In ihrer Studie vom 18. Februar bewerten die Analysten der SEB die Aktie des deutschen Industriekonzerns ThyssenKrupp mit „Sell“.
Die guten Ergebnisse und die hohen Gewinne an Auftragseingängen im ersten Quartal hätten das Unternehmens zuversichtlich gestimmt, das Ziel 2003/04 eines Vorsteuergewinns in Höhe von 1,0 Mrd. Euro zu erreichen. Auch wenn die Analysten ihre EPS-Erwartungen für 2003/04 von 0,99 Euro auf 1,05 Euro anheben, gehen die Analysten nicht davon aus, das ThyssenKrupp das Ziel erreichen werde. Nachdem sich das Unternehmen besser als der europäischen Stahlmarkt in 2003 entwickelt habe, sei ThyssenKrupp nun im Vergleich zu den Fundamentaldaten voll bewertet und gegenüber dem Sektor zu teuer.
Analyst: SEB
Rating des Analysten: Sell
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Quelle: Aktien & Co 19.02.2004 11:17:00
In ihrer Studie vom 19. Februar bewerten die Analysten der SEB die Aktie des deutschen Industriekonzerns ThyssenKrupp mit „Buy“.
Das Unternehmen habe dank der Konjunkturbelebung und weiterhin robuster Stahlpreise einen guten Start ins neue Geschäftsjahr hingelegt. Der bereinigte Gewinn vor Steuern sei um 17,7% gestiegen. Alle Bereiche hätten am Erfolg mitgewirkt. Die hohen Auftragseingänge in den wichtigsten Konjunktursparten würden weiteres Ergebnissteigerungspotential erwarten lassen. Das Kursziel liegt bei 20 Euro.
Analyst: SEB
Rating des Analysten: Buy
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Quelle: Aktien & Co 19.02.2004 12:55:00
Ja und?
Was soll uns diese Tickermeldung sagen? Sollen wir jetzt über ThyssenKrupp diskutieren oder über den Sinn und Unsinn von Analysen und Analysten, wobei ich insbesondere zum Thema Unsinn viel zu erzählen hätte.
mich wundert nur, wie ein Bankhaus es zulassen kann, dass es für eine Aktie innerhalb von zwei Tagen so gegensätzliche Empfehlungen gibt. Naja, hätte ich vielleicht unter Witze veröffentlichen sollen.
mich wundert nur, wie ein Bankhaus es zulassen kann, dass es
für eine Aktie innerhalb von zwei Tagen so gegensätzliche
Empfehlungen gibt.
das ist nichts besonderes. Branchenkenner erinnern sich noch an eine Kaufempfehlung für eine bestimmte Aktie an einem Freitag in 2002 auf die am folgenden Montag eine große Verkaufsaktion von Aktien des gleichen Unternehmens durch die gleiche Bank folgte. Natürlich berief man sich auf die vielgerühmten Chinese Walls, was ein glatter Witz ist, weil es die im Endeffekt in keiner Bank gibt.
Leider hab ich einen Chart nicht mehr griffbereit, in dem die Welt aufzeigte, zu welchen Kursniveaus die Aktie von EM-TV noch zum Kauf empfohlen wurde… bis hin zum Totalcrash.
Analysten sind auch nur Menschen und im Zweifel haben sie nicht mehr Ahnung von Aktien bzw. einer bestimmten Aktie, als der Normalmensch auch. Im Gegentum: Sie sind der Gehirnwäsche von Analystenkonferenzen unterworfen und den Interessen des eigenen Hauses. Derartige Konferenzen, denen ich mitunter als (Kredit)Analyst beiwohnte, sind mir in übler Erinnerung geblieben.
Was nun zu den gegenläufigen Empfehlungen bei der SEB führte, entzieht sich meiner Kenntnis. Wie auch immer: Nur sehr selten wird eine Untersuchung durchgeführt, zu welcher Performance das Befolgen der Analystenempfehlungen der jeweiligen Bank geführt hat. Die Resulte waren jedenfalls ausnahmslos bedrückend.
Ich bin in den letzten 10 Jahren insgesamt gut damit gefahren, genau das Gegenteil von dem zu tun, was unsere Analysten empfohlen haben. Und unsere Analysten gehören angeblich zu den besten der Branche (auch nach den genannten Untersuchungen).