Guten Tag,
arbeite seit vielen Jahren in einem Unternehmen und hatte dort im Februar einen Zusammenbruch mit der Diagnose „seelischer Erschöpfungszustand oder auch burnout genannt“. Meine Hausarzt empfahl mir dringendst dahei zu bleiben und nach einer Reha und einem Therapeuten zu schauen. Den Therapeuten fand ich sehr schnell (mitte Februar) und es wurde auch sofort eine Reha beantragt.
Mit dem Therapeuten arbeitete ich intensiv bis heute und es kristallisierte sich heraus, das mein Arbeitsplatz für mich sehr problematisch ist (7Uhr bis 19 Uhr arbeiten, Mo-Sa usw.). Nun hat es sich ergeben das ich am 01.09. eine neue Stelle antreten kann. Jedoch hab ich die Tage auch den Bescheid zur Reha bekommen, welche ich ab 16.06. bis 27.07. antreten kann. Da ich momentan Krankengeld bekomme und dann gerne mitte nächsten Monat kündigen möchte (hab keinen schriftlichen Vertrag und kann daher 4 Wochen zum Monatsende kündigen)stellt sich nun für mich folgende Problematik:
Ende letzten Jahres hab ich mit meiner Familie ab 01.08. 2 Wochen Ostseeurlaub gebbucht, welche wir auch gerne antreten wollen. Nun hab ich aber Angst das ich aus der Reha „gesund“ entlassen werde und dann zu meinem alten AG muss und a.) diesen Urlaub nicht antreten kann und b.) laut meinem Therapeuten eine Wiederaufnahme der Tätigkeit DORT vermeiden sollte.
Stelle mir nun folgende Möglichkeiten vor und hoffe es kan mir jemand Tipps geben:
1.) mitte nächsten Monat kündigen und mich (egal wie das Rehaergebnis ist) bis inkl. 31.08. krankschreiben lassen. Weiss halt nicht was passiert wenn die Reha sagt ich sei „gesund“.
2.) jetzt in 2 Wochen kündigen und dann mich ab Ende Reha bis 31.08. arbeitslos melden. Laut arge hätte ich bei einer Selbstkündigung die große Chance nicht gesperrt zu werden (Bericht meines Arztes ist dann erforderlich).
3.)nach Reha gesund schreiben lassen und dann zum alten AG gehen und auf meinen Resturlaub bestehen (hab da ca. noch 20 Tage und würde somit auch meinen Urlaub nicht antreten können. Dazu will und soll ich dort auch nimmer hingehen.)
Hoffe ich hab meine Situation einigermaßen verständlich formuliert und hoffe es gibt einige Tipps von euch, damit ich diesen „Übergang“ am Besten gestalten kann.
Viele Grüße
neuling2
Hi,
Nun hab ich aber Angst das ich aus der Reha „gesund“
entlassen werde
Das ist das Ziel einer Reha-Maßnahme 
Verstehe das Problem nicht ganz. Du bist bis zu Beginn der Reha-Maßnahme am 16.6. noch krankgeschrieben. Dann gehst Du vom 16.6. bis 27.7. in die Reha. Nach der Reha wird man in der Regel noch ein paar Tage krank geschrieben, zur „Wiedereingliederung“ in den Alltag. Am 1.8. bis ca. 15.8. fährst du in den Urlaub (und ich gehe davon aus, der ist vom Arbeitgeber bereits genehmigt). Zum 1.9. trittst Du eine neue Stelle an. D.h. es sind gerade mal 14 Tage, die zu überbrücken sind. Und die sind mit Deinem Resturlaub wohl abgedeckt.
Also kündige (mit welcher Frist auch immer) zum 1.9. Deinen Arbeitsvertrag beim jetzigen Arbeitgeber und nimm für die Überbrückungsphase vom ca. 15.8. bis Ende August Deinen Resturlaub.
Gruß,
Anja
Ergänzung
Hallo!
Was Anja schreibt erscheint auch mir völlig plausibel. Ergänzen möchte ich die Frage, ob du tatsächlich meinst, nach der Reha wieder völlig gesund zu sein?
Ich habe bereits zweimal ein Burnout gehabt (das erste leider unbehandelt) und brauchte recht lange, bis ich wieder voll arbeiten konnte. Häufig schließt sich an eine Reha eine Wiedereingliederungsmaßnahme an in Form einer reduzierten Stundenzahl. Das solltest du etvtl. auch mit deinem neuen Arbeitgeber abklären.
Und lass dich ruhig noch eine Weile von deinem Therapeuten betreuen.
Alles Gute!
LiebeGrüßeChrisTine
Danke für die Antworten,
mein Therapeut sichert mir zu das ich mit diesem beruflichen „Neuanfang“ in der neuen Firma ab dem 01.09. mit Hilfe seiner weiteren Unterstützung ohne Probleme anfangen und bestehen kann. Da ich seit Februar bei Ihm in Behandlung bin, kann er das auch zusammen mit mir und meiner Familie bewerten. Selbst ohne diese nun kommende Reha sah er für mich die Möglichkeit bald wieder (voll!)im Beruf einzusteigen.
Jedoch allerdings nicht beim alten Arbeitgeber.
Da ich auch in gutem aus dem alten Verhältnis ausscheiden möchte, wäre es für mich eher schwierig auf meinen Urlaub zu bestehen am Schluss und mich für diese Tage quasi „gesundschreiben“ zu lassen (Anspruch und Gesetz mal ganz egal). Ein gutes Ende wäre durch so eine Aktion nicht wirklich anzustreben.
Naja - werde mir mal weiter meine Gedanken machen udn mich mit den Rehaärzten beratschlagen.
Gruss
Hi
Nun hat es sich ergeben das ich am 01.09. eine neue Stelle
antreten kann.
Das ist das Wesentliche, würde ich mal sagen. Es geht -wieder einmal- darum, Prioritäten zu setzen. Bei der heutigen Arbeitslosigkeit und Wirtschaftslage scheint es mir zunächst das Wichtigste, diese Stelle so schnell wie möglich fest zuzusagen, also keine Ambivalenzen oder Entscheidungsschwierigkeiten dort zu zeigen, sondern zu unterschreiben. Krank kann man immer werden, das kann jedem passieren. Aber erstmal die neue Stelle nehmen. Alles andere läuft locker bis dahin, auch deine Reha und dein Urlaub, so Gott will.
Gruß,
Branden
Hi nochmal
schwierig auf meinen Urlaub zu
bestehen am Schluss und mich für diese Tage quasi
„gesundschreiben“ zu lassen
Ein „Gesundschreiben“ gibt es im GRunde nicht, auch wenn dieses Wort immer wieder von Patientenseite benutzt wird. Ich habe in meiner Paxis auch ständig mit diesem Irrtum zu tun.
Du kannst jederzeit deine AU -Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung- von dir aus beenden, wenn du wieder als gesund gelten möchtest. Die AU gibt dir nur die MÖglichkeit, nich zum Arbeitsplatz zu gehen, aber sie bindet dich nicht daran.
Gruß,
BRanden
Hallo,
das ist mir bekannt das ich eine AU selber beenden kann. Bei meinem Fall aber würde ich diese AU halt gerne bis Antritt vom neuen Job aufrechterhalten. Das wäre der Zeitraum nach der Reha vom 28.07. bis inkl. 31.08.
Gruss
Ich denke, da wird sich ein verständnisvoller Arzt fr so eine AU-Verlängerung finden.