Wie geht man mit Deppressiven um?

Hallo,

ich habe da eine Freundin,die leider unter Depressionen zu leiden hat.
Ich selbst kenne Depressionen,kann durchaus ihre negative Grundstimmung nachvollziehen,aber trotzdem bin ich mir nicht sicher,ob ich richtig mir ihr umgehe.Soll ich sie den wie ein hilfsbedürftiges Baby behandeln?
Das kann ja wohl nicht die Lösung sein.
Aber Schonung braucht sie wohl schon.Aber irgendwann muß sie sich dann auch wieder sachte auf die Beine stellen.

Kann mir jemand sagen,wie man dieser ständigen Negativauslegung begegnen soll?
Vor Therapeut hat sie Angst,da sie keine Medikamente nehmen will,was ich nachvollziehen kann,da sie ziemlich betäuben.
Und dann ist da noch die Frage,wer ist der richtige Therapeut.
Also ich möchte sie unterstützen,ihr einfach nur beistehen.
Habe keine Helfersyndrom.
Also wieder zurück zur Ausgangsfrage.

Danke für die Antworten

Matthias

Hallo,

ich habe da eine Freundin,die leider unter Depressionen zu
leiden hat.
Ich selbst kenne Depressionen,kann durchaus ihre negative
Grundstimmung nachvollziehen,aber trotzdem bin ich mir nicht
sicher,ob ich richtig mir ihr umgehe.Soll ich sie den wie ein
hilfsbedürftiges Baby behandeln?

Nein, solltest du nicht. Am besten ist es, wenn du vorsichtig fragst, ob sie über ihre Gefühle reden will. Gebe ihr nie das Gefühl, als ob sie krank wäre. Behandele sie einfach ganz normal.

Das kann ja wohl nicht die Lösung sein.
Aber Schonung braucht sie wohl schon. Aber irgendwann muß sie
sich dann auch wieder sachte auf die Beine stellen.

Kann mir jemand sagen,wie man dieser ständigen
Negativauslegung begegnen soll?
Vor Therapeut hat sie Angst,da sie keine Medikamente nehmen
will,was ich nachvollziehen kann,da sie ziemlich betäuben.

Wenn es richtig schlimm ist, wird sie es leider ohne Medikamente nicht aus den Depressionen heraus schaffen. Nachvollziehen kann ich sie aber.

Und dann ist da noch die Frage,wer ist der richtige Therapeut.

Am besten jemand, von dem man weiß, dass er gut ist, z. B. den jemand aus persönlicher Erfahrung kennt. Außerdem kann der Hausarzt vielleicht noch einige Adressen geben.

Alles Gute,

Vanessa

Hi!
Wenn Du Informationen aus „erster Hand“ möchtest, empfehle ich Dir das „Kompetenznetz Depression“ incl Forum!
Gruß,
Norah
www.kompetenznetz-depression.de

Also noch mal http://www.kompetenznetz-depression.de

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Matthias,
kann ich nur immer wieder folgendes Buch empfehlen:
Daniel Hell
„Welchen Sinn macht Depression“
Rowohlt TB
(weiß nicht, wie das mit dem *Buch anschauen*-Link funktioniert).
Das ist in auch für Laien verständlicher Sprache sowohl von den Betroffenen selbst, wie aber auch von Angehörigen und ihren Umgang mit dem/der Kranken zu lesen.
Herzlichen Gruß,
Anja

Hallo,

ich meine irgendwie muß man doch depressive Menschen doch erreichen können,auf irgendeine Weise muß doch da was sein oder ist Depression so zu verstehen,das sich die Seele eine notwendige Auszeit nihmt?
Ich meine,ich spüre doch auch das sie Nähe braucht.
Das ist das,was mir damals auch gefehlt hat.
Aber ich habe auch gelesen,das ein depressiver Mensch ein unstillbares Bedürfnis nach Liebe hat,das kann kaum gestillt werden.
Da ist ein Loch,ein schwarzes Loch,das gierig ist auf Materie und immer mehr will.
Ich glaube in dem Moment,wo der Mensch wieder selbst die Wärme in sich entzündet,da beginnt die Heilung.
Aber das will sie nicht hören,sie sagt,das überfordere sie.
Schade das solche Menschen,die mit solchen Schwierigkeiten zu kämpfen haben,so als Spinner hingestellt werden,besonders in kleineren Gemeinden und in der Großstadt herrscht ja eh die anonyme Hülle des Schweigens,in die man sich so leicht einhüllen kann.
Tut mir leid,aber das ist doch auch weitesgehend die Realität.
Und sowas kriegen solche Menschen extrem zu spüren.
Na ja,vielleicht hat’s auch einfach wieder mit dem starken Bedürfnis zu tun.
Es gibt vielleicht doch Viele mit Menschlichkeit.Es gibt ja auch viele mit Depressionen,eigentlich dürfte das ruhig mal mehr in das öffentliche Bewußtsein.(Klingt aggressiv ich weiß,aber immernoch besser als die Aggression runterzuschlucken,zu verbergen und dann irgendwann als Bombe hochgehenzulassen).
Na ja,ich schau jetzt mal das ich wieder runterkomm.

Gruß Matthias

Keinen Druck machen
Hallo Matthias,

bin eine Betroffene, Depression als Folgeerscheinung einer anderen psychischen Störung.

Der Tip mit dem Kompetenznetz Depression ist sehr gut - vor allem im Forum unter „Angehörige“ kannst Du einiges lesen.

Was mich am meisten belastet:

  • „Treib halt einfach Sport, dann gehts Dir besser“
  • „Na schau, die Sonne schein“
  • „Aber Dein Lächeln wär doch so schön“
  • „Reiß Dich mal zusammen und fang wieder an zu leben“
  • „he, Du hast ja grade noch gelacht, Dir gehts dann doch schon viiieeellll besser!!! Na also, hab ich doch gesagt!!“

Nichts mit solchen Aussagen bitte. Mir persönlich hilft es am meisten, wenn ich so normal wie möglich behandelt werde - andererseits aber auch Freunde haben, die einfach nur zuhören, ohne groß zu antworten. Keine Ratschläge. Ich hab mich vielfach schlau gemacht über die Krankheit Depression - die Ratschläge kenn ich alle. Natürlich kann ich nicht behaupten, dass alle Depressiven alle Ratschläge schon kennen, aber es belastet mich zum Beispiel zusätzlich, wenn mir Freunde durch ihre Ratschläge das Gefühl geben, ich wäre zu dumm, das alles selbst zu wissen. Wenn ich können würde, würd ich doch das alles befolgen, was ich gelesen habe - aber es geht eben nicht. Und das ist für Außenstehende schwierig zu verstehen und belastet sie natürlich auch, schließlich wollen sie nur helfen.

Was Du auf gar keinen Fall machen solltest: Sie unter Druck setzen.
Mir ging es so, meine beste Freundin, mit der ich lange zusammenwohnte, hat mir ein Ultimatum gesetzt. Sie gab mir sechs Wochen Zeit, Schritte vorwärts zu tun - und mich nach den sechs Wochen bei ihr zu melden, sie bei sich und ihrem Freund zu besuchen. Die sechs Wochen werden erst Ende Juni vorbei sein, aber ich kann mir nicht vorstellen, sie dann anzurufen.

Das fühlt sich so an, als ob ich ein Schulkind wäre, dass eine Hausarbeit beim Lehrer abgeben soll. Der Lehrer schaut sich dann die Arbeit an und entscheidet, ob er ne 1 oder ne 6 gibt, Klasse bestanden oder nicht. Und das kann nicht sein. Ein Freund darf nicht darüber richten, welche Schritte richtig sind und eine Freundschaft weiter wert sind.

Nicht falsch verstehen, ich kann sie schon verstehen, es ist für Freunde äußerst anstrengend, einem psychisch kranken Menschen zu helfen zu wollen und nichts fruchtet. Es ist anstrengend, sich ewig das gleiche vom Depri anzuhören, keine Veränderungen zu sehen. Es ist auch schwierig, weil viele Depris kein Intersse daran haben, von den „gesunden“ Freunden was zu hören und sei es, dass die Freunde von Partys oder Liebeserklärungen ihrer Partner erzählen. Der Depri hat den Kopf mit sich selbst voll. Das ist dann auch enttäuschend für die Freunde, dass ihre Gedanken nicht wahrgenommen werden, dass der Depri kein Interesse für ihr Leben hat.

Ich denke natürlich auch viel darüber nach, dass diese Freundin mit dem Ultimatum mir dadurch nur helfen wollte, mir nen „Arschtritt“ geben. Mich vorwarnen wollte, dass sie die Freundschaft nicht weiterführen will, wenn ich ihrem Ultimatum nicht folge und mir so zu helfen. Und natürlich ist mir auch klar, dass ich das Ultimatum ja nicht „für sie erfüllen“ soll, um weiterhin die Legitimation zu haben, mit ihr befreundet zu sein, sondern um etwas für mich zu tun.

Jeder kann daraus eine Konsequenz ziehen und die kann auch sein, dass man die Freundschaft zum Depri entweder auf Eis legt oder sie abbricht. Das kann man niemanden verübeln. Aber wenn sich jemand einen wirklichen Freund nennen will, dann wäre es wichtig, dass sich der- oder diejenige bewusst dafür entscheidet und sich darüber im Klaren ist, welche Belastung das sein kann. Aber die Entscheidung muss man mit sich selbst ausmachen: Freundschaft ja/nein, man darf sie nicht davon abhängig machen, was der Depri dazu sagt.

Desweiteren, wie auch schon geschrieben wurde, sollte man auch einen „gesunden“ Freundeskreis haben, bei dem man wieder „auftanken“ kann. Das ist verdammt wichtig - man muss auf sich selbst achten und sich auch Auszeiten vom Depri-Freund gönnen.

Naja, wie gesagt, am besten mal im Kompetenz-Netz nachlesen.

Viele Grüße
Alexa

Hallo Alexa,

nur soviel,ich kenn mich durchaus aus mit Depressionen,sowohl aus eigener Erfahrung,wie auch aus Büchern.
Und das Kompetenzcenter kennt sie bereits.Ich kann mir da auch keinen neuen Rat holen.
Das mit dem normal behandeln,wie du schreibst ist wohl richtig.
Und ständig nach Tipps zu suchen und Fortschritte feststellen zu wollen,ja das ist nicht gut.
Ich weiß,das nicht fruchtet oder scheinbar nicht fruchtet,aber dieser Gedanke ist wohl gefährlich.
Und zum Freundeskreis: Sie hat da leider nicht allzuviel Auswahl.
Sie geht immer vom Pessimistischsten aus und sagt in einem Jahr werde ich sie wohl eh nicht mehr kennen.
Um mich geht es bei der ganzen Sache nicht,es geht um sie.
Sie kann die Liebe und Wärme für sich zur Zeit nicht aufbringen und ich bin kein wirklicher Ersatz dafür,ich bin höchstens eine Stütze,wie es Medikamente vielleicht auch sein können.
Aber wie Jan schrieb,wenn sie genug Kraft gesammelt hat,dann steht sie auch wieder auf.Ich bin halt kein Schutzengel,der sie unbemerkt und doch so wirkungsvoll, durch diesen Abschnitt begleiten kann.
Ich wollte gerne mit ihr wandern gehen,auch mal über längere Zeit(der Vorschlag kommt von ihr),aber sie schränkt auch ein,da sie in ihrem Studium steckt und daher keine längere Auszeit nehmen kann.
Und bei mir ist der Terminplan auch nicht so flexibel.
Und sie sagt auch,sie sei es nicht wert,das ich mich aufgewühlt fühle.
Aber gerade weil ich weiß,wie das ist,weil ich’s eben nachvollziehen kann.Weil ich es furchtbar schade finde,das sie sich damit herumquälen muß,aber sie wird in späteren Jahren davon profitieren.
Sie ist so ängstlich,ich will sie nicht fallen lassen.

Gruß Matthias

Freundschaft
Hallo Alexa,

Mir ging es so, meine beste Freundin, mit der ich lange
zusammenwohnte, hat mir ein Ultimatum gesetzt. Sie gab mir
sechs Wochen Zeit, Schritte vorwärts zu tun - und mich nach
den sechs Wochen bei ihr zu melden, sie bei sich und ihrem
Freund zu besuchen. Die sechs Wochen werden erst Ende Juni
vorbei sein, aber ich kann mir nicht vorstellen, sie dann
anzurufen.

Nochwas zum Thema Freundschaft, vielleicht will sie auch nur testen wie wichtig dir die Freundschaft ist.

Wenn man für einen Depri da ist, kann man sich oft anhören wie wichtig richtige Freundschaft ist, aber wenn man dann mal wieder durch ein Tief geholfen hat und es kommt kein Dankeschön - weil der Depri so ich zentriert ist das er es für übeflüssig hält, ist man schon arg enttäuscht.

Ich habe mich früher auch nie aktiv um die erhaltung von Freundschaften bemüht, aber immer erwartet das die anderen für mich da sind. Versuch das alles doch mal aus ihrer Sicht zu sehen und lege deine Maßstäbe mal an dein Verhalten an.

Eine Freundschaft ist sehr schnell zerstört, aber es ist sehr schwer wieder eine neue aufzubauen.

Sie anzurufen und ihr zu sagen wie wichtig dir die Freundschaft ist, ist doch schon ein Schritt vorwärts. Wenn du dich nicht meldest, könnte sie den Eindruck haben das dir die Freundschaft eigentlich scheiss egal ist und sie nur zum ausheulen gut war.

Gruss Jan

aus eigener Erfahrung
Hallo Matthias,

während ich die Texte unten gelesen habe, hab ich überlegt: wie gehe ich mit meinem Mann um???
Ja - was tue ich.
Die allermeiste Zeit einfach so wie mit allen anderen Menschen auch. Ich lass ihn sein, wie er ist und freue mich, daß er das mit mir auch tut. Ich gehe davon aus, daß er für alles was er tut einen guten Grund hat.
Das alles tu ich auch, in der Zeit, in der er ausstrahlt, daß nichts aber auch gar nichts hell und freundlich ist in seiner Welt. Und auch noch nie hell und freundlich war und auch nie hell und freundlich werden wird.

Ihm hilft es, daß er in mir jemanden gefunden hat, der absolut und unverrückbar zu ihm steht. Wenn er ängstlich und/oder depressiv ist, versuchen wir die Fakten zu prüfen und uns derer zu versichern. Und manchmal sind die Fakten einfach die Frage: Kann ich mich darauf verlassen, daß die Versprechen, die du mir gegeben hast noch wirksam sind???

Mir hilft, daß er sich seiner selbst so bewußt ist, daß er von Anfang an klar gemacht hat, daß seine Welt versinkt und er mit ihr und das das keinerlei Aussage über mich macht. Das er davon ausgeht, daß nichts ihm dann helfen kann und ich mich nicht abarbeiten muß. Und das er mich dann nicht daran erinnern kann, daß es ja nur eine Phase ist und danach eine andere kommt.
Dafür bin ich zuständig und das ist gut zu wissen. Es ist nur eine Phase.

Am Anfang waren die Phaseneinteilung 2/3 depressiv und 1/3 offen. (War das schwierig, als es uns mal 2 Wochen gut miteinander gegangen war und diese gute Phase dann vorbei war.)
Mittlerweile ist durch meine Beständigkeit und den gesicherten Halt, den er in mir und meiner (unserer - aber er ist halt nicht der biologische Vater) Tochter findet, die Phaseneinteilung viel besser und die Phasen insgesamt kürzer.

Manchmal ist es verflucht schwer. Dieser Mann, den ich so liebe, sieht absolut versunken in seinem Elend aus. Und wenn ich dann womöglich gerade selber Zuspruch bräuchte, tja - dann - brauchts halt mal mehr Kraft.
Allerdings bereichert er mit seinem Sein mein Leben in einer Art und Weise, die die schweren Phasen ausgleichen.

Ein Buch das er sehr hilfreich findet ist von John Bentley „Mein Leben mit der Depression“

Was wäre mein Tipp:
Nimm sie wie sie ist - wenn sie traurig ist, dann sei da. Wenn sie fröhlich ist, dann sei auch da.
Vergiß dich nicht und verlier dich nicht in ihrer Traurigkeit, es ist ihre nicht deine.

In diesem Sinne
Schönen Tag noch
Kerstin

Nachtrag:
Während ich das so lese.
Wir waren beide weit über 30 als wir uns kennengelernt haben und deshalb auf eine sehr positive Art und Weise desillusioniert. Ich bin sicher, daß ich das 10 Jahre früher nicht hinbekommen hätte, ich hätte ihn nicht zu schätzen gewußt und mehr erwartet.
Ich bekomme, jetzt insgesamt mehr als ich früher erwaret habe, aber es ist deutlich anders verpackt als ich mir das mit Anfang 20 erträumt habe.

Hallo Jan,

danke für Deine Gedanken. :smile:

Du hast vollkommen Recht mit diesen Zeilen als Antwort auf mein posting.

Es ist alles etwas komplizierter, um es hier genau zu beschreiben, wie das mit dieser Freundin ist, ich will die ganze Story aber nicht hier reinschreiben, weil es ja darum ging, wie Außenstehende helfen können. Hierzu kann ich natürlich nur meine eigenen Erfahrungen schreiben und das hab ich getan.

Wie ich in dieser Freundschaft weitergehe, ob ich das tue und so weiter, habe ich für mich noch nicht entschieden, grübel immer noch im Kreis rundherum und denke x-tausend Dinge durch, wie sie es gemeint haben könnte, ob sie recht hat oder nicht, ob man überhaupt von „Recht“ sprechen kann, wie ich fühle usw. Ich weiß noch nicht wie es sich entwickeln wird, da spielen natürlich die vergangenen Jahre Freundschaft mit allen Höhen und Tiefen eine Rolle.

Wenn man für einen Depri da ist, kann man sich oft anhören wie
wichtig richtige Freundschaft ist, aber wenn man dann mal
wieder durch ein Tief geholfen hat und es kommt kein
Dankeschön - weil der Depri so ich zentriert ist das er es für
übeflüssig hält, ist man schon arg enttäuscht.

Ich habe mich früher auch nie aktiv um die erhaltung von
Freundschaften bemüht, aber immer erwartet das die anderen für
mich da sind. Versuch das alles doch mal aus ihrer Sicht zu
sehen und lege deine Maßstäbe mal an dein Verhalten an.

glaub mir, das tue ich jeden Tag - eins meiner vielfältigen Psycho-Probleme: Grübelzwang, alles in alle Richtungen zerdenken incl. äußerst kritischer (wenn nicht sogar selbstzerfleischender) Eigenbeobachtung. Aber ich komm auf kein Ergebnis, wie ich mich fühlen „darf“ - „darf“ ich sauer auf sie sein wegen dem Ultimatum - „muss“ ich auf Knien bei ihr anrutschen, weil sie recht hat usw.??

Eine Freundschaft ist sehr schnell zerstört, aber es ist sehr
schwer wieder eine neue aufzubauen.

Sie anzurufen und ihr zu sagen wie wichtig dir die
Freundschaft ist, ist doch schon ein Schritt vorwärts. Wenn du
dich nicht meldest, könnte sie den Eindruck haben das dir die
Freundschaft eigentlich scheiss egal ist und sie nur zum
ausheulen gut war.

Ja, wenn mir die Freundschaft noch SO wichtig ist. Das muss ich erst noch für mich selbst rausfinden. Wie gesagt, es ist einiges passiert, was Du nicht wissen kannst, weil ich es hier absichtlich nicht geschrieben hab. :smile:

Trotzdem nochmal danke.

Grüße
alexa

Nochmal hallo Jan,

auch auf diese Antwort möchte ich eingehen. :smile:

Vorab: Das Ultimatum von sechs Wochen enthielt sehr bestimmte Schritte, die sie mir vorgab (u.a. „wechsle deine Therapeutin, weil ich weiß, dass deine therapeutin schlecht ist!!!“)

Das Thema - „Gibt sie mir ne 1 oder ne 6 auf meine Hausarbeit“:
Natürlich gibt es mehrere Stufen dazwischen. Was ich aber meinte, es ist meine Sache zu entscheiden, ob ich für meine Schritte in meinem Leben mir ne 1, ne 3 oder ne 4 gebe.
Aber es ist nicht ihre Sache, dass ich zu ihr hingehe und sage: „Also, ich hab in den letzten sechs Wochen die Therapeutin gewechselt, geh jetzt dreimal wöchentlich joggen und jeden Samstag in die Oper, ist das okay, um Deine Freunschaft weiter zu haben, ich persönlich geb mir dafür ne 2- und Du?“ Ich meine, wie will sie darüber urteilen?

„Okay, ist schön und gut, aber ich will ne Freundschaft, in der wir zusammen radelfahren und Samstags auf Partys gehen, aber zumindest hast Du die Therapeutin gewechselt, also ist wohl die Konsequenz daraus, dass ich Dir ne 4 gebe und damit die Freundschaft zu Dir immer noch auf wackeligen Füssen steht“.

Ich grübel jeden Tag darüber nach, ob diese, meine Argumentation richtig ist oder ob ich auf dem Holzweg bin. Eine Antwort hab ich nicht.

Wie Du auch geschrieben hast „Freund ist nicht gleich Freund und jedem steht eine Auszeit zu“. Vollkommen klar, das hatte ich ja auch geschrieben:

Zitat von mir:
Jeder kann daraus eine Konsequenz ziehen und die kann auch sein, dass man die Freundschaft zum Depri entweder auf Eis legt oder sie abbricht. Das kann man niemanden verübeln. Aber wenn sich jemand einen wirklichen Freund nennen will, dann wäre es wichtig, dass sich der- oder diejenige bewusst dafür entscheidet und sich darüber im Klaren ist, welche Belastung das sein kann. Aber die Entscheidung muss man mit sich selbst ausmachen: Freundschaft ja/nein, man darf sie nicht davon abhängig machen, was der Depri dazu sagt.

Desweiteren, wie auch schon geschrieben wurde, sollte man auch einen „gesunden“ Freundeskreis haben, bei dem man wieder „auftanken“ kann. Das ist verdammt wichtig - man muss auf sich selbst achten und sich auch Auszeiten vom Depri-Freund gönnen.

Zitatende

Gerade im letzten Absatz hab ich ja genau darauf hingewiesen, dass man sich Auszeiten vom Depri-Freund gönnen MUSS; ist vielleicht missverständlich geschrieben, ich meinte eben genau die hilfreichen Freunde, die sich eben die Auszeit vom Depri in einem „gesunden“ Freundeskreis holen sollten. Ich meinte nicht den Depri, der den „gesunden“ Freundeskreis braucht (natürlich braucht er den auch, aber das meinte ich hier nicht), sondern eben genau der nicht-depressive, hilfreiche Freund. Vollkommen klar, ich beschrieb ja auch mein verständis dafür, dass ein Depri-Mensch sehr belastend und anstrengend sein kann.

Wie es auch sei - helfen kann mir bei meiner Entscheidung, wie das weitergeht keiner, das weiß ich; selbst wenn ich hier alles schreiben würde, was so vorgefallen ist, könnte ich nur meine subjektive Sicht der Dinge (Möglichkeiten der Fehlinterpretation, aber auch eigene Fehler eingeschlossen) darstellen.

Grüße
alexa

Hallo Alexa,

Es ist alles etwas komplizierter, um es hier genau zu
beschreiben, wie das mit dieser Freundin ist, ich will die
ganze Story aber nicht hier reinschreiben, weil es ja darum
ging, wie Außenstehende helfen können. Hierzu kann ich
natürlich nur meine eigenen Erfahrungen schreiben und das hab
ich getan.

Schon klar, bei dem Thema kann ich einfach nicht die Klappe halten und bevor ich wieder alles tausendfach hin und her denke - schreib ich es einfach, damit es aus meinem Kopf raus ist :wink:

Wie ich in dieser Freundschaft weitergehe, ob ich das tue und
so weiter, habe ich für mich noch nicht entschieden, grübel
immer noch im Kreis rundherum und denke x-tausend Dinge durch,
wie sie es gemeint haben könnte, ob sie recht hat oder nicht,
ob man überhaupt von „Recht“ sprechen kann, wie ich fühle usw.

ja solche Gedanken kenn ich auch, da hilft nur reden

glaub mir, das tue ich jeden Tag - eins meiner vielfältigen
Psycho-Probleme: Grübelzwang, alles in alle Richtungen
zerdenken incl. äußerst kritischer (wenn nicht sogar
selbstzerfleischender) Eigenbeobachtung.

Vor kurzer Zeit hab ich ständig darüber nachgedacht ob gut genug für eine bestimmte Frau bin. Weiss auch nicht wie ich es beschreiben soll, aber plötzlich fiel mir die Frage „Warum denkst du Trottel nicht erstmal darüber nach, ob sie gut genug für dich ist und was wenn sie genau so denkt?“ ein. Das dumme Grübeln war damit weg. Und auch das ständige von „alle Anderen ausser mir sind eh Blödmänner“ und „eigentlich bin ich der letzte Dreck“ Schwanken. Irgendwie war ich da plötzlich in der Mitte angekommen und kann gar nicht genau sagen wie und warum :smile:

Aber ich komm auf
kein Ergebnis, wie ich mich fühlen „darf“ - „darf“ ich sauer
auf sie sein wegen dem Ultimatum - „muss“ ich auf Knien bei
ihr anrutschen, weil sie recht hat usw.??

Ich hab für mich festgestellt, das langes Nachdenken und Grübeln nichts bringt. Handeln ist das einzige was wirklich hilft, hör auf deine Gefühle. Lieber einmal etwas falsches sagen als immer nur Grübeln und am Ende nichts tun. Das ist sicher nicht der Königsweg aber es schafft entlastung und es staut sich nicht so viel.

Das Aufstellen eines Punkteplanes wäre für mich ein Schritt zuviel. Das schlimmste für mich ist wie ein kleines Kind behandelt zu werden. Gerade weil das meinem inneren Selbst(?Wunsch?)bild völlig wiederspricht und mich nur noch mehr in die Depression bringt. Mir reicht es schon ernst genommen zu werden und schon geht es mir besser. Naja wobei ich da wieder die Angst habe gleich abzuheben :wink:

Ja, wenn mir die Freundschaft noch SO wichtig ist. Das muss
ich erst noch für mich selbst rausfinden. Wie gesagt, es ist
einiges passiert, was Du nicht wissen kannst, weil ich es hier
absichtlich nicht geschrieben hab. :smile:

brauchst du auch gar nicht ich wollte eigentlich nur das Grübeln, das dein Artikel in mir ausgelöst hat beenden.

Achja ich hab einiges wirklich falsch verstanden.

Grüsse Jan