Re-Moin,
Also im normalen Sprachgebrauch ist mir das auch klar so.
Ich schreibe auch :„Er ist gebürtig aus Deutschland.“ oder
„Gebürtig ist er aus Frankreich“.
ei, wenn Dir das im normalen Sprachgebrauch klar ist, warum willst Du nun einen unnormalen Sprachgebrauch anwenden?
Allerdings ist die Satzkonstellation ja ein wenig anders…
„Dieser aus Samos gebürtige Mathematiker,…“
oder
„Dieser in Samos gebürtige Mathematiker,…“
Die Satzkonstellation spielt für den korrekten Gebrauch eines Worts keine Rolle.
Sprachen sind nicht logisch konstruiert, aber manchmal kann man doch eine Logik hinter der Gebrauchsanweisung für ein Wort entdecken.
Guck Dir mal die Definition des Duden an:
- ge|bür|tig [mhd. gebürtich, ahd. gibürtīg]: geboren in, der Geburt nach stammend aus
http://www.duden-suche.de/suche/trefferliste.php?suc…
Da kämst Du wohl kaum auf die Idee zu schreiben „er stammt der Geburt nach in Frankreich“, gell?
„Der aus Frankreich gebürtige Mathematiker“ klingt sehr
komisch,
Nee, für mich nicht.
„Der in Frankreich gebürtige Mathematiker“ klingt irgendwie
angenehmer für mich,
Re-Nee, für mich nicht.
zumal es „Der in Frankreich geborene
Mathematiker“ auch richtig ist und kein „aus“ braucht.
Stimmt, aber das ist ein anderer sprachlicher Schuh. Ausserdem wolltest Du wissen, wie es richtig heisst und nicht, was irgendwie angenehmer klingt.
Hier noch ein paar Belege für den korrekten und ausserdem konventionell üblichen Gebrauch des Wortes:
„Signifikante rechte Nachbarn von gebürtig:
aus (185), in (15), im (5)“
http:///cgi-portal/de/wort_www?site=208&Wort_id=8342678
Falls Du wortschatz.uni-leipzig.de nicht kennst:
man hat Pressetexte digitalisiert und anhand dieses Korpus lexikalische Studien betrieben. „Signifikante rechte Nachbarn“ gibt an, wie oft das angeführte Wort in den Texten rechts von „gebürtig“ steht.
So, da kommt nun 185 Mal „gebürtig aus“ vor, und nur 20 Mal „gebürtig in/im“.
Die Beispiele werden mit Quellenangabe zitiert; sie sind also nicht erfunden, sondern aus der deutschen Presse gebürtig.
Aber mach in Deiner Facharbeit, was Du willst. Schreib halt „Dieser in Samos gebürtige Mathematiker,…“, wenn die falsche Formulierung Deiner individuellen Wahrnehmung von sprachlichem Wohlklang entspricht. Dein Lehrer wird Dir deswegen bestimmt kein Pünktchen bei der Benotung abziehen - ich zumindest täte es nicht, wenn ich noch Pauker wäre.
So, un nu lanx aba!
Grüsse aus der Morgensonne
Pit