Hallo Marco,
Gab es bei dem Schaffen dieses Typen
eigentlich auch irgendwelche Erkenntnisse die der Humanmedizin
irgendwas gebracht hätten?
Der Spiegel hat zu dieser Frage einen interessanten Artikel veröffentlicht, und zwar am 21.03.2005, „Teufel im Barackenmeer“. Ist leider kostenpflichtig, aber nicht teuer.
Mengele arbeitete in Auschwitz, soweit ich das bisher herausfinden konnte, an zwei Projekten:
„Spezifische Eiweißkörper“ - In diesem Projekt (gesponsort vom Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin, heute Max-Planck-Gesellschaft) wurden Blutproben untersucht.
„Augenfarbe“ - Ich glaube da ging es um Heterochromie (verschiedenfarbige Augen), auch daran war das Kaiser-Wilhelm-Institut beteiligt und bekam regelmäßig Proben (=Augen), die als „kriegswichtiges Material“ nach Berlin wurden.
Oh Mann. Mir kommt gerade was: Ich habe da einen Fernsehbericht versäumt!
Na egal, zurück zum Thema. Mengele untersuchte auch Zwillinge. Diese Untersuchungen führte er als Assistent von Professor Otmar von Verschuer aus. Verschuer vernichtete nach dem Krieg sämtliche Korrespondenz mit Mengele, und sämtliche Forschungsergebnisse, so dass man heute nicht mehr sagen kann, ob etwas sinnvolles dabei rausgekommen ist. Verschuer tat das natürlich, um seine eigene Haut zu retten. Mit Erfolg übrigens: Er war nach dem Krieg noch mehrere Jahre lang Professor für Humangenetik an der Uni Münster.
In einem Buch über Humangenetik des von Verschuer, in der Auflage von 1945, kündigt er zwar ein Kapitel über Zwillingsforschung an, dass er jedoch aufgrund der „Kriegslage“, oder wie er es nennt, nicht veröffentlicht.
Ich habe leider keine Zeit, dass jetzt alles nachzusehen; nur für den Spiegel-Artikel hat’s gereicht. Muss zu einem Vorstellungsgespräch. Hoffentlich habe ich jetzt auf die Schnelle nichts verwechselt - falls doch, sorry.
Den Wiki-Artikel müsste ich auch mal überarbeiten. Bin noch nicht dazu gekommen, bzw. habe mir noch nicht die Zeit dazu genommen.
Schöne Grüße
Petra