Wie ist mein Arbeitszeugnis zu bewerten?

Hallo zusammen,
kann mir jemand bei der Interpretation meines Arbeitszeugnisses helfen? Bin mir hier gar nicht so sicher.

Zeugnis

Herr… , geboren am … in … trat am 01.02.2003 in die Dienste unseres Unternehmensein. Sein Aufgabengebiet erfolgte zunächst innerhalb der Niederlassung in … als Teamassistent (Anm. Abteilungsleiter).

Mit Wirkung zum 01.04.2004 wurde Herr … als Trainee in unserer Niederlassung in … eingesetzt.

Zum 01.07.2004 übernahm Herr … die Position des Preisshoppers.

Ab dem 01.08.2007 wurde Herr als Geschäftsleiter-Stellvertreter in Einarbeitung in unserer Niederlassung in … eingesetzt.

Nach erfolgreichem Abschluss seiner Einarbeitung wurde er zum 01.01.2008 in der Funktion als Geschäftsleiter-Stellvertreter bestätigt und weiterhin in der Niederlassung in … eingesetzt.

Die Ziele und Aufgaben waren hier im Wesentlichen folgende:
-Sicherstellung eines bestmöglichen Betriebsergebnisses unter Beachtung betriebswirtschaftlicher Gesichtspunkte.
-Erreichung einer effizienten Warenpräsenz und Warenpräsentation.
-Sicherstellung eines optimalen Erscheinungsbildes des Fachcentrums sowie Markt- und Konkurrenzbeobachtung vor Ort.
-Sicherstellung eines reibungslosen Betriebsablaufes.
-Verantwortung für die Erhaltung der ihm anvertrauten Betriebsvermögen
-Gewährleistung einer guten Bedienungsqualität durch bedarfsgerechten Personaleinsatz, sowie durch Steigerung der Qualifikation und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter mittels Schulungsmaßnahmen und Motivation.
-Mitentscheidung über Einstellung von Mitarbeitern im Rahmen der Personalplanung.
-Durchführung hauseigener Werbeaktivitäten und verkaufsfördernder Maßnahmen.
-Ausfertigung des Kostenbudgets sowie der Umsatzplanung

Herr… löste die ihm übertragenen Aufgaben pflichtbewusst und zuverlässig stets zu unserer vollsten Zufriedenheit. Er war stets ein einsatzbereiter Mitarbeiter.

Er hat einen sicheren Blick für das Wichtige und Wesentliche und arbeitete stets planvoll, methodisch und sehr gründlich. Seine Einsatzbereitschaft, sowie die zügige Arbeitsweise sind dabei besonders hervorzuheben.

Durch sein verbindliches und zuvorkommendes Wesen verstand es Herr… zu einem harmonischen Betriebsklima erheblich beizutragen. Er war ein sachlich absolut überzeugender umd im persönlichen Umgang verbindlicher Vorgesetzter und formte damit eine sehr leistungsstarke und homogene Arbeitsgruppe. Für den Vorgesetzten war Herr… eine tatkräftige Unterstützung. Bei Kollegen fand er stets Anerkennung.

Herr… verlässt unser Unternehmen zum 31.12.2009.

Wir danken Herrn… für die guten Leistungen. Für seinen weiteren privaten und beruflichen Lebensweg wünschen wir ihm alles Gute.

Hallo,

kann mir jemand bei der Interpretation meines
Arbeitszeugnisses helfen? Bin mir hier gar nicht so sicher.

Ich leider auch nicht…

Zeugnis

Herr… , geboren am … in … trat am 01.02.2003 in die
Dienste unseres Unternehmensein. Sein Aufgabengebiet erfolgte
zunächst innerhalb der Niederlassung in … als Teamassistent
(Anm. Abteilungsleiter).

Abteilungsleiter?
Ein Teamassistent ist doch eher ein Sekretär?

Mit Wirkung zum 01.04.2004 wurde Herr … als Trainee in
unserer Niederlassung in … eingesetzt.

Zum 01.07.2004 übernahm Herr … die Position des
Preisshoppers.

Ab dem 01.08.2007 wurde Herr als
Geschäftsleiter-Stellvertreter in Einarbeitung in unserer
Niederlassung in … eingesetzt.

Nach erfolgreichem Abschluss seiner Einarbeitung wurde er zum
01.01.2008 in der Funktion als Geschäftsleiter-Stellvertreter
bestätigt und weiterhin in der Niederlassung in …
eingesetzt.

Von was reden wir hier eigentlich?
Von einem echten Geschäftsführer mit echter Verantwortung und echten Entscheidungsbefugnissen (egal ob Stellvertreter) oder von jemandem, der Fragen und offene Punkte auf Halde legt wenn der GF mal nicht da ist?
Oder war die Filiale so klein, dass man besser von einem stellv. Abt. leiter reden sollte?

Die Ziele und Aufgaben waren hier im Wesentlichen folgende:

Warum so relativierend?

-Sicherstellung eines bestmöglichen Betriebsergebnisses unter
Beachtung betriebswirtschaftlicher Gesichtspunkte.
-Erreichung einer effizienten Warenpräsenz und
Warenpräsentation.
-Sicherstellung eines optimalen Erscheinungsbildes des
Fachcentrums sowie Markt- und Konkurrenzbeobachtung vor Ort.
-Sicherstellung eines reibungslosen Betriebsablaufes.
-Verantwortung für die Erhaltung der ihm anvertrauten
Betriebsvermögen
-Gewährleistung einer guten Bedienungsqualität durch
bedarfsgerechten Personaleinsatz, sowie durch Steigerung der
Qualifikation und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter mittels
Schulungsmaßnahmen und Motivation.
-Mitentscheidung über Einstellung von Mitarbeitern im Rahmen
der Personalplanung.
-Durchführung hauseigener Werbeaktivitäten und
verkaufsfördernder Maßnahmen.
-Ausfertigung des Kostenbudgets sowie der Umsatzplanung

Klingt nach Filiale eines Billigdiscounters.
Ist dort die Bezeichnung „Geschäftsführer“ tatsächlich üblich?
Ausserdem: Viel zu ausführlich.

Herr… löste die ihm übertragenen Aufgaben pflichtbewusst und
zuverlässig stets zu unserer vollsten Zufriedenheit.

„Pflichtbewusst und zuverlässig“ untergraben die „vollste Zufriedenheit“

Er war
stets ein einsatzbereiter Mitarbeiter.

Bla! Ist eher negqativ zu sehen.

Er hat einen sicheren Blick für das Wichtige und Wesentliche
und arbeitete stets planvoll, methodisch und sehr gründlich.
Seine Einsatzbereitschaft, sowie die zügige Arbeitsweise sind
dabei besonders hervorzuheben.

Hohles Geschwafel.

Durch sein verbindliches und zuvorkommendes Wesen verstand es
Herr… zu einem harmonischen Betriebsklima erheblich
beizutragen.

Na ja…

Er war ein sachlich absolut überzeugender umd im
persönlichen Umgang verbindlicher Vorgesetzter und formte
damit eine sehr leistungsstarke und homogene Arbeitsgruppe.

Das widerspricht meiner Meinung nach allem bisher Gesagten.
Das klingt richtig gut.

Für den Vorgesetzten war Herr… eine tatkräftige
Unterstützung. Bei Kollegen fand er stets Anerkennung.

Na ja, aber nicht immer.

Herr… verlässt unser Unternehmen zum 31.12.2009.

Wir danken Herrn… für die guten Leistungen.

Und über die Schlechten dürfen wir im Zeugnis nichts sagen.

Für seinen
weiteren privaten und beruflichen Lebensweg wünschen wir ihm
alles Gute.

Privat vor Beruflich? Au Backe!
Unglücklich scheint der AG offensichtlich nicht zu sein. Kein Bedauern.

Wenn der Schluss nicht so eindeutig wäre, hätte ich noch eine schlechte 3 für möglich gehalten, aber so ist es eher eine 4.
Überhaupt fehlt es dem Zeugnis an aussagefähiger Substanz.

TR

Nachtrag
Hallo,

also da baut ein Unternehmen Jemanden über Jahre hinweg auf, und nach ca. 5 Jahren trennt man sich ohne Bedauern.
Ist da was vorgefallen?

TR

Hi anamun,

Arbeitszeugnisses helfen? Bin mir hier gar nicht so sicher.

tja, mir geht’s da wie Dir und Thomas - ich bin mir auch nicht so sicher :wink:

Zeugnis

Herr… , geboren am … in … trat am 01.02.2003 in die
Dienste unseres Unternehmensein.

Ich nehme an, dass die fehlende Leerstelle ein Fehler von Dir ist? Achja - für unsere Info: was issn das für ein Unternehmen?

Sein Aufgabengebiet erfolgte
zunächst innerhalb der Niederlassung in … als Teamassistent
(Anm. Abteilungsleiter).

Hääh? Ein Aufgabengebiet kann doch nicht in „Ort“ erfolgen? Satz dieser so nicht operiert. Auch das mit „(Anm. Abteilungsleiter)“ verstehe ich nicht.

Mit Wirkung zum 01.04.2004 wurde Herr … als Trainee in
unserer Niederlassung in … eingesetzt.

Das war aber nach drei Monaten dann auch wieder vorbei - warum?

Zum 01.07.2004 übernahm Herr … die Position des
Preisshoppers.

Was zum Geier ist ein „Preisshopper“? Wenn das ein stehender Begriff in der Branche ist, lass es drin. Sonst ersetz es durch was allgemeiner verständliches.

Ab dem 01.08.2007 wurde Herr als
Geschäftsleiter-Stellvertreter in Einarbeitung in unserer
Niederlassung in … eingesetzt.

Nach erfolgreichem Abschluss seiner Einarbeitung wurde er zum
01.01.2008 in der Funktion als Geschäftsleiter-Stellvertreter
bestätigt und weiterhin in der Niederlassung in …
eingesetzt.

Okay - also vom Tellerwäscher zum Millionär :smile: Das ist natürlich eine unübliche Situation, aber irgendwie fände ich es cool, wenn das Zeugnis auch entsprechend geglieder wäre. Also sowas wie

von - bis: Assistent
Aufgaben
Wissen

von - bis: Trainee (als was eigentlich?)
Aufgaben
Wissen etc.

Verhalten und Gesamtbeurteilung würde ich dann wieder gemeinsam beurteilen. Eventuell mit einem ergänzenden Satz „als… waren seine Führungsqualitäten oberklasse“ oder so. Aber da bin ich nicht sicher, ob das so üblich ist - was meinen die anderen dazu?

Die Ziele und Aufgaben waren hier im Wesentlichen folgende:
-Sicherstellung eines bestmöglichen Betriebsergebnisses unter
Beachtung betriebswirtschaftlicher Gesichtspunkte.
-Erreichung einer effizienten Warenpräsenz und
Warenpräsentation.
-Sicherstellung eines optimalen Erscheinungsbildes des
Fachcentrums sowie Markt- und Konkurrenzbeobachtung vor Ort.
-Sicherstellung eines reibungslosen Betriebsablaufes.
-Verantwortung für die Erhaltung der ihm anvertrauten
Betriebsvermögen
-Gewährleistung einer guten Bedienungsqualität durch
bedarfsgerechten Personaleinsatz, sowie durch Steigerung der
Qualifikation und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter mittels
Schulungsmaßnahmen und Motivation.
-Mitentscheidung über Einstellung von Mitarbeitern im Rahmen
der Personalplanung.
-Durchführung hauseigener Werbeaktivitäten und
verkaufsfördernder Maßnahmen.
-Ausfertigung des Kostenbudgets sowie der Umsatzplanung

Siehe oben - dadurch dass Du einfach dort an vielen Stationen warst, ist das eine etwas wilde Sammlung.
Achja - ich weiss nicht ob das ein Abtippsel-Fehler ist oder im Original auch: aber entweder müssen hinter jeden Aufzählungspunkt Punkte am Ende oder nur an den letzten. Aber nicht „manchmal“ :smile:

Sonst musst Du selber wissen, ob die Liste a) vollständig ist und b) nach Wichtigkeit und Reihenfolge sortiert.

Herr… löste die ihm übertragenen Aufgaben pflichtbewusst und
zuverlässig stets zu unserer vollsten Zufriedenheit. Er war
stets ein einsatzbereiter Mitarbeiter.

Da hatte ja Thomas schon was geschrieben - wobei ich das „einsatzbereit“ immer als Umschreibung für „gewollt aber nicht gekonnt“ sehe…

Er hat einen sicheren Blick für das Wichtige und Wesentliche
und arbeitete stets planvoll, methodisch und sehr gründlich.

Eigentlich ist „planvoll, methodisch und sehr gründlich“ zusammen mit dem „pflichtbewusst und zuverlässig“ eine Umschreibung für „Korinthenkacker, brauchte für alles einfach nur ewig“, aber…

Seine Einsatzbereitschaft, sowie die zügige Arbeitsweise sind
dabei besonders hervorzuheben.

…die „zügige“ Arbeitsweise relativiert das. Um Missverständnisse zu vermeiden würde ich das aber umformulieren.
Achja, hier kommt zum zweiten mal die „Einsatzbereitschaft“ - das langt einmal (oder besser noch: gar nicht)

Durch sein verbindliches und zuvorkommendes Wesen verstand es
Herr… zu einem harmonischen Betriebsklima erheblich
beizutragen. Er war ein sachlich absolut überzeugender umd im

Auch hier gehe ich davon aus, dass das „uMd“ Dein Vertippsel ist

persönlichen Umgang verbindlicher Vorgesetzter und formte

Schon wieder „verbindlich“?

damit eine sehr leistungsstarke und homogene Arbeitsgruppe.
Für den Vorgesetzten war Herr… eine tatkräftige

Und es gab nur einen Vorgesetzten? Oder kommt das aus der Assistenten-Tätigkeit?

Unterstützung. Bei Kollegen fand er stets Anerkennung.

Und Kunden? Lieferanten?

Herr… verlässt unser Unternehmen zum 31.12.2009.

Wegen weil?

Wir danken Herrn… für die guten Leistungen.

„jederzeit hervorragenden“?

Für seinen
weiteren privaten und beruflichen Lebensweg wünschen wir ihm
alles Gute.

Aber auch dazu schrieb ja Thomas schon alles. Diese Schlussformel klingt nach „er war ja nirgends zu gebrauchen und gottseidank haben wir endlich ne Ausrede gefunden, ihn los zu werden.“

*wink*

Petzi

Hallo,

Herr… löste die ihm übertragenen Aufgaben pflichtbewusst und
zuverlässig stets zu unserer vollsten Zufriedenheit. Er war
stets ein einsatzbereiter Mitarbeiter.

Er hat einen sicheren Blick für das Wichtige und Wesentliche
und arbeitete stets planvoll, methodisch und sehr gründlich.
Seine Einsatzbereitschaft , sowie die zügige Arbeitsweise sind
dabei besonders hervorzuheben.

wenn die Einsatzbereitschaft derartig betont, Erfolge aber unerwähnt bleiben, hört sich das an wie „er war stets bemüht, hat sich abgestrampelt nach besten Kräften, aber trotzdem nichts auf die Reihe bekommen“.

Herr… verlässt unser Unternehmen zum 31.12.2009.

Und warum? Wurde er gekündigt? Hat er selbst gekündigt? Fehlende Angaben sind auch eher negativ zu werten.

Ohne auf Details einzugehen macht das Zeugnis beim „Überfliegen“ einen zusammengeschusterten Eindruck und klingt für mich alles andere als positiv, was allerdings auch daran liegen kann, dass der Aussteller einfach keine Ahnung hat, wie ein Zeugnis auszusehen hat.

Gruß

S.J.

Hallo zusammen,
kann mir jemand bei der Interpretation meines
Arbeitszeugnisses helfen? Bin mir hier gar nicht so sicher.

klingt nach einem guten, kompetenten mitarbeiter.

dem zeugnisaussteller ist das schreiben nicht in die wiege gelegt, aber darum geht´s ja nicht…oder doch?

So?
Hallo,

klingt nach einem guten, kompetenten mitarbeiter.

Kennst du ihn persönlich?
Das Zeugnis sicht ganz und garnicht danach aus.

dem zeugnisaussteller ist das schreiben nicht in die wiege
gelegt, …

Solche Zeugnisse hatten wir in der Tat schon.
Aber hier sind ein paar Formulierungen drin, auf die man nicht so ohne Weiteres kommt, schon garnicht durch blosse Ungeschicktheit.
Das Geschwafel klingt teilweise sehr gekonnt und gemein.
Und die fehlenden Dinge sind meiner Meinung nach auch nicht einfach „vergessen“ worden.

Gruss,
TR