Hallo,
da ich das Gefühl habe, dass Du nicht alle Antworten verstanden hast (das ist nicht böse gemeint, wir sind sehr ins Fachmännische abgedriftet), nochmal eine einfache Zusammenfassung:
Mit Hilfe von verschiedenen Verfahren möchte der Arzt schauen, ob Dein Körper auf eine Zuckerzufuhr normal reagiert, d.h. z.B. mit dem Hormon Insulin gegensteuert und in die Wege leitet, dass u.a. der Zucker in die Zellen transportiert wird.
Der Fachmann unterscheidet zwischen der normalen Reaktion, einer gestörten Glucose-Toleranz und einem Diabetes mellitus.
Zur Diagnostik bieten sich folgende Methoden an:
(1)
Bestimmung der Nüchternwerte
- mindestens 8 h Nüchternperiode, hier bietet sich die morgendliche Messung nach dem Schlaf praktisch an
- gemessen werden die Werte über kapilläres Blut (Stich in den Finger) oder aber über eine Blutentnahme aus der Vene mit einem geeichten Messverfahren (zugelassene Blutzuckermessgeräte, Bestimmung im Labor)
- Nüchtern gelten folgende „Grenzwerte“:
Normalwert: 100 und 126 mg/dl
- Wichtig: Ein einzeln gemessener Wert zählt nicht. Liegen die Nüchternwerte wiederholt überhalb des Grenzwertes kann man die Diagnose einer gestörten Glucosetoleranz oder eines Diabetes stellen.
(2)
Wiederholt zu hohe Spontanwerte / Nicht-Nüchtern-Werte
- hier zählt jede Messung egal zu welchem Zeitpunkt nach der Nahrungsaufnahme
- gemessen werden die Werte über kapilläres Blut (Stich in den Finger) oder aber über eine Blutentnahme aus der Vene mit einem geeichten Messverfahren (zugelassene Blutzuckermessgeräte, Bestimmung im Labor)
- Spontan / nicht nüchtern gelten folgende „Grenzwerte“:
Normalwert: 140 und 200 mg/dl
- Wichtig: Auch hier zählt ein einzeln gemessener Wert nicht. Bei wiederholten Werten oberhalb des Grenzwertes kann die Diagnose einer gestörten Glucosetoleranz oder eines Diabetes gestellt werden.
(3)
Oraler Glucose-Toleranz-Test (oGTT)
- Hier wird nach einer gewissen Vorbereitungsperiode (kein Fasten, nüchtern bei Testbeginn, Messung der Nüchternblutzuckers vor Testbeginn usw.) eine Lösung mit 75 g Glucose getrunken. Dann wird gelegentlich nach 60 min der Blutzuckerwert bestimmt. Regelhaft und ausschlaggebend ist der Wert nach 120 min.
- „Grenzwerte“ für den Nüchternwert kannst Du Punkt (1) entnehmen.
- „Grenzwerte“ für den 2-Stunden-Wert:
Normal: 140 und 200 mg/dl (kapillär = Finger)
(4)
Aktuell zur Diskussion stehend: HbA1c
- Der HbA1c ist eine Art „Langzeitzuckerwert“
- Er ermöglicht eine grobe Einschätzung der Blutzuckereinstellung in den letzten 3 Monaten.
- Normwert für einen Nicht-Diabetiker: 7 % als „Grenzwert“ nimmt, um sicher zu sagen, der Patient hat einen Diabetes. Wenn der Wert zwischen 5,x und 7 % liegt, sollte auf jeden Fall eines der Methoden (1) - (3) ergänzend stattfinden, um die Diagnose zu sichern oder zu verwerfen.
Jetzt ist das alles theoretisch und hilft dir trotzdem nicht weiter.
Bevor Du Dir jetzt ein Blutzuckermessgerät kaufst und dafür eine Menge Geld ausgibst, um regelmäßig den Blutzucker zu bestimmen, würde ich nochmals mit deinem Hausarzt sprechen, ob man nicht einen oralen Glucose-Toleranz-Test durchführt (3).
Dies hat in Deinem Fall folgende Vorteile:
- Du musst kein Blutzuckermessgerät kaufen oder auch nicht wiederholt in eine Apotheke, um dort Blutzuckerwerte zu bestimmen.
- Ich kann mir vorstellen, dass der Kostenrahmen, wenn Du es selbst tragen musst, überschaubar bleibt. - Gespräch mit dem Arzt, Nüchternmessung des Blutzuckers, 2-h-Wert-Messung des Blutzuckers, Auswertungsgespräch.
- Der Test ist bezüglich der Diagnosestellung recht sicher.
So… ich hoffe, jetzt ist ein bißchen Licht im Dunkel…
(B)Engel
PS:
Zu den Sticks von denen Du sprichst, kann ich keine Aussage treffen, weil ich nicht genau weiß welche Du meinst. Wenn jedoch der Apotheker schont sagt, sie sind ungenau, dann würde ich die Finger von lassen.
Aussagekräftig ist meiner Meinung nach nur ein geeichtes Messgerät und die sind teuer.