Hallo,
ich denke in letzter Zeit viel über das Thema „Jugendsprache“ nach.
Was haltet ihr davon?
Ich bin in letzter Zeit ziemlich genervt davon, weiß aber nicht, ob ich den Jugendlichen damit vielleicht Unrecht gebe?
Hallo,
ich denke in letzter Zeit viel über das Thema „Jugendsprache“ nach.
Was haltet ihr davon?
Ich bin in letzter Zeit ziemlich genervt davon, weiß aber nicht, ob ich den Jugendlichen damit vielleicht Unrecht gebe?
Hi
Beides.
Für dich klingt die Jugendsprache wahrscheinlich erstmal Unschön, das liegt daran, dass sie dir, unterbewusst, fremd und evtl. beängstigend vorkommt, denn: Es gibt immer mehr Misskommunikation.
Umso weiter man von er Jugend weg ist, desto größer werden die Kommunikationslücken, manches wird einfach nicht mehr verstanden. Für die Jugendlichen ist es ja auch toll einen eigenen Slang zuhaben mit dem sie sich von den doofen Erwachsenen abgrenzen können.
Somit kommt dir ihre Sprache komisch/unschön vor, WEIL du sie nicht verstehst.
Auf der anderen Seite ist es ganz normal dass sich Sprache verändert, sowohl im Wortschatz als auch in der Semantik. Zum Beispiel wäre vor 15 Jahren noch keiner auf die Idee gekommen „Geil“ im Sinne von „das ist toll“ zu verwenden, das war ein böses, fieses Schimpfwort, dass mit so schmutzigen Dingen konnotiert war, dass zartere Personen davon Zuckungen bekamen!
Heute ist es überall. Und im Moment, finde ich, geht der Sprachwandel sehr schnell vor sich, dies mag evtl. auf die zunehmende Verenglischung der Medien zurückzuführen sein als auch auf die Globalisierung an sich.
lg
Kate
ich benutze größtenteils die „jugendsprache“(bin auch erst 12). wenn ich normal reden würde und wörter wie machen und besorgen benutze, wird das meistens als pervers bezeichnet. mit der jugendsprache ist des dann besser, auch wenn man dann trotzdem öfters i.-welche perversen kommentare abläst
Hallo,
Jugendsprache ist ja kein neues Phänomen. Ich bin ein 1970er Jahrgang und vieles was zu meiner Jugendszeit (also vor ca. 20-25 Jahren) Jugendsprache war, ist heute normaler Sprachgebrauch. Bestes Beispiel ist das Wort „geil“, wobei ja jede Jugendsubkultur ihre eigene Jugendsprache hat. Punks und Popper hatten damals einen unterschiedlichen Wortschatz, genauso wie heute vielleicht Hip-Hopper und Visual-Kei Anhänger. Meine Tochter und ihre Freunde (zwischen 12 und 15 Jahre alt) sind z.B. solche Visual-Keis und sie integrieren vor allem japanische Wörter in ihren Sprachgebrauch.
Ich wage sogar zu behaupten, dass es schon vor Hunderten von Jahren Jugendsprache gab, als die Jugend soziologisch noch gar nicht existierte. Damals waren es dann z.B. die Studentensprache der Burschenschaftler und der Wortschatz der Gesellen auf der Walz.
Hallo,
ich denke in letzter Zeit viel über das Thema „Jugendsprache“
nach.
Was haltet ihr davon?
die Frage ist sehr allgemein formuliert (… und klingt ein bisschen nach Aufsatzthema).
Man könnte sich über einzelne Aspekte der Jugendsprache unterhalten, z. B. welche Rolle sie bei der Kommunikation zwischen Jugendlichen spielt, ob und inwiefern sie sich auf Ausdrucksvermögen und Rechtschreibfähigkeit auswirken kann, in welchen Situationen sich Jugendliche ihrer besser nicht bedienen sollten etc.
Ich bin in letzter Zeit ziemlich genervt davon,
Was genau verstehst Du unter Jugendsprache?
Und was nervt Dich daran? Ihre bloße Existenz? Dass Du sie nicht verstehst? Bestimmte Ausdrücke? Der gern beschworene „Sprachverfall“? …
Gruß
Kreszenz
N’abend,
bist Du genervt von der Sprache oder vom Sprechen selbst?
Jugendsprache hat, so glaube ich, jede Geneartion gepflegt. Was früher z. B. knorke war, war dann stark, dann geil, dann cool und dann krass. Wie schon gesagt wurde, das dient vor allem der Abgrenzung von den Erwachsenen.
Aber ich muss manchmal echt lachen, wenn ich im ersten Moment glaube, der arme Bengel dort im Zug hat eine schlimme Kieferlähmung, um dann mitzubekommen, dass die ganze Clique so spricht. Bei keinem Buchstaben die Lippen schließen und nur aufpassen, dass der Sabber nicht rausläuft.
Das finde ich wirklich unschön.
Schönen Abend noch,
Susanne
hey,
ich hab nix gegen Jugendsprache (könnte daran liegen, dass ich erst 14 bin
), ich mein, ich bin damit großgeworden^^. einige Begriffe nerven mich, u.A. die allseits beliebten „Atzen“, sowas wie Buddys, also gute Freunde (glaub ich mal
) Ich finde das, was manche im Internet schreiben viel schlimmer…ich hab erst in der Schulerzeitung was dazu geschrieben, ursprünglich hätte es ne halbe Seite werden sollen, dann waren es eineinhalb…
SMBI, is der Artikel over, also: TTP! kA, wie? RTFM!
Hi,
Was haltet ihr davon?
Ich bin in letzter Zeit ziemlich genervt davon, weiß aber
nicht, ob ich den Jugendlichen damit vielleicht Unrecht gebe?
Wie schon gesagt wurde: jede Jugend hat/te seine „Jugendsprache“ und das finde ich sehr spannend. Es ist ja so etwas wie eine „Geheimsprache“, eine Verständigung auf einer anderen Ebene als die der „Erwachsenen“.
Was mich an der heutigen Jugensprache allerdings sehr heftig stört ist, dass andere oft als „Spasti“ oder „behindert“ bezeichnet werden. Das ist in hohem Maße menschenverachtend und ich frage mich oft, ob die wirklich wissen, was sie damit sagen.
Gruß,
Anja
Hallo,
insgesamt stimme ich dir durchaus zu; jedoch sehe ich dies:
Was mich an der heutigen Jugensprache allerdings sehr heftig
stört ist, dass andere oft als „Spasti“ oder „behindert“
bezeichnet werden. Das ist in hohem Maße menschenverachtend
und ich frage mich oft, ob die wirklich wissen, was sie damit
sagen.
nicht in erster Linie als ein „Problem“ der Sprache oder des Soziolekts sondern als eines der Gesellschaft.
Meines Erachtens zeichnet sich hier nämlich lediglich ein Wertesystem in peiorativer Sprache ab - und dieses ist offensichtlich derzeit einfach stärker als bisher dadurch gekennzeichnet, sich selbst anderen überzuordnen oder diese sich unterzuordnen. So entstehen dann eben Begriffe Wie „Spasti“, „Opfer“ etc.
MFG Cleaner
Hallo,
Was haltet ihr davon?
Mit der Verwahrlosung der Sprache beginnt die Verwahrlosung der gesamten Erziehung und des Verhaltens selbst (s. Ameland).
Gruß:
Manni
Hallo,
Beispiel wäre vor 15 Jahren noch keiner auf die Idee gekommen
„Geil“ im Sinne von „das ist toll“ zu verwenden, das war ein
böses, fieses Schimpfwort, dass mit so schmutzigen Dingen
konnotiert war,
Viel länger davor war geil ein anständiges Wort ohne jegliche obszöne Konnotation:
http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbu…
Heute ist es überall. Und im Moment, finde ich, geht der
Sprachwandel sehr schnell vor sich,
Sprachen leben und verwandeln sich, wahrscheinlich zwingend und es hat vielleicht immer auch schon Jungendsprachen gegeben (seit Hundertausenden von Jahren?)!
Ein typischer Wandel in Sprachen zeigt sich in einer Bedeutungsverschiebung. Aus der Perspektive der Sprecher bekommt dann oft ein älteres gebräuchliches Wort langsam mit der Zeit eine schäbige, obszöne oder schlechte Konnotation und gerät damit ausser Gebrauch. Zeitgenössiche Beispiele dazu: „billig“, „eigentlich“, „blasen“. An dessen Stelle tritt dann ein moderneres, schickeres Wort, weniger abgenutztes Wort: „günstig“, „tatsächlich“, „pusten“. Ganze Bedeutungsverschiebungsreihen kann man aufstellen: Fuss-> Bein-> Knochen. Sehr schön zu beobachten sind diese Dinge beim Vergleich unterschiedlicher Dialekte.
Gruß
r
Hallo, Anja,
Was mich an der heutigen Jugensprache allerdings sehr heftig
stört ist, dass andere oft als „Spasti“ oder „behindert“
bezeichnet werden. Das ist in hohem Maße menschenverachtend
und ich frage mich oft, ob die wirklich wissen, was sie damit
sagen.
„Spasti“ sagten sie schon in den 1970ern und wussten definitiv nicht, was es bedeutet* - ich glaub nicht, dass das heute anders ist.
Es ist allerdings damit zu rechnen, dass die Ausdrücke nach entsprechender Aufklärung und Ermahnung durch Erwachsene erst recht weiterhin verwendet werden - einfach um zu provozieren.
(* War mehrfach Thema im Unterricht; diejenigen, die überhaupt etwas damit verbanden, dachten an „Spass“-irgendwas.)
Gruß
Kreszenz
Hallo Manni,
Was haltet ihr davon?
Mit der Verwahrlosung der Sprache beginnt die Verwahrlosung
der gesamten Erziehung und des Verhaltens selbst (s. Ameland).
Das stimmt zweifellos. Und das haben schon unsere Vorfahren gewusst.
Siehe hier:
http://www.little-idiot.de/teambuilding/JugendvonHeu…
Gruß
Jörg Zabel
Hallo,
„Spasti“ oder „behindert“
bezeichnet werden. Das ist in hohem Maße menschenverachtend
und ich frage mich oft, ob die wirklich wissen, was sie damit
sagen.
Wohl kaum. Ich bin vor fast 30 Jahren mal vor Schreck meinem Vordermann drauf gefahren, als meine beiden Söhne ( 4 + 5 damals) sich auf dem Rücksitz stritten und der eine den anderen „schwule Sau“ nannte. Ich glaube kaum, dass er wusste, was er da sagte
Auch 10 und 15 Jahre später verwendeten die beiden Ausdrücke, deren Bedeutung, sie nicht mal erahnen konnten. Aber nicht nur sie!
Schöne Grüße
Ann da Càva
Wenn ein Jugendlicher „Alter“ sagt, meint er damit ja nicht „Alter“!
…die meinen das nicht so !
Selbst erlebt : Vor etwa 5 Jahren war es bei uns in der Gegend üblich, statt „Spasti“ das Wort „Schwuler“ zu verwenden (…die meinen das nicht so…). Ich stamme aus einer Zeit, in der „Schwuler“ noch einen seltsamen Beiklang nach Beleidigung/Provokation hatte und war jedesmal unangenehm berührt, wenn sich die 12-13jährigen so titulierten.
Eines Tages war’s dann so weit, das „Opfer“ weinte hemmungslos, aber nicht weil man ihn als „Schwuler“ bezeichnet hatte, sondern weil man ihn mehrfach als „Bob der Baumeiser“ beschimpft hatte.
Es kommt selten auf den Wortlaut an, aber immer darauf, worüber man sich ärgert, und wie man was meint.
Jochen
Hallo Jörg,
Das stimmt zweifellos. Und das haben schon unsere Vorfahren
gewusst.
Siehe hier:
http://www.little-idiot.de/teambuilding/JugendvonHeu…
…kenne ich.
Aber zeig mir doch mal bitte frühere Berichte über Jugendliche, die Obdachlose totschlagen, Behinderte zusammentreten, Hochbetagte Frauen beim Klau der Handtasche zu Boden stoßen (so daß sie Oberschenkel- Knochenbrüche erleiden), Jüngere mit einem Besenstiel oder Flaschen vergewaltigen …
Solche Berichte kenne ich nicht.
Gruß:
Manni
hi,
mein „hi“ und dein „genervt sein“ war mal jugendsprache.
jugendsprache ist. auch die klagen über sprachverfall gibt es seit den alten griechen. sprache lebt.
m.
Hallo, Manni,
Aber zeig mir doch mal bitte frühere Berichte über
Jugendliche, die Obdachlose totschlagen, Behinderte
zusammentreten, Hochbetagte Frauen beim Klau der Handtasche zu
Boden stoßen (so daß sie Oberschenkel- Knochenbrüche
erleiden), Jüngere mit einem Besenstiel oder Flaschen
vergewaltigen …
Ich habe mich anläßlich „Wallenstein“ intensiv mit der Zeit des 30jährigen Krieges beschäftigt - all das findest du, natürlich nicht durch die modernen Medien weltweit verbreitet - auch in dieser Zeit - und, wohlgemerkt, nicht nur in Kriegsgebieten. Auch in relativ friedlichen Zeiten war der Mensch immer des Menschen größter Feind.
Und die Schriften, die aus der Zeit erhalten sind, sprechen auch keine
verharmlosende Sprache.
Solche Berichte kenne ich nicht.
Weil sie heute in den Bibliotheken verstauben.
Möglicherweise ist die Sprache heute ein Zeichen für Verrohung (ich persönlich bezweifle das), aber sie ist sicher nicht die Ursache dafür.
Grüße, jenny
Servus,
Ich bin in letzter Zeit ziemlich genervt davon
Also genervt bin ich - reifes Alter 63 - ganz sicher nicht…*lach*
Manches verstehe ich nicht - wenn ich (recht häufigen) beruflichen Kontakt mit „Jugensprechlern“ habe und was nicht verstehe, frage ich einfach nach.
Nach kurzem „Rollaugenaufschlag“ bekomme ich meist sehr erklärende Antworten.
Ich finde die Fantasie, die Kreativität, die in diesen Ausdrücken steckt, teilweise faszinierend - daran ändert auch nix, dass ich mit den gehäuften eys und heys nicht wirklich was anfangen kann.
Und manches ist so einleuchtend, komisch, zwingend, dass ich es gerne in meinen Wortschatz übernehme (mag es auch aus oldie-Mund komisch klingen)
Sprache ist etwas ungeheuer lebendiges, flexibles, und gibt oft viel besser das unmittelbar Erlebte wieder, als wir das im Moment realisieren.
Manche Ausdrücke finde ich einfach dumm, unüberlegt und versuche, in Gesprächen drauf zu kommen, warum sie gebraucht werden.
Manche Internetkürzel - mal von denen abgesehen, die ich sogar als oldie schon kenne - schaue ich einfach im Akronym-Lexikon nach und entscheide dann für mich, ob ich sie verwende möchte.
Mein Liebling dabei ist im Augenblick RTFM - ein echtes Totschlagargument für ratlose Männer…*grinnzz*
Gruß aus dem Waldviertel, jenny
dazu fällt mir noch ein,
wir haben im Deutschen (und natürlich auch in anderen Sprachen) aus den verschiedensten Soziolekten (nur als Beispiel: Seemanns,- Gauner, - Jägersprache) so viele Ausdrücke übernommen, von denen wir heute nicht mal mehr wissen, woher sie kommen - schaut mal im Dialekt/Mundartenbrett nach - die Studentensprache des 19. Jhs und der 68er des 20sten ist heute „Normalosprache“
Warum wehren wir uns, wenigsten zuzuhören und zu überlegen, was von der Sprache der Jungen heute bleiben könnte?
Mich jedenfalls reizt der Gedanke,
Gruß, jenny