Wie ist der Arbeitstag eines Lokführers ?

Hallo !
Kann mir mal jemand erklären, wie so der Job eines Lokführers aussieht (also der vorne in der Lok sitzt, nicht der Zugführer) ?
Was ist gut an dem Job, was ist schlecht daran. Ggf. noch was muß man für Voraussetzungen für den Job haben muß und wie sind die Bewerbungschancen.
Habe kürzlich gehört, das sie „Ausbildungsprobleme“ haben.
Würde mich mal interessieren, wie gut/schlecht der Job ist.

Danke für alle Kompetenten Antworten (am liebsten von Leuten, die den Beruf ausüben/ausgeübt haben).

Gruß
Andreas

etwas off topic
Hi Andreas,

ich habe eine Meinung, die ich aber zurückhalte, da ich nicht vom Fach bin.

Auf die Antworten bin ich jedenfalls sehr gespannt, denn nach den Verlautbarungen der GdL müssen die Anforderungen enorm sein.

Grüße, M

Ich halte mich mal zurück
Hi!

Ich habe mal etwas gesucht (nicht gerade erst)

http://www.aubi-plus.de/berufsbilder/berufsbild.html…

http://www.bewerbung-forum.de/ausbildungsberufe/eise…

http://www.gesetze-im-internet.de/ebbausbv_2004/BJNR…

http://infobub.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=p…
Zugangsvoraussetzung gibt es keine vorgeschriebene!

hth

LG
Guido

Auf die Antworten bin ich jedenfalls sehr gespannt, denn nach
den Verlautbarungen der GdL müssen die Anforderungen enorm
sein.

Naja, ich denke schon, daß es eine enorme Verantwortung ist, täglich abertausende von Menschen sicher durch die Gegend zu kutschieren.

Und das mit einem durchschnittlichen derzeitigen Gehalt, welches man in der Industrie in einem gewerblich-technischen Beruf eines größeren Betriebes als Berufsneueinsteiger bekommt.

Bin weder pro noch kontra, da Autofahrer… :smile:

Nicht ganz was ich meine
Das ist zwar alles „sehr nett“, aber mich interessiert mehr das „praktische“. Also z.B. wie so die Arbeitszeiten liegen. Ich meine, ich kann mir kaum vorstellen, das ein Lokführer z.B. morgens um 7:30 Uhr in seinen Zug fährt und Abends um 16:30 Uhr wieder an der selben Stelle aussteigt.
Und ob z.B. viel Zeitdruck im Beruf mitspielt (oder nur in Ausnahmefällen).

Eben Erfahrungsberichte von Leuten die dort arbeiten und etwas mehr sagen können, was sich der Arbeitgeber nicht zu sagen traut :wink:

Und das mit einem durchschnittlichen derzeitigen Gehalt,
welches man in der Industrie in einem gewerblich-technischen
Beruf eines größeren Betriebes als Berufsneueinsteiger
bekommt.

Wieso, was verdienen die denn ? Hätte gedacht, das die verhältnismässig gut verdienen.

Servus,

nicht aus Erfahrung, aber als langjähriger Zaungast und Schienenküsser ein paar Splitterchen:

„Den Lokführer“ gibt es nicht.

Der Einsatz und damit auch der Ablauf des Dienstes hängt stark davon ab, welche Fahrzeuge ein Lokführer fahren darf und welche Strecken er kennt.

Es gibt einerseits höchst gemütliche Jobs z.B. mit den Messerschmitt-Triebwagen 628 irgendwo im Nahverkehr, wo abgesehen von den frühen ersten Pendlerzügen und den späten Lumpensammlern überhaupt nichts Dramatisches passiert. Da ists allenfalls gewöhnungsbedürftig, dass die Schichten anders liegen als die klassische „früh-spät-nacht“-Einteilung in der Industrie, sondern mit dem ersten Berufsverkehr zu solchen Zeiten wie vier Uhr anfangen.

Andererseits Einsätze auf den auch nach der weitgehenden Stillegung des Güterverkehrs noch verkehrenden Nachtsprung-Ferngüterzügen, die wegen des katastrophalen Zustandes des Netzes nur noch auf dem Papier mit Fahrplänen versehen sind, so dass die Einsätze irgendwann abends anfangen, ohne dass nur ansatzweise klar wäre, wann und wo man morgens abbügeln kann (wenns dumm geht, ist die maximal erlaubte Zeit auf dem Bock dann grade an so einem scharmanten Ort wie Wabern oder Treysa zu Ende, wo man erstmal sehen muss, wie man von da wegkommt bzw. -geholt wird). Beiläufig sind mit dem Wegfall von sehr viel Güterverkehr auch nennenswerte Volumina von Nachtzuschlägen weggefallen.

Dann Einsätze im Hochgeschwindigkeitsverkehr, wo man permanent versuchen muss, einen kilometerlangen Bremsweg zu überblicken, der objektiv nicht zu überblicken ist.

Und dann wieder höchst gemütliches Rumeiern mit V 90 oder sowas auf einem der seit „Mora C“ fast leeren Verschiebebahnhöfe oder Bereitschaft (mit die letzten, die es noch gibt) auf einem Tunnelrettungszug.

Zeitdruck ist bloß für die älteren Semester gegeben, die sich als „Eisenbahner“ fühlen und z.B. bei Verspätungen ein paar Minuten rausreißen wollen oder alles dransetzen, einen schweren Güterzug so zu fahren, dass er nicht zum Stehen kommt - weil die kurzen Zeitfenster zwischen den schnelleren Zügen bei den in gigantischem Umfang herausgerissenen Überholstellen schon von einmaligem Stillstand des Zuges ganz kaputtgehauen werden können - oder die auch bloß einen Fahrplan einhalten wollen, obwohl jeder sehen kann, dass der am grünen Tisch zusammengepfriemelt ist und unter realen Bedingungen incl. aller Langsamfahrstellen und der Zeit, die benötigt wird, wenn die letzten Unbelehrbaren ein- und aussteigen wollen, niemals gehalten werden kann.

Wer sich nicht mehr wie bei der blöden alten Beamtenbahn für die Bude engagiert, als „Eisenbahner“ eben, sondern halt seinen Job runterreißt, hat auf dem Bock in der Regel kein so arg stressiges Leben.

Die Umläufe für das Personal sind in den zurückliegenden Jahren kürzer, die Auswärtsübernachtungen seltener geworden.

Unverändert bizarr ist der nicht vernünftig nachvollziehbare abrupte Wechsel zwischen Schichten zu verschiedenen Zeitlagen und die extrem kurzfristige Ankündigung der Schichten, zu denen gearbeitet wird - etwa vergleichbar mit der Situation in der Krankenpflege, wo ein normales Sozialleben trotz der wechselnden Schichten möglich wäre, wenn diese in irgendeiner Art von Rhythmus oder Struktur gehalten würden.

Schöne Grüße

MM

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Wieso, was verdienen die denn ? Hätte gedacht, das die
verhältnismässig gut verdienen.

Ein Familienvater geht mit ca. 1500 Euronen nach Hause, obwohl er Schicht fährt, abends oft nicht weiß, ob und wohin er morgens wie lange fahren muss. So was wie regelmäßig in den Verein gehen, oder an Weihnachten unterm Tannenbaum abhängen is nicht.
Und wenn ich sehe, dass „Die Bahn“ 1000 (!!!) neue Lokführer sucht, dann schätze ich mal, dass die alle Aufmüpfies durch Leute ersetzen, die auch den Traum vom gut bezahlten Job träumen.
Bin gespannt, wo diese Bahnreise hin geht. Kann doch nicht sein, dass sich die Oberbosse die Taschen voll stopfen, und so wichtige Leute wie Lokführer so abgespeist werden.

LG
Tollkirsche

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Gehälter von Lokführern
Laut GDL aktueller Stand:

Lokführer, 25 J., keine Kinder, 2 Jahre Berufserfahrung: ca. 1500 € netto bei 41h/Woche (dürften etwa 2500 € brutto sein)
Lokführer, 40 J., zwei Kinder, 17 Jahre Berufserfahrung: ca. 1800 € netto bei 41h/Woche (dürften etwa 3000 € brutto sein)

Da kommen noch ein paar € an Zuschlägen dazu, je nach Einsatz.

Für mein persönliches Empfinden ist das ein ganz ordentliches Gehalt am Anfang mit recht mickriger Entwicklung. Aber eine mäßige Entwicklung halte ich für berufsbedingt und nicht allzu ungerecht. Mehr Geld gibt’s schließlich nicht für pure Jahre, sondern für bessere Leistung. Die Voraussetzungen für einen deutschen Lokführer sind zudem so wahnsinnig hoch nun auch nicht (Mittlere Reife, erfolgreiche Ausbildung, mäßige Fitness).

Gruß,

Malte

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Andreas,

ich hatte ein paar Jahre einen Zug-Job, aber nicht den einer Lokführerin. Was zunehmend zum Problem wird, sind die maroden Strecken. Früher gab’s ein dünnes Heftchen mit Angaben, wo der Lokführer langsam durchfahren muss. Heute ist es ein fetter Katalog. Die Fahrzeiten werden allerdings so berechnet: Von km 1 bis km 20 normale Fahrt (z. B. 150 km/h), dann bis km 25: 30 km/h, dann wieder 150 km/h. Der schlechte Witz ist, dass in den Fahrplänen nicht berücksichtigt wird, dass ein Zug abgebremst, und anschließend wieder beschleunigt werden muss, also über mehrere km nicht diese im Beispiel genannten 150 km/h erreichen kann. Die Geschwindigkeit darf der Lokführer nicht überschreiten, aber er muss pünktlich ankommen, sonst gibt’s fett Druck.
Guck auch in meinem zweiten Posting zu diesem Thema. Es werden 1000 neue Lokführer gesucht. Dann zähl mal 1 und 1 zusammen, zu welchen Konditionen, und was dann mit den alten Lokführern passieren wird.
Momentan hagelt es Abmahnungen und Entlassungen. Es sollen schon über 300 Abmahnungen sein. Wenn du gern unter Druck mit - wie ich finde - zu wenig Geld für diese Leistung - arbeiten willst, dann bewirb dich. Du wirst nur ein einziges Mal in deinem Leben eine Gehaltserhöhung bekommen. Denn mehr Gehaltserhöhungen gibt es nicht für Lokführer.
Dieser Job ist sicher viel besser als andere Jobs, aber falls du noch andere Auswahlmöglichkeiten haben solltest, wäge bitte gut ab, was für dich beruflich wichtig und langfristig besser ist.

Viel Glück bei deiner Wahl
Tollkirsche

Hallo Andreas,

vielleicht ein interessanter Link:

http://www.abendblatt.de/daten/2003/03/06/131273.html

Gruß
Tollkirsche

Hi,

wir wollen aber mal nicht vergessen dass sich die Bahn gerne als einer der weltweit erfolgreichsten Transportdienstleister präsentiert, ihr Geld hauptsächlich im internationalen Güterverkehr verdient (da sind die paar Personenzüge innerhalb Deutschlands nur Peanuts), demnächst gerne an die Börse möchte - und vor allem die (sowieso fürstlichen) Vorstandsgehälter von Mehdorn und den anderen Flachpfeifen des Vorstands seit ihrem Amtsantritt um schlappe 300% gestiegen sind.

Währenddessen sollen sich die Lokführer, die immerhin eine relativ große Verantwortung übernehmen, ganz kurzfristige Dienstpläne bekommen, zu den unmöglichsten Zeiten unterwegs sind, mit einem kaum veränderlichen Hungerlohn abspeisen lassen?

Wie weit kommt man denn mit 1500 oder 1800 EUR bei einem Familienvater? Das reicht um nicht am untersten Existenzminimum zu krebsen, aber ein „gutes“ Gehalt ist etwas anderes.

http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video22166… Jörg Schönenborn bringt es auf den Punkt!

Aus Sicht von Reisenden ist ein Streik sicher doof, aber ich habe alles Verständnis der Welt für die Lokführer und die sollen nicht klein beigeben bis sie ordentliche Arbeitsbedingungen und ein angemessenes Gehalt erkämpft haben!

Gruß,

MecFleih

Hi,

Währenddessen sollen sich die Lokführer, die immerhin eine
relativ große Verantwortung übernehmen, ganz kurzfristige
Dienstpläne bekommen, zu den unmöglichsten Zeiten unterwegs
sind, mit einem kaum veränderlichen Hungerlohn abspeisen
lassen?

2500 € sind ein Hungerlohn? Das ist kein fettes Gehalt, keine Frage, aber mancher Akademiker, 25 J., kinderlos, mit 2 J. effektiver Berufserfahrung, würde sich satt darüber freuen!

Wie weit kommt man denn mit 1500 oder 1800 EUR bei einem
Familienvater?

Findest Du, der Bruttolohn sollte von der Zahl erfolgreichen ungeschützten Geschlechtsverkehrs und des puren Alters abhängen? Ich finde das ganz und gar nicht, ich finde, Lohn sollte leistungsabhängig sein (wo Erfahrung durchaus _auch_ mit hineinspielt).

Aus Sicht von Reisenden ist ein Streik sicher doof, aber ich
habe alles Verständnis der Welt für die Lokführer und die
sollen nicht klein beigeben bis sie ordentliche
Arbeitsbedingungen und ein angemessenes Gehalt erkämpft haben!

Ich bin da gespalten. Ich finde es richtig und gut, wenn sie für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen (humanere Schichtzeiten, geregeltere Ruhetage etc.), aber 30% mehr Gehalt empfinde ich als schlicht gnadenlos unverschämt, wenn ich mir die Qualifikation anschaue.

Die Sache mit der Verantwortung zieht übrigens nicht, ich schätze mal, Du weißt, was ein Rettungsassistent bekommt… Solang die Lokführer ihren Job ordentlich machen (was keine herausragende Anforderung ist, das müssen wir alle), tragen sie nicht grad ständig den seidenen Faden meines Lebens.

Durch Fehlverhalten andere umbringen können viele Arbeitnehmer.

Gruß,

Malte

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Hageln?
Hi!

Momentan hagelt es Abmahnungen und Entlassungen. Es sollen
schon über 300 Abmahnungen sein.

Es sind bislang ganze zwei!!! Entlassungen, und die Bahn spricht (im Zusammenhang mit dem Streik) von Abmahnungen im niedrigen zweistelligen Bereich.

Dass ein Unternehmen mit dieser Mitarbeiterzahl regelmäßig abmahnt, liegt in der Natur des Personalwesens.

LG
Guido

Hallo!

Währenddessen sollen sich die Lokführer, die immerhin eine
relativ große Verantwortung übernehmen, ganz kurzfristige
Dienstpläne bekommen, zu den unmöglichsten Zeiten unterwegs
sind, mit einem kaum veränderlichen Hungerlohn abspeisen
lassen?

Also 1500€ sind ganz sicher kein Hungerlohn, sondern für einen Berufsanfänger, der weder Abitur noch Studium vorweisen noch besonders wertvolle geistige Arbeit leisten muß, ein ansprechendes Gehalt! Ich kenne angestellte Rechtsanwälte oder Ärzte, die dieses Gehalt nicht erreichen…

Wie weit kommt man denn mit 1500 oder 1800 EUR bei einem
Familienvater? Das reicht um nicht am untersten
Existenzminimum zu krebsen, aber ein „gutes“ Gehalt ist etwas
anderes.

Dann hätten sie Atomphysiker werden sollen, ich glaube, da verdient man mehr.

VG

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Hi Malte,

2500 € sind ein Hungerlohn? Das ist kein fettes Gehalt, keine
Frage, aber mancher Akademiker, 25 J., kinderlos, mit 2 J.
effektiver Berufserfahrung, würde sich satt darüber freuen!

Mag sein. Aber aufgrund der fehlenden Progression darf man nicht vergessen dass es kaum noch zu einer Verbesserung kommt. Wenn derjenige eine Familie gründen möchte wird’s aber schon langsam knapp.
Man kann davon leben, aber große Sprünge sind damit nicht drin, sondern da muß man ganz schön rechnen.

Es muß ja nicht jeder eine schmuckes Eigenheim in Hahnwald, Blankenese oder Grünwald erbauen und eine S-Klasse vor der Tür stehen haben, aber wenn der Kinobesuch gestrichen werden muß weil die Nachkommenschaft Schulbücher braucht… Dann fällt das für meinen Geschmack nicht mehr in den Bereich eines Normalverdieners, der halt so über die Runden kommt wenn er bodenständig lebt.

Findest Du, der Bruttolohn sollte von der Zahl erfolgreichen
ungeschützten Geschlechtsverkehrs und des puren Alters
abhängen? Ich finde das ganz und gar nicht, ich finde, Lohn
sollte leistungsabhängig sein (wo Erfahrung durchaus _auch_
mit hineinspielt).

OK. Aber ich setze die Untergrenze so dass selbst derjenige, der einen eher einfachen Job macht, für 8 Stunden Arbeit und Verantwortung, selbst wenn es in einem kleinen, bescheidenen Bereich ist, Anrecht auf ein Gehalt hat, von dem derjenige ordentlich und ohne Not leben kann.

Ein Lokführer hat einen sozial ungünstigen Job weil er auch frühmorgens, spätabends, an Sonn- und Feiertagen unterwegs ist und damit oft zu anstrengenden Zeiten arbeitet. Er leistet dann eine schwere Arbeit weil es sicher kein Zuckerschlecken ist mitten in der Nacht unterwegs zu sein. Die Dienstpläne kommen offenbar sehr kurzfristig und es gibt das, was in Pilotenkreisen sog. „Off“-Zeiten sind, nämlich Fahrten zu oder vom Depot. Das ist zwar kein Dienst, aber eben auch keine Freizeit. Noch dazu stranden die Leute, wie man hört, oft irgendwo in der Pampa.

Die einzige Möglichkeit das zu vergüten - neben ordentlichen Dienstplänen - ist ein entsprechend gutes Gehalt. Aber das erkenne ich nicht bei den Summen, die genannt werden.

Ich bin da gespalten. Ich finde es richtig und gut, wenn sie
für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen (humanere
Schichtzeiten, geregeltere Ruhetage etc.), aber 30% mehr
Gehalt empfinde ich als schlicht gnadenlos unverschämt, wenn
ich mir die Qualifikation anschaue.

Aber die Qualifikation ist IMHO kein Argument. Was zählt sind die Leistung des Mitarbeiters, die Erschwernisse des Jobs und auch die Möglichkeiten des Unternehmens.
Wenn da fette Gewinne gemacht werden - besser: auch von den Lokführer mit erwirtschaftet werden - dann muß sich das nicht nur in der Tasche des Herrn Mehdorn und der anderen Vorstandsmitglieder auszahlen, sondern bei allen Mitarbeitern.
Und Ausbildung/Qualifikation hin oder her, der Lokführer leistet etwas für sein Geld. Er trägt Verantwortung, er ist zu ungünstigen Zeiten unterwegs und „Streß“ ist nicht allein die Bedienung eines Zuges, sondern vielleicht auch das Der-Zeit-nachrennen bei den allgegenwärtigen Verspätungen, das Händeln von Problemen und allgemein das Management damit der zug von A nach B fährt.

Ich vergleiche das immer gerne mit Piloten weil ich die Strukturen da besser kenne als bei den Lokführern. Die leisten bei einem normalen Flug 20% der Fähigkeiten, die sich aber immer haben und halten müssen - für den Fall der Fälle. Da kann man nicht sagen „naja, hast ja nix geleistet außer ein paar Knöpfchen zu drücken…“

Die 30%-Forderung kommt ja nur deswegen auf weil Mehdorn bei seinem eigenen Gehalt mit 300% zugegriffen hat, die Bahn Gewinne macht und es seit Jahren nicht mehr mehr Geld gab. Jetzt ist die Forderung natürlich drastischer als wenn es eine kontinuierliche Progression gegeben hätte.

Nebenbei: die GDL hat seit längerem selber gesagt dass die 30% publikumswirksam in die Runde geworfen wurden, aber nicht ernsthaft als Verhandlungsbasis/Forderung anzusehen sind.

Die Sache mit der Verantwortung zieht übrigens nicht, ich
schätze mal, Du weißt, was ein Rettungsassistent bekommt…
Solang die Lokführer ihren Job ordentlich machen (was keine
herausragende Anforderung ist, das müssen wir alle), tragen
sie nicht grad ständig den seidenen Faden meines Lebens.

Durch Fehlverhalten andere umbringen können viele
Arbeitnehmer.

Stimmt, aber dass viele andere auch zu wenig bekommen kann man ja schlecht als Argument anführen warum die Lokführer bitte auch nur ein bisschen mehr, aber immer noch zu wenig ins Geldsäckel bekommen sollen.

Gruß,

MecFleih

Hallo,

als Anfangsgehalt ist das natürlich okay, aber es bleibt fast das ganze Berufsleben dabei und wird nicht irgendwann mal mehr. Wer 25 ist verdient hier sicher gutes Geld, wer 50 ist mitnichten.

Gruß,

MecFleih

Ja, das ist sehr hilfreich.
Danke

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hört sich ja alles nicht so dolle an.
Richtig Druck habe ich bei meinem derzeitigen Job auch. Aber man muß ja nicht vom Regen in die Traufe :smile:
Familie habe ich nicht, von daher wäre das mit den Arbeitszeiten wohl schon OK.
Jetzt weiß ich auf jeden Fall, warum die derzeit „horrende“ Gehaltserhöhung von 30% fordern. Ich dachte erst, „die Spinnen“, aber im Prinzip ist es doch relativ wenig für die Verantwortung.

Danke für (beide) Antworten
Gruß
Andreas

Ich stimme Dir voll und ganz zu. An ein solches Nettogehalt kommt mancher Akademiker als Berufsanfänger bei weitem nicht heran. Ich kenne Berufsgruppen (Akademiker) mit Tarifvertrag, da hört die Progression bei 10 Jahren im Beruf auf, heißt also, ab ca. 35 Jahren bleibt das Gehalt gleich (bei ca. 1900 EUR netto!), und das bei einem verantwortungsvollem Beruf (es geht um die Gesundheit) mit Nacht-, Wochenend- und Feiertagseinsätzen.

Also, 1500 EUR bzw. 1800 EUR netto sind ein klasse Gehalt, und da 30% mehr zu fordern, halte ich für mehr als übertrieben. Da sollte die GDL doch eher über die Arbeitsbedingungen verhandeln.

VG