Hallo zusammen!
Im Rahmen meiner Diplomarbeit stehe ich vor einem kleinen Problem und hoffe hier einen Hinweis oder die Lösung zu finden. Es geht um Folgendes:
Ich möchte die Höhe des Preisrisikos des Kohlepreises anhand historischer Kohlepreise messen. Sprich, ich will eine Aussage haben, ob das Preisrisiko hoch oder niedrig ist. Hierzu habe ich bereits eine Zeitreihe der letzten 8 Jahr mit den Monatswerden des Kohlepreises und habe entsprechend die Volatilität über die STandardabweichung berechnet. Über diese Methode lässt sich eine Aussage treffen, aber die ist, meiner Meinung nach, nicht aussagekräftig bzw. erscheint mir zu einfach um die Höhe des Preisrisikos zu bewerten. In den schlauen Büchern ist von dem VaR-Modell die Rede, das ich aber nicht anwenden kann, weil ich kein Portfolio habe bzw. keinen investiertes Vermögen um die Verlusthöhe auszurechnen.
Nun, gibt es andere Modelle zur Messung des Preisrisikos anhand historischer Preise? Oder ist die Lösung mit der Volatilität die einzige und wahre Methode?
Ich bin für Eure Hilfe, Hinweise und Unterstützung sehr dankbar!
Vielen Dank und viele Grüße
Andreas
Hallo Andreas,
die Volatilität ist schon der richtige Zugang. VaR ist nichts anderes als ein Quantil einer empirischen Verteilung, die du aus den historischen Daten schätzen kannst. Oft unterstellt man Normalverteilung, aber prinzipiell ist alles möglich. Bei VaR geht also mehr Info ein - die ganze Verteilung! -, als wenn du nur die Vola berechnest. Intuitiv wird dein VaR zu einem bestimmten Niveau höher sein, wenn - bei gleicher Vola - die Preisschwankungen gleichverteilt sind als wenn sie normalverteilt sind.
Schau, das ist so eine Art Verlustfunktion: Wie wahrscheinlich ist es, einen bestimmten Verlust oder weniger zu machen? Zur Berechnung des VaR kannst du ein beliebiges fiktives investiertes Vermögen hernehmen, Hauptsache, du setzt als Standardisierung den gleichen Wert für damals und heute ein.
Na ja, dann könnte man noch über die Berechnung der Vola an sich diskutieren (in der ökonometrischen Forschung ist man sich heute einig, dass Volatilitäten zeitabhängig sind und dass zeitunabhängige Berechnungen deshalb wenig geeignet sind). Aber das führt wohl zu weit…
Wenn du konkretere Hilfe brauchst, dann schreib mir eine Mail oder schreib mich über die Expertensuche (Statistik) an, denn ich habe gerade nicht so viel Zeit, hier regelmäßig reinzuschauen.
Viele Grüße
Katharina
Servus Katharina,
vielen Dank für die Informationen. Mittlerweile bin ich in meiner Recherche auch darauf gestoßen, daß der VaR das Maß ist, um die Preisrisiken zu berechnen. Ich habe mich bisher damit beschäftigt, mit dem Kolmogorov-Smirnov-Test die Normalverteilung der Zeitreihe zu beweisen und den Value-at-risk mit dem Varianz-Kovarianz-Ansatz zu berechnen. Es sind ganz vernünftige Werte rausgekommen. Nur irgendwie ist das Ergebnis nicht recht viel konkreter als die Berechnung der Vola, außer daß ich jetzt mit einer Wahrscheinlichkeit sagen kann, wie hoch das maximale Verlustrisiko für einen bestimmten Zeitraum ist.
Nochmal vielen Dank für die Info!
Viele Grüße
Andreas