Wie glaubwürdig ist die Abstimmung für Schröder

wenn acht Grüne ursprünglich gegen den Kriegseintritt waren, sich dann aber aus verständlichen Gründen auf 4 Befürworter und 4 Gegenstimmen verständig haben. Ist dies dem Bürger noch zu vermitteln, dass man einfach aus eienr Ablehnung eine Aufteilung macht ?

Es geht mir hier weniger um Zustimmung oder Ablehnung. Die Frage richtet sich auf den Vorgang, aus 8 Nein mach 4 Ja und 4 Nein um dann zu erklären, der Wille aller acht sei hiermit erklärt. Ich glaube, dass dies dem Bürger nicht zu vermitteln ist oder meint Ihr doch ?

Gruss Günter

Hallo,

dem Bürger ist das nicht nur egal sondern scheissegal, da
weit mehr als 50% der Bürger (bei allen Umfragen) für den Mil-Einsatz sind.

mfg: Josef Spies

Hallo Josef,

dem Bürger ist das nicht nur egal sondern scheissegal, da
weit mehr als 50% der Bürger (bei allen Umfragen) für den
Mil-Einsatz sind.

Dies mag zwar einerseits richtig sein. Andererseits, betrachtet man einfach mal wie es zu dieser Abstimmung gekommen ist, sind ganz erhebliche Zweifel anzubringen, ob Schröder nicht den Boden unter den Füssen verlassen hat und in anderen Regionen schwebt. Es stand zwar das Recht zu, diese Abstimmung vorzuenhemn, doch wie die einzelnen Abgeordneten unter Druck gesetzt wurden, aufgefordert wurden, das Mandant niederzulegen oder für Schröder zu stimmen, wie man den Abgeordneten offen zum Hilfstrupp der SPG gemacht hat, ist mehr als bedenklich. Und wäre dies nur einmal bei der CDU unter Kohl geschehen, ich möchte mal hören, wie die SPD, die Grünen und die Gewerkschaften aufgeschrieen hätten. Verrat an der Demokratie, Willkür oder Parteidiktatur wären wohl die geringsten Worte gewesen. Mir geht es nicht darum, dass abgestimmt wurde, denn dies ist nun mal legitimes Recht, sondern wie Abgeordnete zu „Ja-Sagern“ geprügelt worden sind. Diese Partei zerstört wie nie eine Partei zuvor die Demokratie.

Gruss Günter

hallo Josef,
meines Wissens gibt es Umfragen, aus denen hervorgeht, dass 3/4 der Bevölkerung gegen einen BW-Einsatz in Afghanistan sind.
Grüße
Raimund

eher bedenklich…

Mir geht es nicht darum, dass
abgestimmt wurde, denn dies ist nun mal legitimes Recht,
sondern wie Abgeordnete zu „Ja-Sagern“ geprügelt worden sind.
Diese Partei zerstört wie nie eine Partei zuvor die
Demokratie.

Hallo Günter,

hier stimme ich dir zu. Ich denke, Schröder kann sich solche Dinge nur deshalb leisten, weil um ihn herum ein Machtvakuum herrscht. Jede Diskussion zu seiner Person könnte er momentan mit einem einfachen „Na, wen denn sonst?“ abblocken - und daraus bezieht er seine Macht. Wenn nämlich - wie jetzt - alle Alternativen wegfallen, dann bleibt als einzige Alternative eben nur der Schrödismus - aber mit Verlaub, den halte ich für schlimmer als den von dir befürchteten „Sozialismus“.

Bezüglich dessen denke ich nämlich, es wird ohnehin Zeit, dass die PDS mal ein bisschen Regierungsverantwortung übertragen bekommt, damit sie zeigen können, was sie in den letzten 12 Jahren so gelernt haben. Gerne hätte ich das in Berlin gesehen, weil es dort ja noch am ehesten dem Wunsch der Bürger entsprochen hätte - aber da hätte sich die SPD ja dann nicht genügend profilieren können…

Aber gut, das allererste, was wir momentan wieder brauchen, ist eh eine Opposition, also Menschen, die die Regierung zum Nachdenken, Verhandeln und Kompromisse-Schließen zwingen. Zu Deutsch: Gebt uns erstmal unsere Demokratie wieder - der Rest kommt dann schon von selbst. Und auch da ist die PDS momentan praktisch die einzige Partei, die Oppositionspolitik macht - Kunststück, sie hat ja auch keinerlei Einfluss.

Das unterstützt aber wohl deine These, dass die PDS bei den nächsten Wahlen Zulauf haben dürfte…

Gruß,
Stefan

Mir geht es nicht darum, dass
abgestimmt wurde, denn dies ist nun mal legitimes Recht,
sondern wie Abgeordnete zu „Ja-Sagern“ geprügelt worden sind.
Diese Partei zerstört wie nie eine Partei zuvor die
Demokratie.

Hallo Günter,

hier stimme ich dir zu. Ich denke, Schröder kann sich solche
Dinge nur deshalb leisten, weil um ihn herum ein Machtvakuum
herrscht. Jede Diskussion zu seiner Person könnte er momentan
mit einem einfachen „Na, wen denn sonst?“ abblocken - und
daraus bezieht er seine Macht. Wenn nämlich - wie jetzt - alle
Alternativen wegfallen, dann bleibt als einzige Alternative
eben nur der Schrödismus - aber mit Verlaub, den halte ich für
schlimmer als den von dir befürchteten „Sozialismus“.

Das unterstützt aber wohl deine These, dass die PDS bei den
nächsten Wahlen Zulauf haben dürfte…

Hallo Stefan,

die These ist relativ einfach. Die Grünen haben eines der von den Grünen bisher geführten Zeile verlassen und viel der Anhänger können naturgemäss - teilweise werden sie auch aus Wut - was am Freitag geschehen ist nicht SPD wählen - ausserhalb der Grünen nur noch PDS wählen, denn alle anderen stimmen ja mit den Zielen von Schröder überein. Folglich muss die PDS Zulauf haben.

Ich bedauere es auch, dass die PDS in Berlin keine Chance hat, denn erstens wäre es ganz gut, sie könnte beweisen, was sie fordert, dass sie dies auch umsetzen kann und andererseits halte ich Gysi für keinen schlechten Politiker. Es wird auch niemand nun für die Zukunft die PDS vor allen in den neuen Bundesländern verhindern können. Denn die Westparteien haben bis heute noch nicht die Situation in den neuen Ländern richtig eingeschätzt und alleine eine Merkel ist eben noch keine entsprechende Politik. Wie übrigens will man diesen Mitbürgern deutlich machen, dass was, was in Berlin jetzt geschehen ist, diese Kungelei, die man der SED bei Wahlen und Abstimmungen angekreidet hat, dass dies im Osten falsch, aber zehn Jahre später im Westen richtig ist ? Und die Grünen müssen sich doch die Farge stellen, wie man einem Volk erklären kann, dass 8 gegen etwas sind, weil aber Stimmen benötigt werden, stimmen 4 für und 4 gegen, mit dem Hinweis, dann wäre beiden Seiten Rechnung getragen worden. Hier kann man nur noch mit Kopf schütteln reagieren. Ich habe gestern mit zwei Kreisvorstandsmitglieder der Grünen gesprochen, die beide in Ämtern sind, die beide aus der Partei der Grünen ausgetreten sind und weitere kennen, dei in den nächsten Tagen austreten werden. Die Grünen im Bundestag - und ich glaube auch Schröder - haben nicht erkannt, dass die Basis eine solche Entwürdigung einer Partei nicht akzeptieren. Wer so vorgeführt wird - da gebe ich ausnahmsweise Westerwelle recht - lebt im Zustand der alsbaldigen Trennung. Mich würde es überraschen, wenn die Regierung bis ins Frühjahr hält. Und dann gewinnt Schröder alleine die mehrheit, weil die CDU keine Opposition ist.

Gruss Günter

Hallo Raimund,

kommt immer darauf an, wie man die Frage formuliert und welche
Inhalte in diesen Fragen stecken.
So wie die Inhalte über das vorliegende abgestimmte Paket des
Einsatzes sind über 50% der Deutschen dafür.

mfg: Josef

Hallo Josef,
klar, jede Umfrage ist so gestaltet, dass das Ergebnis so ausfällt, wie man es gerade braucht.
Ich beziehe mich gerade auf die Umfrage, die Lars weiter unten erwähnt: 1/3 der Deutschen sind für Bodentruppen, 2/3 dagegen.
Würde ich die Freage jetzt stellen: sind Sie dafür, dass D Sanitätssoldaten nach Afghanistan schickt? dann werde ich mit Sicherheit 2/3 für den Esatz bekommen. Jetzt brauche ich nur noch schreiben: 2/3 der D sind für Soldaten in Afghanistan. 2-3 mal abgeschrieben, werden daraus Kampftruppen.
Grüße
Raimund