Salü
Wie kann ich meine Selbssicherheit und mein Selbstvertrauen verbessern?
Wenn ich bei der Arbeit einen neuen Auftrag erhalte der etwas schwieriger ist oder etwas neues ist, bekomme ich eine Art Angst.
Ich frage mich dann ob ich das überhaupt kann, ob ich das richtig mache, ob ich rechtzeitig fertig werde.
Ich zweifle dann richtig an mir! Da habe ich das Gefühl ob ich nichts kann.
Wie kann ich diese Situation verbessern?
Gruss
Stefan
Hallo Stefan,
ging und geht mir ähnlich. Ich unterrichte auf der Arbeit und auch in meiner Freizeit größere Gruppen im PC-Bereich. Gerade die Kurse in der Freizeit bringen mich ins „Schwitzen“. Oft denke ich dann:„Kann ich alle Fragen beantworten“ „Sind Störenfriede dabei“ und was ist, wenn ich krank werde. Dann passierts, dass ich mir soviel einrede, das teilweise den ganzen Tag über schlecht ist, ich Magenschmerzen habe - doch dann, wenn ich vor den Leuten stehe gehts immer wieder gut. Ich erhalte immer positives Feedback und bin dann - für ne kurze Zeit - etwas Stolz auf mich. Halt bis zum nächsten Kurs.
Ich bin mittlerweile Ende 30 und bin in vielen Bereichen sehr sicher, was mich ein wenig ruhiger macht. Wenn ich allerdings anderen davon erzähle, glauben die mir nicht. Viele meinen, ich wäre die Selbstsicherheit in Person - und vielleicht ist es auch so bei dir. Ich denke Angst vor etwas zu haben, kann auch motivierend sein. Man ist dadurch - vielleicht - vorsichtiger, überlegt das eine oder andere noch einmal und liefert dann wahrscheinlich ein besseres Produkt ab als jemand der alles „aus dem Ärmel schüttelt“.
Geht jedoch mal was schief muss man versuchen, das nicht überzubewerten (ähem schreibt man das so??) - fällt mir allerdings persönlich immer noch schwer.
Also viel Erfolg bei kommenden Arbeiten
Frank
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Hoi Stefan
offensichtlich ist Dir diese Angst nicht neu. Denk doch einfach mal
darüber nach, wie oft Du nicht rechtzeitig fertig geworden bist und
wie oft Du „versagt“ hast.
Solltest Du tatsächlich zum Ergebnis kommen, dass diese Ängste
berechtigt ist (was ich bezweifle), bist Du schlicht und einfach
überfordert in Deinem Job.
Wenn Du jedoch grösstenteils pünktlich und brauchbar geliefert hast,
dann kannst Du darauf doch aufbauen und mit Dir zufrieden sein.
Manchmal braucht es auch einen eigenen inneren Ansporn, um ein wenig
mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln. Lob von aussen alleine genügt
nicht. Du kannst diese Schwelle aus eigener Kraft übertreten und -
ohne überheblich zu werden - Deine Qualitäten akzeptieren und
schätzen lernen.
Selbstbewusstsein ist nicht immer der Schlüssel. Man kann davon auch
zu viel haben. Falsche Bescheidenheit kann es aber auch nicht sein.
Du wirst herausfinden, wo für Dich das richtige Mass ist.
Gruss
Heinz
Hallo Stefan,
beantworte dir doch mal folgende Fragen:
wie oft hast du schon solche neuen, etwas schwierigen Aufträge erhalten?
wieviele sind davon wirklich, echt und unrettbar in die Hose gegangen?
Warum kriegst DU immer wieder diese Aufträge?
Wahrscheinlich weil du das kannst. Bisher ist (fast) immer alles gut gegangen, du hast bis jetzt alles immer irgendwie hinbekommen, warum sollte es jetzt bei der neuen Aufgabe anders sein?
Überlege, was du schon alles hinter dir hast, was du schon alles privat und beruflich geschafft hast, warum solltest du ausgerechnet an der neuen Aufgabe scheitern?
Eben, siehst du, so schlimm wie du denkst ist es objektiv gesehen, wirklich nicht, du hast schon ganz andere Sachen durchgezogen, du weisst, dass du hart arbeiten kannst warum sollte dir das bei der neuen Aufgabe nicht gelingen?
Mir hilfts meistens…
grüsse
dragonkidd
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Hi Stefan,
ob man Selbstsicherheit an sich wirklich verbessern kann, weiss ich nicht. Ich danke allerdings, dass man den Umgang damit bzw. mit den Folgen trainieren kann. Getreu dem Motto der Fremdenlegion „Wenn das Training wie Krieg ist, ist der Krieg wie Training“ suchst Du bewusst Situationen, in denen Du Dich für „gefährdet“ hältst und übst auf diese Weise.
Wenn also z. B. die Angst vor einer Gruppe zu sprechen die Selbstsicherheit schmelzen lässt, eignet man sich das Handwerkszeug des Redners an - z. B. in einem Rhetorikkurs. Die Gewissheit, das KnowHow zum Sprechen vor Gruppen zu haben, gibt erste Sicherheit. Weitere Sicherheit ziehst Du aus Deinem Wissen, das Thema zu kennen und zu beherrschen und letzte Sicherheit bietet Dir die Gewissheit, kein Lexikon sein zu müssen - wenn etwas nicht aus dem Stegreif zu klären ist, macht man das in Ruhe hinterher. Die Souveränität, mit Menschen umzugehen und diese sogar ein wenig zu „steuern“, vermittelt ein gutes Rhetorik-Training.
Übertragen auf Deinen Fall heißt das, betrachte die erledigten Aufgaben als Training und versuche, die neue Aufgabe unter dem Gedanken anzugehen „Ich habe das schon zig Mal im Training geschafft, dann kann ich jetzt auch im Ernstfall.“
Viel Erfolg!
Hi Stefan,
neben dem schon empfohlenen Realitäts-Check (wie viel ist denn wirklich schief gegangen?) finde ich auch folgende Überlegung hilfreich:
Wenn ich als halbwegs intelligenter Mensch vor eine neue Herausforderung gestellt wird, weiß ich natürlich, dass es auch daneben gehen kann, die Angst ist also verständlich.
Andererseits: Deshalb immer nur im vertrauten, sicheren Bereich zu bleiben, bedeutet, dass ich nichts Neues lerne, mich nicht entwickle. Und wer will schon Kleinkind bleiben? Also ist es auf jeden Fall einen Versuch wert, oder?
Gegen verkrampftes Auf-Teufel-komm-raus-Richtigmachenwollen-und-damit-erst-recht-Verderben (falls du dazu neigst) hilft auch:
Ich tue mein Bestes - mehr ist eh nicht drin. Das Ergebnis ist oft auch noch von anderen Faktoren abhängig, auf die ich keinen Einfluss habe. Also arbeite ich halt mal und versuche zu akzeptieren, was dabei herauskommt - in den meisten Fällen wird es ja nicht gleich den Kopf kosten.
Also, versuche weniger die Angst zu bekämpfen als dich in den gegebenen Umständen zurechtzufinden, ohne zu viel Perfektionismus.
Viel Glück,
Beate