Wie kann man Wohnungstüren gegen Lärm dämmen?

Ich bin furchtbar lärmempfindlich und deshalb extra in eine „ruhige“ Wohnung gezogen. Hier ist aber das Treppenhaus so schallübertragend, dass ich Gespräche, die dort geführt werden, bis in alle Zimmer hinein wörtlich versehen kann, auch bei geschlossenen Zimmertüren. Dazu kommen natürlich noch etliche andere Geräusche. Deshalb überlege ich, ob man die Wohnungseingangstür z.B. mit einer schallisolierenden Folie von innen bekleben könnte. Die „Ritzen“ sind mit Tesamoll ganz normal beklebt. Es ist also nicht so, dass die Geräusche in erster Linie durch die Ritzen an den Seiten und oben und unten dringen, nehme ich an. Es ist eine Holztür. Ich bin handwerklich total unbegabt, kann aber auch nicht so viel Geld darein investieren. Weiß jemand Rat?

Hallo dragmri,

das ist leider nicht einfach möglich.

Wenn die offensichtlichen Öffnungen wie Schlüsselloch, Fußspalt und umlaufende Dichtung bereits relativ dicht sind, dann ist hier nur noch die Schalldämmung des Türblattes ausschlaggebend. Da für die Schalldämmung hauptsächlich die Masse wirkt hilft keine Folie. Hier müsste eine schwerere Tür oder eine Kastenkonstruktion (Masse, gedämmter Hohlraum, Masse) eingebaut werden.

Oft dämmen lärmempfindliche Personen ihre Wohnungen gegen alle Einflüsse zu stark. So hört sich dann auch „normaler“ Lärm bereits wie eine Belästigung an. Ich kenne die Situation nicht, aber manchmal hilft schon ein gekipptes Fenster (Vogelzwitschern) oder ein leises Radio, um die anderen Geräusche nicht mehr als übermäßig störend zu empfinden.

Kein zufriedenstellender Weg aber vielleicht ein kleiner Tip.

Viele Grüße
Jörg Wagler

Hallo dragmri,
Treppenhäuser sind allgemein Lärmquellen. Insbesondere, wenn man den Lärmschutz vergessen hat. Dies geschieht oft, da Lärmschutz kostenintensiv ist. Insbesondere im Nachhinein.
Versuche doch mal die Eingangstür mit Teppischboden zuzuhängen. Erst mal von innen. Eventuell auch von aussen. Oder beide Seiten. Nicht schön - aber vieleicht hilft es.

Gruß Lutz

Hallo dragmi,

wenn es das Türblatt ist, folgender Tipp:
Prinzip biegeweiche Vorsatzschale:
30 mm dicken offenzelligen Purschaum (Baumarkt) auf vorhandenes Türblatt ankleben, darauf Gipskartonplatte kleben. Am Rand einfassen mit Winkel oder Holzleiste. Möglichst keine Verbindung direkt zwischen Tür und Gikaplatte, damit diese gesondert schwingen kann. Falls möglich und Sie geschickt sind, empfehle ich eine 2. Dichtung zwischen der Randleiste und dem Rahmen (Gummiprofil mit Dichtlippe bei Spezialgummihändlern erhältlich) oder der Türwand.
Falls der Platz vorhanden ist, kann der Schaum auch 50 mm dick sein (Kein Styropor!!) und die Gikaplatte 12,5 mm dick sein.
Generell gilt: Je größer der Abstand zwischen Türblatt und Vorsatzschale und je schwerer die Vorsatzschale, desto besser die Dämmung. Das hat aber seine Grenze an der Falzdichtung. Diese muß ebenso gut sein wie die Vorsatzschale.
Viel Erfolg
Dr.F.
Viel E

Das Einzige, was mir dazu einfällt wäre, entweder die Wohnungstüre komplett aus zu tauschen, oder aus zu ziehen. Tut mir leid.

Das Einzige, was mir dazu einfällt wäre, entweder die
Wohnungstüre komplett aus zu tauschen, oder aus zu ziehen. Tut
mir leid.

Schade, aber trotzdem vielen Dank!

Klingt ja sehr kompliziert, aber danke für die ausführliche Antwort.

Habe jetzt doch mal die Tesamollschicht im Rahmen verstärkt und werde dann mal versuchen, deinen Vorschlag umzusetzen, danke für die Idee.

Vielen Dank für die Hinweise. Habe schon einiges in diese Richtung unternommen, hilft natürlich nur bedingt, aber immerhin ein bisschen.

keine Ursache - hätte nur gern eine Rückmeldung