung nicht, da er vom ‚normalen‘
Leben förmlich angewidert ist.

Muss er ja auch, denn ein Kiffer, der „voll drauf“ ist, kann ja auch im „normalen“ Leben nicht mehr bestehen, also muss er sich abgenzen, um wenigstens vor sich zu bestehen…

Er ist im normalen Ungang mit Menschen ziemlich oberflächlich,

Weil er ja selbst nichts mehr zu bieten hat…

verurteilt gern Menschen zu unrecht.

Weil er sich „erheben“ muss, um noch den letzten Rest an selbst definierter Selbstachtung zu bewahren…

Ich habe ihm gesagt er solle doch versuchen mit dem Kiffen
aufzuhören; das normale Leben hätte ja auch was zu bieten.

Was schlägst Du ihm denn vor? s. unten

Ich
muss aber dazusagen das ich ihm da nicht gerade das beste
Beispiel bin (worüber er auch etwas witzelt, er fragt mich oft
was ich in letzter Zeit denn so gemacht hätte, wo ich meistens
dann doch etwas ‚sprachlos‘ bin).

Genau das ist es ja, Sinn und Inhalte sind subjektiv. Was Dein Inhalt ist muss noch lange nicht sein Inhalt sein, deshalb ist es müßig, darüber zu debattieren.

Ich versuchte zu argumentieren das andere Menschen auch ihren
Spass hätten; er könne doch zum Beispiel anfangen Sport zu
treiben oder Bücher zu lesen.

Habe noch nie einen Bekifften beim Joggen gesehen. Das sind zwei möglche Beispiele aus einem nüchternen Leben, ja, aber es gibt doch noch sehr viel mehr, das es zu Entdecken gilt…

Das lehnte er aber mehr oder
weniger ab. Kiffen sei nunmal sein Alltag

Das reicht ja auch. Mit Kiffen ist man (wie mit jeder anderen Sucht auch) rund um die Uhr beschäftigt, warum dann noch Bücher lesen oder Sport treiben???

  • und man muss auch
    zugeben er schafft es seine Pflichten zu erledigen.

Auch das ist ein keineswegs abwegiges Symptom der Sucht. Süchtige Menschen haben oft ein überproportional ausgeprägtes Kontrollbedürfnis (aus gutem Grund: nicht aufzufallen).

Ich meinte
auch, wenn er denke er sei schizophren

Ich behaupte (auch wenn Ferndiagnosen per w-w-w absolut indiskutabel sind): er ist nicht schizophren…

wäre es wahrscheinlich
das Beste zum Psychologen zu gehen; vielleicht Therapie

Erst einmal clean werden, dann weitersehen…

oder
Medikamente -

so weit ich weiss, gibt es bei Kiffern keinen medikamentösen Entzug - aber da bin ich nicht kompetent

Was der Psychologe da schon machen könne??

S.o.: bevor er nicht clean ist, kann kein Psychologe, kein Therapeut irgend etwas erreichen…

dann stünde er doch nur wieder am Anfang.

Das ist seine Chance: Am Anfang stehen, neu beginnen, den ganzen alten Müll abladen, grausame Leere empfinden und die Anstrengung, diese Leere füllen zu müssen, durchzustehen.

Das Problem ist auch noch das wir nun ziemlich getrennte Wege
gehen

Er hat ein Problem, Du hast damit primär nichts zu tun…

im Zuge der ‚weiteren persönlichen Lebensplanung‘ (er
macht ne Ausbildung ein paar hundert Kilometer weit weg). Wir
sehen uns auch zu selten,

Er ist doch nur ein „guter Freund“? (siehe meine Anfangsbemerkung)

als das ich ihm irgendwie effektiv
den ‚Rücken stärken‘ könnte.

„Ansprechbarkeit“ ist doch heute auch über weite Entfernungen möglich (Tel./SMS/E-Mails)

Ich glaube er ist ziemlich
depressiv geworden.

Folge der Sucht

Seine Beziehungen sind nicht die
stabilsten.

Folge der Sucht

Er stürzt sich sehr in seine Arbeit.

Ablenkung in Folge der Sucht

Er hatte
seiner Meinung nach auch kein zu tolles Leben bisher,

kommt immer gut für die Rechtfertigung

es muss vielleicht auch etwas geben das er verschweigt (meiner Meinung
nach).

Möglich, aber nicht zwingend. Es gibt Menschen mit schweren Schicksalsschlägen, Traumata etc. und die werden trotzdem nicht süchtig…

Er ist normalerweise auch sehr introvertiert,

Drogen sind immerhin den Versuch wert, „aus sich raus“ zu kommen…

versucht seinen Kopf durchzusetzen;

Rechtfertigung in Folge der Sucht

das er so offen mit mir gesprochen hat ist
nochmal ein Punkt ist, der mich nachdenklich stimmt (Sorgen
macht); das tut er normalerweise nie.

DAS ist der erste positive Ansatzpunkt. Er merkt, dass er nicht mehr weiter kommt, er merkt, dass er was ändern muss, hier beginnt der Genesungsprozess…

Das Kiffen scheint
glaube ich nur die Spitze des Eisbergs zu sein.

Symptom vielleicht, aber im Falle von Sucht gilt es, zunächst die Symptome abzuschaffen, um dann mit klarem Kopf den Dingen des Herzens auf den Grund zu gehen.

Er hat auch zugegeben das er kifft, um der Wirklichkeit zu
‚entfliehen‘.

Ja, was sonst, weiter oben klang das noch ganz anders, weniger einsichtig…

Das es nichts ‚bringt‘ sagt er ja selbst.

Dto.: immerhin ein Ansatz

Er ist einfach nur gelangweilt.

Kein Wunder. Der Kick hält nicht ewig vor, auch Dosissteigerung bringt auf Dauer nichts. Neue Werte gibt es unter Einfluss der Droge irgendwann nicht mehr zu entdecken. Die eigentlichen Werte (wieder) zu finden ist Schwerstarbeit (s.o.).

Er hat auch gemerkt das man sich auf
Kiffer"freunde" nicht verlassen kann.

Das ist „normal“. Die haben doch auch keine Werte mehr. Warum sollte man sie einhalten, verteidigen?

Ich stelle mir nur die Frage (auch für mich selber) wie man
aus so einer Situation - dieses ‚gelangweilt sein‘ - wieder
herauskommt.

Aussteigen aus der Sucht.

Für mich selber habe ich die Antwort gefunden
(Faq Stichwort: soziale Kompetenz); also: andere Menschen (ist
aber auch nicht so leicht). Ich weiss aber nicht wie ich es
ihm näher bringen könnte, da er doch ziemlich dogmatisch ist.

Er ist „sucht-dogmatisch“, zur Selbstverteidigung, wenn er dann ein paar Monate clean ist, wird sich ein neuer Dogmatismus entwickeln, der ist aber relativierbar…

Ich brauche Hilfe für ihn (und ein bisschen wohl auch für
mich)

Wie eingangs gesagt, ich bin etwas misstrauisch, was den „guten Freund“ betrifft. Aber wie dem auch sei, es geht mich nichts an, ich beschreibe nur meine Sicht der Dinge - und das aus gutem Grund…
Nur Mut zur Veränderung,
Anja

zeitlupe
hi du,

Nur… einen tieferen Einblick habe ich jetzt trotzdem nicht
bekommen (bezweifle leider auch, dass der noch kommt). Naiv
wie ich bin.

Oder war das eine Kritik die ich nicht verstehe?

hast dich in ihm erlebt, hoffe ich. und ihn in dir. und die grenze zwischen euch. eure fronten.

ich hab das mal mit einem text von mir gemacht. er wurde mir dann immer vertrauter. ich hab dabei gespürt, dass ich mich mag, auch wenn ich chaotisch bin. so chaotisch, dass ich den anderen verändern will, statt ihm zeit zu lassen, einen eigenen weg zu finden, falls er sich tatsächlich verändern will.

viel spaß beim begleiten :smile:

Hi Anja,

mal das Problem eines guten Freundes von mir.

Der „Kenner“ argwöhnt natürlich sofort: ist es vielleicht Dein
Problem?

Als ich das geschrieben habe hatte ich den gleichen Gedanken, dass das so aufgefasst werden könnte, aber es ist wirklich *sein* Problem.
Im Endeffekt muss er sich ja aufraffen, ich kann zwar versuchen ihm zu helfen, aber die Einsicht muss von ihm kommen. Ich glaube er muss einfach nur verstehen das er ‚verblendet‘ ist. Das er aufhören muss Ikarus zu spielen, und mal wieder den Blick fürs wesentliche bekommt.

In den 70er Jahren war es „schick“, „schiz“ zu sein. Das war
Protest gegen die Normen, der Wunsch, außergewöhnlich zu sein

  • wenn auch um den Preis der Selbstzerstörung…

Das ist ja interessant…krass… hat man das so damals gesehen??

Habe noch nie einen Bekifften beim Joggen gesehen.

:sunglasses:

das hilft mir echt weiter
DANKE
-matze-
PS: wir sind wohl gute Freunde aber nicht sooo *gute* Freunde… :wink:

Marge&Homer
Hiho,

so chaotisch, dass ich den
anderen verändern will, statt ihm zeit zu lassen, einen
eigenen weg zu finden, falls er sich tatsächlich verändern
will.

Ja das habe ich bei den Simpsons gelernt… man kann zwar versuchen den Anderen zu ändern, aber im Endeffekt kann mans nicht, wenn dieser Andere es nunmal nicht will. :wink:
Am schluss flüchtet man sich dann uU nur in Wunschträume, oder resigniert; das habe ich aber beides eig. nicht vor.

Ich weíss ehrlich gesagt immer noch nicht ganz genau was du mir am Anfang sagen wolltest, aber insofern Danke das du mich zu echt ganz interessanten Denkansätzen gebracht hast (ob nun beabsichtigt oder nich’… das Resultat zählt ja…) :wink: *reknuddel*

also denne tschö…

Hallo Matze,

mir fällt ja eigentlich zu jedem Pott ein Deckel ein, aber bei Kiffern sage ich nur „Hör auf mit dem Mist, dann kann ich Dir auch helfen.“ Die meisten Gelegenheitskiffer sind allerdings wenig beeinträchtigt. Ich denke das ist das Problem: Man hat so viel Positiveffekt und muß dagegen scheinbar unwesentliche Einschränkungen in Kauf nehmen. Der stetige Fortschritt ist so unmerklich und langsam, daß man sich gut darauf einstellen kann. Bei Leuten, denen mein Rat wichtig ist, war ich daher durch dramatisieren und verteufeln durchaus erfolgreich.

Gruß, AndyM

Hallo Matze,

Der Artikel hat glaube ich primär weniger mit der Sucht an
sich zu tun;

da schließe ich mich Anja an: Klingt nach einer astreinen Sucht.

er sei ein komplett
anderer Mensch, wenn er bekifft sei, ja, er sei nicht-bekifft
sogar ein richtiger Arsch.

Ich schlage Dir mal eine Sichtweise, ein Argument vor; vielleicht findest Du das ja hilfreich,
wen Du mit Deinem Freund sprichst: Jeder Mensch hat viele sehr unterschiedliche Seiten in
seiner Persönlichkeit. Manche davon sind gefördert (oder geduldet oder erzwungen) worden,
manche konnten sich noch gar nicht entfalten. Und oft werden bestimmte Seiten von anderen
Seiten in Schach gehalten (innere Konflikte). Was Du beschreibst, klingt so, als ob Dein
Freund nüchtern nur eine Persönlichkeitsseite von sich zeigen könnte (oft eine Reaktion auf
die Erziehung), sehnte sich aber danach, seine anderen Seiten auch erleben/zeigen zu können -
was dann nur bekifft geht.

Er meinte auch weiterhin, er
beobachte sein Leben, er schaue einfach zu (so als 3. Person
ungefähr).

Das ist im Prinzip auch eine Fähigkeit des Ichs, eine Instanz zu entwickeln, die die eigene
Person (auch in Interaktion) beobachtet (und korrigierende Hinweise liefert), also einfach ein
bewußtes „Lernen aus Erfahrung“. Wenn diese Instanz neutral ist (also zB nicht nötige
Aktivität verhindert), ist sie seine Chance…

Ich weiss aber nicht wie ich es
ihm näher bringen könnte, da er doch ziemlich dogmatisch ist.

Seine Aufgabe wäre, den Mut zu finden, seine verschiedenen Persönlichkeitsseiten
kennenzulernen und selbst zu entscheiden, wann welche „dran“ ist. Das geht nur nüchtern. Aber
die meisten Menschen sind erst einmal neugierig, wenn sie hören, daß die Sucht ihnen ja
vielleicht geholfen hat, auch ganz andere Seiten an sich zu entdecken. Der Schritt ist
einfach, diese Seiten auch zu leben ohne chemische Nachhilfe, also vom Ich gesteuert und nicht
von Substanzen (das hat was mit Würde zu tun - Süchtige schämen sich oft für ihr Versagen).

Good luck und Grüße,
Anne

Hmm vielleicht sollte ich ihm mal was aus meiner Hesse-Sammlung geben. Ich persönlich fand in der Beziehung nämlich den „Steppenwolf“ ganz interessant. hmmm obwohl… ob er das überhaupt blickt??

Natürlich auch dir vielen Dank, Anne