Liebe/-r Experte/-in,
ich hoffe Sie können mir eine sicher oberflächlich gestellte Frage zur Bewertung eines internen Prozess beantworten.
Wie errechnet man in der Praxis, wieviel ein interner Prozess ein Unternehmen im Durchschnitt kostet?
z.B. wieviel es ein unternehmen kostet wenn ein mitarbeiter neues arbeitsmaterial anfordert. Wird neue Software angefordert sind mehrere Abteilungen und Rollen involviert: Mitarbeiter selbst (Anforderung/Invest), IT (kontrolle Anforderung), Entscheider (Invest freigabe), Einkauf, Logistik (Wareneingang & Kontrolle), Anlagebuchhaltung (AFA, Inventar), FIBU (Zahlungsverkehr, Buchung), EDV (installation & konfiguration), Ausfallzeit: mitarbeiter kann während der installation nicht arbeiten, EDV (Aufnahme in Software Asset Management)
Wie hinterlegt man für die internen Ressourcen in der Praxis einen € Wert?
Mit der Stopuhr und den Gehaltsabrechnungen in der Hand am Schreibtisch der Prozessbeteiligten lauern ? 
Vorab tausend Dank für einen Tipp!
Gruss, Marcel Lepkojis
Hallo Herr Lepkojis,
eine interessante und nicht ganz leicht zu beantwortende Frage.
Ich hatte mal ein ähnliches Problem und dies so gelöst, dass ich Interviews mit den Beteiligten geführt hatte mit der Zielsetzung Zeitschätzungen zu erhalten. Die Zeiten wurden dann mit einem internen Stundensatz multipliziert um auf die Kosten zu kommen. U.U. muss bei den Stundensätzen noch nach Qualifikation differenziert werden. Lohnt sich aber häufig nicht, da hier i.d.R. gleich hohe Qualifikationen anzusetzen sind und alles eh auf eine Schätzung hinausläuft.
Ein Hinweis: Häufig sind die Aufwendungen EDV ausgesourced, dann sind Zeit und Kosten recht genau bekannt. Die Zeit der Installation ist dann die Zeit des Arbeitsausfalls, sofern der wirklich anfällt, ein MA muss ja nicht zwangsläufig untätig sein während der Installation.
Neue Software bedingt i.d.R. Schulung auf die Software und einen gewissen Produktionsverlust in der Anfangsphase, das scheint mir nicht berücksichtigt zu sein.
Noch ein Hinweis: Wenn die EDV nach ITIL aufgestellt ist, dann sollte es für solche Vorgänge SLAs (Service Level Agreements) resp. UCs (undersigned Contracts) geben, die i.d.R. auch Fallkosten ausweisen. Wenn das der Fall ist, dann würde ich blind diese Zahlen verwenden um konsistent zu bleiben.
Ich hoffe ich konnte ein wenig helfen.
Mit freundlichen Grüssen
Diplom-Physiker Thomas Braml
Lieber Marcel Lepkojis.
wenn es genau sein soll, dann ermittelt man für jede beteiligte Person die investierte Zeit. Dann berechnet man die jeweiligen Vollkosten der Person. D.h. man nimmt das Gesamtbudget der Abteilung/Kosteneinheit, schlägt noch die jeweiligen Overheadkosten (z.B. allg. Verwaltung, Personalabteilung, Kantine, Werkschutz, … ) dazu und teilt es durch die durchschnittlich im Monat geleisteten Mitarbeiterstunden.
Normalerweise liefert die Buchhaltung/Controlling entsprechende Daten.
Moderne EDV-Systeme wie SAP helfen liefern diese Info quasi auf Knopfdruck bei entsprechend richtiger Parameterisierung.
In der Praxis werden allerdings oft nur Richtgrößen benutzt, da nicht jeder immer zu 100% ausgelastet ist.
Bitte in der Praxis aufpassen bei der Stoppuhr. Betriebsräte sind da wegen möglicher Restrukturierungen sehr aufmerksam!
Ich hoffe, dass diese Info weiterhilft.
mfg
jw
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Liebe/-r Experte/-in,
Hi Marcel, tut mir leid dass ich jetzt erst antworte. War lange zeit weg wegen Krankheit.
Also Prozesskosten definiert ist so ziemlich das schwerste das es gibt. Jeder will wissen was die internen Prozesse kosten aber so gut wie niemand schafft das. Sogar die int. global player bei dennen ich 30 Jahre lang gearbeitet habe. Am besten Schaffen das Industrieunternehmen Auto, Flugzeugbauer usw.
Das prinzip und vorgehensweise ist aber ueberall gleich. zuerst den prozess beschreiben und so lange in einzelne Taetigkeiten herunterbrechen bis man nichts mehr zerkleinern kann. Dann die einzelnen Schritte mit Kosten bewerten (Zeit, Material, Energie…) Dann alles addieren = Prozesskosten. Das mit der Zeituhr ist vielleicht spasssig gemeint aber bei viele Taetigkeiten braucht mann eine Stoppuhr um den Aufwand zu messen. Zeitstudien (REFA) gehen ohne Stoppuhr gar nicht.
Das ganz klingt recht einfach, ist aber im tagesgeschaeft wirklich SEHT schwer umzusetzen und es braucht viel uebung und vor allen dingen die mitwirkung aller bewteiligten.
ABER auch wenn die ersten paar mal ganz schoen daneben liegen kann ist ein ungefaehrer Wert immer noch viel besser als ueberhaupt keine Ahnung zu haben was die Prozesse kosten.
Und wenn alle richtig gut zusammenarbeiten und geduldig sind dann weiss man irgendwann was die Prozesse kosten und kann beginnen richtig effizient und effektiv zu arbeiten und ganz erheblich kosten zu sparen
Pete