mein Problem ist folgendes: ich möchte gerne spenden, weiß aber nicht wie und an wen.
Vorweg: Das folgende hört sich makaber an, makaber ist aber nicht mein Anliegen, sondern die Situation.
Meine Situation ist diese: Von meinen Alg II bleiben öfters erhebliche Beträge übrig, prozentual gesehen. Was tun damit? Hatte gehört, dass auf der Erde knapp eine Millarde Menschen hungern.
Also will ich irgendeinem/r von denen das Geld überweisen.
Allerdings soll das _nicht_ über eine Hilfsorganisation geschehen. Auf keinen Fall!
Also, Frage an euch: Wie gehe ich davor?
a) Gibt es da irgendeine Infrastruktur: vielleicht eine Liste mit Spendenannahme-bereiten hungernden Leuten, wo man ohne viel Drumherum das Geld aufs Konto überweisen kann? Und zwar so, ohne dass eine Organisation ihr Image aufpoliert oder sogar noch vor lauter Mildtätigkeit noch was abzwackt.
b) Oder bleibt da nur sich selbst auf die Suche begeben, und irgendwelche Hungernden aus solchen Gebieten in Afrika oder wo an den Chat zu bekommen, und die Formalitäten klären. Aber wie stelle ich das am dümmsten an?
Wie minimiere ich den Such- und Abwicklungsaufwand ?
Wie minimiere ich den Such- und Abwicklungsaufwand ?
indem Du ihn nach draußen gibst und durch Profis erledigen lässt. Aber das willst Du ja auf keinen Fall. Also bleibt der Aufwand so hoch wie er ist und die Zielgenauigkeit so diffus wie sie ist. Wenn Du z.B. an hungernde Invaliden aus Rumänien spendest, die Du in der Fußgängerzone siehst, kannst Du wenigstens sicher sein, dass die Spende voll daneben geht und bloß irgendeine fette Sau mästet. Wenn Du etwas ähnliches in Afrika tun willst, nimm irgendeine beliebige Adresse aus Nigeria - dort sind Kenntnisse über das Rippen von Europäern ziemlich populär.
dass die Spende voll daneben geht und
bloß irgendeine fette Sau mästet.
Wenn Du etwas ähnliches in
Afrika tun willst, nimm irgendeine beliebige Adresse aus
Nigeria - dort sind Kenntnisse über das Rippen von Europäern
ziemlich populär.
Flucht vor der Schuld
Der Sarkasmus macht die Diskussion nicht einfacher. Ich übersetze das mal vorsichtshalber: Wenn ich mit einer beliebigen Adresse aus Nigeria „operiere“, dann bereichere ich nur die Profiteure aus einem Mitleid-Spenden-Betrugs-Wesen.
Armen Leute Betrug zu unterstellen hat nun auch Methode.
So einfach kann ein Betrug dann auch wieder nicht sein. Ich bin mal mit Auto vor Jahren in die Außenbezirke von Lima gefahren (worden). Man sieht den Leute doch an, dass sie sich nicht arm stellen. Die sind unterernährt, leben in Slums, gehen zu Fuß, sind krank und schmutzig, laufen bei den Essensausgabestellen auf usw. .
Da hätte ich jedem/r 1,0ten das Geld in die Hand drücken können. Nur dass ich jetzt nicht mehr vor Ort sein kann, sondern mich auf fremde Sensorik verlassen müsste.
Spendenorganisation sind Teil des Problems http://de.wikipedia.org/wiki/Welthunger http://www.fian.de/fian/index.php
Fian z.B. will ein Grundeinkommen von einem Dollar pro Tag und Erdenbürger durchsetzen. Bevor die Entrüstungsstürme mir den thread versauen füge ich lieber an, aus Menschenrechtsgründen, nämlich das „Recht auf Nahrung“.
Und die rechnen vor das z.B. Deutschland einen Beitrag in diesen Fond einzahlen müßte, der etwa in der Größenordnung der jetzt schon gezahlten Entwicklungshilfe liegt. Was Deutschland, und nicht nur die; aber nicht will, warum?
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cberwachen_und_Str….
Wer „überwachen und Strafen“ zu Ende liest, wird begreifen nach welchem evolutionären Prinzip und welcher Tradition Mildtätigkeitsapparate keinesfalls helfen, sondern erziehen, kontrollieren, unterdrücken. Eben Macht sichern. Was sonst?
Die Spendenorganisation sind als systembedingt Teil des Problems und nicht der Lösung. Für mich ist es geradezu kontraproduktiv denen Geld zu geben.
Infrastruktur
Die Frage war gewesen: Welche Infrastrukturen, meinetwegen sogar professionelle, kommen meinen Kriterien nahe? Ein Minimum an Vermittlung, Transparenz und sonst gar nichts.
Scheint ja ein richtig wunder Punkt zu sein.
Vielleicht habt ihr ja andere Ideen, wie man die Mildtätigkeitsgangster ( Das sind sie ja aus meiner Sicht.) umgehen könnte.
Z.b. Über Google Earth Adressen im Slum ausfindig machen, um irgendwie Kontakt aufzunehmen und das Geld an die Frau zu bringen.
Also come on, ihr seid Wirtschaftsfachleute, euch wird doch wohl was einfallen. (:
sofern diese Leute überhaupt ein Konto haben, dürften die Überweisungskosten nach [beliebiger Ort in der dritten Welt] den Großteil deiner Spende auffressen, falls überhaupt was übrig bleibt.
Und wer ein Konto hat und sich im Internet tummelt, um mit spendenwilligen Europäern Kontakt aufzunehmen, der dürfte mit seinem Grundrecht auf Nahrung ausreichend bedient sein.
Oft ist es halt sinnvoller, sich einer Organisation zu bedienen. Da dürfte es genügend von geben. Die Mikrokredite oder wie das heißt sind auch nicht uninteressant. Ich jedenfalls halte von Hilfe zur Selbsthilfe mehr als von Überweisungen zum Lebensmitteleinkauf. Denn was soll sich dadurch bessern bzw. wann ist dadurch ein Ende der Unterstützung abzusehen?