Wie kann ich aus meiner Depression raus?

Hallo!
Ich weiß seit einem Jahr das ich an Depression erkrankt bin, leider habe ich es seit dieser Zeit noch nicht wieder geschafft auf die Füße zu kommen. Habe Medikamente bekommen, mache eine Psychotherapie, aber es gibt Tage da bin ich völlig hinüber. Meist auf Arbeit. Ich schaffe einfach nicht mehr das was ich schaffen sollte. Ich kann mich dann nur schlecht konzentrieren.Und ich werde so richtig aggresiv. Meist kommt dann noch dazu, das ich mich dann so schlecht fühle, das ich mich selbst verletze. Und manchmal möcht ich dann nicht mehr leben.Heute war ich beim Dock, aber hilfe?? Nein alles bleibt wie gehabt und ich soll weiter fleißig Therapie machen. Dazu kommt das mein Ehemann meine situation überhaupt nicht versteht. Darüber wird bei uns nicht gesprochen. Was kann mann denn noch so alles tun um sich wieder zu fangen? Gibt es noch andere sachen die mann tun kann um aus dieser Spirale rauszukommen? Was tut mann wenn mann dann doch nicht mehr Arbeiten kann? Kann mann da auch die rente beantragen. Vielen Dank im vorraus.

Hallo Peggy!
So pauschal kann man diese Frage sicher nicht beantworten, weil da sehr viele Dinge eine Rolle spielen. Dass Du den Schritt zum Therapeuten gemacht hast, ist schon mal gut.
Aber eines darf man nicht vergeesen. Es gibt so viele verschiedene Ärzte, Therapeuten, Therapieformen und Antidepressiva, wie es Haarpflege-Präparate gibt. Auch da muss man manchmal erst eine Weile rumsuchen, verschiedenes ausprobieren, ehe man das richtige für sich findet. Eine Freundin mag Dir sagen, dies oder jenes hat ihr supper geholfen und das muss trotzdem noch lange nicht auf Dich zutreffen.
Wenn Dir die momentane Therapie und/oder die Medikation nicht hilft, ist es ganz ganz wichtig, dass Du darüber mit dem Therapeuten sprichst. Möglicherweise auch mit dem Arzt. Auch ganz wichtig, was für ein Arzt ist das, Facharzt (Psychiater, Neurologe o.ä.) oder einfach nur Dein Hausarzt?
Wichtig ist auch, dass Du Dich nicht überforderst, sonst kommt irgendwann der Zusammenbruch. Wenn Du das Gefühl hast, dass Du nicht mehr kannst, musst Du Dich wohl oder übel mal krank schreiben lassen. Und wenn es gar nicht mehr geht, muss vielleicht auch mal ein stationärer Aufenthalt her. Auch das könntest Du mit einem guten Facharzt oder einem guten Therapeuten besprechen. Dass Depressionen eine ernstzunehmende Krankheit ist, sollte man spätestens nach dem Suizid des berühmten Fussballers wissen. Außerdem bist Du überhaupt nicht verpflichtet, Deinem Arbeitgeber den Grund für eine Krankmeldung mitzuteilen.
Was die Probleme mit Deinem Partner betrifft, das ist natürlich ein anderes und sehr schwieriges Kapitel.
Vielleicht könnte da ein Therapeut oder ein Facharzt helfen, wenn er mal mit hingehen würde, um dort ein wenig mehr Verständnis mitzubekommen.
Oder vielleicht Fachliteratur.
Übrigens denke ich nicht, dass Du jetzt schon die Rente bekommst, vorher musst Du alles Mögliche vom Möglichen ausprobiert haben, um Deinen Zustand zu verbessern, z.B. ein stationärer Aufenthalt, eine Reha, etc.
Also wenn Dir der Therapeut nicht hilft, sprich mit ihm, wenn das nichts bringt, wechsle ihn.
Wenn Deine Medis nicht helfen, sprich mit (D)einem Facharzt. Bei den wenigsten Patienten hilft direkt das erste Medikament gegen Depressionen. Ich musste auch eine ganze Weile verschiedenes ausprobieren, jetzt bin ich aber gut eingestellt, vom Facharzt wohlgemerkt, den ich auch eine Weile gesucht habe. Vorher war ich auch bei einigen, mit denen ich nicht gut klar kam.
Und zu guter Letzt kann ich Dir noch das Selbsthilfe-Forum www.rotetraenen.de ans Herz legen, da geht es um all Deinem Themen, Selbstverletzung, Depressionen, Angst, schau doch mal rein. :smile:
Alles Liebe,
Caillie

Hi Peggy,
schön, daß du noch fragst, d. h. du hast noch nicht aufgegeben. Sorry im Voraus für eine laxe Schreibweise.

Hallo!
Ich weiß seit einem Jahr das ich an Depression erkrankt bin,
leider habe ich es seit dieser Zeit noch nicht wieder
geschafft auf die Füße zu kommen.

So schnell geht das nicht. Habe mal eine Statistik gelesen, wonach die psychischen Erkrankungen erst nach 7 Jahren von Allgemeinmedizinern in Betracht genommen werden. Die Behandlung dauert u.U. einige Jahre.

Habe Medikamente bekommen,:mache eine Psychotherapie, aber es gibt Tage da bin ich völlig:hinüber. Meist auf Arbeit. Ich schaffe einfach nicht mehr das

was ich schaffen sollte.

Zu Medikamente: Das Zeug wirkt, wenn es wirkt nach ca. 6-8 Wochen, sonst muß ein anderes Präparat ausprobiert werden.
Psychotherapie: Ist es d. richtige Therapeut/in? Wenn Du da nicht die Dinge ansprechen kannst, die du evtl. nicht mal deiner besten Freundin erzählen kannst, kann es die falsche Person sein, denn „verstecken“ hilft dir nicht weiter.

Ich kann mich dann nur schlecht

konzentrieren.

Wo war ich noch :wink:

Und ich werde so richtig aggresiv.

Find´ich Klasse, da ist dann ja noch richtig Kraft.

Meist kommt :dann noch dazu, das ich mich dann so schlecht fühle, das ich :mich selbst verletze. Und manchmal möcht ich dann nicht mehr :leben.

Die Sebstverletzung ist nicht typisch für Depression. Evtl. solltest du nochmal über einen anderen Facharzt die Diagnose überprüfen lassen.

Heute war ich beim Dock, aber hilfe?? Nein alles bleibt

wie gehabt und ich soll weiter fleißig Therapie machen. Dazu:kommt das mein Ehemann meine situation überhaupt nicht:versteht. Darüber wird bei uns nicht gesprochen.

Wie sollen unsere Partner denn diese bescheuerte Krankheit verstehen, verstehst du sie?
Aber ernsthaft: Es gibt nicht nur für uns die Selbsthilfegruppen, sondern in einigen Gegenden Selbsthilfegruppen für Angehörige von psychisch Kranken. Wenn dein Mann es schaffen sollte (ist ja auch nicht leicht für ihn) dort hinzugehen, kann er sich und dich evtl. besser verstehen.

Was kann mann :denn noch so alles tun um sich wieder zu fangen? Gibt es noch :andere sachen die mann tun kann um aus dieser Spirale :rauszukommen?

Selbsthilfe u. Sport (gut bei Ängsten +Depries). Mir macht, was dich angeht, besonders die Selbstverletzung Sorgen. Bitte kümmere Dich darum.
Die Krankenkasse ist übrigens nicht sauer, wenn du den Therapeuten wechselst, statt die Therapie „asbzusitzen“, was nur unnütz Geld kostet.

Was tut mann wenn mann dann doch nicht mehr

Arbeiten kann?

Krank, chronisch krank und evtl. erwerbsunfähig(heißt heute anders) kann zur Rente führen. Muß der Arzt sagen, ob´s Sinn macht.Kann mann da auch die rente beantragen.

Ja, aber denke nicht, es wird Alles gut, wenn du nicht mehr arbeitest. Eher im Gegenteil. Wenn du nicht mehr arbeitest, mußt du zwar die Kollegen nicht mehr sehen, aber die Kontakte, die du da verlierst, mußt du auf andere weise wieder aufbauen, was vielen von uns nicht mehr möglich ist. Vielen

Dank im vorraus.

Falls Du magst, kann ich noch ergänzende Fragen beantworten.
lg
Burkhard

Hallo liebe Peggy,
tatsächlich ist es doch so, dass Dir wirklich nur eine Therapie den Weg des Lichts zeigen kann.
Und was so wichtig ist, Du solltest versuchen, positiv zu denken und zu fühlen.
Nicht Ängste und Zwänge sollen Dich leiten, sondern
Liebe, auch Eigenliebe.
Was das Beantragen von Rente angeht, dazu müßtest Du sowohl mit dem Hausarzt als auch mit dem Therapeuten
sprechen.
Es tut mir weh, dass ich Dir eigentlich nicht helfen kann, bin weder Arzt noch Psychologe.
Aber, mein fühlen und denken begleiten Deine Wege.
Liebe Grüße
Bollo

Hallo,

sag mal zuerst wüsste ich noch gern :
Nimmst du Medikamente? Wenn ja welche , wieviel?
Welche Art von Therapie machst du?
Bist du zufrieden?
Gehst du zum Facharzt? Psychiater?

Ich denke Rente ist aussichtslos!
Du könntest aber eine Kur machen! Einfach mal raus aus dem Umfeld und sich intensiv um dich kümmern!
Selbsthilfegruppen wären schön für dein Mann um dich besser zu verstehen denn Tatsache ist es ist sehr schwer für Aussenstehende dies nachzufühlen! Leider!
Rede offen über deine Gefühle und erkläre was und wie er dir helfen kann!

Wenns gar nicht geht mit Arbeit mal: lass dich krankschreiben!

Hallo Peggy,

du weißt es sicher selbst, aber der Kampf gegen den Sumpf der Depression ist etwas, was du Tag für Tag wieder angehen musst. Du selber, andere - auch der Therapeut - können dich dabei höchstens unterstützen.
Eine Depression ist zwar eine Krankheit, aber eine, die man sich zu einem großen Teil selber antut.
Das heißt noch lange nicht, dass man so einfach damit aufhören kann, sich selber durch destruktive Gedankenkreise in einem Sumpf aus Hoffnungslosigkeit gefangen zu halten, aber es ist ein Anfang, solche
Gedankenmuster wahrzunehmen und sie durch positive zu ersetzen.
Hast du schonmal über stationäre Therapie nachgedacht ? Mir hat der Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik sehr geholfen, auch wenn es anfangs sehr hart war. Zuhause, im Alltag kann folgendes helfen: Bewegung. Täglich, anstrengend und gern an frischer Luft.
Ich habe keine Ahnung, wie dein Leben aussieht und welche Möglichkeiten du hast (zeitlich, räumlich, finanziell, körperlich). Selbsthilfegruppen, kreative Gruppen, Gesprächs- oder Gesangsgruppen, der Umgang mit Tieren, die Fürsorge für Pflanzen, es gibt unendlich viele Möglichkeiten für dich, Farbe in dein Leben zu bringen - auch wenn du das im Moment nicht glauben kannst. Gibt es etwas, was du gerne tun würdest/ früher einmal gerne mochtest ? Besprich mit deinem Therapeuten, welche kleinen Schritte infrage kommen.
Mit Rentenfragen kenne ich mich nicht aus, darüber kann Arzt oder Krankenkasse Auskunft geben.
Gerade wenn deine Arbeitsfähigkeit ernsthaft gefähret ist, wäre eine stationäre Therapie sinnvoll.

Hallo und guten Abend,

ich denke, nicht mehr zu arbeiten, wäre die denkbar schlechteste Alternative (von wenigen Extremfällen einmal abgesehen). Die Arbeit schafft zumindest einen Grund, aufstehen zu müssen und schafft eine feste Struktur, die bei einer Depression enorm wichtig ist.

Haben Sie körperliche Ursachen für die Depression und die Aggressivität bereits ausgeschlossen? Wenn die Depression plötzlich und ohne erkennbaren Grund aufgetreten ist, sollten Sie unbedingt Ihre Schilddrüsenwerte überprüfen lassen. Oft geht eine Depression mit einer Schilddrüsenunterfunktion bzw. einer Autoimmunerkrankung wie Hashimoto einher.

Weiterhin könnten Sie mit einer Sportart beginnen. Sport hilft sehr, Aggressionen abzubauen und aus der Depression herauszukommen.

Hilfe von Aussen zu erwarten ist sehr viel verlangt. Der einzige Mensch, der sich aus der Depression befreien kann, sind Sie selbst. Der Therapeut bzw. medikamentöse Hilfe kann immer nur unterstützend wirken.

Alles Gute.

Hallo,Hoffi- Peggy,

Zunächst zwei Dinge:Ich weiß,wie du dich fühlst,ich lebe diese Spirale auch.Ich kann dir auch nicht heute eine Lösung anbieten.Kleines Beispiel zu mir:Ich sollte seit einer Woche einen Brief schreiben,der mir erhebliche Schwierugkeiten ersparen würde.Ich finde,daß es wichtig ist,jemanden zu kennen,der das gleiche Problem hat.Ich würde auch oft gerne in den Wald gehen und nicht zurückkommen.Daß du eine Lösung suchst,ist doch auch sehr wichtig und positiv,finde ich.Auch ich habe 1982 eine Therapie gemacht,die was gebracht hat.Aber mein Therapeut hat mir auch gesagt,daß ich immer an mir zu arbeiten habe.Ich denke oft daran ,wie wir vorgegangen sind.Manchmal hilft es,aber oft geht einfach nichts mehr,ich falle .Es ist manchmal eine Zeitfrage,bis ich wieder einigermaßen auf die Beine komme.Ich möchte jetzt nicht mehr schreiben,aber ich werde mich öfter bei dir melden.Von Samstag,30.10. bis montag,1.11. bin ich weg.Machs gut,trotz allem.Werner

Hallo,
als erstes möchte ich dir sagen,ich finde es super,dass du nicht aufgibst und dir weitere Hilfe suchst!
Für Außenstehende sind solche Situationen wirklich schwer bzw. nicht zu verstehen und vielen macht es auch Angst.Gäbe es die Möglichkeit,deinen Ehemann mal mit in die Therapie einzubeziehen? Ich stelle es mir schwierig vor,mit dem eigenen Ehemann nicht darüber sprechen zu können,wenn es einem nicht gut geht.Und eigentlich ist es auch sehr wichtig,mit so vertrauten Personen über alles reden zu können.Das gibt Halt und Sicherheit.Vielleicht kann deinem Mann die Angst etwas genommen werden,was ihm den Umgang damit dann auch leichter macht.
Zu deinem Arzt möchte ich nur folgendes sagen: Du hast jederzeit das Recht,dir einen anderen Arzt zu suchen!
Du schreibst,dass es dir meißtens auf der Arbeit schlecht geht.Könnte es sogar an der Arbeit selbst liegen oder an den Kollegen? Da wäre die Möglichkeit,sich eine andere Arbeitsstelle zu suchen.Ich weiß,das ist nicht mal eben so einfach! Aber man könnte es sich als langfristiges Ziel setzen.Das heißt,du schreibst Bewerbungen ohne unter Druck zu stehen und wartest ab,was kommt.
Solltest du nicht mehr arbeiten können, wirst du krank geschrieben.Nach einiger Zeit durchgehender Arbeitsunfähigkeit bekommst du Krankengeld.Das wird (bin mir nicht ganz sicher) 6 Monate gezahlt,danach bekommst du Erwerbsminderungsrente.
Es ist schwierig dir zu sagen,wie du aus dieser Spirale rauskommst,denn jeder muß seinen Weg finden.Oft ist es aber ein langer Weg,der sich allerdings lohnt!! Manche brauchen einfach mal eine Auszeit von allem.Da wäre eine Reha eine Möglichkeit.Andere machen Sport um Streß und Aggressionen abzubauen oder machen etwas,dass ihnen einfach nur gut tut.
Es gibt viele Möglichkeiten,aber jeder muß die beste für sich finden.Was dem einen schwer fällt,ist für einen anderen leichter.
Ich hoffe,ich konnte dir etwas weiterhelfen und wünsche dir alles Gute!
LG Nina

Hallo Hoffi-Peggy,
Erst einmal, woher kennst Du mich???
Du wirst verstehen, daß man hier kein Patentrezept ausschreiben kann; aber es gibt natürlich gewisse Säulen in der gesamten Therapie: Facharzt, Fachklink, Psychotherapie, Medikamente, Sport und Selbsthilfegruppen. Ich leite seit Jahren in Nürnberg und Roth eine Selbsthilfegruppe und habe viel mit Betroffenen zu tun. Eines ist mir immer wieder aufgefallen, das ist die Ziellosigkeit; das heißt, es fehlt die Strukturierung eines Tages, Wochen oder sogar noch weiter ( was allerdings gar nicht sein muß, denn sonst tritt u.U. eine Überforderung ein). Gemäß dem Lebensdiagramm sehen viele Menschen, wenn sie den Zenit ihres Lebens erreicht haben (Partner, Karriere, Kinder, Haus…) nur noch nach unten und sehen keine Ziele mehr, sondern z.B. Krankheiten, Krankenhaus, Altenheim und Friedhof. Also nur noch negatives. Ich sage dann "baut Euch „Palmen“, die diese Stationen( mit denen man sich natürlich auch zur gegebnen Zeit auseinander setzten muß) etwas verdecken. „Palmen“ sind ZIELE. Es sollen Feinziel, Nahziele oder Fernziele sein. Fein- und Nahziele können die Strukturieung eines Tages sein,z.B. sich treffen mit guten Freunden oder Bekannten, sprich: einfach etwas ausmachen an diesem oder nächsten Tag.UND schreibe Dir einfach einen Zettel auf dem steht, was Du heute eigentlich machen müsstest bzw. möchtest. Das können total banale Dinge sein, wie z.B. Betten lüften oder TV abstauben… Und jetzt kommt das WICHTIGE: wenn Du etwas erledigt hast HAKEN DAHINTER. So bekommst Du viele „Haken“ am Tag zusammen und Du bekommst das Gefühl: etwas geleistet zu haben.
Fernziele können Fahrten, Radtouren oder Reisen, Flüge??? usw. sein.
Versuchs doch einmal mit diesen Minischritten; denn große Schritte lassen Dich garantiert stolpern.

Ich wünsche Dir alles Gut

Peter Herold

Hallo,Nina

Vielen Dank für Deine schnelle Antwort. Meinen Ehemann werd ich leider nicht zu einer Therapie bringen. Davon will er nichts hören. Ja das ist blöd. Aber sicher auch eines meiner Probleme. Wenn es zu Hause stimmen würde, wäre ich sicher nicht ganz so niedergeschlagen. Aber trennen kann ich mich auch nicht. Dazu reicht mein Mut leider nicht.Manchmal habe ich das gefühl ich kann überhaupt nichts mehr richtig machen. Ich werde jetzt versuchen mir eine Selbsthilfegruppe zusuchen. Vieleicht komm ich da ein wenig weiter. Bist Du auch krank? Alles Gute Peggy

Hallo Werner
Vielen Dank für Deine schnelle Antwort. Ich habe mich heute bei einer Selbsthilfegruppe angemeldet. Hast Du das schon mal probiert? Es ist schon sehr schwer mit solchen Dingen klar zu kommen, eine Therapie hatte ich auch schon und in einer Klinik war ich auch. Aber ich schaff es trotzallem nicht. Sicher gibt es auch Tage, da geht es gut aber eben nur ein paar.Ich habe mir ja sagen lassen, mann muss Geduld haben aber das muss mann erstmal in die Reihe bekommen.Aufjedenfall werd ich weiter daran arbeiten. Auch Dir alles Gute und wir können ja in Kontakt bleiben.
Viele Grüße Peggy

Hallo Peggy,
schön nochmal von dir zu hören.Auf die Idee mit der Selbsthilfegruppe bin ich heut morgen nicht gekommen.Wahrscheinlich,weil sie mir nichts genützt hat.Aber super,dass du drauf gekommen bist.Dass dein Mann nichts davon hören will,finde ich sehr schade,denn seine Unterstützung wäre sehr wichtig.Dass du dich nicht einfach so trennen kannst,kann ich verstehen.Und ich denke wie du,dass dies sicher einer der Ursachen für deine Probleme ist.
Nun zu mir.Ich habe seit meinem 11ten Lebensjahr Borderline (mit 11 hat die Selbstverletzungen angefangen),Posttraumatische Belastungsstörung und Depressionen.Die Diagnosen habe ich allerdings erst mit 25 Jahren bekommen.Eben auch deswegen,weil in meiner Familie nicht darüber gesprochen und es ignoriert wurde.Ich habe 3 Jahre Therapie gemacht (was mir auch nur für diese Zeit teilweise geholfen hat) und sämtliche Medikamente ausprobiert- von einem wurde ich süchtig.Zum Glück bin ich aber relativ schnell wieder davon weggekommen.Als Dauermedikament half mir nichts wirklich.Bei mir gings auch drunter und drüber,mal war ich in einem abgrundtiefen Loch,mal schien ich auf Wolken zu schweben.Vor 4 Jahren habe ich dann einen Menschen kennengelernt (meinen jetzigen Lebenspartner),der mir geholfen hat,damit umgehen zu lernen.Natürlich habe ich aber jetzt auch noch Zeiten,wo es mir nicht gut geht,schlechte Gedanken hab etc.Aber es ist extrem weniger geworden.
Deswegen sagte ich dir,ich halte es für sehr wichtig,dass es in deiner Ehe nicht weiter ignoriert wird.
Ich habe für mich festgestellt,dass Unterstützung gut und wichtig ist!,aber ICH muß lernen damit umzugehen,ICH muß meine Reaktionen verstehen,ICH muß meine Ängste hinterfragen,ICH muß wissen,wann ich wie ticke und warum.ICH MUSS MICH VERSTEHEN.Wenn ich das weiß,kann ich damit arbeiten.
Ich hoffe,ich bringe dich damit nicht durcheinander.Das hört sich alles auch wahrscheinlich auch leicht an,aber das ist es nicht.Denke jetzt nicht,ich hab das „mal eben“ einfach so gemacht.Es waren viele Jahre,in denen sehr viel passiert ist, die ich gebraucht habe,um überhaupt so denken zu können.
Ich hab etwas Angst,dich mit dieser Mail zu verwirren,dir Angst zu machen oder sich zu entmutigen.Aber ich werde sie dir so schicken,wie ich sie jetzt geschrieben habe,in der Hoffnung nichts negatives damit zu verursachen.
Ich würde mich freuen,wieder von dir zu hören!
LG Nina

Hallo,Peggy,ich habe mich sehr gefeut,daß Du Dich bei einer Selbsthilfegruppe angemeldet hast.Ich hätte Dir das auch geraten.Ich war ca.20 Jahre extremer Migränepatient und durch eine Selbsthilfegruppe habe ich diese Krankheit gut in den Griff bekommen.Mit jemanden ohne Scheu reden zu können,ist Gold wert.Machs gut,alles Gute Werner

Prinzipielles zur Depression:

Depression ist, wenn das wahre Selbst „weint“.
Der Mensch hat 3 „Instanzen in sich. Den neutralen Geist (Verstand), das EGO (ICH) und das wahre Selbst (das, was wir wirklich SIND).
Wenn nun der Mensch von seinem EGO her in seinem Geist glaubt, eine Situation aufrecht erhalten zu MÜSSEN – aber gleichzeitig ist sein wahres Selbst DAGEGEN – dann handelt er GEGEN seine wahre Natur (sein Selbst). Das ergibt dann diese Depression.
Z. B. verharren Menschen an ihrem Arbeitsplatz, obwohl ihnen die Arbeit längst keinen Spaß mehr macht, und sie widerwillig (Abneigung aus dem Selbst) zur Arbeit gehen. Das nur, weil das Ego sagt: Du musst das Geld verdienen – Du musst Dir diesen Arbeitsplatz erhalten.
Ein depressiver Mensch folgt also immer seinem EGO-ismus. Er denkt nur an sICH (sein ICH und nicht an sein SELBST). Er unterdrückt sein Selbst.

Eine weitere Möglichkeit ist ein großer VERLUST. (haben Sie aber nicht erwähnt). Das kann ein geliebter Mensch sein, oder auch ein Arbeitsplatz.
Wenn ein Mensch sICH geistig nur an EINE Sache BINDET, und ihm diese Sache dann verloren geht, dann ist es für Ihn, als ob er eben ALLES verloren hat – weil er eben seinen Geist mit nichts Anderem beschäftigen kann.
Speziell alte Menschen, die ihren Lebenspartner verlieren, fallen in Depressionen – weil sie dann eben keinen SINN mehr in Ihre Leben sehen.
Gleiches gilt beim Arbeitsplatz. Wenn die Arbeit der EINZIGE Sinn des Lebens war, geht bei Verlust eben der GANZE Sinn des Lebens verloren. Der Mensch fühlt sich UNNÖTIG und/oder NUTZLOS.

Ein depressiver Mensch „sieht“ dann nur noch sICH in seinem LEID. Und manche fühlen sich im Leid auch noch wohl dabei. Andere sehen dieses Leid als STRAFE – die sie VERDIENT haben. Sie wollen Leiden, um eine vermeintliche SCHULD zu tilgen … usw. usw. usw.

Sie sehen, hier geht es in die VIELFALT, und man kann nicht so viele Möglichkeiten ansprechen wie es sie gibt.

Doch prinzipiell „sieht“ ein depressiver Mensch nur noch sICH in seinem Leid. In seinem Geiste beobachtet er immer sICH in seinem Befinden. Wie fühle ICH mICH? Und so „sieht“ er sich dauernd in seinem Leid.
Würde er im Geiste woanders „hinsehen“ (auf eine Aufgabe, wie kann ich anderen helfen, auf eine PFLICHT – Handeln als PFLICHTERFÜLLUNG und nicht für sICH, auf ein ZIEL – was will ich erreichen für die Familie (und nicht für mICH), usw.)
Kurz: Geistige KONZENTRATION auf etwas anderes – für Andere. Weg vom ICH – nicht mehr an sICH denken.

Einem jungen Menschen würde ich dann VIEL körperliche wie geistige Arbeit geben (auf die er sich KONZENTRIEREN muß), damit er vor lauter Arbeit keine ZEIT mehr hätte, um an sICH zu denken. Dann wäre auch schlagartig die Depression beseitigt. :- )))

Sie sehen, worauf ich hinaus will – auf das NICHT ICH – auf die SELBSTLOSIGKEIT (eigentlich müsste es ICHlosigkeit heißen).
Wer viel Arbeit hat, wer eine AUFGABE hat (das kann auch Hobby und (Konzentrations- Spiel - Schach, Billard, Tennis sein) – auch Sport verlangt Konzentration), und wer NICHT an sICH denkt bei seinem Handeln, der hat sicherlich KEINE Depressionen mehr.

Doch der Weg dahin, ist nicht ganz einfach. Denn das ICH (Ego) ist schwierig zu überwinden. Damit der GEIST mit dem SELBST in Einklang kommt.

Ich hoffe, Sie können etwas damit anfangen.

Mit den besten Wünschen,

Demetrius Degen

P.S.

Weitere Erläuterungen:

Depression entsteht, wenn das wahre SELBST des Menschen nicht ausgelebt wird – sondern UNTERDRÜCKT wird.
Einher mit Depression geht auch oft die Angst – wenn der Mensch sich in seiner gegebenen Situation in die ENGE getrieben, und keinen Ausweg sieht.
In all diesen Situationen SCHREIT das wahre Selbst auf, und macht sich letztendlich als Depression bemerkbar.
Auch Ihre Spielsucht ist ein Zeichen für die Unzufriedenheit aus dem Selbst, die dann durch Spielen UNTERDRÜCKT wird.
Auch dass Sie im Beruf immer eine „Maske“ zur schau tragen mussten zeigt. Dass Sie Ihre Arbeit nicht aus der Überzeugung des Selbst gemacht haben, sondern aus logischen Erwägungen.
Kurz: Wahrscheinlich leben Sie schon über Jahre gegen ihr wahres und innerstes Selbst.

>>>Ich kann mich nicht konzentrieren,

Nochmals kurz und bündig:

Wenn Sie es schaffen, NICHT mehr an sich Selbst (die Person – wie geht es mir?) zu denken, geht es Ihnen garantiert gut! Was natürlich im Zeitalter des gezüchteten Egoismus durch unsere Medien ziemlich schwer fällt. Das gelingt NUR, mit KONZENTRATION auf eine andere Sache (Arbeit (körperlich – geistig), Spiel, Aufgabe, usw.)
In allen Religionen geht es um die SELBSTVERGESSENHEIT, oder um die SELBSTLOSIGKEIT (nicht ICH). Wohingegen Politik und Marktwirtschaft das EGO hoch-ZÜCHTEN.

Alles Gute,

Demetrius

hallo,

fast überall gibt es selbsthilfegruppen. hier treffen sich betroffene, und man kann über seine probleme mit menschen reden, die genau wissen, was man meint. Du findest verständnis und zuspruch. Versuche über google eine gruppe zu finden oder du rufst beim gesundheitsamt an; die haben in der regel eine liste der selbsthilfegruppen.

Du kannst auch eine Reha-maßnahme beim Rententräger beantragen. (Dabei kann dir der doc helfen.) Hier wird alles genau untersucht, und man wird versuchen, die beste medikation für dich zu finden. Solltest du nicht mehr arbeitsfähig sein, wird das dort auch überprüft.

Wenn du gar nicht mehr arbeitsfähig bist, kannst du auch erwerbsunfähigkeitsrente beantragen.

Meine erkrankung hatte sich so zugespitzt, dass ich gar nicht mehr arbeiten konnte. nach dem krankengeld der krankenkasse (1/2 jahr) hatte diese mir geraten, die rente zu beantragen. das hat sich dann lange gezogen und ich bekam zwischenzeitlich arbeitslosengeld und Hartz IV, bis mir die rente bewilligt wurde.

Wenns ganz schlimm ist und du nicht mehr weiter weisst: geh in eine psychiatrische klinik. hier findest du auch erstmal ruhe und auch dort überprüft man deine medikation. mir hats geholfen.

Dein mann versteht dich nicht? wer keine depressionen hat, kann das nicht verstehen. es ist ja schon schwierig zu erklären, wie man sich fühlt. und dann soll das jemand verstehen. der das nicht kennt. trotzdem sollte dein mann wenigstens versuchen, dich zu verstehen. er kann ja mal ein buch über depressionen lesen. manchmal gibt es auch angehörigengruppen, aber da er über deine krankheit nicht redet, wird er dort wohl erstmal nicht hingehen.

ich wünsche dir ganz viel kraft. leide nicht einfach vor dich hin, sondern unternimm etwas (sprach die depressive zur depressiven :wink:).

viele liebe grüsse

Hallo,

ich freue mich, dass Du in der Lage bist, nach Hilfe zu suchen.
Erst einmal etwas zu meiner Geschichte: Ich bin dieses Jahr 61 Jahre alt geworden und bin jetzt seit 1989 „chronisch depressiv“. Die letzte Phase war in 2006, wo ich 9 Monate stationär behandelt wurde. Die ganze Zeit habe ich , ob stationär oder ambulant, eine Psychotherapie mitgemacht und die ganze Zeit habe ich „Berge“ an Antidepressiva und sonstige Psychopharmaka schlucken müssen.
Jetzt nach dieser ziemlich langer Zeit, weiß ich – die Ärzte auch nicht – immer noch nicht genau, wieso ich krank bin.
Im Laufe der Therapie sind wir, der Therapeut und ich, der Meinung, dass ich eben eine sehr dünne Haut habe und auch sehr stressanfällig bin, wobei jede Art von Stress gemeint ist: Bei mir die Schwierigkeiten einer spät angefangenen Selbständigkeit als Übersetzerin – ich bin Französin - der Tod meiner Oma, die Entdeckung meiner toten Nachbarin, einige Schwierigkeiten mit meinem Mann, der auch sehr unter meiner Krankheit gelitten hat, vielleicht ein Helfersyndrom, etc …
Für mich war und ist es wichtig, meinen Wesen nicht zu vergessen und mir treu zu bleiben. Dabei muss ich nach wie vor lernen, und das jeden Tag, nein zu sagen, Pause zu machen und z. B. nicht zu einer Feier zu gehen, zu der ich eingeladen wurde, wenn ich das Gefühl habe, ich müsste nur jemandem ein Gefallen tun. – Das ist manchmal schwierig, denn die Freunde werden weniger; Die Wichtigen bleiben aber !
Zur Zeit bin ich „gesund“, seit Dezember 2006, und muss nur gegen die Nebenwirkungen der Chemie kämpfen. Ich habe meine Ernährung umgestellt und lebe seit ein paar Jahren nach der BLUTGRUPPENDIÄT (wenn Dir das etwas sagt).

Du schreibst, dass Du seit einem Jahr depressiv bist und kämpfst, aber Du kannst noch einer geregelten Arbeit nachgehen … Du könntest nachfragen, ob und unter welchen Bedingungen Du z.B. einen Schwerbehindertenausweis bekommen kannst: Würde Dich in Deinem Arbeitsverhältnis schützen. Und wenn man Dir 50 % Behinderung anerkennt – wie bei mir jetzt – kannst Du Deine Rente mit 63 Jahren, anstatt 65, ohne Abzug bekommen. Ein kleiner Trost, aber nicht unwichtig.

Zu Deiner Depression ist es schwierig für mich Näheres zu sagen, aber mit einem guten Therapeuten könntest Du rausfinden, wo Deine ganz persönlichen Grenzen und Wunden sind. Man sagt, dass es genauso viele Depressionen wie depressive Menschen gibt ! Es ist vielleicht überspitzt, aber nicht ganz unrealistisch.
Ich hoffe, dass ich Dir ein klein wenig helfen konnte. Wenn Du noch Fragen hast oder Dein Leid klagen möchtest, ich stehe zur Verfügung. Ich habe zwar das Gefühl, eine andere zu sein, wenn ich an meine „schlimmen Zeiten“ denke, aber die Empfindungen in der Depression bleiben ein Teil von mir.

Viel Geduld und viel Kraft wünsche ich Dir.

Jacqueline

  1. Die Therapie so fortsetzen, wie begonnen. Widerstände dagegen sind normal und zeigen an, dass sie zu wirken beginnt.
  2. Körperlich und geistig in Bewegung bleiben.
  3. Selbstachtung neu aufbauen.
  4. Selbstverletzungen, Suizidgedanken und auch die Art der Anfrage sind allerdings deutliche Signale einer Verzweiflung. Diese Vermutung sollte unbedingt in der Behandlung thematisiert werden.