Zitat Anfang:
"Ellwanger Hexenkreuz aus Protest abgesägt
ELLWANGEN, Ostalbkreis (lsw). Mit einem Scheiterhaufen und einem schwarzen Kreuz wird seit gestern in Ellwangen an der Jagst der Opfer der Hexenverfolgung gedacht. Doch dass ausgerechnet ein Kreuz am einstigen Ellwanger Galgen errichtet wurde, stieß fast 400 Jahre nach dem Ende der Hexenverfolgung bei Teilen der Bevölkerung auf Unverständnis. Wenige Stunden vor der Einweihung der Gedenkstätte sägten Unbekannte das am Mahnmal angebrachte Kreuz ab. Die Täter hinterließen einen Zettel, auf dem sinngemäß steht: Die katholische Kirche habe kein Recht, der von ihr getöteten unschuldigen Opfer zu gedenken. Zur Einweihung am Freitagnachmittag war das Kreuz allerdings wieder aufgebaut.
Schon im Vorfeld hatte sich der Initiator des Mahnmals, Klaus Marek, empört: „Es ist ein Unding, dass ein Kreuz die Stelle ziert, an der viele unschuldige Opfer im Zeichen des Kreuzes getötet wurden.“ Marek hätte nach eigenen Worten eine symbolische Plastik bevorzugt, etwa eine Mutter, die ihren Kindern entrissen wird. Von dem Anschlag auf das Mahnmal distanzierte er sich allerdings am Freitag: „Damit habe ich nichts zu tun. Ich bin empört über diese Tat.“
In Ellwangen wütete der Hexenwahn seit 1588 besonders furchtbar: Bis 1618 wurden mindestens 450 der Hexerei beschuldigten Menschen am Galgen hingerichtet. In Süddeutschland lassen sich ähnliche Ausmaße nur in Bamberg, Würzburg und Eichstätt nachweisen. 1611 wurden 130 Menschen am Galgen gehenkt."
Diese „Hexen“ wurden im Namen der Kirche/ des Papstes gehenkt. Wäre das nicht genauso als würde man zum Gedenken an die Ausschwitzopfer ein Hakenkreuz aufstellen?
die Kirche als Institution ist nicht verantwortlich für die Hexenjagd im 16./17. Jahrhundert. Die Hexenprozesse lagen im Aufgabenbereich amtlicher Stellen und wurden u.a. von Bürgergruppen initiiert.
Die Kirche war in dieser Zeit gespalten und so schwach, dass der KLerus froh war, sich aus dieser Bewegung heraushalten zu können. Es gab innerhalb der katholischen und protestantischen Kirchen unterschiedliche Meinungen zu diesem Thema.
Man darf das nicht damit verwechseln, dass der Glaube, besonders in seiner Abart an Geister, Zauberei, Teufel und Hexen, die Dekoration für diese schaurigen Gerichtsprozesse lieferte.
schon wie Francesco gesagt hat, Hexenprozesse und -verbrennungen gründeten in der Bevölkerung, ihrer Angst vor den Naturgewalten und der Vermischung von (alt-)germanischem Naturglaube mit den Göttern und eben dem Christenglauben, der das Böse dem Teufel zuschreibt.
Die germanische Hexen hatten einen Rituellen Auftrag und hatten bei den Germanen eher einen Stand wie die Medizinmänner bei den Indianern.
Als sogenanntes Lehrbuch, mit dessen Hilfe die Hexen und Hexer überführt werden sollten, galt der Hexenhammer. Leider wurde es von einem Papst empfohlen (und das ist die einzige wirkliche Mitschuld der Kirche am Hexenwahn).
Aber wer wurde denn verbrannt, und aus welchen Motiven?
emanzipierte und alleinstehende Frauen (wenn sie keinen Menschlichen Mann hat, dann ist wohl der Teufel im Bunde)
Ehepartner weil es keine Scheidung gab,
Naturwissenschaftler, die sich mit verschiedenen Phänomenen auseinandersetzten, die den Menschen unheimlich waren, (auch Priester, Mönche und Nonnen wurden nicht verschont)
Nachbarn, da man ja als anzeigender einen Teil des Vermögens bekam (Sozialneid)
Fremde oder anders seltsame Mitmenschen, wen ihr Auftreten in Zusammenhang mit Naturkatastrophen gebracht werden konnte
Ein Hexenprozeß und die Verbrennung war nicht selten ein „Event“, an dem alle dran teilnahmen, weil sonst wenig in der Stadt los war.
Daß weltliche Gerichte mitmachten, war durch die Vermischung Staat und Religion beabsichtigt. Schließlich waren die Bischöfe auch mächtige weltliche Herrscher.
Deshalb sollte meiner Ansicht sehr wohl eine Gedenkstätte nicht das Symbol der (Mit-)Täter aufnehmen unter dem die Opfer leiden mußten.
Gruß zurück
Harry
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das Kreuz ist ja auch das Symbol der Opfer.
Die allermeisten der Hingerichteten verstanden sich ja als zu Unrecht beschuldigte „rechtgläubige“ Christen.
Außerdem ist vom historischen Ursprung her das Kreuz doch DAS Symbol schlechthin für die Hinrichtung eines Unschuldigen, oder?
Davidsterne werden doch auch an jüdischen Gedenkstätten verwendet, obwohl sie von den Nazis zur Diskriminierung verwendet wurden. Trotzdem sehen die Opfer dies weiterhin als ihr ureigenstes Symbol.
Das zeigt, dass die Opfer der kirchlichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit tatsächlich noch nicht vergessen sind! Hätte ich nicht gedacht.
Vielleicht wäre es ein Ansatz der Vernunft, das genaue Aussehen dieses Mahnmals öffentlich auszuschreiben - so wie das bei der Gestaltung von Mahnmalen für Nazi-Verbrechen auch geschieht.
Dann könnten Vertreter aller kulturellen, religiösen und sozialen Gruppen durch ihre Architekten und Künstler ihre Vorstellungen zur Wahl stellen.