Wie kann man ohne Konfession Pate werden?

Hallo zusammen,

eine Freundin möchte von einer anderen Freundin,
dass diese Patin für ihr Baby wird. Die Freundin ist allerdings nicht in
der Kirche. Der evangliche Pfarrer hat gesagt, dass sie nur Patin
werden kann, wenn sie in der Kirche ist.

Klar, weiß die Freundin,
was es im kirchlichen Glauben bedeutet, Patin zu sein, aber eine
Patenschaft ist doch weitaus mehr, als nur diese Glaubenssache.

Die
Freundin würde schon sehr gerne Patin werden, aber kann sie jetzt
einfach deswegen wieder in die Kirche eintreten und danach wieder aus?

Muss
sie sich dafür evtl. vorm Pfarrer rechtfertigen, sich erklären, wieso
sie erst ausgetreten ist und dann wieder eingetreten ist oder ist es nur
ein behördlicher Verwaltungsakt vorm Amtsgericht? Antrag rein, Antrag
raus!?

Oder gibt es evtl. noch einen anderen Weg, wie die Freundin ohne Konfession Patin werden kann?

Schöne Grüße

Servus,

alldieweil die Taufe ein christliches Sakrament ist, wäre es doch wohl einigermaßen seltsam, eine nichtchristliche Taufe vornehmen zu wollen?

Freilich kann die Freundin der Form halber in die Kirche eintreten und diese dann wieder verlassen. Sie wird durch dieses geheuchelte Bekenntnis zur Kirche aber nicht in die Lage versetzt, das Amt des Paten mit allen Pflichten zu übernehmen, die damit verbunden sind. Zentral zu diesen Pflichten gehört nämlich, dass sie die Gewähr dafür bietet, dass ihr Patenkind als deren Glied zur christlichen Gemeinde hingeführt und im Geist Jesu Christi erzogen wird, bis es sich (falls evangelisch) bei der Konfirmation selbst bekennen kann. Falls katholisch, gilt das Amt des Paten mitsamt seinen Pflichten, solange Pate und Patenkind beide leben.

Dass es vermessen wäre, einem Nichtchristen diese Pflicht aufzubürden, dürfte einleuchten.

Schöne Grüße

MM

Hallo!

Vielleicht sollte man zwei Bereich trennen:

  • Pate aus kirchlicher Sicht
  • Pate aus weltlicher Sicht

Wenn deine Freundin eine Patin mit einem kirchlichen Hintergrund haben möchte, welche den Nachwuchs auch in kirchlichen und religiösen Fragen auf den rechten Weg bringt - und dies im evangelischen Sinne - bist du wahrscheinlich falsch. Und hierfür in die Kirche einzutreten, macht es nicht besser.

Sucht sie jedoch nur eine Person, welche ggf. bei einem tödlichen Unfall die weitere Fürsorge für das Kind übernimmt, wärst du ggf. wieder im Rennen.

Gruß
Falke

Dies ist schwierig. Im Todesfall übernimmt das Jugendamt die Auswahl, wo das Kind weiterversorgt wird. Vornehmlich werden da Verwandte benannt. Da würde es mehr Sinn machen, bei einem Notar den Wunsch nieder zu bringen, dass das Kind, im hoffentlich nie eintretenden Fall, bei einer benannten Person untergebracht werden soll. Eine Kirchliche Patenschaft wird hier, meines Wissens, nicht berücksichtigt.
Für das Amt ist allein ausschlaggebend, wie die „natürliche“ Verwandtschaft aussieht. Aber wenn da niemand ist, oder ein gewichtiger Grund vorliegt, dass das Kind außerhalf der Familie untergebracht werden sollte, kann man sich als Pflegefamilie für das Kind bewerben. Wenn dann die Bindung zum Kind über die Jahre zuvor gut aufgebaut wurde, wird das Jugendamt dem zustimmen.

Gruß
Kleiner Racker

Das ist korrekt. Der grundsätzliche Sinn einer Patenschaft ist, zu gewährleisten, dass ein Kind, welches seine Eltern verliert, weiter im christlichen Glauben aufwächst. Das kann ein nicht christlicher Pate natürlich nicht gewährleisten.

Aus diesem Grund habe ich schon einmal eine Patenschaft - gegen den erbitterten Widersand der übrigen Verwandtschaft - abgelehnt. Als Atheist hätte ich meine Verpflichtungen, welche ich durch die Übernahme einer Patenschaft eingegangen wäre, nicht erfüllen können. Und es gibt noch einige Menschen, welche die Taufe und alle Dinge, welche damit zusammenhängen, ernst nehmen. Und denen gegenüber wäre die Übernahme einer christlichen Patenschaft, welche nur das Schenken eines silbernen Löffels beinhaltet und ansonsten aus christlicher Sicht völlig sinnentleert ist, eine Beleidigung ihres Glaubens (und damit grundgesetzwiedrig).

Und außerdem - alles, was Deine Freundin für den neuen Erdenbürger tun will, kann sie auch tun, ohne im Taufregister eingetragen zu sein.

Auch schöne Grüße
:japanese_ogre: merimies

Hallo

ob man Pate sein kann oder nicht entscheidet genau der Pfarrer der das Kind tauft - er hat da eigenen Spielraum.

Ich bin als konfessionslose trotzdem mehrfache Patentante - einmal evangelisch getauftes Kind in Ba-Wü und ein katholisch getauftes in Bayern.

Die Paten haben heute nicht mehr die Bedeutung wie sie es mal hatten und diesen Pfarrern hatte es genügt dass ich zwar keine Erziehung im jeweiligen kirchlichen, aber im christlich-ethischen Sinn zusicherte.

Gruß h