Wie gehe ich auf Leute zu?

Ich trau mich nicht immer so recht. Aber nun muß ich es tun, denn ich gehe bald in den Urlaub und jemand von den Nachbarn soll meine Wohnung hüten. Wie fange ich das am Geschicktesten an? (Mal abgesehen davon, daß ich noch aufräumen muß!) *schwitz*

Hallo Sylvia

denn ich gehe bald in den Urlaub und jemand von den Nachbarn
soll meine Wohnung hüten. Wie fange ich das am Geschicktesten
an?

Mit Geld.
Denn es wäre eine Zumutung, einen Nachbarn, mit dem man nicht dicke befreundet ist, kostenlos die Wohnung hüten lassen zu wollen.
Meint
Branden

Hallo Branden,

das kommt drauf an, was unter „hüten“ zu verstehen ist.

Mehrmals tägliches Nach-dem-Rechten-sehen, Post entnehmen, Blumen gießen, Schildkröte füttern ist, wenn es bei gegenseitiger Abwesenheit im Wechsel geschieht, doch OK.

Was Anderes ist an des Besitzers Statt dort zu wohnen und eine ständige Bewachung durchzuführen, aber das ist sicherlich nicht gewollt, oder ?

I.d.R., also hierzulande wird sich mit einem Urlaubsmitbringsel, nur als aufmerksame Geste, bedankt.

Grüßle

HM

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"Hallo Herr Nachbar,

so richtig trau ich mich nicht, Sie zu fragen.

Am 17. Frühjahr fahre ich für 12 Wochen in Urlaub auf die Langerhannschen Inseln.

Ich habe mitbekommen, dass Sie offensichtlich Rentner sind.

Und ich hab hier niemanden, der die Post rausnimmt und meine Zimmerhyänen gießt. Die sind nicht weiter anspruchsvoll. Die Königskoryphäe muss zweimal in der Woche gefüttert werden. Genügend Trockenfische sind im Kühlschrank. Das wär´s eigentlich. Achja, vielleicht einmal die Woche kurz durchlüften.

Jetzt müssen Sie mir aber sagen, was Sie dafür bekommen möchten; ehrlich gesagt kenne ich mich damit überhaupt nicht aus !"

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Hi,

das kommt drauf an, was unter „hüten“ zu verstehen ist.

Genau, wenn der Nachbar auch etwas mitgehen lassen darf, weil das,
was er hütet, ihm eh zusteht, kann man sicher auf eine Grundbezahlung
verzichten.

Sorry, ich bin heut albern aufgelegt, mich pieksen Ameisen, war off-
topic.

Ich fand auch die Formulierung komisch, „Ich habe mitbekommen, dass
Sie offensichtlich Rentner sind“, damit kann man in ein Fettnäpfchen
treten.

Alberne Grüße
Sprite

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hallo sylvia,

vielleicht solltest du uns dazu erst mal sagen, wo du das problem siehst.
ich würde nämlich einfach zum nachbarn gehen, klingeln und fragen, ob er während meiner abwesenheit gelegentlich mal nach dem rechten sieht.

oder soll er deine vogelspinnen füttern?

gruß
ann

Wenn er mich beißt? :smile:)

Nein, es reicht, wenn jemand im Haus den Schlüssel hat, falls was wär, gelegentlich den Briefkasten von den zahlenreichen Werbeprospekten und Wochenblättern erleichtert und die Pflanzen gißt. Das muß nicht täglich sein, die halten schon eine Weile Trockenheit aus.

Die Belohnung ist großzügig: mein Minitrampolin zur freien Verfügung, eine WM-freie Zone und ein kitschiges Souvenir. :smile:

Ach, mir fällt echt schwer.

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Hallo, Sylvia,
jetzt muss ich aber mal blöd fragen: Was tust Du denn, wenn Du Deinen Wohnungsnachbarn/in im Treppenhaus triffst? Diffundierst Du durch die Wand?

Oder tust Du nicht etwa das, was in Mitteleuropa m.W. immer noch üblich ist (Wenn es auch aus der Mode zu kommen scheint), nämlich mit einem freundlichen Lächeln die Tageszeit entbieten? oder beim Kinderwagen-die-Treppe.hoch-hieven mal kurz mit anfassen, oder, Gott bewahre, im Aufzug gar einmal eine Bemerkung über das mistige/kalte/heiße/wunderschöne Wetter fallenlassen?

Falls dies alles bisher nicht in Deinem Wesen lag, rate ich Dir, damit schleunigst zu beginnen. Nachbarn sind nicht nur Leute die nebenan wohnen, sondern solche, die mit Dir ein Haus teilen.

Dann kann man auch mal gesprächsweise erwähnen, dass man ganz verzweifelt ist, weil man nicht weiß, wer die Blumen gießt! Du mußt Dir für Deinen ersten Kontaktversuch ja nicht unbedingt den schmuddeligen Playboy aussuchen, der Dir im Aufzug immer so auf die Brust starrt, sondern die nette Mutter die ene Wohnung weiter wohnt!
Mehr als „Nein“ sagen kann die auch nicht!

Gruß
Eckard

Die Belohnung ist großzügig: mein Minitrampolin zur freien
Verfügung, eine WM-freie Zone und ein kitschiges Souvenir. :smile:

na, das ist doch kaum abzuschlagen *g*

Ach, mir fällt echt schwer.

ne, echt jetzt: warum denn? ich weiß ja nicht, wie du wohnst (200 mietparteien im hochhaus oder dörfchen mit postanschlauß?), aber bei uns ist es absolut üblich zwischen den nachbarn.

unsere nachbarn gucken auch nur nach der post (holen sie aus dem briefkasten und legen sie auf den küchentisch) und ob die fenster auch alle zu sind. dafür bringen wir ihnen immer eine kleinigkeit mit, nix wertvolles, nur eine aufmerksamkeit, und schicken ihnen von unterwegs eine schöne ansichtskarte. ich glaube, das freut sie am meisten.

ich gebe allerdings zu, daß ich auch mal nachbarn hatte, bei denen ich mich an die vorstellung nicht so recht gewöhnen konnte, sie unbeaufsichtigt in mein arbeitszimmer zu lassen. aber da habe ich eben brisante akten und kontoauszüge weggeschlossen. und schon hatte ich ein besseres gefühl. liegt vielleicht da dein problem?

versuchs einfach. mehr als nein sagen kann er ja nicht :wink:

gruß
ann

Hallo Herr Meyer

Mehrmals tägliches Nach-dem-Rechten-sehen, Post entnehmen,
Blumen gießen, Schildkröte füttern ist, wenn es bei
gegenseitiger Abwesenheit im Wechsel geschieht, doch OK.

Wär mir persönlich schon viel zu viel und würde ich weder machen noch von Nachbarn erwarten.

I.d.R., also hierzulande wird sich mit einem
Urlaubsmitbringsel, nur als aufmerksame Geste, bedankt.

Tja… ein zünftiges „Vergelts Gott“ ist ja nicht schlecht, in dieser Gesellschaft aber irgendwie nicht so ganz passend, möchte ich mal sagen.
Es grüßt Dich
Branden

Hi Sprite

Genau, wenn der Nachbar auch etwas mitgehen lassen darf, weil
das,
was er hütet, ihm eh zusteht, kann man sicher auf eine
Grundbezahlung
verzichten.

Du triffst den Nagel auf den Kopf. Gibbet Sternlein.
Gruß,
Branden

Fettnäpfe
…geben geschmeidige Füße, insofern man hineintritt.

Okay, gut, man kann auch sagen „Ich glaube einschätzen zu können, dass Sie den ganzen Tag lang ohnehin nichts Besseres zu tun haben.“ :smile:

Grüßle

HM

Hallo Branden,

in welchem verkommen Milieu ich hause, muss mich nun bedenklich stimmen - hier hilft man seinem Nachbarn noch das Sofa hochtragen und die Stiefmütterchen auf dem Friedhof jäten. Unentgeltlich (auch nicht das Gottesvergelt ), weil man weiß, dass man bald auf die Hilfe des Anderen angewiesen sein könnte.

Grüßle

HM

kleine Therapie
Hallo Sylvia

Laeuft es ungefaehr so ab?:
Wenn ich einen Nachbarn frage, dann kann es sein, dass er mir eine
Abfuhr erteilt und dann stehe ich dumm da. Oberpeinlich waere das.
Bei dem Gedanken empfinde ich Scham und Hilflosigkeit. Ich habe Angst
vor dieser Situation.

Wss ist eigentlich so furchtbar an einer Absage?
Was ist so furchtbar, wenn der Nachbar dir einen Vogel zeigt und laut
loslacht und dir die Tuer vor der Nase zuknallt?
Warum waere das schlimm?
Ist dir die Meinung des Nachbarn wichtig?

Wenn du darueber eine Weile nachgedacht hast, wirst du sicherlich
denken, dass eine Abfuhr zwar unangenehm aber zu ertragen waere.

Jetzt die gute Nachricht: Eine Abfuhr ist unwahrscheinlich.

Warum?

  1. Die meisten Menschen fuehlen sich unwohl, einen anderen Menschen
    abzuweisen, wenn dieser freundlich bittet. Deshalb reden sie sich
    entweder ebenfalls freundlich heraus oder sie kommen der Bitte nach.
  2. Perspektivwechsel: Was wuerdest du denken und fuehlen und
    wie wuerdest du dich verhalten, wenn ein Nachbar dich darum bittet,
    die Blumen zu giessen? So aehnlich wie du werden sich die meisten
    verhalten.

Deine Befuerchtungen sind irrational. Das merkst du, wenn du ueber
sie nachdenkst. Nur leider kuemmern sich unsere Gefuehle nur wenig um
unsere Einsichten. Du hast trotzdem Angst.

Deshalb spiele die Situation durch. Klopf’ an deine Kuechentuer,
stell’ dir vor du hoerst Schritte dahinter und dann oeffne sie. Sag
„Guten Tag, mein Name ist Sylvia, ich wohne in der Wohnung ueber
Ihnen und ich woltte fragen, ob Sie nicht meine Blumen giessen
koennten, waehrend ich im Urlaub bin.“
Stell’ dir das Ganze so realistisch wie moeglich vor. Wenn die Angst
kommt, unterbrich die Uebung und rufe dir deine Antworten auf meine
obigen Fragen ins Bewusstsein. Ueberzeuge dich davon, dass es keinen
Grund gibt, Angst zu haben. Dann beginne von vorn. Bis du keine Angst
mehr hast.
Und: Ein bisschen Herzklopfen ist normal. Du kannst dich trotzdem so
verhalten, wie du es willst.

Viel Erfolg, Tychi

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Hallo Tychi

Jetzt die gute Nachricht: Eine Abfuhr ist unwahrscheinlich.

Warum?

  1. Die meisten Menschen fuehlen sich unwohl, einen anderen
    Menschen
    abzuweisen, wenn dieser freundlich bittet. Deshalb reden sie
    sich
    entweder ebenfalls freundlich heraus oder sie kommen der Bitte
    nach.

Da möchte ich sanft wiedersprechen. :wink:
Ich wurde schonmal gefragt, ob ich die Blumen gieße - hab ich abgelehnt.
Ein anerer Freund hat mich gefragt, ob ich die Katze hüte - abgelehnt.
Gruß,
Branden

Hallo Syliva,

ist deine Frag noch aktuell?

Versuche es einfach. Es ist einfacher als du denkst. Du musst dir nur einen Ruck geben und dich überwinden. Klar kann es sein, dass du von dem Nachbarn eine negative Antwort bekommst. Aber was ist denn so schlimm daran? Wie gesagt, versuche es einfach, du wirst hinterher feststellen, dass es gar nicht so schlimm war. Meiner Meinung nach, ist das der einzige Weg aus der Angst „Ich kann nicht auf Leute zu gehen, die beißen mich“ herauszukommen. Du solltest dir selber am besten immer Aufgaben stellen, in denen du versuchst Dinge zu erledigen die dir schwer fallen. Du wirst nach und nach fesstellen, dass dir die Dinge gar nicht so schwer fallen wie du denkst und das stärkt dich. Nach und nach klappt das dann immer besser. Ich spreche aus eigener Erfahrung. Ich hatte bis vor zwei Jahren auch Probleme auf Menschen zuzugehen. Inzwischen ist das durch stetiges Arbeiten an mir selbst (habe mir immer solche Aufgaben gestellt, wie ich es oben beschrieben habe) gänzlich verschwunden.

Bezogen auf deine jetzigen Frage könntest du dem Nachbarn, falls er dir nicht völlig unsympatisch ist, als Dankeschön zum Essen einladen oder ihm ein Mitbringsel von der Reise mitbringen, oder oder oder …

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Hallo Branden,

die Rede war von den „meisten“.
Menschen wie du - außer das von dir erwähnte waren unglückliche Ausrutscher - sind glücklicherweise in der Minderheit.
Die „meisten“ sind hilfsbereit.
Du wirst auch mal Hilfe brauchen, spätestens dann gehen dir auch die Augen auf.

Viele Grüße,
Matilda

  1. Die meisten Menschen fuehlen sich unwohl, einen anderen
    Menschen
    abzuweisen, wenn dieser freundlich bittet.

Da möchte ich sanft wiedersprechen. :wink:
Ich wurde schonmal gefragt, ob ich die Blumen gieße - hab ich
abgelehnt.
Ein anerer Freund hat mich gefragt, ob ich die Katze hüte -
abgelehnt.