1)was sind genau aktien? Verbriefte Anteile an einer Firma
2)in welcher form ist aktien,papier? Heute nurmehr elektronisch hinterlegt, ich meine über/bei „Clearstream“ als Zentralorgan
3)muss man die aktien immer über die bank kaufen? Im Prinzip schon, wenn man nicht selbst Kontakte zu Maklern hat
4)muss man wenn man aktien besitzt, die behörden melden? Nein, nur die Dividenden in die normale Steuererklärung
5)wie gewinnt man durch aktien geld,oder ist es eher ein
lottospiel. Da kommt darauf an: die Finanzjongleure produzieren enorme Schwankungen, die man ignorieren bzw. nutzen können muss. Z.B. ist aktuell BP zum Abschuss freigegeben, der Kursverlust aber ist hochgerechnet auf die Marktkapitalisierung längst viel höher als alle möglichen Kosten aus dem Bohrinselunglück. Das kann man nutzen. Umgekehrt sind Firmen, wenn es scheinbar bestens läuft, oft bei kleinen Enttäuschungen gefährdet, viel an Wert einzubüßen, über Vorschußlorbeeren oft zu teuer, so dass sich Gewinnmitnahmen zur Sicherheit oft lohnen… Es kommt wie beim Poker auf Geschick und Nerven, aber zudem noch auf ökonomischen Sachverstand an. Lotto hingegen ist reines Glücksspiel, bei dem nur 50% der einnahmen wieder ausgeschüttet werden. Börse ist a)ein Nullsummenspiel (in dem die Guten verdienen, die Schlechten/Nervösen/uninformierten verlieren) sowie b) im Ideal eine Win-win-Situation, wenn Firmen mit dem über die Aktienausgabe erlösten Kapital wertschaffend investieren, Zukunft generieren. Aber Achtung: Scheinbar steht meist fast jede Firma gut da, schlechte Bilanzen werden erstmal gern verheimlicht und kaschiert - und plötzlich steht man vor den realen Risiken: eine Kapitalerhöhung bei absoluten Tiefstkursen, die man selbst nicht mitmachen mag, o. eine echte Pleite mit quasi Totalverlust. da muss man vorher wie bei Arcandor (KarstadtQuelle) die Zeichen der Zeit erkennen: dubiose Finanzaktionen und Manager, weit interpretierbare Aussagen zur Lage und Zukunft (denn direkte Falschinfos wären ja strafbar) etc. Dem 100%-Verlust steht stets die Chance gegenüber 1000% oder mehr zu gewinnen bei hohem Wachstum, nach Fast-Pleiten (wenn Firmen sich retten und der Laden plötzlich boomt: zuletzt bei Infineon), bei fairen Übernahmen oder irrationalem Überschwang 8zuletzt bei VW, als Aktien von ca. 60, 70 Euro fairem Wert auf über 1000 Euro schossen, da Spekulanten sog. rationale Leerverkäufer wie Merckle „auskonterten“, bis diese ihre Leerbestände zu Höchstkursen glattstellen mussten: Leerverkäufe sind daher nur etwas für Profis, die wissen, wann die Reissleine - auch wider jede Vernunft - bei VW also z.B. schon bei 200 Euro, nicht erst bei 800 - zu ziehen ist!)
6)lohnt sich klein anzufangen. Auf jeden Fall! Willst du jetzt wg. der Lage gleich groß in Sachwerte investieren, kaufe besser nur „sichere Firmen“, die du am besten selbst kennst und schätzt, aber gestreut, z.B. eben BP als angelsächs. Energiewert im Abwärtssog (der aber schnell drhen dürfte), Daimler als aktuell fair bewerteten deutschen Hersteller, Unilever als internat. Lebensmittelmarke, Pfizer als US-amerikan. Pharmawert plus z.B. als spekulative Beimischung Golden Star als kanadischen Gold/Rohstoffwert (Mine). Umgekehrt bei kleinem Einsatz gehe dafür auf größere Gewinne in spekulativere Titel wie aktuell Q-Cells (von über 100 Euro auf 5 gefallen), Solon oder in anderer Branche Envitec (fast auf Alltime-Tief trotz guter Zahlen: wg. der allg. Lage)… Vorsicht aber mit Nachkäufen auf niedrigerem Niveau: Es gibt wie gesagt gerade bei kleineren titeln immer den Hauptfeind der Pleite: 1000 Euro Verlust schmerzen noch lokal, hat man aber 10mal den Einstiegskurs per Nachkauf „verbilligt“, nützt das gar nichts, wenn man danach global bzw. total blank und selbst pleite ist: Was nichts mehr wert ist, wird auch nie „billiger“, das ist nur Wunschdenken. Also: max. einmal nachkaufen zwecks Verbilligung, wenn man „absolut“ von der Firma überzeugt ist und den Kurseinbruch „völlig irrational“ sieht - aber das ist kein Wissen, nur Glaube!
7)ab welche summe sollte man einsteigen und welche aktien
sollte man kaufen. S.o., je nach Gebührenmodell der Bank.
8)kann man die aktien wieder problemlos verkaufen? Ja, ich habe schon mitunter nach einigen Minuten wieder verkauft, z.B. wenn man statt 5,1 Kauflimit 51 eingab, also das komma vergaß: Passiert wohl jedem mal. Da bin ich sofort wieder raus, als es +/- Null ging, um erstmal zur Ruhe zu kommen statt mich weiter zu ärgern…
9)kann man sich dadurch auch verschulden,was ich natürlich
nicht hoffe. In aller Regel nicht, da bei normalen AGs keiner persönlich haftet. (Vorsicht beim Graumarkt, also nicht frei handelbaren Firmenanteilen, Immobilien etc.)
So, nun gute Gewinne und gib spätestens einen aus, wenn du Millionär geworden bist…
Stephen