Wir sind eine recht kleine Firma, 32 Mitarbeiter. Seitdem ein Gewerkschafter bei unserem Betriebsrat war, ist der Betriebsrat ( neu gegründet vor 6 Monaten)gegen alle Entscheidungen der Betriebsleitung. Es werden notwendige Entscheidungen (Mitspracherecht!!!) verhindert und sogar blockiert. Mittlerweile ist die Produktion, wegen fehlender Motivation und Einsicht der Mitarbeiter um die Hälfte zurückgegangen. Es dauert nur noch einige Monate, dann sind wir Pleite. Ich vermute, dass hier „alte Rechnungen“ in´s Spiel kommen.
Wie können wir den Betriebsrat zur Kooperation bewegen? Vernünftige Argumentationen werden nicht gehört, es hat den Anschein, dass durch die Verweigerung zur vernünftigen Kooperation eine Betriebsschließung in Kauf genommen wird. Ich will aber arbeiten!
Danke für Euere Hinweise (ich bin nicht der Chef, aber ich möchte dass es weitergeht)!
Hi,
der Betriebsrat als Sargnagel der Firma hab ich auch gerade erlebt.
Diverse „Urgesteine“ hatten den Laden so weit, daß nach 25 Jahren letzten Herbst fast Schluß gewesen wäre.
Lösung: Die restlichen Mitarbeiter haben ihren gewählten Betriebsrat abgesetzt und einen neuen gewählt. Dieser hatte noch Hirn zwischen den Ohren und seitdem läufts da wieder.
Sammle Leute um Dich die denken wie Du und haut auf den Tisch!
Auch wenn ich den Gedanken „schwächere“ Arbeitnehmer zu schützen und ein Mitspracherecht für alle voll unterstütze, graut mir vor dem was Betriebsräte in Deutschland alles können.
Gruß
Nick
Hallole,
Du hast es so formuliert, dass man überhaupt nicht weiss, um was es in eurem Fall geht. Was blockiert denn der Betriebsrat - um was für Entscheidungen geht es denn?
Sind die Entscheidungen der GF denn rechtlich in Ordnung?
So, wie du es beschreibst, ist es sehr pauschal und mit der Unterstellung, dass da mit dem Betriebsrat etwas nicht stimmt.
Gruss
PW
Schlicht und einfach einige Punkte:
- kurzfristig werden 3 zeitarbeiter benötigt - Betriebsrat besteht auf Neueinstellung - finde ich idiotisch.
- in einer Schicht sind zu viele Mitarbeiter, in einer anderen Schicht zu wenig. Der Chef will einen Mitarbeiter umsetzen - Betriebrat macht nicht mit- finde ich auch idiotisch
- Gute Mitarbeiter (Leistungsträger) sollen dies finanziell merken - Betriebsrat lehnt ab, besteht darauf, dass alle gleichmäßig etwas bekommen - finde ich idiotisch, denn so kann der Chef keine gute Leistung honorieren.
Es geht um allgemeine Verweigerungshaltung!
Wir waren mal über 70 beschäftigte - jetzt sind wir nur noch 30.
Die ganze debattiererei bringt uns jeden Tag näher zum Insolvenz. Ich will aber meinen Arbeitsplatz nicht verlieren, am liebsten wäre ich ohne solchen Betriebsrat! leider empfinde ich dies jetzt als ein riesiger Klotz am Bein.
Ich melde mich wieder, wenn wir mit Hilfe des Betriebsrates schließen!!!
Ps. Ich will nicht ohne Mitarbeitervertretung arbeiten, aber unser Betriebsrat ist unser Totengräber!!!
danke für die Antwort,
leider sind wir momentan in der Minderheit. Ich arbeite daran, dass wir Mehrheit werden. Du sprichst mir aus der Seele, es ist Wahnsinn, was Betriebsräte (manche) alles vernichten können!!!
Hi,
das Allerwichtigste ist sich schlau zu machen!
Was ein Betriebsrat tun und lassen kann ist sehr genau geregelt.
Mal das Betriebsverfassungsgesetz lesen kann nicht schaden und alles was im Betrieb an Vereinbarungen niedergelegt wurde. (Das müsste eigentlich alles öffentlich zugänglich sein.)
Gerade die von Dir genannten Beispiele hören sich so an als würde es sich von AG-Seite lohnen das mal genau zu überprüfen. Nur weil eine Verpflichtung besteht sich darüber mir dem Betriebsrat zu beraten heisst das noch nicht, daß man sich auch unbedingt daran halten muss was der entscheidet.
Beispiel: Leiharbeiter einstellen
„Der Betriebsrat ist vor Übernahme eines Leiharbeiters zur Arbeitsleistung vom Verleiher nach § 99 BetrVG zu unterrichten und zu beteiligen. Darüber hinaus ist dem Betriebsrat das Bestehen und der Wegfall der Erlaubnis des Verleihers zur gewerbsmäßigen Arbeitnehmerüberlassung nachzuweisen.“
Davon daß der Betriebsrat das verhindern kann steht hier m.E. nix.
Auch die Gewerkschaft kann ein guter Anlaufpunkt sein. Da diese oft involviert ist wenn es zwischen Betriebsrat und AG knirscht haben die meistens ziemlich viel Erfahrung mit solchen Situationen. Als Mitglied kann man sich da auch sehr hochwertige Rechtsberatung abholen ohne daß es was kostet.
Gruß
Nick
Hallole,
aber so eine richtige Leuchte scheint eure Geschäftsführung ja auch nicht zu sein.
Vielleicht soll der BR hier auch nur als Sündenbock dienen für Verfehlungen, die eigentlich der GF anzulasten sind.
Die Punkte, die Du beschrieben hast, müsste man genauer kennen, um dazu etwas sagen zu können. Aber nach meinem Gefühl solltest du auch nicht ausschliessen, dass die GF aus Knallköpfen bestehen könnte.
Alles Gute
PW
Vielen Dank für die Antworten! Da unsere Kunden sich nicht mehr vertrösten lassen (fehlende Liefermenge durch geringe Arbeitsleistung)
, haben wir keine neue Aufträge mehr bekommen.
Wir haben Insolvenz angemeldet!
Es lebe der Betriebsrat!