Wie geht das eigentlich so mit dem Hauskauf?

Hallo,

was ist, wenn ich jetzt mit Anfang 20 vorhabe, später mal ein freistehendes Haus, eventuell im Ausland, zu besitzen?

Wie kann ich so einen Plan verwirklichen? Gut, erstmal braucht man Geld. Aber wahrscheinlich haben nicht viele direkt das komplette Geld für ein Haus. Wieviel brauch ich also, um z.B. einen Kredit zu bekommen? Ich nehme an, im Ausland ist das noch um einiges schwieriger, oder?

Wenn ich mich im Bekanntenkreis umsehe, haben so einige Leute ein Haus, aber wie haben die das geschafft? Sind ja nicht alles Topverdiener, eher durchschnittlich, normal, erreichbar.

Tut mir leid, sehr naiv zu erscheinen, aber ich wüsste gern, was ich heute tun kann, um in gut 10 Jahren ein eigenes Haus zu besitzen. So eine Art Schlachtplan oder so.

Danke :smile:

komplette Geld für ein Haus. Wieviel brauch ich also, um z.B. einen Kredit zu bekommen?

20 % des Kaufpreises zuzügl. der Kaufnebenkosten sind ausgesprochen hilfreich, es geht auch mit weniger, aber dann nicht mehr so einfach.

Ich nehme an, im Ausland ist das noch um einiges schwieriger, oder?

Das kommt darauf an wo Du finanzierst. Wenn die finanzierende Bank im selben Land ist, wie das gekaufte Objekt ist es am Einfachsten.

was ich heute tun kann, um in gut 10 Jahren ein eigenes Haus zu besitzen.

Sparen und den Immobilienmarkt verfolgen. Damit Du wenn Du soweit bist, ausreichend Eigenkapital hast und Marktkenntnisse besitzt, die Dir bei de Auswahl des Objektes und der Preisbeurteilung hilfreich sind.

hola donesteban,

gingen wir mal davon aus, der potentielle käufer starte bei null. und gingen wir weiter davon aus, daß der potentielle käufer in 10 jahren startklar sein will.

dann könnte man folgende rechnung aufstellen:

der potentielle käufer (pk) überlege sich so genau wie möglich, was ihm denn so vorschwebe (etw oder efh freistehend oder als dhh, größe der immobilie, bestand oder neubau, ausstattung und zustand, ländlich, umland oder stadt, inland oder ausland, großes grundstück oder kleines etc.pp.).
dann erkundige sich der pk über internetportale, immo-anbieter (banken, bausparkassen, makler etc.), was das objekt seines herzen in etwa kosten würde.
diese angabe versehe der pk mit einem „unwägbarkeitsfaktor“ von z.b. 5 oder 10% und schlage diese x% auf den ermittelten theoretischen kaufpreis drauf.
das ganze zinse der pk mit einer durchschnittlichen preissteigerungsrate von z.b. 2% p.a. für 10 jahre auf.
somit habe der pk schon mal den ungefähren kaufpreis, der ihn erwarten könnte.
wollte der pk einen bestandsbau erwerben, dann müßte er sich vorher überlegen, welchen renovierungsaufwand er sich leisten könnte/wollte - er könnte das mit z.b. 10-20% auf den kaufpreis ansetzen (entfällt natürlich bei neubau).
auf den kaufpreis der immobilie (nebst grundstück) schlage der pk noch 10-12% drauf für kosten, die ihm entstehen werden (notar, grunderwerb, ggfs. makler - das variiert von region und land zu region und land) - das wäre dann der enderwerbspreis.

i.a. gehen banken davon aus, daß ca. 20% über eigenkapital finanziert werden sollen, um eine solide finanzierungsbasis zu erreichen.
aus dem ermittelten enderwerbspreis könnte der pk ganz leicht über die multiplikation mit 0,2 ermitteln, was er in 10 jahren ansparen müßte (ein bißchen mehr als das schadet nicht) - also x*0,2/120 ergäbe monatliche sparrate (verzinsung lasse ich jetzt mal beiseite).

natürlich müßte der pk innerhalb der kommenden 10 jahre soweit seinen beruflichen karriereweg aufgebaut haben, daß er sich den kauf und die finanzierung einer immobilie auch leisten könnte. heißt: er müßte - unter berücksichtigung der laufenden lebenshaltungskosten, versicherungsbeiträge, sparraten, altersvorsorge, urlaub, auto, familie/kinder etc.pp. den verbleibenden zu finanzierenden wert von (kaufpreis+kosten+ggfs. renovierungsaufwnad)*0,8 nehmen, mit einem tilgungssatz von 1, 2,…x% (je nach gusto und vermögen) versehen sowie einem angenommenen darlehnszins von … - tja, das kann kein mensch im voraus sagen. da helfen nur erfahrungswerte - also irgendwas zwischen 5 und 10%. das ergäbe bei einer angenommenen tilgung von z.b. 2% und einem darlehnszins von z.b. 7% eine annuität von 9% auf den finanzierungsbedarf. dividiert durch 12 hätte der pk dann die monatliche nettobelastung. wäre der pk alleinverdiener, dann müßte er diese monatliche rate selbst tragen, wäre er verpartnert, dann könnte man ggfs. das partnereinkommen mit einbeziehen.

beachten müßte der pk dabei dann auch noch, daß er alle kosten, die mit dem eigentum einer immobilie verbunden wären, ebenso tragen und berücksichtigen müßte: grundsteuer, abwasser, strom, heizung etc., versicherungen, rücklagen - das variiert von land zu land und von region zu region.

eine geordnete finanzierung könnte der pk aufbauen durch…

  • sparverträge bei banken (die werfen i.a. höhere zinsen ab als sparbücher, sind auch sicher) mit entsprechender sparrate
  • regelmäßige monatliche sparbeiträge auf tg-konten o.ä. (flexibel und frei verfügbar)
  • natürlich bausparverträge (wobei hier auch zwischenfinanzierungen greifen können, wenn das geld (noch) nicht ganz reicht, aber das sollte man erst dann überlegen, wenn´s wirklich konkret wird)
  • theoretisch auch fonds oder sonstige vermögenswerte, wobei das in den unsicheren bereich geht und alles andere als geeignet ist, eine geordnete und gesicherte finanzierung aufzubauen

hört sich jetzt alles so an, als ob man die finger davon lassen sollte, nicht wahr? stimmt aber nicht - es klappt, und das nicht gerade selten! tausende immobilienbesitzer machen das jahr für jahr vor. was auf alle fälle helfen kann: ein unverbindliches und fundiert-kompetentes beratungsgespräch bei einem bankmenschen oder am besten bausparberater. die machen sowas von berufs wegen und sicher auch gerne, weil sie gute chancen haben, dann was verkaufen zu können. die jungs und mädels der finazbranche können im übrigen auch ne menge zu auslandsimmobilien beitragen, das machen die nämlich auch (insb. bausparkassen).

eine gut geplante finanzierung ist das a und o eines immo-erwerbs - also, mutig ins kalte wasser gesprungen und frei geschwommen. kann ja gar nix schief gehen, wenn man so früh anfängt!

viel erfolg und viele grüße,
boris

Danke für deine Antwort.

Kannst du mir empfehlen, wo man die Preise gut verfolgen kann?
Kann man da gut bekannte Internetseiten nutzen oder gibts da irgendeinen Geheimtipp?

Danke dir für diese mehr als ausführliche Antwort :smile:

Ja, hört sich sehr abschreckend an, aber so viele Leute haben ein Haus, muss also machbar sein.

Dann werd ich mal nach Sparmöglichkeiten schauen. Momentan ist das noch nicht ganz so aktuell, weil ich noch studiere und nichts auf der hohen Kante hab. Allerdings solls danach dann ja direkt losgehen. Gut wär ein Vertrag, wo man nicht regelmäßig eine bestimmte Summe sparen muss, sondern immer, wenn man mal was übrig hat, ein paar hundert Euro einzahlen kann. Ich werd mich da mal schlau machen.

Danke nochmals!

dann schau dich mal auf den einschlägigen internetseiten um - das gibt´s eine menge angebote an sparverträgen, die man reduzieren oder erhöhen, aussetzen und wiedeeinsteigen und sogar sonderzahlungen leisten oder vorzeitig kündigen kann. die sind da recht flexible geworden, die finanzer :smile:

viel erfolg! boris

Hallo,
eine sehr gute Frage zur richtigen Zeit, die Zeit auf Dein Lebensalter bezogen.

Das schwerste Problem duerfte das Ansparen von Eigenkapital sein. Einfach ausgedrueckt, es gibt zwei Wege. A) mehr verdienen und B) weniger ausgeben. Auf beiden Wegen gleichzeitig ist die schnellste Methode. Die Wege zu gehen wird ungleich schwieriger als die Beschreibung.
Dabei alles langfristig beurteilen. Nicht den alten Sportwagen fuer 10.ooo EUR kaufen, sondern den neuen Kleinwagen fuer 10.oooEUR, faehrt billiger, haelt ueber 10 Jahre und chauffiert noch das Kind zum Kindergarten.
Bei weniger ausgeben verstehe ich auch weniger Miete zahlen, naemlich a)weniger und b)kuerzer. Mancher zieht frueher in ein schlechteres Eigenheim, Altbau oder kleine Wohnung, nur raus aus der Miete.

Dann noch was fatales, wenn man so die Menschen vergleicht. Der eine faehrt fuer 4000 EUR in Urlaub, der andere repariert an seinem Haus und spart 4000 EUR Handwerker. Kein Wunder wenn sie in nur einem Jahr 8000 EUR vom Vermoegen auseinanderliegen, in 10 Jahren… Typisches Beispiel fuer mehr verdienen und weniger ausgeben - gleichzeitig.

Zu den zukuenftigen Immobilien-Preisen ist anzumerken, in den letzten Jahren wurden Immobilien nicht viel teurer oder an manchen Orten auch billiger. Es gab aber frueher mal ein paar Jahre hintereinander mit 8 Prozent Preissteigerung bei 10 Prozent Zins. Rechne mal spasseshalber mit diesem worst case eine Finanzierung mit Ansparplan. Boese Zungen erwarten sowas wegen der hohen Staatsschulden bald wieder. Dann wird es schwer, in 5 Jahren 20 Prozent vom Hauspreis anzusparen (4 Prozent im Jahr), wenn der Hauspreis in derselben Zeit um 40 Prozent hochginge.
Gruss Helmut

Hallo Don Esteban,

Dann werd ich mal nach Sparmöglichkeiten schauen. … Gut wär ein :Vertrag, wo man nicht
regelmäßig eine bestimmte Summe sparen muss, sondern immer,
wenn man mal was übrig hat, ein paar hundert Euro einzahlen
kann.

Hmm … und wenn man nichts übrig hat? Spart man dann nichts? :wink:

Man braucht dazu gar keinen Vertrag. Du kannst auch einfach ein Tagesgeldkonto eröffnen und darauf immer das „übrige“ Geld einzahlen.

Es gibt massenweise Bücher über den Vermögensaufbau, z.B. von Bodo Schäfer „Ein Hund namens Money“ (klingt doof, ist aber ein super Buch) oder „Der Weg zur finanziellen Freiheit“ und viele andere. Schau einfach mal in der Bücherei und lies ein paar davon.

Führst du ein Haushaltsbuch? Ich würde es empfehlen, weil du so siehst, wohin das Geld „verschwindet“, und vielleicht ein paar Einsparmöglichkeiten findest. Als ich angefangen habe, ein Haushaltsbuch zu führen, habe ich mich z.B. gefragt, ob ich ein Aktiendepot bei meiner Hausbank haben muss (EUR 20,- pro Jahr), ob ich einen Handyvertrag brauche (EUR 10,- pro Monat), ob ich nicht die Krankenkasse wechseln soll (Ersparnis damals EUR 120,- pro Monat für über ein halbes Jahr) und vieles mehr.

Weitere „Geldversickerstellen“ sind z.B. ein alter Kühlschrank, die Standby-Kosten für den Fernseher (ca. EUR 40,- pro Jahr) und vieles mehr. Geh einfach mal mit offenen Augen durch deinen Haushalt. Muss es ein Desktop-PC sein (350 Watt) oder reicht ein Laptop (70 Watt)?

Und lass dir von niemandem erzählen, dass du kein Haus haben kannst. Klar geht das!

Schöne Grüße

Petra

Hallo Petra.

Danke für die Buchtipps. Hab sogar noch einige Bücher in der Richtung.

Ja, momentan bin ich halt Student und leb halt ziemlich genau von dem, was ich zur Verfügung habe. Versichert bin ich über meine Eltern noch, kauf nur bei Aldi, hab nen Laptop PC, aber teilweise bleibt halt trotzdem nichts übrig. Kleinstbeträge. Es ist nicht so, als würd ich zu nem Hauptjob arbeiten gehen und ordentlich was sparen können. Das kommt dann später. Muss ja auch Studiengebühren zahlen usw., dafür spare ich schon. Also momentan ist es wirklich mau, nur zu besonderen Gelegenheiten wie Weihnachten oder Geburtstag könnte mal ein größerer Betrag zusammenkommen.

Schau mir mal deine Bücher an.

Eigentlich ganz einfach:

  • studiere erst mal in Ruhe zuende

  • fang nicht jetzt schon mit Geiz an, um am Ende 1000 Euro im Jahr zu sparen und dafür schlechter zu leben. Mit Zins und Zinseszins hast Du dann am Ende des Studiums evtl. 5000 Euro, die dir beim Haus auch nur bedingt weiterhelfen, aber du hattest evtl. eine langweilige Zeit. Letzteres kannst Du nie wieder gutmachen.

  • Dann such dir Jobs, die dir Spaß machen und Geld bringen. Wechsele am Anfang, um schneller mehr Gehalt zu bekommen. Beginne dann gleichzeitig, deine Ausgaben nicht parallel zu den Einnahmen zu steigern, sondern bleib realistisch. Insbesondere Autos und Urlaube nehmen gerne viel Geld auf :smile:

(Aber bevor ich für 4000 Euro handwerkere, fahr ich persönlich lieber für 4000 Euro in den Urlaub, aber das muss jeder selbst wissen)

  • (Erst) dann kannst du abschätzen, was du ansparen kannst und in welcher „Liga“ du spielen wirst (Studium != Studium).

  • Und dann spare halt etwas an und such dir (erst wenn du mit deinem Job zufrieden bist und du auch sonst familiär gesetzt bist) Objekte, die du in 5 Jahren kaufen willst als maßstab und dann spare richtig :smile: 20% Eigenkapital sind tatsächlich hilfreich, weil sie zwischen hohen und niedrigen Zinsen entscheiden.

Und überlege dir immer, ob du bei deinen Berechnungen IN einem Haus oder FÜR ein Haus leben wirst. Anspruchsreduzierung hilft das Leben zu meistern :smile: