Wie gewöhne ich meinen Westie an den Zweithund?

Guten Tag,

wir haben einen sechs Jahre alten Westie-Rüden, kastriert. Wir haben uns jetzt dazu entschieden einen Hund vom Tierschutz dazu zu nehmen. Wir wurden fündig. Eine noch unkastrierte Hündin 7 Monate alt, irgendein Jagdhund-Mischling. Wir haben sie bei der Pflegefamilie besucht, alles bestens soweit. Wir haben sie heute abgeholt. Im Auto fing sie an zu weinen und rum zu springen, dass hat unsern Hund dazu veranlasst sie böse anzuknurren. Wir haben sie dann im Garten rumlaufen lassen, da ging das eignetlich auch recht gut. Im Haus ging es unterschiedlich. Aber jetzt ist es so, dass die neue Hündin, die übrigens sehr Menschenscheu ist und sehr Angst hat unseren sofort anknurrt sobald er in ihre Nähe kommt. Sie würde dann aufeinander lso gehen und raufen. Wir unterbinden das natürlich sofort. Ich habe aber jetzt keine Ahnung was ich tun kann, um das zu bessern. Ich habe Angst sie könnten so raufen, dass etwas ernstes passiert. Traue mich ja gar nicht die beiden alleine in einem Zimmer zu lassen. Bitte gebt mir doch Tipps was ich am besten machen kann. Vielen Dank schon mal

Hallo,

eigentlich kann ich in dem, was du beschreibst, nichts anderes erkennen als normale Kommunikation zwischen Hunden. Euer Rüde fühlt sich als Hausherr und diktiert die Verhaltensregeln. Und sie ist noch völlig verunsichert und hält ihn sich durch Knurren, Fauchen und Abschnappen vom Leib.

Was hat man euch denn in der Pflegestelle über ihr Verhältnis zu anderen Hunden gesagt? Habt ihr die beiden Hunde nicht mal vorher zusammen laufen lassen? Das wären eigentlich die grundlegendsten Infos und Tests, bevor man sich einen Zweithund holt.

Ich persönlich würde mich aus der Hundekommunikation raushalten. Es ist absolut notwendig, dass die beiden eine Rangordnung entwickeln, und das wird nicht gelingen, solange ihr jede Auseinandersetzung unterbindet. Im Normalfall geschieht sowas mit viel Gebrüll, aber ohne ernsthafte Blessuren - zumal es sich um Rüde und Hündin handelt.

Ich würde die beiden in der ersten Nacht auseinanderhalten. Vielleicht kann einer von euch mit der Hündin in einem Raum schlafen, in den der Rüde nicht kommt. Dann kann sie heute nacht ein wenig zur Ruhe kommen. Ab morgen macht ihr dann erst mal einen laaaaangen Spaziergang, bei dem die beiden ausgiebig Kontakt aufnehmen können. Das macht aber nur Sinn, wenn ihr beide von der Leine lassen könnt, sonst bleibt lieber im Garten. Und dann lasst ihr die beiden mal. Zur Sicherheit könnt ihr einen Eimer Wasser in Reichweite stellen, falls es blutig werden sollte. Das würde ich aber nicht erwarten.

Für die nächste Zeit solltet ihr unbedingt alles wegräumen, was Beute ist, also Spielzeug, Äste…Beute ist der Hauptstreitpunkt unter Hunden. Füttern solltet ihr in getrennten Räumen bei geschlossener Tür.

Und: Vom ersten Tag an klare Ansagen für den neuen Hund. Sie lernt in jeder Sekunde ab dem Betreten des Hauses, was hier erlaubt und was verboten ist. Ihr erleichtert ihr das Ganze, wenn das vom Anfang an klar ist. Hunde brauchen keine „Eingewöhnungszeit“.

Schöne Grüße,
Jule