das Problem ist aus der Suchthilfe bekannt: wie bringe ich jemand Nahestehenden dazu, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Für gewöhnlich fühlt derjenige sich beleidigt („ich bin doch nicht bekloppt“). Wie geht man sensibel damit um?
das Problem ist aus der Suchthilfe bekannt: wie bringe ich
jemand Nahestehenden dazu, psychologische Hilfe in Anspruch zu
nehmen. Für gewöhnlich fühlt derjenige sich beleidigt
Hierbei kommt wahrscheinlich der alte Unterschied zwischen Psychologe und Arzt zum Tragen.
Die Leute assoziieren mit „Psychologe“ jemanden, der dich unersucht und guckt, wie „bekloppt“ du ist. Zum Arzt ehs du, wenn dir was ehlt, was weh tut oder du dich krank fühlst.
Wenn jemand eine Heugabel ins Auge bekommen hat, wirst du ihn vermutlich nicht sehr lange übezeugen müssen, sich in ärztliche Behandlung zu begeben. Wenn du abe ewas an seiner Pesönlchkeit zu kritisieren hast, we willst du ihm das nae bringen, ohne ihn zu kränken?
Praktisch gesehen bedeutet das, dass die Leute am ehesten zum Hausarzt gehen. Aber sie gehen auch zum Facharzt für Psychosomatische Medizin, weil sie „Psychosomatisches“ eher aushalten bzw. akzeptieren können als einen „Psychologen“.
Dabei sollte man nicht vergessen, dass nur ein Bruchteil der Psychologen psychotherapeutisch arbeitet; die anderen sind im Schuldienst, in der freien Wirtschaft oder beim Staat angestellt.
Konkret gesprochen: Du wirst so eanden eher zum Arzt bringen können, insbesondere, wenn du handfeste GRünde nennen kannst („dir ist dch oft übel in letzter Zeit, lass das doch mal klären…“).
Gruß,
Branden
wie bringe ich jemand Nahestehenden dazu,
psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen?
indem man dem Betroffenen selbst klarmacht, dass er diese Hilfe braucht. Aber das ist leichter gesagt als getan . . .
. . . Für gewöhnlich fühlt derjenige sich beleidigt („ich
bin doch nicht bekloppt“). Wie geht man sensibel damit um?
Indem Du diesen Vorwand/Einwand vorab/einleitend selbst aufgreifst und verneinst. Ansonsten ist es für den Betroffenen „leichter“, wenn Du die Vorteile resp. Notwändigkeit der Hilfe aus Deiner Perspektive vorbringst: Ich habe das Gefühl, dass es Dir nicht gutgeht. Für mich sieht es so aus, als wenn Du Hilfe benötigst usw. usf.
Letztlich kannst Du den Betroffenen nicht zum Arzt schleifen - es muss gelingen, ihn selbst davon zu überzeugen (Braucht ggf. lange und entsprechenden Leidensdruck).
Ich habe gerade 3 gute Freundinnen, die nach meiner Meinung mehr als dringend in therapeutische Behandlung müssten!
Grösste Lebenssinnkrisen- keine Zukunftsaussichten, die sie sehen- Verzweiflung wohin sie sehen…es geht ihnen megaschlecht!!
Da ich selber schon Therapie gemacht habe- damit einfach sehr gute Erfahrung- bin ich dem Gebiet sehr aufgeschlossen und kann nur den Nutzen darin erkennen!
Aber alle diese Freundinnen-- hören sich das an…und können diese Möglichkeit einfach nicht annehmen!
Sie „schaffen das schon alleine“- für mich suspekt, denn jede von denen fällt seit mindestens 2 Jahren immer tiefer in dieses Loch und kommt nur tiefer statt aus den Problemen raus!!
Es ist manchmal wahnsinnig schwer-- einem Menschen zuzusehen, wie es ihm immer schlechter geht-- und ab nem gewissen PUnkt wird es auch unmöglich noch normal über die Thematik zu reden, weil es eben keinen „guten Ratschlag“ mehr gibt!!
Man kann nicht mehr machen als den MEnschen die Möglichkeit aufzeigen!!
Tatsächlich muss der Leidensdruck gross genug sein-- sonst geht man so einen WEg nicht!
Das man manchmal nur noch staunen kann, was ein Mensch alles aushalten kann…-- das stimmt auch sicherlich!!
ich stimme Dir inhaltlich voll zu - mit der Ergänzung, dass man im Umfeld solcher Menschen aufpassen muss, dass man notwändigen „Abstand“ hält und nicht selbst „Teil des Problems“ wird.
Wenn das Thema sooft Streitgegenstand war, dass man es ausklammern muss, und man sehenden Auges die Klappe halten muss, während der andere leidet und es ihm immer schlechter geht, finde ich das für die Freundschaft/den Kontakt sehr belastend.
Aber alle diese Freundinnen-- hören sich das an…und
können diese Möglichkeit einfach nicht annehmen!
Sie „schaffen das schon alleine“- für mich suspekt, denn jede
von denen fällt seit mindestens 2 Jahren immer tiefer in
dieses Loch und kommt nur tiefer statt aus den Problemen
raus!!
Das liegt sicherlich daran, wie Psychologen von der Gesellschaft war genommen werden.
Bei dem Wort Psychologen denkt doch jeder gleich an eine Couch und an Freud „Erzähl mir was von deiner Mutter“, dabei war Freund nicht mal Psychologe.
Außerdem erzähl den Leuten mal, dass Psychologie an den meisten oder zumindest vielen Unis zur Mathematischen-Naturwissenschaftlichen Fakultät gehört, die verstehen nicht, das Psychologie etwas greifbares ist, wie etwa die Medizin oder Biologie.
Außerdem denken wahrscheinlich auch viele, dass die Kosten von der Krankenkasse nicht übernommen wird, was sie aber werden.
Diese engen Kontakte verlaufen bei mir- da diese Freundinnen weiter weg wohnen- nur über Telefon- was einem die Möglichkeit gibt, sich nicht zu sehr da hineinzuhängen!
Klar ist- speziell bei Einer- gibt es nur noch EIN Thema…und da kann man einfach ncihts mehr zu sagen…-- insofern leidet da gerade diese Freundschaft schon drunter!
Das tut mir auch leid-- aber ich kann da eben nicht helfen-- witzigerweise erkennt nicht nur sie- sondern auch beide anderen Freundinnen, daß das Hauptproblem IN ihnen liegt-- und nicht auf den „Bühnen“, die sie sich geschaffen haben…-- und trotzdem ist ein therapeutischer Gang für sie ein „no go“!!
Letztlich muss ich das akzeptieren- und nachdem meine Arbeit an mir auch zT sehr schwer und schmerzhaft war…oft genug die Frage in mir hochkam „was wird sich danach ändern“…-- kann ich die Angst vor so einem Weg auch nachvollziehen…-- wobei ich jetzt halt auch die Gewissheit habe, daß alles Durchstandene…nur geheilt hat!!
wie bereits von anderen ausgeführt wurde, spielt Leidensdruck hier eine große Rolle. Erst wenn der oder die Betroffene selbst ein Einsehen in die Notwendigkeit einer Therapie hat, ist eine Therapie sinnvoll. Gegen den Willen des Betroffenen ist Hilfe sinnlos. Es ist schon seltsam: Wenn jemand eine Erkältung hat, geht er ganz einfach zum Arzt. Das ist ganz normal. Da denkt man sich nix. Aber bei „psychischen Problemen“ ist das irgendwie anders. Es gilt immer noch als Makel und als Schwäche, psychische Probleme zuzugeben. Zumindest denken das viele Betroffene und das reicht ja bereits.
Das kommt vielleicht auch daher, dass sich die Betroffenen selbst nicht sicher sind, ob sie wirklich ein Problem haben oder ob sie nur glauben, sie hätten eins.
Bei einer Grippe ist das ja klar. Wenn man 40 Fieber hat, baucht man nicht mehr darüber zu spekulieren, ob man Fieber hat oder es sich nur einbildet.
Mein Tipp: Mische Dich möglichst wenig ein, wenn es irgendwie geht. Viele Betroffene wissen es ganz und gar nicht zu schätzen, wenn man ihnen helfen will. Sie empfinden es manchmal sogar als Beleidigung, wenn man ihnen unterstellt, sie hätten psychische Probleme. Du kannst aber in Gesprächen, so ganz unauffällig und am Rande, immer wieder mal vorfühlen, wie der Betroffene sein Problem selber einschätzt. Manchmal läßt man Dinge eher durchblicken, wenn man das Gefühl hat, man tue dies von sich aus. Wenn man direkt und konkret auf sein Problem hin angesprochen wird, macht man manchmal erst recht dicht, sei es aus Trotz oder weil man sich bedrängt fühlt, etc