Wie ist der Urspung von 'Silberblick'

Hallo, liebe Gemeinde,

wo kommt der Ausdruck „Silberblick“ her ?
Welche Gegend ? Zeit ? Umfeld ? und warum ?
Warum nicht „Goldblick“ ?

Mein Sohn vermutet, es kommt aus dem Bergbau: Wenn die Arbeiter Silberadern
auspürten, mußten sie sehr eng/nah fokussieren, was nach einem harten Arbeitstag zur Ermüdung der Augenmuskeln und resultierender Schiefstellung führte… ?

Ich sach „Neee, weil die früher nur Silberspiegel hatten, und dadurch der Blick etwas unscharf wurde…“

Und Ihr ?
Vielen Dank
Andy

Hi Andy,

Flüssiges Silber schimmert am Ende des Schmelzprozesses
kurz vor dem Erstarren so, als ob man von Pupillen angeschaut wird,
die schielen (nicht in eine eindeutige Richtung schauen).

Quelle: http://www.beepworld.de/members48/genialdaneben/inde…

Gruß
Cantharellus

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Hallo, Cantharellus und Andy,

Flüssiges Silber schimmert am Ende des Schmelzprozesses
kurz vor dem Erstarren so, als ob man von Pupillen angeschaut
wird,
die schielen (nicht in eine eindeutige Richtung schauen).

Quelle:
http://www.beepworld.de/members48/genialdaneben/inde…

leider muss man die Seite nach dem entsprechenden Text durchsuchen, deshalb zur Ergänzung:

Silberblick hat ursprünglich ‚Silberglanz bei Metall’ bedeutet, daraus ‚das Weiße in einem schielenden Auge’.
http://www.dike.de/pfr-tischner/22-sp/9sp-ecke/artik…

und Grimm:

farben und metallen wird blick beigelegt: ein plick oder heller schein…

zumal wird von den bergleuten dem silber ein blick zugeschrieben
http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbu…

Gruß
Kreszenz

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Hallo !

Hier ein Ausschnitt aus Meyers Lexikon :

Zur Entsilberung des Werkbleies wird der Abtreibeprozeß angewendet, bei dem man das silberhaltige Blei einem oxydierenden Schmelzen aussetzt, so daß das Blei in Bleioxyd übergeht und metallisches Silber zurückbleibt. Der deutsche Treibherd (Fig. 1–3) besteht aus einem Flammofen, dessen runder, kesselförmig vertiefter Herd A mit Mergel (Kalk, Ton, Dolomit, Zement) m m ausgeschlagen ist, einem Gewölbe B und einer beweglichen Kuppe von Eisen ©, die im Innern mit feuerfestem Ton ausgekleidet und an einem Kran (G G’) beweglich aufgehängt ist. F ist die Feuerung, P Eintrageöffnung und Fuchs, a a sind zwei Öffnungen für die Düsen eines Gebläses. Man schmelzt das Werkblei auf dem Herd ein, zieht die sich abscheidenden Verunreinigungen (s. Tafel ›Bleigewinnung‹, S. III) ab und läßt das Gebläse an, sobald sich helles bildet. Dies schmilzt und fließt, von dem Luftstrom fortgetrieben, durch das Glättloch o ab; zuletzt bleibt nur ein dünnes, in Regenbogenfarben schillerndes Häutchen von Glätte auf dem Silber zurück, und sobald alles Blei entfernt ist, kommt plötzlich das Silber rein und glänzend zum Vorschein (das Blicken des Silbers, der Silberblick). Der zurückbleibende spröde Silberkuchen (Blicksilber) enthält noch 5–10 Proz. Unreinigkeiten, namentlich Blei, und wird nochmals einem oxydierenden Schmelzen (Silberfeinbrennen, Raffinieren) unterworfen. Bei dem englischen Treibofen mit beweglichem Herd kann man direkt auf dem Herde feinbrennen.

„Silberblick“ im Volksmund meint aber den schläfrigen Blick einer Frau, was besonders aufregend aussehen soll. Beim Mann sieht es wohl etwas dämlich aus.

Silber deshalb, weil durch die hängenden Augenlider auch die farbige Pupille verdeckt ist und prozentual mehr von der weißen Farbe der Augen zu sehen ist.

mfgConrad

Danke, aaaaber…
Vielen Dank für den technischen Background, Conrad !

„Silberblick“ meint m.E. aber nicht einen schläfrigen Blick bei Frauen, sondern generell die Schiefstellung der Augen, ob Mann ob Frau.
Schläfrig passt, weil damit einhergehende Ermüdung der Augenmuskeln.

Und das gefällt mir auch gut:

Silber deshalb, weil durch die hängenden Augenlider auch die
farbige Pupille verdeckt ist und prozentual mehr von der
weißen Farbe der Augen zu sehen ist.

Und wer hat´s nun gesagt bzw. in den Sprachgebrauch eingeführt ?
Silberschmiede ? Metallwerker ? Alchimisten ?

Besten Dank erstmal
Andy

Danke ! (o.T.)
Vielen Dank, Cantharellus !

Hi Andy,

Flüssiges Silber schimmert am Ende des Schmelzprozesses
kurz vor dem Erstarren so, als ob man von Pupillen angeschaut
wird,
die schielen (nicht in eine eindeutige Richtung schauen).

Quelle:
http://www.beepworld.de/members48/genialdaneben/inde…

Gruß
Cantharellus

Danke, Super-Quellen ! (o.T.)
Vielen Dank, damit kann ich meinen Jungen befriedigen :wink:)

Hi Conrad,

„Silberblick“ im Volksmund meint aber den schläfrigen Blick
einer Frau, was besonders aufregend aussehen soll. Beim Mann
sieht es wohl etwas dämlich aus.

Was Du meinst, ist der „Schlafzimmerblick“ - der Silberblick ist durch Übermüdung (der Augen) entstehendes, leichtes und vorübergehendes Schielen - kenn ich von mir.
Den anderen find ich nicht nur bei Männern leicht dööflich.
Heute noch ohne: Lizzzy

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Ja, Du ast recht!
Wie Marlene Dietrich manchmal!

mfgConrad